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Sonntag, 14 März 2010 12:00

Namaz - Erbauendes Erleben (Teil 35)

Namaz - Erbauendes Erleben (Teil 35)
Liebe Hörerfreunde, heute nun den letzten Teil dieser Sendereihe, mit der wir versucht haben, Ihnen das Namaz - für ein besseres Verständnis dieses Pflicht- oder Ritualgebetes der Muslime - vorzustellen.
Die Gottes-Dienerschaft ist für den Menschen ein sehr wertvoller Rang. Die Propheten Gottes und die Grossen der Religion haben sie immer als eine große Ehre angesehen und offen wie auch insgeheim durch das Gebet ihre Wünsche und Sorgen dem Einzigen Gott vorgebracht. Und der Allmächtige Schöpfer allen Seins hat schon immer seine reinen und gläubigen Diener gelobt.

Derjenige, der einen höheren Rang der Gottes-Dienerschaft erlangen will, der muß sich anstrengen und er muß aufrichtig und sich Gott mit ganzem Herzen zuwenden.

Vielleicht kann der Mensch die Gefühle und Empfindungen, die er beim Anblick z.B. der Schönheiten in der Natur oder beim Verzehr von köstlichen Speisen empfindet leicht beschreiben, aber es fällt ihm viel schwerer zu beschreiben, was er z.B. bei den Lobpreisungen Gottes und beim Gott-Dienen empfindet.

Spirituelle Genüsse sind derart fein und herzerquickend, dass jedem der sie erlebt, andere Genüsse demgegenüber wertlos und unbedeutend vorkommen. Und die Großen der Religion haben empfohlen:

„Wenn ihr wollt, dass die Quellen der Weisheit in euch hervorsprudeln, und ihr Wissen und Glauben erlangt, dann widmet euch mit ganzem Herzen und mit aller Liebe dem Gottesdienst vor dem Schöpfer!“

„Und wenn ihr vollkommenes Vertrauen und beständige Rettung erlangen wollt, dann betet das Namaz mit Liebe und Erkenntnis. Das Namaz bringt Seele und Geist zur Erleuchtung und es ist die Quelle aller Tugenden und ein vorbildliches Maß für die Bewertung der menschlichen Handlungen.“

Der geehrte Prophet des Islams sagte über das Gebet der Muslime: „Das Namaz ist der Weg der Religion und der Propheten und der Grund für die Zufriedenheit des Schöpfers. Für den Betenden ist es eine Hilfe die Freundschaft der Engel, das Licht der Erkenntnis, den Segen im Lebensunterhalt sowie Ruhe für den Körper zu erlangen und den Satan zu enttäuschen. Mit dem Namaz erreicht der Mensch hohe Stufen.“

Im Laufe dieser Sendereihe über das Namaz haben wir erklärt, dass dieses zu den wichtigsten Aufgaben im Islam gehört, die für jede erwachsene und mündige Person religiöse Pflicht ist. Die spirituellen Wirkungen des Namazes sind derartig groß, dass die großen Vorbilder der Religion das Namaz als eine der Säulen des Islams bezeichnet haben. Und das derjenige, der das Namaz unterläßt, damit das Fundament seines spirituelles Lebens zum schwanken bringt.

Das Namaz hat im Islam also eine außerordentliche Bedeutung. In der Geschichte des Islams heißt es: Als die Menschen von Ta’ef den Islam annehmen wollten, erklärten sie dem Propheten ihre Bedingungen, wobei sie ihn baten, dass er sie von der Gebetspflicht befreien sollte. Da sagte Prophet Mohammad –s.a.-: „Eine Religion ohne Gebet ist eine nutzlose Religion.“

In diesem letzten Teil unserer Sendereihe über das so wertvolle Pflichtgebet der Muslime wollen wir Ihnen nun etwas über die Erinnerungen eines Neu-Muslims erzählen, wie er sie über sein erstes Namaz schildert. Es ist Dr. Jeffry Lang, ein Universitätsdozent für Mathematik an der Universität Kansas in den USA. Er wurde in einer protestantischen Familie geboren, aber in seiner Jugend distanzierte er sich vom Christentum und informierte sich über andere Lehren und war zunächst Atheist. Als er dann schon Dozent war, schenkte ihm eines Tages ein muslimischer Student eine Übersetzung des heiligen Koran. Innerhalb von drei Jahren studierte und konsultierte er genau über den Koran. So entdeckte er den Koran als ein großes Wunder welcher dem Menschen die Regeln für ein glückliches Leben lehrt. Und somit wurde seine Verbindung zum Islam Tag für Tag größer.

Jeffry Lang zeigt gut auf, wie er mit seinem ersten Namaz vor Gott die inneren Götzen und egoistischen Wünsche zerbrochen hat. Seine Erläuterungen zeigen wie die Wogen göttlicher Liebe sein Wesen ergriffen und ihn in eine Welt voller Licht getragen haben. Die Anziehungskraft der Lobpreisungen Gottes haben bei ihm tiefe und bleibende Spuren hinterlassen. Und er ist gewiß, dass jeder Mensch, der nach Ruhe und innererem Frieden und Freude sucht, diese durch das Namaz findet.

Dr. Jeffry Lang hat bisher mehrere Bücher über seine Erfahrungen mit dem Glauben geschrieben,

eines trägt den Titel ‚Sogar Engel fragen; eine Reise zum Islam in Amerika‘, und ein anderes: ‚Kämpfen für den Glauben‘

Im Buch ‚Sogar Engel fragen‘ schreibt er: „Am Tag an dem ich Muslim wurde, gab mir der Vorbeter der Moschee ein Büchlein darüber, wie man das Namaz betet. Die muslimischen Studenten, die mit mir befreundet waren, beharrten darauf, dass ich das Namaz langsam, langsam lernen solle, damit ich dessen tiefe Bedeutung erkennen könne. Aber ich konnte es kaum erwarten das Namaz zu lernen, sodaß ich noch am gleichen Abend in meinem Zimmer begann die Bewegungsabläufe beim Namaz zu üben und die Worte, die zu sprechen sind, mehrfach wiederholte. Nach einigen Stunden hatte ich das Gefühl im Stande zu sein das Namaz beten und auf diese Weise meine Dienerschaft gegenüber dem Einzigen Gott zum Ausdruck bringen zu können. Es war nahe Mitternacht, ich nahm die Gebetswaschung vor, stellte mich mitten im Zimmer auf, in der Richtung, die meines Erachtens nach die Gebetsrichtung war. Ich atmete tief ein und langsam sagte ich „Allah-o Akbar“ und begann mit dem Beten.

Die Sure al-Hamd und eine weitere Sure sprach ich in Arabisch, dann verbeugte ich mich tief bis zu den Knieen, mein Herz schlug heftig. Bis zu diesem Tag hatte ich mich noch vor niemandem verbeugt. Aber jetzt sah ich mich in der Audienz des Großen und Unvergleichlichen Gottes. Ich richtete mich wieder auf und begab mich in die Haltung bei der Niederwerfung. Während ich den Boden mit meiner Stirn berührte, löste die Ergebenheit gegenüber dem Einzigartigen Schöpfer ein sehr angenehmes und schönes Gefühl in mir aus. Und während ich bei der Niederwerfung die Lobpreisungen Gottes auf meine Zunge brachte, hatte ich das Gefühl mit einer großen Macht verbunden zu sein, so als ob der Mensch bei der Niederwerfung seinem Angebeteten näher ist.

Bei der Fortsetzung meines ersten Namazes erlebte ich ein neues Gefühl der Zuneigung und freudige Aufregung in mir, bis dass ich bei der letzten Niederwerfung eine vollkommene Ruhe fühlte. Nach der Vollendung des Namazes kam in mir die Frage auf, ob ich diesen Gottesdienst denn auch richtig ausgeführt hatte oder nicht. Mit einem Schamgefühl sagte ich zu Gott: „Entschuldige mich, weißt Du ich bin von einem entfernten Ort gekommen, es liegt noch ein weiter Weg vor mir, den ich hinter mich bringen muß.“

Weiter berichtet Dr. Lang: „Bei meinem ersten Namaz hatte ich das Gefühl, als ob der Segen vom Schöpfer der Welten mich erfüllt und in mein Inneres eindringt. Und da dankte ich Gott für diesen Segen.“

„Jetzt, wo ich die Erinnerungen über mein erstes Namaz aufschreibe, komme ich zu dem Schluß, dass die göttliche Vergebung sowohl die Vergebung der Sünden ist, als auch Heilung- und Ruhespender. In dieser Nacht habe ich folgendermaßen zu Gott gebetet:

Mein Gott! Erlaube mir niemals, dass ich mich von Dir abwende. Wie kann ich das Leben wohlbehalten meistern, mit diesen vielen Fehlern und Mängeln die ich habe? Ich will auch nicht nur einen Augenblick ohne Dich leben!“

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