Diese Seite drucken
Freitag, 12 März 2010 10:07

Teil 33 (Pflichtgebet der Muslime aus der Sicht von Imam Ali )

Teil 33 (Pflichtgebet der Muslime aus der Sicht von Imam Ali )
Wir begrüßen Sie wieder herzlich zu unserer Sendereihe Namaz – Erbauendes Erleben, in der wir heute auf dieses rituelle Pflichtgebet der Muslime aus der Sicht von Imam Ali –a.s.- eingehen wollen.- Also aus der Sicht von jemandem, dessen Geist und Seele fest mit dem täglichen Gebet verwoben war, und dessen Antlitz erblasste, wenn er vor den mächtigen und großen Gott trat.
Das Namaz war das erste Gebot, dass Mohammad -s.a.- nach seiner Berufung zum Propheten des Islams, von Gott durch den Engel Gabriel offenbart wurde, und der geehrte Prophet führte es in seiner Gemeinde ein.

In früheren Beiträgen hatten wir schon gesagt, dass Imam Ali –a.s.- der ehrwürdigste und beste Schüler des geehrten Propheten war, und er sagte: „Das Namaz ist das Licht meiner Augen.“

Während der Lebzeit des Propheten wich Imam Ali diesem nie von der Seite. Dieser junge Mann von lauterem Wesen nahm gleichzeitig mit dem geehrten Propheten die Gebetswaschung vor und wo der Prophet das Gebet verrichtete, war Ali –a.s- hinter ihm. Bei ihnen war nur noch Chadidsche, die Frau des Propheten und die erste Frau, die den Islam angenommen hat. Gemeinsam verrichteten anfangs nur diese Drei das Gemeinschaftsgebet. Ali -a.s.- sagte: „Mein Gott, ich bin der erste, der sich (nach dem Propheten) zu Dir bekannt und Deine Einladung gehört und angenommen hat. Mit Ausnahme des Propheten hat mich keiner beim Namaz übertroffen.“

Ali –a.s.- liebte das Namaz über alles und tauschte es selbst gegen die schönsten Momente des Lebens nicht ein. Es war in der Kufa-Moschee, als ihn, während er tief versunken in das Namaz und die Zwiesprache mit Gott war, bei der Niederwerfung das vergiftete Schwert traf. Zu diesem Zeitpunkt sagte er folgenden schönen Satz: „Bei dem Gott der Kaaba, ich habe Rettung gefunden!“

Und nun wieder eine Begebenheit die in den islamischen Überlieferungen aufgezeichnet ist:

Es war in einer sternenreichen Nacht, als Sarar Ibn Hamza sich unbemerkt hinter Imam Ali –a.s.- auf den Weg machte. Er wusste, dass der Imam wie jede Nacht zum Baqi-Friedhof in Medina ging um sich dort in der Einsamkeit ins Zwiegespräch mit Gott zu vertiefen bis zum Morgen. Sarab Ibn Hamza wollte gerne wissen wie jemand, dem von Gott und dem Propheten so große Aufmerksamkeit geschenkt wird, sein Namaz und seinen Gottesdienst verrichtet.

Überall war es still und der Mond schien gerade genug, damit er den Imam verfolgen konnte. Er konnte sehen, wie dieser sich nun in der Gebetsrichtung aufstellte und mit dem Namaz begann. Er verrichtete das Namaz so andächtig, als sei er nicht in dieser Welt. Er war ganz in das Gebet versunken, so dass er die Anwesenheit eines anderen Menschen nicht bemerkte.

Nach dem Gebet lobpreiste und dankte er Gott demütig und ergeben. Sarar Ibn Hamza war weiter in seiner Nähe und beobachtete sein Tun. Er hörte sein Flehen und Flüstern. Der Imam sagte unter anderem: „O Welt, zeige dich mir nicht mehr und täusche mich auf diese Weise nicht mehr ... es ist sehr unwahrscheinlich dass du mich täuschen kannst, deine Zeit ist sehr beschränkt, aber deine Gefahren sind für die Kinder Adams sehr groß aber deine Vergnügen und Genüsse sind kurz. Ach wie ist mein Reisebündel für das Jenseits gering und wie wenig ist das, was ich für die Gefahren auf der Reise dorthin angesammelt habe.“

Da sah Sarar Ibn Hamza, wie der Imam geschwächt zu Boden sank. Besorgt lief er geschwind zu ihm. In diesem Moment aber stand der Imam wieder auf zum Gebet. Allmählich wurden Sarar Ibn Hamza die Augenlieder schwer und vor lauter Müdigkeit begab er sich auf den Weg nach Hause. Aber Imam Ali –a.s.- war immer noch mit seinem Gott-Dienen beschäftigt, denn jemand, der von der Leidenschaft zu Gott ergriffen ist, der kennt keine Müdigkeit.

Im Nahdsch-ul-Balagha, einer Sammlung von Predigten und Ratschlägen Imam Alis –a.s.- steht: „Gott schützt den Gläubigen mit dem Namaz, der Zakat (d.h. Almosenabgabe) und schwierigem Fasten vor Hochmut und Egoismus. Er schenkt ihrem Leib dadurch Ruhe, lehrt ihren Herzen Bescheidenheit, zähmt ihre Leidenschaften, und befreit sie von Selbstgefälligkeit.“

Imam Ali –a.s.- bezeichnet es als Absturz in die Hölle, wenn jemand das so wichtige Gebot des Gebetes missachtet und sagt: „Leute, verpflichtet euch dem Namaz und wahrt es, betet viel und nähert euch Gott mit dem Namaz. Das Namaz ist eine religiöse Vorschrift, die für den Gläubigen zu den bestimmten Zeiten Pflicht ist. Ob ihr wohl nicht hört, was die Höllenbewohner sagen, wenn man sie fragt: „Was war es, das euch in die Hölle gebracht hat?“ Dann sagen sie: „Wir gehörten nicht zu den Betenden.“

In der Tat, das Namaz wirft die Sünden vom Menschen ab, wie der Herbst das Laub von den Bäumen, es öffnet die Ketten der Sünden um den Nacken des Menschen. Der geehrte Prophet des Islams –s.a.- vergleicht das Namaz mit einer warmen Quelle, die im Hause eines Mannes sprudelt, und sagt: "Wenn dieser Mann sich fünf Mal am Tag mit deren Wasser reinigt, wird keinerlei Schmutz (und Sünde) mehr an seinem Körper verbleiben.“

Ali –a.s.-, der den besten und kürzesten Weg des Menschen zu seinem Schöpfer in seiner Predigt 110 des Nahdsch-ul-Balagha dargelegt hat, sagt: „Ohne Zweifel, das beste Mittel für eine Verbindung des Menschen zu seinem gelobten Gott, ist das Beten des Namazes, eine wohlgefällige Sitte für die Gemeinde der Gläubigen.“

Ali –a.s.- bezeichnet das Namaz dann als wirkungsvoll, wenn der Betende die Gebetszeit beachtet und sagt: „Bete das Namaz zu seiner Zeit! Bete es nicht früher, nur weil du nichts zu tun hast! Und wenn du viel zu tun hast, verschiebe es nicht. Und wisse, dass alle deine guten Werke ein Pfand deines Gebetes sind.“

Das Namaz ist also Maßstab für die Bewertung aller anderen Handlungen des Menschen, und der Betende soll nicht nur sich, sondern auch die anderen in der Familie zum Beten anhalten. Imam Ali –a.s.- sagt: „In der Tat, diejenigen unter den Gläubigen, die die Wahrheit des Namaz erkannt haben, die tauschen den weltlichen Glanz nicht gegen das Namaz ein, und das was ihr Herz erfreut, d.h. ihr Besitz und ihre Kinder, hindern sie nicht am Beten ihres Namazes.

Der gepriesene Gott sagt im Koran: „Es gibt Menschen, die durch Handel, Kauf und Verkauf nicht vom Beten des Namazes und der Almosenabgabe abgehalten werden.“

Aus der Sicht Alis –a.s.- braucht der Geist des Menschen genauso Nahrung wie sein Körper, und das Namaz ist die Nahrung für ihn weil es Herz und Seele des Menschen mit dem einzigen Schöpfer verbindet und das Licht der Wahrheit im Herzen entzündet.

In den Erklärungen des Imams heißt es: „Lehrt den Kindern das Namaz und tadelt sie, wenn sie in der Geschlechtsreife ihr Namaz nicht mehr beten.“

Das Namaz hat, weil es von bösem und schlechtem Tun abhält, große und segensreiche Wirkungen. Imam Ali –a.s.- bezeichnet das Namaz als Merkmal des Glaubens, genau so wie auch der Gesandte Gottes das Namaz als Banner des Glaubens benannt hat. Aus Alis Sicht reinigt das Namaz den Menschen von Hochmut und Stolz, er sagt: „Gott hat zur Befreiung von Stolz das Namaz, und für die Verbesserung des Lebensunterhaltes, die Almosenabgabe bestimmt.“

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren