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Donnerstag, 11 März 2010 07:32

Teil 32(Fenster zu Licht und zu Glück! )

Teil 32(Fenster zu Licht und zu Glück! )
Wenn der Mensch sein Namaz bewusst und aufrichtig betet, dann trägt es ihn bis zum Himmel hinauf und befreit sein Herz von allem Grünspan und Rost, der sich angesetzt hat. - Das Namaz ist ein Fenster zu Licht und zu Glück!
Auf Grund der großen Bedeutung des Gebetes, seiner positiven Wirkungen und des großen Segens, für die Menschen, gibt es außer dem Pflichtgebet in den islamischen Geboten weitere Gebete, die man als „Namaz-e nafeleh“ bezeichnet, was soviel bedeutet wie „zusätzliche Gebete“. Diese Gebete sind also empfohlen, aber keine Pflicht für die Muslime. Wenn die Muslime diese Gebete sprechen, ist es ein Zeichen dafür, dass sie Gott und das Gebet lieben. Eines dieser zusätzlichen Gebete ist das Nach-Mitternachts-Gebet.

Der Allbarmherzige und Allwissende Gott bezeichnet es als Auswirkung des Nach-Mitternachts-Gebetes, wenn der Muslim eine hohe Rangstufe erreicht und sagt diesbezüglich zu Seinem Propheten Mohammad –s.a.- im Koranvers 79 der Sure al-Isra‘, er solle einen Teil der Nacht mit Beten und Koranlesen verbringen, als eine zusätzliche Pflicht nur für ihn, damit sein Schöpfer ihn vielleicht im Jenseits zu einem hohen Rang erwecken werde.

Das Nach-Mitternachts-Gebet ist belebend und beseelend für den Menschen und hat viele weitere positive Wirkungen, die mehrfach in den islamischen Überlieferungen genannt und betont werden.

Imam Sadeq –a.s.- sagt: „Das Gebet in der Nacht wird die Zufriedenheit Gottes und die Liebe der Engel zur Folge haben..., und es ist die Gewohnheit der Propheten und das Licht der Weisheit. Dieses Gebet bewirkt, dass der Allmächtige Gott die Bittgebete und das Gott-Dienen der Gläubigen annimmt und es schenkt Segen für den Lebensunterhalt und ist Mittler zwischen dem Betenden und Gott.“

In einer weiteren islamischen Überlieferung heißt es: „Von einem Haus, in dem das Nachtgebet gebetet und der Koran gelesen wird, erstrahlt Licht für die Himmelsbewohner, ähnlich wie die Sterne in der Nacht für die Menschen auf der Erde strahlen.“

Das Wachen in der Nacht bei Gebet und Koranlesen hat eine weit reichende und erbauende Wirkung auf die Seele des Menschen. Das bestätigt auch der große iranische Dichter Hafiz:

„Alles Glück das Gott dem Hafiz schenkte, kommt vom Segen der Gebete in der Nacht und den Lobpreisungen Gottes vor der Morgendämmerung.“

Die Geschäftigkeit und die Probleme des Alltages ziehen die Aufmerksamkeit des Menschen auf sich und beschäftigen seine Gedanken auf vielerlei Weise. Deshalb fällt es ihm nicht leicht, seine Gedanken zu sammeln. Aber in der zweiten Hälfte der Nacht, wenn es auf den Morgen zugeht, und Geist und Körper sich in Ruhe befinden, ergibt sich die Möglichkeit zu einer besonderen Art der inneren Sammlung für den Menschen, die ihm Freude und Süße schenkt. In dieser spirituellen Atmosphäre, die keinerlei Heuchelei mehr trüben kann, wird es dem Menschen möglich, über die Ereignisse des vergangenen Tages nachzudenken und mit Lobpreisungen Gottes und mit der Hilfesuche bei Ihm, neue Kraft zu gewinnen. Aus genau diesem Grund haben die großen Freunde und Diener Gottes schon immer den Gottesdienst in der zweiten Hälfte der Nacht und vor dem ersten Morgenlicht für die Reinigung der Seele und die Stärkung des Glaubens genutzt.

Von Beginn des Islams an hat Prophet Mohammad –s.a.- auf verschiedenen Wegen, insbesondere auch durch die Ermutigung zum Namaz und hier insbesondere zum Nachmitternachtsgebet, die Muslime zu entschlossenen, mutigen, gläubigen, reinen und aufrichtigen Menschen gemacht.

Die Überprüfung der islamischen Quellen und Überlieferungen über die Vortrefflichkeiten des Nachmitternachtsgebetes zeigt dessen fruchtbare Rolle bei der Erziehung des Geistes. Der geehrte Prophet –s.a.- umschreibt es mit folgenden Worten: „Wer das Gebet in der zweiten Hälfte der Nacht betet, dessen Angesicht (und Charakter) sind am Tage schön.“

Und Imam Ali –a.s.- sagte zu diesem Gebet: „Es bewirkt die Gesundheit des Körpers, die Zufriedenheit des Schöpfers und den göttlichen Segen, wenn jemand in der Nacht im Gebet steht. Dadurch stützt der Mensch sich außerdem auf die Moral der Propheten.“

Auch heute liebe Hörerfreunde wieder eine kleine Begebenheit aus den islamischen Überlieferungen:

Eines Abends schlich sich ein Dieb zum Hause eines Geistlichen, suchte und suchte, konnte aber nichts für ihn Interessantes finden. Der Geistliche, der das Kommen des Diebes bemerkt hatte sagte: „Ei junger Mann! Hier nimm den Kübel und hol Wasser aus dem Brunnen, nimm die Gebetswaschung vor und beginne das Namaz zu beten, damit ich dir morgen früh etwas gebe und du nicht enttäuscht bist.“

Der Dieb befolgte das, was der Geistlich ihm gesagt hatte. Als es Morgen geworden war, holte der Scheich 100 Dinare, gab sie dem Dieb und sagte: „Dies ist die Belohnung für eine Nacht des Gott-Dienens und Betens.“

Da kam der Dieb zu sich, begann zu zittern und sagte: “Geld und Gold will ich nicht. Den Genuss einer Nacht der Versöhnung mit Gott kann man mit nichts vergelten. Leitet Ihr mich auf den Weg zu Gott, damit ich zum Glück finde." Nach einiger Zeit gehörte dieser ehemalige junge Dieb zu den engsten Gottesfreunden.

Das Namaz ist zu jeder Zeit wertvoll und schenkt Freude. Aber zu speziellen Zeiten, und insbesondere in der Nacht, ist es noch kostbarer und schöner.

Als der geehrte Prophet des Islams einmal bei dem Erzengel Gabriel um Rat fragte, sagte Gabriel: „ O Mohammad, du kannst fordern, was du nur möchtest, aber wisse, dass du schließlich die Welt verlässt. Und du kannst lieben, was du nur möchtest, aber wisse, dass du schließlich von ihm getrennt wirst. Und du kannst tun, was du nur möchtest, aber wisse dass du das Ergebnis deines Handelns erblicken wirst und wisse auch, dass die Ehre des Gläubigen sein Nach-Mitternachts-Gebet ist.

Diener des Allbarmherzigen sind diejenigen, die Ihm aufrichtig und in Reinheit und in ausschließlicher Zuwendung dienen. Gott beschreibt im Koran eine ihrer Besonderheiten folgendermaßen: „(es sind) diejenigen, die die Nacht verbringen, indem sie sich (im Gebet) vor ihrem Herrn niederwerfen und (andächtig vor Ihm) stehen.“ (Sure al-Furqan, Sure 25, Vers 64).

An einer anderen Stelle im Koran bezeichnet Er diejenigen, die in der Nacht beten und im Koran lesen als Wissende und im Vergleich mit den Götzenanbetern, Gleichgültigen und Verirrten sagt Er: “Ist etwa einer, der (Gott) demütig ergeben ist, indem er zu (gewissen) Zeiten der Nacht sich niederwirft oder (andächtig im Gebet) steht und sich dabei vor dem Jenseits fürchtet, aber (doch auch) auf die Barmherzigkeit seines Herrn hofft (gleich einem, der nur auf das diesseitige Leben eingestellt ist)? ....“ Sure az-Zumar, Sure 39, Vers 9.

Enthaltsame und tugendhafte Menschen sind also diejenigen, die im Koran beschrieben werden. Zu ihren Eigenschaften gehört, dass sie vor der Morgendämmerung aufstehen und in der Nacht beten und Gott preisen. Diese „wachen Herzen“ schlafen also in der ersten Hälfte der Nacht, dann erheben sie sich im Gedenken an Gott, und im Angesicht Seiner Größe und Macht bitten sie um die Vergebung ihrer Sünden. Gott schenkt diesen Menschen, die sich in so großer Liebe und Freundschaft vor Ihm niederwerfen, ein von Licht und Glauben erfülltes Wesen.

Der geehrte Prophet des Islams sagte vielleicht deswegen folgenden Satz: „Ich liebe das Nach-Mitternachts-Gebet gegen Ende der Nacht noch mehr als zu ihrem Beginn, denn Gott sagt, dass die Gottesfürchtigen vor dem ersten Morgenlicht um Vergebung der Sünden bitten.“

Die Durchführung des Nach-Mitternachts-Gebetes kennt verschiedene Formen, es hat aber in jeder Form 11 Gebetsabschnitte. Diese 11 Gebetsabschnitte werden in 4 Gebete mit je 2 Gebetsabschnitten unterteilt, dann folgt ein weiteres Gebet mit dem Namen al-schafi – „das Paar“, auch dieses Gebet hat zwei Gebetsabschnitte. Der elfte Gebetsabschnitt heißt „watar“ und beendet das Nach-Mitternachts-Gebet.

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