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Mittwoch, 10 März 2010 08:04

Teil 31(Nahrung für die Seele)

Teil 31(Nahrung für die Seele)
Gott-Dienen und Ihn lobpreisen, ist Nahrung für die Seele, und genau so wie richtiges und gutes Essen den Körper des Menschen gesund erhält, so ist auch das richtige Gott-Dienen gut für die Seele des Menschen, führt sie zu ihren Idealen und schenkt ihr Wohlbefinden und Freude, und lässt den Menschen Gottes eingedenk sein.
Der geehrte Prophet des Islams sagt: „Wohl dem, der das Gebet innig liebt und sich damit dem Dienst an seinem Geliebten hingibt und sein Gebet wie einen geliebten Menschen aufnimmt.“

Gott-Dienen, das ist ein Begriff, der viele Bedeutungen hat, und wenn auch das Gott-Dienen nach islamischer Sicht zu seiner bestimmten Zeit von hohem Wert ist, so kann doch jeder Mensch, egal wann und wo und egal in welcher Lage er sich befindet, und ohne jeglichen Mittler, die Verbindung mit dem Einzigen Gott aufnehmen. Das Gott-Dienen und Gott-Eingedenksein ist wie eine Medizin gegen Unwissenheit, Verzweiflung, Verwirrung und Sünde. Gott-Dienen ist ein Weg die göttlichen Hilfen und Wohltaten zu erlangen.

Wir sagten, dass das Namaz ein schöner und wohlgefälliger Gottes-Dienst ist, und dass es eine wertvolle Rolle bei der Leitung des Menschen durch Höhen, Tiefen und Irrwege des Lebens besitzt. Deshalb ist es die Pflicht eines jeden Muslims, das Namaz zur dafür bestimmten Zeit zu beten. Die jeweiligen Umstände des Gläubigen werden aber von den Geboten des Islams berücksichtigt. Daraus folgt, dass wenn ein Muslim einen triftigen Grund oder ein Problem hat, sein Namaz zur vorgegebenen Zeit zu beten bzw. in der vorgeschriebenen Form zu verrichten, dann gibt es für ihn Erleichterungen. Als Beispiel: Wenn jemand aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage ist, sein Namaz stehend zu verrichten, dann ist es ihm möglich es sitzend oder sogar auch liegend durchzuführen.

Ein weiterer Grund für Erleichterungen bei den Pflichtgebeten der Muslime sind Reisen. Im Islam sind Reisen Mittel und Wege mittels derer der Mensch Informationen und Erfahrungen sammeln, sein Wissen erweitern, Handel treiben, oder die Freizeit gestalten kann. Im heiligen Koran sagt Gott den Menschen sie sollen in der Welt umherwandern und umherreisen und über die schönen Erscheinungen in der Natur nachdenken.

Aber Reisen haben auch Regeln und Gebote, und die wirken sich auf einige Formen des Gott-Dienens, wie u.a. das Namaz, aus. Z.B. werden die Gebetsabschnitte einiger Gebete verringert. Gebete mit 4 Gebetsabschnitten, wie das Mittags-, das Nachmittags- und das Abendgebet, werden auf 2 Gebetsabschnitte reduziert und man bezeichnet diese Form des Namazes als „verkürztes Namaz“. Musik

Hier nun wieder eine kleine Begebenheit aus der Geschichte der Muslime zu Beginn des Islams: (kleine Pause)

Die Muslime freuten sich unbeschreiblich, nach einigen Jahren fern von Mekka, für eine kleine Wallfahrt mit dem geehrten Propheten wieder einmal in ihre Stadt reisen zu können. Als der Prophet und seine Gefährten im Gebiet von „Hudaibya“ (etwa 13 km von Mekka entfernt) anlangten, erfuhr der Stamm der Quraisch, die ja Götzenanbeter in Mekka waren, davon. Chalid ibn Walid setzte sich an der Spitze einer Truppe der Götzenanbeter in Richtung „Hudaibya“ in Bewegung, um die Muslime daran zu hindern nach Mekka zu kommen. Sie postierten sich in den Bergen um die Stadt. Am Mittag rief der Gebetsrufer Belal zum Gebet und die Muslime stellten sich in Reihen zum Mittagsgebet auf.

Das sah der Anführer der Götzenanbeter und sagte zu seinen Leuten: „Die Muslime versinken beim Namaz vollkommen in ihr Gott-Dienen und vergessen alles um sich herum. Wir müssen, wenn sie das Nachmittagsgebet verrichten, das ihnen sehr wichtig ist und das sie mehr als ihr Augenlicht lieben, die Gelegenheit nutzen und sie blitzschnell und überraschend angreifen, damit wir sie schlagen."

In diesem Moment wurden dem Propheten Mohammad –s.a.- die Worte offenbart, die wir heute im Vers 102 der Koransure An Nissa, der 4.Sure, finden. Dem Propheten wurde mit diesem Koranvers geboten Vorsicht walten zu lassen, wenn er mit den Muslimen betet, damit der Feind sie nicht plötzlich angreifen kann, wenn sie wehrlos sind. Dieses Ereignis ist eines der Wunder des Korans, wie sie unter anderem vor jeder Verschwörung der Feinde vorkamen und jegliche feindliche Verschwörung vereitelten. Erwähnenswert an dieser Stelle ist, dass Chalid ibn Walid, als er dieses Wunder des Korans erlebte, sehr überrascht war und zum Muslim wurde.

In Aye 102 der Sure 4 heißt es an den Propheten gerichtet:

„Und wenn du dich (im Fall, dass vom Feind Gefahr droht) unter ihnen (den Gläubigen) befindest und nun (mit) ihnen das Gebet abhältst, dann soll sich (gleichzeitig nur) eine Gruppe von ihnen mit dir (zum Gebet) aufstellen, und sie sollen ihre Waffen griffbereit halten. Wenn sie sich dann niedergeworfen haben (und das Gebet für sie beendet ist), sollen sie nach hinten abtreten, und eine andere Gruppe, die (noch) nicht gebetet hat, soll (nach vorne) kommen. Und sie sollen dann ebenfalls mit dir beten. Und sie sollen (währenddessen) auf der Hut sein und ihre Waffen griffbereit halten. Diejenigen, die ungläubig sind, möchten gern, dass ihr nicht auf eure Waffen und eure Sachen acht gebt, damit sie alle auf einmal über euch hereinbrechen können. ...“

Seit diesem Ereignis gibt es also das "Al Chauf-Gebet", das "Gebet bei Gefahr", bei dem die Gebete mit 4 Gebetsabschnitten als Gebete mit 2 Abschnitten durchgeführt werden, da im Falle von Krieg und Notlagen die Bedingungen für ein vollständiges Gebet nicht gegeben sind. In einem solchen Fall wendet sich eine Hälfte der Muslime dem Feind zu und hält Wache, während die andere Hälfte mit dem Vorbeter den ersten Gebetsabschnitt betet. Der Vorbeter hält dann inne und die Muslime beenden ihr Gebet mit dem zweiten Abschnitt ohne Imam. Dann tauschen sie ihren Platz mit denjenigen, die Wache halten. Diese beten dann den ersten Gebetsabschnitt ohne Imam und beenden das Gebet dann mit dem zweiten Gebetsabschnitt gemeinsam mit dem Vorbeter oder Imam.

Ein solches "Chauf-Gebet" war es auch, was Imam Hossein –a.s.- der Enkel des geehrten Propheten des Islams, am Mittag des Aschura-Tages betete. Imam Hossein liebte, weil er ein Abkomme des Propheten und Sohn von Imam Ali –a.s.- war, sein Namaz so sehr, dass er sich während des Gebetes dem Angebeteten so sehr näherte, dass sich sein Antlitz vollkommen veränderte. Dieser Imam Hossein, der die Verkörperung der Freiheitsliebe und Wahrheitssuche ist, gab der Menschheit bei seinem letzten Gebet in Kerbela die Botschaft, dass das Leben nichts mehr ist als die Suche nach Wahrheit und die Bewegung in Richtung der absoluten Wahrheit, d.h. Gott. Und, er bezeichnete das Namaz als eine solide Brücke, die den Weg dorthin festigt.

Der Mittag des Aschura-Tages nahte. 30 von Imam Hosseins Leuten lagen durch die Waffen des Feindes niedergestreckt, blutverschmiert und mit Staub bedeckt am Boden und die restlichen Freunde und Mitstreiter des Imams zählten die Minuten bis zu ihrem Tod. Da bemerkte plötzlich einer der Freunde des Imams mit Namen Abu Samameh Seydawi, dass es Mittag geworden war. Er begab sich zu Imam Hossein –a.s.- und sagte: "O Vater der Gottesdiener, die Zeit für das Namaz ist gekommen und wir wünschen uns, ein letztes Mal in unserem Leben mit dir in der Gemeinschaft zu beten." Der ehrenwerte Imam erhob seine Augen zum Himmel und sagte: „Du hast dich an das Namaz erinnert, Gott wird dich zu den wahrhaft Betenden zählen.“ Dann sagte er: „Bittet die Feinde die Kampfhandlungen einzustellen, damit wir unser Gebet sprechen können.“ Einer aus den Reihen der Feinde rief höhnend, dass ihr Gebet von Gott nicht angenommen werde. Daraufhin rief ein treuer Gefährte Imam Hosseins –a.s.- laut: „Wenn das Gebet des Enkels des Propheten nicht angenommen wird, dann wird es das von einem wie Dir niemals angenommen.“

Daraufhin stellte sich der Imam andächtig auf dem Kampfplatz zum Gebet auf und seine Freunde und Mitstreiter machten es ihm nach, während sich einige der opferbereiten Helfer des Imams als schützendes Schild vor den Imam stellten. Aber bei dem darauf folgenden gemeinen und niederträchtigen Angriff des Feindes, wurden mehrere von ihnen von Pfeilen getroffen und sie erlitten den Märtyrertod, während sie das erhabenste Namaz als Erinnerung hinterließen.

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