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Dienstag, 09 März 2010 14:57

Namaz - Erbauendes Erleben (Teil 30)

Namaz - Erbauendes Erleben (Teil 30)
Auch heute wollen wir Ihnen mit dieser Sendereihe wieder einige Informationen über das Namaz – das Pflichtgebet der Muslime – vermitteln.
Wenn sich die Menschen in Reihen zum Namaz aufstellen, dann erhellen Spiritualität und Freude am Gedenken an Gott ihre Gemeinschaft und schenkt ihren Herzen Zuversicht und Ruhe. Das Namaz ist nicht nur eine der Hauptsäulen des Islams, sondern die von ihm ausgehende Ausstrahlung und seine spirituelle Kraft schützen den Menschen vor allerlei Laster und Abweichungen, die eine Gesellschaft gefährden.

Das Namaz ist somit ein wertvoller Schatz, und in ihm sind die Prinzipien des Islams in kompakter Form zusammen gefasst. Das Namaz führt den Menschen hinweg von Aufruhr, Schwäche und Ziellosigkeit. Und aus genau diesem Grund hat es in allen Situationen des Lebens Vorrang, selbst in schwersten und zerbrechenden Prüfungen.

In unserem vorhergehenden Beitrag hatten wir Ihnen über das Freitagsgebet, als einem sehr bedeutenden Gemeinschaftsgebet der Muslime berichtet.

Auch das Namaz am Tag des Fitr-Festes, das nach Abschluss des Fastenmonats Ramadan gebetet wird, und das Namaz am Tag des Opfer-Festes, wenn die Muslime am Höhepunkt ihrer Wallfahrt in Mekka angelangt sind, gehören zu den feierlichen Gemeinschaftsgebeten der Muslime.

Das Fitr-Fest und das Opfer-Fest sind die beiden größten und bedeutendsten Feste der Muslime im Jahreslauf des islamischen Kalenders. Die Muslime an den verschiedensten Orten der Welt versammeln sich dann unter freiem Himmel zu den Feiertagsgebeten und alle rufen „Gott ist größer als alles“ mit einer besonderen Freude und spirituellen Begeisterung aus und lobpreisen seine Größe und Macht.

Die Festtagsgebete bestehen aus zwei Gebetsabschnitten, bei denen besondere Regeln zu beachten sind. Beim Fitr-Festgebet, dass nach der Beendigung des Fastenmonats gebetet wird, bitten die Muslime in ihrem Qunut-Bittgebet, das im ersten und zweiten Gebetsabschnitt je fünf bzw. vier mal wiederholt wird, in stehender Haltung und mit bittenden und zum Himmel geöffneten Händen:

(bitte langsam und bedächtig lesen)

Oh Allah, Der der Herrlichkeit und Hocherhabenheit würdig ist, der Eigner von Großmut, Allmacht und Barmherzigkeit, der Eigner der Erlassung von Strafe, und der, Dem die Gottesehrfurcht gebührt und dem Gewährer der Vergebung.

Ich bitte Dich bei diesem Tag, den Du für die Muslime zu einem Fest und zu einem (aufgehäuften) Schatz , zu Ehre, Adel und Überfluss für Muhammad gemacht hast , der Segen Allahs sei auf ihm und seiner Familie, dass Du Muhammad und die Familie Muhammads segnest und dass Du mir Eintritt in alles Gute gewährst, in das Du Muhammad und die Familie Muhammads Eintritt gewährt hast, und dass Du mich aus jeglichem Schlechten herausführst, aus dem Du Muhammad und die Familie Muhammads herausgeführt hast, Deine Segnungen mögen auf ihm und auf ihnen ruhen.

Oh Allah, ich bitte Dich um das Gute, um das Dich Deine rechtschaffenen Diener gebeten haben, und ich suche Zuflucht bei Dir vor dem, vor dem Deine aufrichtigen Diener zu Dir Zuflucht gesucht haben.

Nach der Verrichtung des Gebetes hält der Gemeinschaftsimam wie auch beim Freitagsgebet Ansprachen, in denen die Gläubigen zu Tugendhaftigkeit und Enthaltsamkeit aufgerufen und sie über wichtige Ereignisse in der Gemeinde und der islamischen Welt informiert werden.

Das Freitags- und die Festtagsgebete gehören also zu den wichtigen Gottesdiensten im Islam, die gemeinschaftlich und öffentlich durchgeführt werden. Ihre Durchführung ist im islamischen Staatsgebiet Pflicht, und überall dort, wo der Islam nicht die Staatsform bildet, können die Muslime selbst die Durchführung dieser wertvollen Versammlungen, die mit der Gottesanbetung und Lobpreisung des Einen Gottes einhergehen, gestalten.

Die Reihen der Gemeinschaftsgebete haben eine tiefe Wirkung auf die Betenden und helfen ihnen ihren Glauben zu stärken, außerdem festigen sie die Zusammengehörigkeit und vergrößern die Harmonie unter den Muslimen.

Bevor wir Ihnen nun eine weitere Art des Namazes der Muslime vorstellen, hier zunächst eine Begebenheit aus dem Leben von Prophet Mohammad –s.a.- dazu:

Trauer lag in den Gesichtern der Menschen in Medina und sie hatten sich um das Haus des Propheten versammelt und weinten. Der Prophet hatte einen kleinen Sohn mit Namen Ibrahim, der Sohn seiner Frau Maria, einer ehemaligen Sklavin koptischer Herkunft, den er sehr liebte. Das Schicksal hatte diesem Kind einen frühen Tod bestimmt und er starb im Alter von nur 18 Monaten. Durch den Tod seines Sohnes war Prophet Mohammad –s.a.- sehr betrübt und er beweinte seinen Verlust und sagte: „Augen und Herz weinen, Trauer und Gram haben uns ergriffen, aber mir kommen keine zornigen Worte gegenüber dem Schöpfer auf die Lippen. Aber, O Ibrahim wisse, dass dein Tod und dein Verlust uns mit Trauer und Gram erfüllt.“

Der Prophet gab nun Anweisung die Totenwaschung vorzunehmen und den kleinen Leichnam am Baqi-Friedhof in Medina zu bestatten.

Zu dieser Zeit kam es plötzlich auch zu einer Sonnenfinsternis. Die Menschen waren bekümmert und stellten Vermutungen an, dass diese Sonnenfinsternis mit dem Tod des Sohnes von Prophet Mohammad –s.a.- zusammenhängt. Jeder von ihnen sagte etwas anderes und der Prophet bemerkte diese falschen Vermutungen der Leute. Er versammelte die Menschen um sie über diese Naturerscheinung aufzuklären. Er bestieg die Kanzel in der Moschee und nachdem er die Sure Al Hamd rezitiert und Lobpreisungen Gottes gesprochen hatte, sagte er: „Sonne und Mond sind Zeichen Allahs, die sich nach Seinem Befehl bewegen und Ihm untergeordnet sind. Eine Mond- oder Sonnenfinsternis entsteht nicht wenn jemand stirbt oder geboren wird. Wenn ihr eine solche Finsternis erlebt, dann betet ein Namaz.“

Der Prophet stieg dann von der Kanzel herab und betete zusammen mit den Muslimen das Naturphänomen-Gebet.

Alle von uns haben sicher schon die ein oder andere Naturerscheinung wie Sonnen- oder Mondfinsternis, Erdbeben, starke Stürme oder Gewitter erlebt. Aus der Sicht des Islams sind diese Ereignisse, wie tausende andere Erscheinungen auch, Naturereignisse. In der göttlichen Schöpfung treten derartige Erscheinungen gesetzmäßig auf und sie geschehen nicht ohne Berechnung. Sie sind also Zeichen der göttlichen Ordnung im Universum und der göttlichen Macht und Herrschaft. Es ist notwendig, dass die Menschen über diese Naturereignisse sehr gut nachdenken und sich nicht Aberglauben und falschen Einbildungen hingeben, sondern sich dem weisen Gott zuwenden.

Gott hat dem Menschen Verstand und Vernunft geschenkt damit er für die ihm unangenehmen Begleiterscheinungen der Naturereignisse eine Lösung suchen und geeignete Maßnahmen dagegen finden kann.

Im Islam wurde für derartige Naturphänomene ein spezielles Gebet, das Naturphänomen-Gebet oder "Namaz-e Ayat", für die Muslime zur Pflicht gemacht, damit sie über den allmächtigen Schöpfer der existierenden Welt nachdenken und diese Erscheinungen als göttliche Macht erkennen.

Das Naturphänomen-Gebet besteht aus zwei Gebetsabschnitten, und wird während der Naturerscheinungen selbst, oder kurz danach verrichtet. Wenn es einem Muslim zu diesem Zeitpunkt nicht möglich ist, dieses Gebet zu verrichten, wird ihm jedoch die Verpflichtung dazu nicht abgenommen und er kann es zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Außer bei Sonnen- und Mondfinsternissen (auch Teilfinsternissen) und Erdbeben ist der Muslim bei anderen Naturerscheinungen wie starken Stürmen oder Gewittern, nur dann zum Naturphänomen-Gebet verpflichtet, wenn diese Ereignisse eine allgemeine Verängstigung der Menschen hervorrufen.

Imam Sadeq –a.s.- sagt: "Erbeben, Sonnen- und Mondfinsternisse und Schrecken auslösende Stürme sind Zeichen des Jüngsten Gerichtes. Jedes Mal wenn du ein solches Ereignis erlebst, dann denke an den Tag des Jüngsten Gerichtes, suche Schutz in einer Moschee und bete."

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