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Dienstag, 09 März 2010 14:55

Namaz - Erbauendes Erleben (Teil 29)

Namaz - Erbauendes Erleben (Teil 29)
Eyut Baldadschina ist eine 31jährige Muslimin in Australien, die nach längeren Studien und Nachforschungen den Weg zum Islam gefunden hat. Sie sagt: „Ich bin mit der Bibel aufgewachsen, aber ich habe gemerkt, dass ein großer Teil davon nicht die Worte Gottes sind.

 

Eine Zeit lang beschäftigte ich mich mit verschiedenartiger Lektüre, und eines Abends öffnete ich in meinem Zimmer den Koran und mein Blick fiel auf die den Koran eröffnende Sure Al Hamd. Als ich die englische Übersetzung dieser Sure las, merkte ich gleich, dass dies nicht Worte des Menschen sind. Wegen des Sinns der Worte und der Art und Weise ihrer Anordnung spürte ich die in ihnen enthaltene göttliche Kraft und Anziehung. Die Sure Al Hamd macht sehr klar und ohne Zweifel den Glauben an den Einen Gott und die Einzigartigkeit des barmherzigen Schöpfers deutlich.

Da nun verringerten sich meine Verwirrungen und Zweifel und es war unvorstellbar, ich lass bis zum Morgen im heiligen Koran. Am nächsten Tag, als ich den Gebetsruf hörte, ging er mir sehr zu Herzen und ich summte ihn leise mit. Einige Zeit später ging ich mit mehreren Muslimen zum Gemeinschafsgebet. Als der Gemeinschaftsimam die Sure Al Hamd laut sprach, hatte ich das Gefühl, als hätte ich die Existenz des Einzigen Gott erfasst und mein ganzes Wesen erfüllte sich mit Freude und Wohlbefinden. Wenn ich auch die richtigen Bewegungen und Worte zu Beginn des Namazes nicht kannte, so waren doch das Gefühl der Gemeinsamkeit und Gleichheit der Betenden für mich sehr faszinierend. Mit besonders heftigem Verlangen schrieb ich die englischen Worte des Namazes auf ein Papier und sprach sie leise vor mich hin. Von da an zog ich es vor, am Gemeinschaftsgebet teilzunehmen, da es für mich sehr anziehend und liebenswert ist.“

Diese kleine Geschichte zur Einführung unseres heutigen Beitrages erinnert Sie liebe Hörerfreunde vielleicht daran, dass wir Ihnen im letzten Teil dieser Sendereihe über die Bedeutung und die Vorteiles des Gemeinschaftsgebetes berichtet haben. Auch sagten wir, dass die Muslime ihre fünf täglichen Pflichtgebete sowohl als Einzelgebet, als auch als Gemeinschaftsgebet durchführen können.

Es gibt jedoch auch Gebete im Islam, die nur in der Gemeinschaft gebetet werden, wie das Freitagsgebet. Wenn Sie uns auch in den nächsten Minuten begleiten, dann werden wir Sie mit der herzlichen Atmosphäre des Freitagsgebetes bekannt machen.

In der islamischen Lehre ist der Freitag der Tag der Gemeinschaft, der Reinheit und des Gottesdienstes und der freie Tag in der Woche. An diesem Tag widmen sich die Menschen der Erholung und Freizeitbeschäftigung, besuchen Familie, Freunde und Bekannte und widmen sich an diesem Tag mehr als an anderen Tagen in der Woche der Ordnung, dem Gottesdienst und guten Werken. An diesem Tag sollte jeder Muslim auch darum bemüht sein, sein Wissen und seine religiösen Kenntnisse sowie seine Fähigkeiten zu verbessern, damit er für den Beginn einer neuen Woche gestärkt ist und diese mit Freude beginnen kann.

Eine der schönen Handlung am islamischen Feiertag, dem Freitag, ist die Teilnahme am Freitagsgebet. An jedem Freitag also kommen die Muslime an den bestimmten Orten in Großstädten, Kleinstädten oder Dörfern zusammen, um gemeinsam das Freitagsgebet zu verrichten. Das Freitagsgebet besteht aus zwei Gebetsabschnitten und wird an Stelle des Mittagsgebetes verrichtet. Bei diesem Namaz werden zuerst vom Freitagsimam, der den Betenden gegenüber steht, zwei Ansprachen gehalten. Bei der ersten Ansprache redet er nach dem Verlesen der Sure Al Hamd und Lobpreisungen Gottes, über die Bedeutung von Moral und Tugenden und ruft die Menschen zu Gottesehrfurcht (taqwa) und Enthaltung von Sünden auf.

Bei der zweiten Ansprache redet er über aktuelle regionale und internationale Themen, insbesondere aus der islamischen Welt und in Bezug zu ihr.

Die Betenden müssen sich beim Vortrag der Ansprachen ruhig verhalten und sollen ohne zu sprechen zuhören. Erst nach Abschluss der Ansprachen werden zwei Gebetsabschnitte gebetet.

Imam Reza –a.s.- sagt über die Philosophie der Ansprachen beim Freitagsgebet: „Die gemeinschaftliche Zusammenkunft und die Ansprachen dienen dazu, dass der Gemeinschaftsimam die Menschen jeden Freitag berät, sie zum Gehorsam und zur Verehrung Gottes, sowie zu guten Taten aufruft und sie von Sünden fernhält. Dass er die Muslime über religiöse und gesellschaftliche Fragen sowie über alle allgemeinen Ereignisse informiert und sie vor gegenwärtigen gesellschaftlichen Übeln und Gefahren warnt, und sie über Vorkommnisse und Intrigen die die Gemeinschaft der Muslime bedrohen, aufklärt...“

In den Verhaltensregeln für das Gemeinschaftsgebet heißt es, dass überall wo es eine gerechte Leitung der Muslime gibt, in deren Einzugsgebiet das Freitagsgebet verrichtet werden muss. Wenn also der ergreifende Freitagsgebetsruf erklingt, lassen die Muslime ihre Tätigkeit ruhen und begeben sich zum Ort für das Freitagsgebet („Mosalla“).

Gott sagt in der Sure „Der Freitag“, Sure 62, im Vers 9: „O ihr Gläubigen, wenn zum Gebet gerufen wird am Freitag (am Tag der Versammlung), dann eilt zu Gottes Gedenken und lasst das Kaufgeschäft. Das ist besser für euch, wenn ihr wisst.“

Der nachfolgende Vers Nr. 10 in dieser Sure erinnert daran, dass die Menschen sich um Gottes Huld mühen und sich Gottes erinnern sollen. Es heißt: „Wenn das Gebet beendet ist, dann breitet euch im Land aus (oder: geht eurer Wege) und trachtet nach etwas von Gottes Huld. Und gedenkt Gottes viel, auf dass es euch wohl ergehen möge.“

Das erste Freitagsgebet im Islam wurde nach der Auswanderung des Propheten Mohammad –s.a. – von Mekka nach Medina ausgeführt. Als der Prophet nach Medina auszog, macht er im Gebiet eines kleinen arabischen Stammes namens „Quba“ Halt. Einige Muslime aus anderen Gebieten waren gekommen, um den Gesandten Gottes zu sehen und ihn zu begrüßen und so blieb Mohammad – s.a. – einige Tage an diesem Ort und baute mit Hilfe der Muslime die erste Moschee, die noch heute unter dem Namen "Quba-Moschee" bekannt ist. Es war ein Freitag, als der Prophet mit seinen Anhängern nach Medina weiter zog und am Mittag erreichten sie ein Tal, das Gebiet eines anderen arabischen Stammes war. Hier betete der Prophet mit seinen Gefährten nun das erste Freitagsgebet. Zuerst stellte er sich gegenüber den Reihen der Betenden auf und hielt zwei Ansprachen über das „junge Pflänzchen Islam“ und die Pflichten, welche die Muslime ihm gegenüber haben. Anschließend beteten sie gemeinsam zwei Gebetsabschnitte. Von da an nahm das Freitagsgebet also seinen Anfang und gehört seither zum Wochenprogramm der Muslime.

Der Gesandte Gottes – s.a. – bezeichnet die Teilnahme am Freitagsgebet als einen Grund für die Vergebung der Sünden. Und Imam Sadeq sagt: „Kein Mensch unternimmt einen Schritt in Richtung Freitagsgebet, es sei denn derjenige, dessen Körper Gott für das Höllenfeuer verboten erklärt hat.“

Nach dem Sieg der Islamischen Revolution wurde das Freitagsgebet in Iran üblich. Das erste Freitagsgebet in Iran wurde von dem verstorbenen Ayatol... Talaqani und einer riesigen Ansammlung von Muslimen auf dem Gelände der Teheraner Universität verrichtet. Auch heute noch, nach 30 Jahren, wird das Freitagsgebet im gleichen Ausmaß, und mit gleicher Intensität und Begeisterung in den iranischen Städten und Orten durchgeführt.

Jeden Freitag enden die Wege der Muslime am Gebetsplatz („Mosalla") der Stadt, der voll mit lachenden und freudigen Frauen, Männern und Kindern ist, die ordentlich und rein gekleidet und mit Wohlgerüchen versehen zur Verrichtung des Freitagsgebetes herbeigeeilt sind.

Beim Freitagsgebet werden alle zu Frömmigkeit und Enthaltsamkeit eingeladen und es wird außerdem in den Ansprachen über die wichtigen Themen Irans und anderer islamischer Länder gesprochen. Außerdem ist es Basis für Informationsaustausch, Hilfssammlungen aus der Bevölkerung und viele andere öffentliche Vorzüge.

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