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Dienstag, 09 März 2010 14:53

Namaz - Erbauendes Erleben (Teil 28)

Namaz - Erbauendes Erleben (Teil 28)
In unserem letzten Beitrag aus dieser Sendereihe erklärten wir Ihnen unter anderem, wie ein Pflichtgebet mit zwei Gebetsabschnitten, wie es die Muslime z.B. am Morgen beten, aufgebaut ist.
Hier nur kurz zur Erinnerung:

 

Nach der Gebetswaschung stellt sich der Betende in Richtung Mekka auf, gibt leise oder laut bekannt welches Gebet er sprechen will, konzentriert sich und versucht in voller Ergebenheit vor seinem Schöpfer das Gebet zu verrichten. Stehend spricht er die bestimmten Koranverse, dann verneigt er sich, lobpreist Gott, richtet sich kurz aus der Verneigung auf um dann in auf dem Boden kniender Haltung zweimal hintereinander die Niederwerfung zu vollziehen, wobei er mit der Stirn den Boden berührt und Lobpreisungen Gottes ausspricht. Danach stellt er sich für den zweiten Gebetsabschnitt auf, spricht erneut die bestimmten Koranverse usw.. Nach der zweiten Niederwerfung des zweiten Gebetsabschnittes kommt dann die Bekenntnisverlesung die in auf dem Boden kniender Haltung gesprochen wird, und dann noch abschließend das Salam – der Friedensgruß.

Bei einem Pflichtgebet mit drei oder vier Gebetsabschnitten wird der Friedensgruß am Ende des zweiten Gebetsabschnittes nicht gesprochen, sondern der Betende erhebt sich für den dritten Gebetsabschnitt, den er wieder in stehender Haltung beginnt. Beim dritten und vierten Gebetsabschnitt werden keine Koranverse gesprochen, sondern jeweils die Viererlobpreisung das sogenannte tasbihat-ul-arba. Die Worte dieser dreimal zu wiederholenden Lobpreisung lauten auf Deutsch:

„Gepriesen ist Allah, die Dankbarkeit gebührt Allah, es gibt keinen Gott außer Allah und Allah ist am Größten.“

Es sind also vier Lobpreisungen Gottes in diesem Abschnitt, die wie gesagt drei Mal hintereinander wiederholt werden. Die Fortsetzung des Gebetes erfolgt wie im ersten Gebetsabschnitt.

Nun zu weiteren Informationen über das Pflichtgebet der Muslime. Dieses kann sowohl einzeln als auch in der Gemeinschaft gebetet werden. Unter Berücksichtigung der besonderen Empfehlungen des Islams in Bezug auf die Vorteile der Gemeinschaftlichkeit, ist das Gebet jedoch vorzugsweise in Gemeinschaft in der Moschee oder an anderen dafür geeigneten Orten zu verrichten. Im Vers 43 der zweiten und größten Koransure, Sure Al Baqara heißt es: „Und verrichtet das Gebet, gebt die Almosensteuer und nehmt an der Verneigung teil.“

In diesem Vers heißt es also, dass die Muslime an der Verneigung der sich Verneigenden teilnehmen sollen. Gott lädt die Muslime also auf diese Weise zum Gemeinschaftsgebet ein.

Einleuchtende Auswirkungen die durch die Teilnahme am Gemeinschaftsgebet entstehen, sind Einmütigkeit, Übereinstimmung und Freundschaft, und je mehr die Menschen in einer Gemeinschaft verbunden sind, umso mehr können sie den Segen der Gemeinschaft und die Spiritualität die in der Gemeinschaft herrscht nützen.

In den islamischen Überlieferungen heißt es, dass wenn für einen aus der betenden Gemeinschaft der göttliche Segen herab gesendet wird, können auch die anderen in der Gemeinschaft diesen Segen empfangen, insbesondere dann, wenn diese allein für Gott und Seine Zufriedenheit ihr Gebet verrichten.

Imam Reza –a.s.- hatte eine besondere Vorliebe für das Gemeinschaftsgebet und sagte: „Der Grund dafür, dass das Gemeinschaftsgebet zu den Kennzeichen des Islams gehört, ist dass es dessen Werte wie den Ein-Gott-Glauben, die Ergebenheit gegenüber Gott und die Anbetung Gottes, für die Menschen offensichtlich macht und bezeugt.“

Das Gemeinschaftsgebet hat positive und wertvolle Auswirkungen sowohl für das Leben des Einzelnen als auch für die Gemeinschaft der Muslime. Außer, dass es Vorbedingung für die Einheit der Muslime und die Stärkung deren Brüderlichkeit ist, trägt es dazu bei, dass die Muslime dadurch miteinander bekannter und vertrauter werden, und ihre Probleme und Bedürfnisse kennen lernen. Das Gemeinschaftsgebet schafft die Grundlage für gemeinschaftliches Handeln und Helfen, es offenbart Harmonie und Freundschaftlichkeit und dabei verlieren gesellschaftliche und ethnische Unterschiede an Bedeutung. Alle, egal in welcher sozialen und wirtschaftlichen Situation sie sich befinden, sind einmütig und gleich in den Reihen beim Gemeinschaftsgebet vereint. Sie alle stehen nebeneinander und lobpreisen gemeinsam den Einen Gott.

Dieses Vorgehen der religiösen Erziehung ist Grund dafür, dass der Einzelne in seiner wirtschaftlichen, gesellschaftlichen oder politischen Situation nicht überheblich wird und sich in vollkommener Ergebenheit und Vertrautheit gemeinsam mit Freunden und anderen Mitmenschen auf dem Wege Gottes bemüht. Mit anderen Worten ist das Gemeinschaftsgebet eine erbauliche Lehrstunde, welche die positiven moralischen Werte verbreitet. Weitere Vorteile sind die Schaffung von Ordnung, Disziplin und Pünktlichkeit.

An dieser Stelle sollten wir auch auf die weit reichenden Belohnungen für diejenigen, die am Gemeinschaftsgebet teilnehmen, erwähnen. In den islamischen Überlieferungen heißt es, dass für jeden Schritt, den der Muslim unternimmt das Gemeinschaftsgebet in der Moschee zu beten, eine reiche Belohnung für ihn bereit steht und dieses Handeln als gute Tat anerkannt wird.

Der geehrte Prophet des Islams –s.a.- sagt: „Wahrlich, Gott und seine Engel grüßen diejenigen, die sich in den ersten Reihen des Gemeinschaftsgebetes zusammen schließen“

Der Prophet legte den Muslimen das Gemeinschaftsgebet ans Herz und sagte: „Wenn ich dass Morgengebet in der Gemeinschaft bete, ist es meiner Meinung nach besser als der Gottesdienst und das Wachen bis zum Morgen.“

Auch beim Gemeinschaftsgebet stehen die Muslime in Richtung Mekka und in ordentlichen Reihen nebeneinander. Eine Person steht vor allen anderen, diese ist der Gemeinschaftsimam, und nach ihm richten sich die Muslime beim Gebet. Die Koranverse im ersten und zweiten Gebetsabschnitt spricht der Imam alleine und die Muslime hören ihm zu, aber die anderen Lobpreisungen im Verlaufe des Namazes sprechen alle gemeinsam.

Entsprechend dem gesellschafts-politischen System des Islams, muss derjenige, der dem Gemeinschaftsgebet vorsteht, eine Reihe von Tugenden und hervorragenden moralischen Eigenschaften besitzen, damit diese sich auf die anderen auswirken können. Der Imam des Gemeinschaftsgebetes muss in seinem Wissen, seinen Handlungen, in seinem Glauben und in seinem Gerechtigkeitssinn über den anderen stehen.

Imam Sadeq sagt diesbezüglich: „Der Gemeinschaftsimam ist ein Führer, der euch auf den Weg zu Gott leitet, deshalb seid darauf bedacht, wen ihr nachahmt.“

In den islamischen Überlieferungen wird ein würdiger Imam des Gemeinschaftsgebetes als Zierde der Moschee bezeichnet.

Die Nacht war schon fortgeschritten, Abu Ali Sina (= Avicenna), der große iranische Philosoph und Arzt grübelte noch über eine Frage nach und fand keine Antwort darauf. Letztendlich stand er auf, nahm die Gebetswaschung vor und stellte sich zum Namaz auf und schüttete dem weisen und gütigen Gott sein Herz aus. Nach Beendigung seines Gebetes blieb er weiter auf seiner Gebetsunterlage sitzen, eine wundersame Ruhe ergriff sein Herz und er versank erneut in seinen Gedanken über die komplizierte Frage die ihn beschäftigte. Es waren kaum ein paar Minuten vergangen, als er die Antwort fand. Da neigte er erneut seine Stirn zu Boden um Gott zu danken und Ihn zu lobpreisen.

In seiner Biografie schreibt Abu Ali Sina: "Jedes Mal, wenn ich mit einer Frage nicht weiterkam, ging ich zur Moschee und betete das Namaz und flehte vor dem Schöpfer der Welt bis sich der Knoten meines Problems löste und mir die Antwort einfach zufiel."

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