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Dienstag, 09 März 2010 14:41

Namaz - Erbauendes Erleben (Teil 27)

Namaz - Erbauendes Erleben (Teil 27)
Herzlich willkommen liebe Hörerfreunde zu einem weiteren Beitrag aus dieser Sendereihe, in der es um das Pflichtgebet der Muslime geht, das Namaz, dass den Menschen zum Guten und zur Tugendhaftigkeit führt, und ihn mit dem Ein-Gott-Glauben bekannt macht.
Das Leben ohne Namaz ist wie ein Land ohne Sonne und ein Haus ohne Licht und Leben. Derjenige, der das Namaz in seinem Leben verankert, der schafft sich ein ewiges Kapital und derjenige, der das Namaz missachtet, entfernt sich vom Weg zu Rechtleitung und Glück. Ayatollah Khamenei interpretiert es mit folgenden Worten: „Ein edles Leben im Schutz der göttlichen Religion ist dann für den Menschen erreichbar, wenn er die Erinnerung an Gott in seinem Herzen lebendig hält und damit aller Anziehungskraft des Bösen und der Verderbtheit widerstehen kann. Ein ständiges Gott-Eingedenk-Sein entsteht nur durch den Segen des Namazes. In Wahrheit ist das Namaz also eine feste Stütze und ein unerschöpflicher Vorrat bei der Auseinandersetzung des Menschen mit seinen inneren Begierden und Wünschen und den von außen kommenden satanischen Verlockungen.“

Hier nun eine kleine Geschichte über das Namaz: Ein iranischer Soldat, der im auferlegten Krieg des Saddamregimes gegen Iran von den Irakern gefangen genommen worden war, schrieb nach jahrelanger irakischer Gefangenschaft in seinen Erinnerungen: „In den Gefängnissen in Bagdad mussten wir unser Namaz heimlich beten, damit es die Iraker nicht bemerkten. Es war verboten zu beten, und wenn die irakischen Soldaten es doch einmal bemerkten, dann schlugen sie auf ihre iranischen Brüder mit Kabeln ein. Aber trotz all dieser drohenden Folter und Qual unterließ es niemand von uns, sein Namaz zu beten. Denn das Beten des Namazes war für uns nicht nur eine Stärkung unseres Glaubens, sondern es diente auch dazu unsere Standfestigkeit und unseren Widerstand zu stärken. Folglich beteten wir unser Namaz auch unter den schwierigsten Umständen. Aber an einem Tag geschah etwas Unglaubliches. Es war 10 Uhr abends, aufgrund der fehlenden Möglichkeiten und der winterlichen Kälte, hatten wir uns alle umeinander versammelt. In diesem Moment bemerkte ich, wie ein irakischer Soldat mir Handzeichen machte. Zögernd ging ich nach vorne, aber als ich vor ihm stand, bemerkte ich in seinem Gesicht keinerlei Spuren von Bosheit. Er schaute sich vorsichtig um und sagte leise: 'Kannst Du mich anleiten, wie ich das Namaz beten soll? '

Ich war erstaunt über das was ich da hörte, als er seine Frage wiederholte. Und während mir vor Freude und Rührung Tränen über die Wangen liefen, gab ich ihm eine Zusage.

Es dauerte einige Zeit, bis dieser irakische Soldat gelernt hatte das Namaz zu beten. Danach gab er das Versprechen, den iranischen Soldaten keine Gewalt mehr anzutun und ihnen sogar zu helfen, soweit es in seinen Möglichkeiten steht.

Von da an hatte ich ein besonderes Gefühl, denn ich sah, dass das Namaz ebenso wie es unsere Bindung zu Gott stärker macht, und uns die Kraft gibt gegenüber Unterdrückung und Ungerechtigkeit zu bestehen, es sich auch auf die geistige und seelische Verfassung der Aufseher in den Gefangenenlagern auswirkt. Ich habe mich in den schwierigsten Augenblicken meines Lebens vor Gott niedergeworfen um Ihm zu danken und war bereit die Gefangenschaft und Folter auf mich zu nehmen“.

In der vorhergehenden Sendung hatten wir schon kurz mit den Erläuterungen begonnen, wie denn das Namaz zu beten ist. Auch haben wir erfahren, dass der Betende vollkommen mit seinem Herzen beim Beten dabei sein muss, damit dieses Gebet angenommen wird. Und, dass er in Ruhe und Frieden beten muss. Sie erfuhren ebenso schon was der Betende zu Beginn des Namazes sagt, nämlich dass er nach der Größenpreisung Allahu akbar – Gott ist am Größten, die Koransuren Al Hamd und Al Tauhid spricht und in diesen Koranversen werden die Grundsätze des Islams, wie z.B. der Ein-Gott-Glaube und der Tag des Jüngsten Gerichts bezeugt.

Diese beiden Koranverse spricht der Betende also im Stehen, er steht sozusagen vor seinem Schöpfer und bezeugt dabei seine Absicht, dass er sich auf dem Wege zu Gott bewegen möchte.

Dann verneigt sich der Betende, d.h. er beugt seinen Oberkörper nach vorne, und stützt dabei seine Hände auf die Knie. Diese Haltung beim Gebet heißt „ruku“ und durch sie bringt der Mensch seine Demut vor Gott zum Ausdruck, dessen Größe, Barmherzigkeit und seine hohen Eigenschaften alle Vorstellungen des Menschen übersteigen. In dieser Haltung lobt der Betende Gott mit den Worten: „Mein Schöpfer ist von allen Fehlern frei und ich lobpreise Ihn“.

Nach dieser Verbeugung richtet sich der Betende nun wieder auf, um sich dann als Zeichen völliger Demut, Ergebenheit und Gottes-Dienerschaft, vor dem Schöpfer niederzuwerfen, d.h. niederzuknien und den Boden mit der Stirn zu berühren.

Diese Haltung der Niederwerfung – die „sadschda“ - ist die Widerspiegelung der Geringfügigkeit des Geschöpfes vor seinem Schöpfer und Imam Sadegh – a.s.- sagt dazu: „Sadschda – ist die Haltung, in der die Nähe der Geschöpfe zu ihrem Schöpfer am größten ist.“

In dieser Haltung lobpreist der Betende Gott mit Ruhe und Zuversicht erneut und sagt: „Gelobt ist der Herr der Welten und ich preise Ihn.“

Danach richtet sich der Betende in die Sitzhaltung auf, um sich dann aus Ehrfurcht vor Gottes Größe und Vollkommenheit ein zweites Mal „niederzuwerfen“ und die Lobpreisung Gottes zu wiederholen.

Imam Ali –a.s.- hat diese zweimalige Niederwerfung vor Gott in jedem Gebetsabschnitt so erklärt: Wenn wir uns vor Gott niederwerfen, bekennen wir uns in Wirklichkeit dazu, dass Gott uns aus Lehm geschaffen hat, und das Aufrichten aus der Niederwerfung symbolisiert das Leben im Diesseits und die erneute Niederwerfung die Rückkehr des stofflichen Körpers zur Erde.

Von der Größenpreisung und der Sure Al Hamd bis zur Beendigung der Niederwerfungen, spricht man von einem Gebetsabschnitt. Die 5 täglichen Pflichtgebete der Muslime haben verschieden viele Gebetsabschnitte, entweder zwei wie das Morgengebet, oder drei wie das Sonnenuntergangs-Gebet, oder vier, wie dass Mittags-, das Nachmittags- und das Abendgebet.

Der zweite Gebetsabschnitt ist dem ersten gleich und nach dessen Beendigung bleibt der Betende in der sitzenden Haltung und es erfolgt die Bekenntnisverlesung „taschahhud“ in größtmöglicher Ruhe und Ergebenheit. Hierbei bekennt der Gläubige, die Einzigartigkeit Gottes und die Gesandtschaft Mohammads –s.a.a.s. – und er grüßt den Propheten und die reinen Nachkommen seiner Familie.

Zweifellos kann man mit der Befolgung des Weges und der Art des Umganges des Gesandten Gottes und seiner würdigen Nachfolger den gefahrvollen Weg des Lebens auf richtige Weise gehen. Wenn es diese Wegleuchten der Rechtleitung nicht gäbe, würden wird den Täuschungen dieser Welt und den Versuchungen des Satans erliegen und uns an den Abhängen zu Niedergang und Verfall befinden.

Nach der Bekenntnisverlesung erfolgt bei einem Namaz mit zwei Gebetsabschnitten nun als Beendigung des Gebetes der Abschlussgruß oder Friedensgruß „Salam“.

„Gegrüßet seist du Prophet und der Segen Gottes sei mit dir.“

„Gegrüßet seien wir und die rechtschaffenen Diener Gottes“ und „Gegrüßet seiet ihr und die Gnade und der Segen Gottes seien mit euch.“

So endet also ein Namaz mit zwei Gebetsabschnitten, wie es z.B. am Morgen gebetet wird.

Das Gebet der Muslime ist vom Gott-Eingedenk-Sein erfüllt und schenkt dem Betenden neue Kraft aus Gottes unvergleichlicher und unvergänglicher Macht. Es ist auch angefüllt mit den Bitten um Seine Hilfe und Seinen Beistand, sowie voll von Seiner endlosen Gnade. Dieses Namaz ist eine Hymne mit der die Muslime den Ein-Gott-Glauben bezeugen und die Friedenserklärung aller aufrichtigen Diener Gottes. Die Muslime wiederholen diese Hymne fünf Mal am Tag, damit sie die Erinnerung an Gott aufrechterhalten und sich ihrer hohen menschlichen Eigenschaften bewusst werden und vor keiner anderen Macht als dem Einzigen Gott ihre Stirn in aufrichtiger Ergebenheit zu Boden senken.

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