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Montag, 08 März 2010 09:12

Namaz - Erbauendes Erleben (Teil 26)

Namaz - Erbauendes Erleben (Teil 26)
Loqman hörte eine Stimme, er war erstaunt und wunderte sich.
Diese Stimme sagte: „Loqman! Willst Du das Gott Dich zum Kalifen auf Erden macht und Du unter den Menschen richtest?“ Loqman antwortete: „Wenn es nach meinem Willen geht, nein, eine derartige Verantwortung nehme ich nicht auf mich, denn zu richten ist die schwerste und Unruhe stiftende Aufgabe. Aber wenn es der Befehl Gottes ist, nehme ich es an, denn Gott bewahrt uns vor Irrtümern.“Die Engel lobten den Verstand und die Auffassungsgabe Loqmans und als Loqman schlief, entzündete Gott das Licht der Weisheit in seinem Herzen. Nachdem Loqman das göttliche Licht der Weisheit geschenkt wurde, kamen schöne und weise Worte über seine Lippen und von seinem Herzen, und man nannte ihn Loqman den Weisen.

In einem seiner wichtigsten Ratschläge für seinen Sohn, lädt er diesen zum Beten des Namaz ein. Im Koran heißt es diesbezüglich im Vers 17 der Sure Loqman:

„O mein lieber Sohn, verrichte das Gebet, gebiete das Rechte und verbiete das Verwerfliche und ertrage standhaft, was dich trifft. Gewiss, dies gehört zur Entschlossenheit (in der Handhabung) der Angelegenheiten.“

Liebe Hörerfreunde, die Muslime haben fünf Mal am Tag die gute Gelegenheit, sich in der klaren Quelle des Namaz zu reinigen und ihren Kummer und Schmerz, aber auch ihre Freude und ihren Dank in einem Zwiegespräch mit dem Barmherzigen, dem Gütigen und Allwissenden in ganz einfacher Form darzubringen.

Stellen wir uns vor, nun sei die Zeit das Namaz zu beten und der ergreifende Ruf des Muezzin erklingt:

Azan

Derjenige, der die Absicht hat zu beten, nimmt nun die Gebetswaschung vor und stellt sich auf der Gebetsunterlage, die in Richtung des Gotteshauses in Mekka ausgebreitet wurde, auf. Der Ort an dem gebetet werden soll und die Kleidung die der Betende trägt, müssen aus religionsrechtlicher Sicht rein sein und niemand darf darauf einen rechtlichen Anspruch haben oder mit der Nutzung durch den Betenden nicht einverstanden sein.

Der Betende hält seine Hände nun in vorgeschriebener Haltung in Ohrenhöhe an den Kopf, konzentriert sich und sagt leise oder in Gedanken, welches Namaz – ob das Morgen, Mittag, Nachmittag, Sonnenuntergang oder Abendgebet – er sprechen will. Er soll besonders auch darauf achten, dass er aufrichtig und alleine zur Freude Gottes beten will.

Dann beginnt der Betende mit: „Allah –o Akbar!“ – „Gott ist größer als alles was man sich vorstellen kann“.

Mit dem Klang dieses „Allah-o Akbar“ verliert alle weltliche Macht und Größe, in den Augen des Betenden an Bedeutung, sie verblasst vor der Herrlichkeit und Vollkommenheit Gottes, an die der Betende denkt. Somit wird er demütig und ergeben und ist bereit für die Lobpreisungen Gottes.

Normalerweise beginnt das Namaz also nach dieser Erklärung, dem „Allah -o Akbar!“ Von diesem Zeitpunkt bis zur Beendigung des Namaz ist der Betende dann alleine nur mit den Lobpreisungen und der Anbetung des großen und barmherzigen Gottes beschäftigt, ohne mit jemand anderes zu sprechen.

Bei der Lobpreisung und Verehrung des einzigen Gottes spricht der Betende nun die Sure Al Hamd, die auch Al Fatiha – Die Eröffnende heißt, weil sie die den Koran eröffnende Sure ist. Der Betende konzentriert sich auf den Inhalt dieser Sure, in der es heißt:

„Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes. Lob sei Gott, dem Herrn der Menschen in aller Welt, dem Barmherzigen und Gnädigen, der am Tag des Gerichts regiert! Dir dienen wir, und Dich bitten wir um Hilfe. Führe uns den geraden Weg, den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast, nicht (den Weg) derer, die (Deinen) Zorn erregt haben, und nicht der Irregehenden.“

Die Worte „Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes“ stehen zu Beginn jeder Sure des heiligen Korans und mit diesen Worten sollte jegliches Tun eines wahren Muslims eingeleitet werden.

Mit diesen Worten zu Beginn des Namaz nimmt der Betende an einem geschützten Ort Zuflucht. Imam Sadeq –a.s.- sagt diesbezüglich: „Im Namen Gottes – diese Worte bedeuten Sicherheit und göttliche Barmherzigkeit."

Die wunderbare Sure Al Hamd öffnet dem Betenden die Tore zu Licht und Weisheit, und die wiederholte Erinnerung an die göttlichen Eigenschaften Barmherzigkeit und Verzeihung in diesem Koranvers, schenkt dem Betenden Ruhe und er lernt, selber der Barmherzigkeit in seinem Leben den ersten Rang einzuräumen.

Wenn wir Gott als Herrn, der am Tage des Gerichtes regiert, bezeichnen, erinnern wir uns daran, dass es nach dem Heute auch ein Morgen gibt und, dass am Tage des Gerichtes über all unser Tun gerichtet wird. Dieser Vers macht uns darauf aufmerksam, dass wir achtsam sein müssen bei dem was wir tun und all unser Tun prüfen müssen.

Wenn das Namaz mit Genauigkeit und in Ergebenheit gebetet wird, und der Betende allein den Einen Gottes als der Anbetung würdig weiß, verneint er somit alle anderen nicht-göttlichen Mächte und Systeme und sperrt für sich selbst die Wege zu Egoismus und Widerspenstigkeit. Weiter bittet der Betende mit den Worten dieses Koranverses um die göttliche Rechtleitung, denn in den Unbilden des Lebens gibt es viele steile Abhänge, die womöglich zu Fehltritten führen. Von Gott erbitten wir also, dass Er uns auf dem Weg der göttlichen Propheten, der Tugendhaften und der Gutes tuenden führt, denen Er Seine besondere Huld erwiesen hat.

In den islamischen Überlieferungen heißt es, dass dem Propheten des Islams bei seiner Himmelsreise das Beten des Namazes gelehrt wurde. Als der Prophet die Sure Hamd gesprochen hatte, erhielt er eine göttliche Botschaft in der es hieß, er habe die Lobpreisung Gottes unvollständig gelassen, und er wurde beauftragt, noch einmal zu sprechen. Als der Prophet nun wieder die schönen Namen und Eigenschaften Gottes auf seine Zunge brachte, sagte er die Worte die wir heute in der Sure Al Tauhid oder Al Ichlas – Die Aufrichtigkeit – finden können. Sie lauten folgendermaßen:

„Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes, Sag: Er ist Gott, ein Einziger. Gott, der Absolute. Er hat weder gezeugt, noch ist Er gezeugt worden, und niemand ist Ihm gleich.“

Die Sure Al Tauhid oder auch Al Ichlas genannt, die 112. Sure im Koran, beschreibt also Gott, als den Einzigen, den Absoluten, denjenigen, der nicht gezeugt wurde und der nicht gezeugt hat. Beim Rezitieren dieses Koranverses werden wir also daran erinnert, dass der Gott, demgegenüber wir uns verbeugen und dem wir huldigen und Ihn lobpreisen, nicht wie die Gottesbilder in unserer begrenzten menschlichen Vorstellungskraft ist, deren Existenz auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Denn Er, der Eine Gott, ist der Lebendige, der Schöpfer, der alle Erscheinungen in allen existierenden Welten geschaffen hat. Er ist die ewige und unvergängliche Wahrheit, die immer war und immer sein wird.

Nach dem Rezitieren der Suren Al Hamd und Al Tauhid, wobei die Sure Al Tauhid aber auch durch eine andere Koransure ersetzt werden kann, verneigt sich der Betende mit seinem von den Gedanken an Gott erfüllten Herzen, als Zeichen der Ehrerbietung vor dem Schöpfer allen Seins. Diese Verbeugung ist wiederum eine sehr tiefsinnige Bewegung beim Namaz, aber davon ein ander Mal mehr.

Wir verabschieden uns heute nun von Ihnen aus dieser Sendereihe und wollen beim nächsten Mal weiter erzählen von der Durchführung des schönsten Gottesdienstes - dem Namaz.

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