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Mittwoch, 07 Oktober 2009 08:07

Namaz - Erbauendes Erleben (Teil 2)

Namaz - Erbauendes Erleben (Teil 2)
Verehrung und Anbetung sind wesentliche Bedürfnisse des Menschen - dies hatten wir liebe Hörerfreunde ja schon in unserem ersten Beitrag dieser neuen Sendereihe festgestellt.
Dieses innere Verlangen wird durch Gebete und Gott-Dienen des Menschen sowohl beantwortet als auch zur weiteren Entfaltung gebracht. Wir beten zu unserem Gott, verbeugen uns vor Ihm und werfen uns vor Ihm nieder, wissen Ihn rein und makellos und bekennen, dass Lobpreis und Anbetung alleine Ihm, dem großen und einzigen Gott gebühren.

Das Gott-Dienen und die Anbetung gehören in den Lehren aller göttlichen Propheten zu den Grundsätzen der Religion. Die Besonderheit des Gott-Dienens im Islam ist, dass dieses direkt mit Sinn und wahrem Ziel der Schöpfung in Verbindung steht und in das Leben eingebettet ist. Aus diesem Grunde hat es einen weit reichenden Einfluss auf die Entwicklung des Menschen und dessen Mühen um Reinheit und Rechtschaffenheit.
Einige Formen des islamischen Gottesdienstes, wie das Gemeinschaftsgebet oder das Freitagsgebet, werden zumeist in einer großen Gemeinschaft von Muslimen durchgeführt. Aber auch schon das individuelle Gott-Dienen ist auf eine Weise geregelt, dass es mit Pflichten und Verantwortung jedes einzelnen Muslims einhergeht.
Zum Beispiel gehören zum Gebet, in dem der Muslim seine Demut und Verehrung gegenüber seinem Schöpfer zum Ausdruck bringt, bestimmte Regeln und Gebote, die wiederum zur Achtung von gesellschaftlichen Sitten und moralischen Aspekten führen. Der Betende erlernt somit Sauberkeit, Pünktlichkeit, Ordnung und beachtet die Rechte anderer und erneuert bei jedem Gebet das Bündnis des Friedens mit den würdigen Dienern Gottes.
Das Gott-Dienen befriedigt nicht nur das Verlangen nach Verehrung eines höheren Wesens, sondern hat auch einen beträchtlichen Einfluss auf die Ausgewogenheit von Seele und Geist des Menschen. Das tägliche Gebet ist somit wesentlicher Faktor für Gesundheit und Lebensfreude des Menschen.
Mit Hilfe der aufrichtig und wahrhaftig gebeteten täglichen Ritualgebete ("Namaz") werden schädliche und unmoralische Elemente von der menschlichen Seele und vom Geist des Menschen fern gehalten. Vielleicht sagte Imam Ali, a.s., deshalb: "Nach dem Glauben an Gott ist nichts gleich dem Salaah." (also dem Namaz)
Und der geehrte Prophet des Islams, s.a., sagte "Das tägliche Ritualgebet Salaah ist wie eine klare Quelle im Hause eines Menschen, in der dieser sich fünf mal am Tag reinigt."

Das Gott-Dienen hat in den verschiedenen Religionen und religiösen Lehren unterschiedliche Ausdrucksformen. Im Islam sind Lobpreis, Danksagung und Bekenntnis mündliche Ausdrucksformen des Gott-Dienens, während andere Formen des Gott-Dienens wie das Fasten, die Verbeugungen und Niederwerfungen beim Gebet körperliche Ausdrucksformen des Gott-Dienens darstellen. Andere Formen des Gott-Dienens sind rein geistiger und gedanklicher Natur.
Wissen und Erkenntnis dienen der Entwicklung des Menschen, und deshalb sind die Aneignung von Wissen und das Nachdenken auf diesem Gebiet im Islam auch als die beste Form des Gott-Dienens bekannt. Der Prophet des Islams sagte: "Eine Stunde des Nachdenkens ist besser als 70 Jahre des Gebetes."
Insgesamt gesehen wird im Islam alles gute Tun als Gott-Dienen bezeichnet, wenn es aus dem Antrieb der Verbundenheit zu Gott und für Gott getan wird. Aus diesem Grunde heraus werden Lernen, Studieren, Arbeiten und die Verrichtung familiärer und gesellschaftlicher Pflichten im Islam als Gottesdienst angesehen.

Wichtiger Punkt beim Gott-Dienen sind Wissen und Bewusstheit des praktizierenden Muslims, denn wenn sein Gottesdienst nicht auf Wissen und Bewusstheit beruht, bringt er ihn nicht weiter sondern führt möglicherweise zur geistigen Erstarrung.
Die Chawaredsch waren eine Gruppe unwissender und eigensinniger Muslime, die zurzeit von Imam Ali, a.s. lebten und eine falsche Auffassung vom Islam hatten. Sie entsagten allen Freuden des Lebens und verbrachten die Nächte mit Beten und Gott-Dienen. Aber die Tiefe und Universalität des Islams versanden sie nicht. Sie haben den Muslimen mit ihrer falschen Auffassung viel Schaden zugefügt.
Ebne Muldscham war einer dieser Muslime mit verstocktem Herzen und erstarrtem Denken und er war es dann auch, der Imam Ali, a.s., diesem vollkommenen Menschen und Gottsucher den Märtyrertod zufügte. Für Imam Ali waren die Chawaredsch grobe Menschen, denen erhabene Gedanken und feine Empfindungen fehlten. Nach seiner Meinung dachten sie sehr primitiv und wussten nichts über das richtige Verhalten eines Muslims und die Gebote und Kultur des Islams.

Die großen Vorbilder in allen Religionen haben schon immer darauf hingewiesen, Ausschweifungen und Übertreibungen beim Gott-Dienen zu unterlassen und Mäßigung angemahnt, damit die Freude daran und das Verlangen danach im Inneren des Menschen erhalten bleiben.
Eines Tages brachte man dem Propheten des Islams die Nachricht, dass sich einige Muslime von allem zurückgezogen hätten und nur noch dem Gottesdienst frönten. Der Prophet begab sich daraufhin besorgt zur Moschee und sagte: " Was geht mit einigen von Euch vor? Ich habe vernommen, dass derartige Leute in meiner Gemeinschaft sind. Ich, der ich euer Prophet bin, tue so etwas nicht, niemals bin ich von abends bis morgens mit meinem Gottesdienst beschäftigt, und einen Teil der Nacht verbringe ich mit Ausruhen. Alle Tage faste ich nicht, sondern bemühe mich um meine Familie. Diejenigen, die sich nur für sich selbst dem Gott-Dienen hingeben, gehören nicht zur Gemeinschaft meiner Tradition."

Aus der Sicht des Islam ist das Gott-Dienen eine Form der Annäherung an Gott und dient der Entwicklung und Vollendung der Spiritualität des Menschen. Das Gott-Dienen bedeutet im Islam Erweckung und Orientierung und führt den gläubigen Muslim aus der Wüste der Gleichgültigkeit und Unwissenheit. Mit ihm gelangt der Mensch zu seiner inneren Wahrheit. Wenn es bewusst und wissend durchgeführt wird, ist es fruchtbringend für die Erziehung des Menschen und stärkt seinen Charakter, seine Moral und seine Rechtschaffenheit. Das Gott-Dienen wie das Namaz, also die täglichen Ritualgebete, ist wie ein erbauliches Elixier welches dem menschlichen Leib Heilung und Genesung schenkt. Es hat aber nur dann diese Wirkung, wenn der Betende sich bewusst wird, dass er vor dem lebendigen und allwissenden Schöpfer steht und wenn er im Hinblick auf dessen Größe seine Seele und seinen Geist auf die höheren Stufen der Vollkommenheit hinführt. In diesem Zusammenhang sagt Gott im Koran, zu Beginn des Verses 43 der Sure An Nisa (Die Frauen): "Ihr Gläubigen! Kommt nicht betrunken zum Gebet, ohne vorher (wieder zu euch gekommen zu sein und) zu wissen, was ihr sagt! ...."

Eines Tages ging der Prophet des Islams zur Moschee und sah zwei Gruppen von Muslimen, die sich umeinander versammelt hatten und in etwas vertieft waren. Im Vorbeigehen betrachtete er sie zufrieden. Die eine Gruppe war mit der Anbetung und dem Lobpreis Gottes beschäftigt, und die andere Gruppe mit Lernen und Lehren. Nun wandte sich der Prophet seinen Begleitern zu und sagte: "Diese beiden Gruppen handeln rechtens und sie sind auf dem Wege von Tugendhaftigkeit und Glück! Aber ich bin ausgesandt worden um zu lehren und das Wissen der Muslime zu mehren." Er sagte dies und schloss sich der Gruppe an, die nach Wissen strebte.

Wer in Liebe zu Gott und in Erkenntnis über Ihn seine täglichen Pflichtgebete verrichtet, wird spüren, wie schön dieses Gott-Dienen ist. Er erreicht die Stufe eines Dieners Gottes und spürt das Verlangen, sich Ihm unterzuordnen und wird seine Gebote gerne befolgen.

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