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Mittwoch, 07 Oktober 2009 08:08

Namaz - Erbauendes Erleben (Teil 3)

Namaz - Erbauendes Erleben (Teil 3)
In unserem vorhergehenden Beitrag haben wir gesagt, dass das Gott-Dienen Seele und Geist des Menschen in Ruhe und Gleichgewicht versetzt.
Die Anlehnung an den Schöpfer macht den Menschen gegenüber den Höhen und Tiefen des Lebens widerstandsfähig und besonnen. Viele Menschen verstehen aber nicht, warum sie eine Verbindung zu dem Einzigen Gott haben und Ihn anbeten sollen. Andere sind davon überzeugt, dass der Mensch ein vollkommenes Wesen ist, das gestützt auf sein eigenes Tun und Denken allen Problemen des Lebens gewachsen ist. Entwicklung und Fortschritt auf wissenschaftlichem und materiellem Gebiet reichen ihrer Meinung nach für ein Leben in Wohlstand und Glück aus.

Zweifelsohne ist der Mensch ein komplexes und wundersames Wesen, für den es verschiedene Wege gibt. Er kann den Weg der Erhabenheit und Vollkommenheit wählen, hat aber auch die Entscheidungsfreiheit einen Weg, der ihn zu Verfall und Entgleisung führt, zu gehen. Mit anderen Worten läuft der Mensch, wenn er sich als stark und einzigartig in der Schöpfung ansieht, Gefahr, stolz und eigensinnig zu werden und dadurch in den Abgrund geführt zu werden. Im Koran heißt es in der Sure Al Alaq - Sure 96 - im Vers 6:
"Nein! Der Mensch ist wirklich aufsässig!"
Aber wenn sich der Mensch an die ewige Macht Gottes gebunden weiß, wird er demütig und enthält sich des Eigensinns und der Widerspenstigkeit.
Andererseits gibt es keinen Zweifel daran, dass Wissen und Technik Mittel sind, die dem Menschen Macht verleihen können. Aber der Mensch, der nicht in Verbindung zu Gott steht, und der Religion und moralischen Geboten keinen Wert beimisst, muss erfahren, dass die wissenschaftlichen und technischen Errungenschaften und Entwicklungen alleine seine Probleme nicht lösen und sie ihm gelegentlich sogar schaden. Dadurch kann es soweit kommen, dass diejenigen, welche neue Errungenschaften und Macht besitzen, diese nur für sich und im Sinne ihrer eigenen Wünsche und zur Unterdrückung anderer nutzen.

Eine ständige Verbindung mit dem Schöpfer und dessen Lobpreis bilden die Grundlage für ein seelisch-geistiges Wachstum des Menschen. Und das Bedürfnis hiernach ist dem Menschen in seinen Seelenurgrund mit hinein gelegt. Wenn der Mensch den Schöpfer allen Seins anbetet und Ihn lobpreist, nimmt das Einfluss auf sein Leben und er wird dadurch großen Gewinn erzielen. Diejenigen, die sich vor Gott angesichts seiner unermesslichen Größe verbeugen und sich vor Ihm niederwerfen, gewinnen gegenüber anderen Menschen seelische Größe und Wertschätzung. Der französische Arzt Dr. Alexis Carrell schreibt: "Wir haben die schmerzhafte und bittere Erfahrung gemacht, dass der Verlust des Gefühls für Moral und Religiosität innerhalb eines Volkes die Grundlage für den sicheren Niedergang und Verfall dieses Volkes ist. Eine Gesellschaft, die das Bedürfnis für Anbetung und Lobpreis in sich gelöscht hat, wir nicht von Unmoral und Verdorbenheit verschont." Dieser französische Denker schreibt an anderer Stelle, dass sich für das Wohlergehen des Menschen Herz und Verstand miteinander verbinden müssen. Seiner Ansicht nach hat die europäische Kultur den Fehler, dass sie vorrangig das Gehirn gestärkt hat und Herz und Gefühl brach liegen geblieben sind. Glaube und Liebe zu den moralischen Tugenden wurden dadurch geschwächt und sind nahezu verschwunden.

Die beste Form der menschlichen Verbindung mit Gott kommt im Gebet zum Ausdruck. Es ist eine aufrichtige und reine Verbindung, die unsere Verehrung und Gottes-Dienerschaft offenbart. Ohne sie ist unser Glaube unvollkommen. Der heilige Koran hat dem täglichen Ritualgebet mehr als anderen Formen des Gott-Dienens Beachtung geschenkt und im Vers 102 und 103 der Sure An Nisa darauf hingewiesen, dass es sogar während Kampf und Krieg zu verrichten ist. Das Namaz ist im Islam eine beständige Pflicht für den gläubigen Muslim, egal in welcher Situation er sich befindet.

Erhebe dich um den Tag zu beginnen,
Um zu schweben zur schönen Stadt im Licht!
Erhebe dich, damit wir das Morgengebet beginnen!
Bevor die Dämmerung errötet noch nicht!

Im edlen Koran und somit in der Arabischen Sprache wird das dem Muslim zur Pflicht gemachte tägliche Gebet "Salaah" genannt. Es bedeutet im Arabischen sowohl Hinwendung und Beachtung schenken als auch Gott bitten und preisen. Dieses Wort und seine Ableitungen kommen etwa 114 Mal im Koran vor, was der Anzahl der Koransuren entspricht. Gott wendet sich in vielen Koranversen an den Propheten und fordert ihn zum „Salaah" auf. Im Vers 14 der Sure Taha - Sure 20 - sagt Er: "Ich bin Gott, es gibt keinen Gott außer mir. Darum diene mir und verrichte, meiner (in Ehrfurcht) gedenkend, das Gebet!"

Gott, der Besitzer aller Macht und der absoluten Vollkommenheit bedarf natürlich in keinster Weise unseres Gebetes oder der Anbetung durch Seine Geschöpfe. Der Koran weist auch darauf hin und erläutert ebenso, dass Anbetung und Gott-Dienen nur zum eigenen Vorteil und Nutzen des Menschen ist, und zur Vervollkommnung und Entwicklung in Richtung zu Ihm, dem allmächtigen Schöpfer, dient. Wenn wir darüber ein wenig nachdenken, können wir leicht feststellen, dass unsere alltäglichen Beschäftigungen und Probleme uns den allmächtigen Schöpfer allen Seins leicht vergessen lassen. Und wenn wir Ihn vergessen, bedeutet das, dass wir uns von unserem Ursprung trennen und unsere Identität als Mensch verlieren.
Die menschliche Seele bedarf der Reinigung, Reinheit und Befreiung von Unreinheiten und dies geht nur durch eine beständige Aufmerksamkeit gegenüber Gott. Dadurch, sich seine unendliche Größe und Macht ins Gedächtnis zu rufen und sich Seinen Geboten zu ergeben. Wenn sich ein Mensch vor seinem mächtigen Schöpfer zum Gebet aufstellt und seine Zunge Seine schönen Namen und Eigenschaften zu preisen beginnt, dann sind alle Gliedmaßen seines Körpers auf dieses Tun abgestimmt. In diesem Zustand kommt Gott dem Menschen zu Hilfe und Er lässt ihn den Weg zu Glück und Wohlergehen erkennen.

Das was der Betende im Vergleich zu den unzähligen Wohltaten Gottes tut, ist nur eine geringfügige Dankesbezeugung. Aber Gott nimmt diese wenn auch nur geringfügige Dankesbezeugung seiner Geschöpfe an und belohnt sie dafür. Im Koran preist er die Betenden und lässt sie in einem schönen Licht erstrahlen.
Die wahren Betenden sind geduldig, demütig, ergeben, fromm und gottesfürchtig und aufrichtigen Glaubens. Und wie es im Koran heißt, haben sie ihren Platz im ewigen Paradies Gottes, wo sie Ehrerbietung und Lob erfahren und ihnen die reiche Gnade Gottes zuteil wird.

Liebe Hörerfreunde für heute nun verabschieden wir uns aus diesem Beitrag und wünschen Ihnen Gottes Segen!

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