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Mittwoch, 07 Oktober 2009 09:07

Namaz - Erbauendes Erleben (Teil 6)

Namaz - Erbauendes Erleben (Teil 6)
Am Tag als das Licht des Prophetentums das Herz von Mohammad - s.a.- erleuchtete und ihm die Prophetschaft in sein Herz gab, beglückwünschten sich die Engel untereinander und lobpreisten Gott für diesen Segen. Mohammad - s.a.-, der somit zum Gottgesandten wurde, übernahm die schwere Bürde der Rechtleitung der Menschen auf sich, er nahm die Einladung zu dieser großen Aufgabe an.

Eines Tages nun kam der Engel Gabriel zu ihm und bereitete ihn für die Aufnahme einer göttlichen Botschaft vor. Der Engel Gottes begrüßte Mohammad mit "Salam" und dieser antwortete ihm gleichermaßen. Dann sagte er: "Ich bin gekommen, um dem Propheten Gottes das Namaz zu lernen."
Mohammad hatte zuvor auch schon den Einzigen Gott angebetet, aber jetzt war er sehr froh, dass er einen besonderen Gottesdienst - nämlich das Namaz - kennen lernen sollte. Zunächst zeigte ihm Gabriel, wie die Gebetswaschungen vorzunehmen sind und Mohammad - s.a. - tat es ihm nach. Dann lehrte er ihm wie das Namaz zu sprechen ist.

In einigen Überlieferungen heißt es, dass diese Begegnung zwischen dem Propheten und Gabriel während Mohammads Nachtreise und Himmelfahrt - 12 Jahre nach seiner Berufung - stattgefunden habe und er zu dieser Zeit die heutige Form der Durchführung des Namaz erlernt habe.
Mohammad - s.a. - wurde nun aufgefordert, sich zum Namaz aufzustellen und dann zu sagen:

"Im Namen des barmherzigen und gütigen Gottes.! Lob sei Gott, dem Herrn der Menschen in aller Welt, dem Barmherzigen und Gütigen, der am Tag des Gerichts regiert! Dir dienen wir, und dich bitten wir um Hilfe. Führe uns den geraden Weg, den Weg derer, denen du Gnade erwiesen hast, und die nicht dem Zorn (Gottes) verfallen sind und nicht irregehen!"

Nach diesen Versen, welche bis heute die eröffnende Sure des Korans bilden, wurde dem Propheten eingegeben, sich zu verbeugen. In dieser Haltung lobpreiste er Gott dreimal mit den Worten: "Gelobt ist der große Gott und ich preise ihn."
Danach richtete er sich wieder auf und stand gerade. Nun kam die Anweisung er solle sich vor seinem Schöpfer niederwerfen und in dieser Haltung dreimal wiederholen: "Gelobt ist der Herr der Welt und ich preise ihn."

Der Prophet wurde nun angewiesen, dass er nach dieser Lobpreisung Gottes seinen Oberkörper aufrichten und sich setzen solle. In diesem Moment überkam Mohammad -s.a.- das Gefühl großer Demut und Ergebenheit gegenüber seinem Schöpfer und er neigte erneut seine Stirn auf den Boden um Gott zu lobpreisen. Auf diese Weise wurde die zweimalige Niederwerfung während eines Gebetsabschnittes für die Muslime bestimmt.

In dieser Abfolge verrichtete der Prophet also nach der Anweisung Gottes durch den Engel Gabriel das Namaz. Während das Licht des Gebetes Mohammad - s.a. - erleuchtete, fühlte er sich Gott im Gefühl großer Spiritualität nahe und er ging in großer Freude und Leidenschaft nach Hause. Als er dort seine geehrte Gemahlin Chadidsche traf, überbrachte er ihr gleich die frohe Botschaft, dass er die beste Form der Lobpreisung Gottes erlernt habe. In diesen erhabenen Augenblicken zeigte er ihr nun wie die Gebetswaschungen vorzunehmen sind und gemeinsam beteten sie das Namaz.
Nur kurze Zeit später traf auch Ali Ibn Taleb im Haus von Mohammad und Chadidsche -s.a.- ein, und auch ihm lernten sie das Namaz. Von dieser Zeit an beteten diese drei ersten Muslime in der Geschichte des Islams zur jeweiligen Gebetszeit gemeinsam das Namaz und verrichteten in aufrichtiger Ergebenheit und Demut gegenüber Gott würdig und feierlich diesen schönen Gottesdienst.

In unserem vorhergehenden Beitrag dieser Sendereihe berichteten wir über die Auswirkungen des Namaz und die Herstellung von Vertrauen und Sicherheit für Seele und Geist des Menschen. In Fortsetzung dieses Punktes wollen wir daran erinnern, dass zusätzlich zu der Tatsache, dass das Namaz das Gefühl der Sicherheit beim Betenden auslöst, es auch eine würdige Rolle für die seelisch-geistige Sicherheit spielt. Natürlich ist, dass die persönliche Sicherheit jedes Einzelnen mit der Erhaltung dessen Gesundheit in Verbindung steht.
Gesundheit und körperliche Sauberkeit gehören zu den Aspekten, denen man für die Verrichtung des Namaz große Beachtung schenkt.
Der Betende weiß sich verpflichtet, dass er für die Verrichtung des Namaz die Regeln der Sauberkeit und Hygiene beachten muss. Wenn er die Gebetswaschungen vornimmt, reinigt er auch seinen Mund und die Zähne, den vom Propheten ist überliefert, dass er gesagt hat:
„Zwei Gebetsabschnitte mit gereinigtem Mund sind mehr wert als 70 Gebetsabschnitte, die ohne gereinigten Mund gesprochen werden."
Auch achtet der Betende auf einen guten Geruch und verwendet Duftstoffe und besondere Parfüms. Auch hierzu gibt es eine Überlieferung, und zwar von Imam Sadeqh -a.s.-, er sagte:
„Ein Gebet, das in gutem Duft verrichtet wird, ist besser als 70 Gebete ohne Wohlgeruch."
Wenn wir einmal eine Gruppe betender Muslime beobachten, können wir die charakteristische Ordnung und Aufstellung und die besondere spirituelle Atmosphäre und Einheit feststellen, die diesen Gott-Suchenden während des Namaz eigen ist.

Das Namaz geht also mit besonderen Regeln und Vorbereitungen einher. Dazu gehört in erster Linie die vorbereitende Gebetswaschung, bei welcher man in bestimmter Reihenfolge und Methode das Gesicht und die Hände und Unterarme wäscht und mit nassen Händen über Kopf und Füße streicht. Jeder der beten will, dessen Körper und Kleidung muss den religiösen Regeln entsprechend rein sein, damit er rein und würdevoll vor seinen Schöpfer treten kann. Entsprechend den Überlieferungen, ebnet die Einhaltung dieser Regeln für das Namaz den Weg in die Nähe zu Gott und führt Körper und Seele des Betenden der Ruhe zu. Wichtig für die Muslime und religionsrechtlich vorgeschrieben ist auch, dass der Ort des Gebetes, die Kleidung des Betenden und das Wasser für die Gebetswaschungen nicht gewaltsam angeeignet sein dürfen und der Besitzer dieser mit der Nutzung des Betenden einverstanden sein muss - dies zeigt die großen Verpflichtungen die einem Muslim gegenüber den Rechten und des Besitzes anderer auferlegt sind. Der betende Muslim weiß, dass Gott ein Gebet, dass den Verpflichtungen gegenüber den anderen Menschen nicht entspricht, nicht anerkennt.
Ein Namaz, dass die eigenwillige Seele erzieht, und dass Anlass ist für die Berücksichtigung der Rechte anderer sowie die Sicherheit und Gesundheit für den Einzelnen, ist ein Geschenk sowohl für den Einzelnen, als auch für die Gesellschaft.
Deshalb bezeichnen Ethiker und Philosophen es auch als den wichtigsten Weg für die Verbesserung der Beziehung des Menschen zu Gott und dessen Bekanntschaft mit Gott. Aus ihrer Sicht ist das wichtigste Werkzeug für diese Bekanntschaft das Namaz und die Lobpreisung Gottes.
Der ehrenwerte Prophet des Islams sagte bezüglich der erbauenden Rolle des Namaz:

„Es ist kein Namaz, außer dem, wenn zur Gebetszeit ein Engel zu den Menschen sagt `O ihr Menschen erhebt euch und löscht das Feuer, dass ihr selbst hinter euch entzündet habt mit dem Beten des Namaz aus."

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