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Sonntag, 15 Juli 2007 22:26

Frau im Islam- Teil 11

Frau im Islam- Teil 11
M- Wir sprachen bisher über die erste Phase der Unterdrückung und Erniedrigung der Frau, die mehr oder weniger die alte, die vorislamische Zeit betrifft.
K- Es gibt jedoch noch eine weitere Phase ihrer Demütigung und Unterjochung, die einige Jahrhunderte später eintrat. Und mit dieser wollen wir uns nun befassen, um danach auf den hohen Rang und Stellenwert der Frau - im Islam - einzugehen.

M- Wir alle wissen von der gravierenden Entwicklung, die sich in der westlichen Welt im siebzehnten Jahrhundert, und zwar unter dem Begriff „Menschenrechte", anbahnte und erhebliche Veränderungen insbesondere in England, Frankreich und Amerika einleiteten.

K- Allerdings handelte es sich dabei um Veränderungen, die mehr oder weniger eine Verteidigung der Rechte des Mannes betrafen, nicht aber der Frau. Ihre Rechte wurden weiterhin übergangen, was natürlich den Einspruch so mancher hervorrief.

M- Wenngleich dieser Einspruch bzw. Protest als ein zur Sprache gebrachtes Unbehagen der unterdrückten und erniedrigten Frau und ihr erwachtes Verlangen nach den ihr zustehenden natürlichen Rechten verstanden werden kann, ist doch die Wurzel des Frauenrechtlertums im neunzehnten Jahrhundert zu suchen.

K- Wir erinnern an den Frauenkongress, der im Juli 1848 in Amerika stattfand und in dessen Verlauf ganz konkret die Forderung nach Gleichberechtigung von Mann und Frau gestellt wurde.
Die Frauenrechtler-Bewegung, deren Ziel die Verteidigung der Rechte der Frau ist, nahm damit ihren Anfang.

M- Historisch gesehen gibt es zwei bedeutende Phasen dieser Entwicklung. Die erste Phase setzte zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts ein und dauerte bis 1920, also bis nach Ende des Zweiten Weltkrieges.

K- Und in dieser ersten Phase der feministischen Bewegung ging es in erster Linie um das Wahlrecht der Frau. Denn wurde ihr dies erst einmal zugestanden, ebnete sich ihr der Weg zu weiteren Möglichkeiten.
Die zweite nennenswerte Etappe, die gravierenden Einfluss auf die Entwicklung des Feminismus nahm, begann in den Sechziger Jahren. Nun wurden die Forderungen der Frauen, die sich dieser Bewegung angeschlossen hatten, weitaus lautstarker als zuvor vorgebracht.

M- Und zu den vordringlichsten und herausragendsten Forderungen in dieser Phase gehörte der Slogan:
„Absolute Gleichberechtigung für Mann und Frau und zwar auf allen Ebenen".

K- Am dritten September 1979 beschloss die UNO-Vollversammlung im Rahmen einer Konvention die absolute Ausschaltung jeglicher Form von Frauendiskreminierung.

M- Von den 52 islamischen UNO-Mitgliedsstaaten, waren jedoch nicht alle mit dem Beschluss einverstanden, da er einige Artikel enthält, die den religionsrechtlichen Bestimmungen zuwiderlaufen.

K- Denn wie wir schon sagten: Adäquate Rechte ja, aber identische, nein. Deswegen nicht, weil Mann und Frau - allein schon körperlich gesehen - unterschiedliche Fähigkeiten gegeben sind. Beide verfügen über Qualitäten, doch auf verschiedenen Ebenen. Die Körperkraft des Mannes beispielsweise überragt die der Frau. Dafür ist sie ihm auf anderem Gebiet überlegen...

M- Das heißt, wenn absolut gleiche Rechte für Mann und Frau vorgegeben sind, betrifft dies natürlich auch absolut gleiche Pflichten. Können aber von der Frau Dinge abverlangt werden, die sie - ihren natürlichen Gegebenheiten gemäß - nicht erfüllen kann? Beispielsweise Schwerstarbeit im Bergbau und so weiter...

K- Wie könnte man ihr derlei zumuten?
Ebenso wie von dem Mann das, was die Frau, als Frau leistet, niemals zuwege bringt.
Was jedoch nicht missvertanden werden sollte: Als Menschen sind sie gleich und diesbezüglich gleichberechtigt. Die natürlichen menschlichen Rechte stehen ihr ebenso zu wie ihm...

K- Auf dem großen Frauen-Weltkongress in Peking, der im Jahre 1995 stattfand und an dem Vertreter bzw. Vertreterinnen staatlicher und nichtstaatlicher Frauenvereinigungen aller Welt teilnahmen, ging es ebenfalls um die Beseitigung jeglicher Art von Frauendiskreminierung und eine absolute Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Ein entsprechendes Konzept, dem die besagte UNO-Konvention zugrundelag, sollte von den Beteiligten unterzeichnet werden.

M- Im Laufe der Veranstaltung kam es zu hitzigen Debatten zwischen den einzelnen Interessengruppen.
Die Vertreterinnen oder Vertreter islamischer Vereinigungen und Verbände versuchten, klarzumachen, dass einige Artikel des Konzeptes Wesen und Natur der Frau widersprechen und weder ihr noch der Familie zum Wohle sind.

K- Diese Auffassung vertrat zum Beispiel auch der Chef des islamischen Forschungszentrums der Al-Ashar-Institution in Ägypten. Er sah in einigen Artikeln des Pekinger Konzeptes eine Gefahr für die Stabilität der Familie, die doch den Kern einer jeden Gesellschaft bilde. Ganz abgesehen davon, dass es, da es freie, außereheliche und sogar gleichgeschlechtliche Sexualität fördere - die Gesundheit der Gesellschaft bedrohe...

M- Doch im nicht-islamischen Flügel gab es Gegenstimmen, die mit den Peking-Artikeln nicht einverstanden waren. Unter anderem war es die kanadische Vertreterin, eine Abgeordnete des kanadischen Parlamentes, die sich dagegen aussprach. Sie argumentierte, dass in ihrem Land - im Zusammenhang mit der Verteilung von Arbeitsplätzen -50% den Männern und 50% den Frauen zustehen. Doch leider sei es so, dass mehr Frauen als Männer eingestellt würden, Männer aber arbeitslos seien.

K- Das heißt, oftmals sei es so, dass die Frau „in und außer Haus" arbeite, der Mann aber arbeitslos sei.
Das aber könne nicht als Gleichberechtigung verstanden werden...
Ihrer Meinung nach müsse man bei aller Gleichberechtigung auch die unterschiedlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten von Frau und Mann berücksichtigen.
Es ginge jedenfalls nicht an, dass die einen überbelastet seien, dieweil die anderen nichts zu tun hätten und arbeitslos seien...
Wenn schon Gleichberechtigung, dann eine gesunde, die niemandem Unrecht tut...

K- Ein Wort noch zu den zahlreichen frauenrechtlerischen bzw. feministischen Bewegungen. Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie sich für die Frau und deren Rechte einsetzen. Darum, dass die Frau in der Gesellschaft nicht „untergebuttert" wird.

M- Allerdings, dabei allein blieb es nicht. Mit der Zeit erhielt die feministische Bewegung weitere Akzente. Nicht nur die Verteidigung der Rechte der Frau war ihr Ziel, sondern es ging ihr nun um mehr. Der Einfluss des Mannes auf die Gesellschaft und deren sämtlichen Einrichtungen müsse schwinden... Dass er tonangebend und regieführend sei, widerspreche der Gleichberechtigung und diskreminiere die Frau.

K- Kurz, die feministische Bewegung begann, radikalere Forderungen zu stellen und Zielsetzungen anzunehmen. So sprach sie beispielsweise von den beiden gegensätzlichen Geschlechtergruppen: Mann und Frau.
Nicht einander ergänzend seien sie, sondern miteinander konfrontiert. Männer kontra Frauen, Frauen kontra Männer.

M- Zudem, die Frauen, jahrhundertelang unterdrückt und ausgebeutet, hätten sich zusammenzutun und gemeinsam gegen die Männerwelt vorzugehen...

K- Also Frontenbildung...
Nicht harmonisches Miteinander von Mann und Frau...

K- Wie sich dies alles auswirkte, wissen Sie ebenso wie wir.
Dass es zur Frauenrechtlerbewegung kam, ist verständlich. Angesichts des ungeheuren Unrechts, das der Frau im Laufe der Geschichte angetan wurde.
Doch wie immer, wenn der Bogen überspannt wird und die Grenzen der Vernunft überschritten werden , stellen sich Probleme ein.

M- Statt miteinander und einander achtend und fördernd vorzugehen und Schwierigkeiten und Ungerechtigkeiten auszuräumen, arbeitete man vielerorts gegeneinander.

K- Dieweil doch Mann und Frau einander ergänzen und vervollkommnen. In diesem Sinne sind sie erschaffen worden. Sie gehören zusammen und zu ihnen ihre gemeinsamen Kinder.

M- Wo dieses Verhältnis gestört ist, kommt es zu argen Konflikten. Auseinanderfallende Familien, Entfremdung, Kinder ohne Halt und Zuflucht und fehlende innere Sicherheit, Zufriedenheit und Ruhe bei Mann und Frau...

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