Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Sonntag, 15 Juli 2007 22:26

Frau im Islam- Teil 10

Frau im Islam- Teil 10
M- Heute, im Zusammenhang mit der Frau, zur Heirat. Das heißt, zur aufgezwungenen Heirat.
K- Im Alten Testament bzw. im Alten Bund war es so, dass die Frau, das junge Mädchen, zur Heirat gezwungen werden konnte. Das war gang und gebe und in der Situation, in der sie sich dazumal befand, durchaus nachvollziehbar. War sie doch voll und ganz abhängig vom Manne. Zunächst von ihrem Vater, dann, wenn er nicht war, von ihrem Vormund und letztendlich ihrem Gatten.

M- Sie hatte kein Recht, den Gatten, den sie wollte und mochte, zu wählen, sondern wurde, ob sie einverstanden war oder nicht, verheiratet.
Dies geht auch aus dem Zweiten Buch Mose hervor. Dort ist zu lesen, dass allein die Zustimmung des Vaters zur Heirat genügt. Er konnte daher seine Tochter dem geben, dem er wollte, und er war es auch, der den Brautpreis für sie erhielt. Nicht sie selber.

K- Dennoch aber schreibt Will Durant, dass auch bei den Juden eine Heirat nur dann legal gewesen sei, wenn ihr beide Seiten, beide Partner, zustimmten.
In Durants „Zivilisationsgeschichte" ist zu lesen: Wenn der Vater seine minderjährige Tochter mit einem Manne vermählte und in dessen Haus schickte, konnte sie jedoch, wenn sie herangewachsen war und es wollte, die Ehe annullieren.

M- Aus dem Neuen Testament ist darüber, ob das Mädchen ihren Ehepartner selber wählen oder aber ablehen konnte, nichts Konkretes zu erfahren. Doch den Briefen des Paulus ist zu entnehmen, dass den Töchtern diesbezüglich einige Freiheiten zugestanden wurden. Zum Beispiel wurde es ihnen nicht verübelt, zu heiraten, wenn sie selber den Wunsch danach verspürten.

K- Im ersten Brief des Paulus an die Korinther, und zwar im siebten Kapitel, lesen wir:

M- „Es ist dem Menschen zum Wohle, wenn er - in Unkeuschheit - keine Frau berührt.
Doch um der Unkeuschheit vorzubeugen, habe ein jeder Mann seine eigene Frau und eine jegliche Frau ihren eigenen Mann."

K- Will Durant schreibt: Wenn beide, Mann und Frau, herangewachsen waren, betrachtete die Kirche es nicht als notwendig, dass auch die Eltern oder aber der Vormund mit der Ehe einverstanden waren. Allerdings verbot die Kirche die Heirat eines Mädchens, wenn es jünger als fünfzehn Jahre alt war.

M- Denn es geschah bisweilen, dass ein noch kleines Mädchen einem Manne versprochen wurde. Zumeist irgendwelcher besonderer, zumeist materieller Gründe wegen, wenngleich solche Eheversprechen keineswegs legal waren und annulliert werden konnten.

K- Das alles aber besagt, dass die Töchter gemäß Neuem Testament nicht zu einer Ehe gezwungen werden konnten, und selbst die Einwilligung der Eltern war, wenn das Mädchen heiraten wollte und alt genug dazu war, nicht erforderlich...

M- Der Apostel Paulus schrieb an die Römer:
„Das Gesetz herrscht nur über den Menschen, solange er lebt.
Die Frau aber ist durch das Gesetz an ihren Mann gebunden, solange er lebt. Wenn er stirbt, ist sie befreit von dem Gesetz, das sie an ihren Mann bindet."

K- Und weiter heißt es, dass es ihr dann, wenn ihr Gatte gestorben ist, erlaubt ist, einen anderen zu ehelichen. Dies wird ihr nicht als Ehebruch angelastet.
Wohl aber würde sie eine Ehebrecherin sein, wenn sie sich, solange sie verheiratet ist, mit einem anderen Mann vereint...

M- Wie gesagt, dies alles betrifft die Zeit des Neuen Bundes, des Neuen Testamentes. Zuvor, in früheren Zeiten, waren es die Eltern, die ihre Tochter mit dem, den sie wollten, vermählen konnten.
Ob das Mädchen einverstanden war oder nicht, danach wurde nicht gefragt. Sie hatte sich zu fügen...

K- Das dem so war, berichtet die Geschichte, anhand erstaunlicher Beispiele, zur Genüge. Und dieser Brauch betraf nicht nur das jungfräuliche Mädchen, sondern auch die Frau, die bereits zuvor verheiratet war. Auch sie konnte nur mit Einwilligung ihrer Eltern beziehungsweise ihres Vormundes eine erneute Ehe eingehen.

M- Auch in der vorislamischen Zeit war es so. In Arabien, in Hidschaas. Bis dass der Islam erschien und der Frau zu den Rechten und Freiheiten, die Gott ihr gegeben hatte, zurückverhalf.
Unter anderem das Recht, den Gatten selber zu wählen bzw. den Mann, den zu heiraten man ihr vorschrieb, abzulehnen...

K- Im Heiligen Koran, in der zweiten Sure, der Sure Baqareh, lesen wir, dass wenn der Mann stirbt und eine Gattin hinterläßt, diese - in bezug auf sich selber und ihre Entscheidungen - eine Wartefrist von vier Monaten und zehn Tagen einzuhalten hat. Ist dann das Ende dieser Wartezeit gekommen - und damit klargestellt, dass sie kein Kind von ihrem verstorbenen Manne in ihrem Schoße trägt - ist niemand anders für das, was sie nach Billigkeit tut, verantwortlich. Nur sie selber...

M- Der große islamische Gelehrte Alaameh Tabaatabaa`i vertritt die Auffassung, dass ihr mit diesem Vers, nach Beendigung der Wartezeit, völlige Verfügungsfreiheit gegeben ist. Sie kann, wenn sie möchte, erneut eine Ehe eingehen und auch ansonsten tun, was sie möchte und recht und billig ist...

K- Niemand kann ihr etwas vorschreiben, auch nicht die Angehörigen ihres verstorbenen Mannes.
Für sich selber zu entscheiden, ist - laut Islam - ein den Frauen gegebenes Recht, das ihnen niemand nehmen darf. Niemand ist befugt, einem anderen, auch nicht der Frau, etwas zu verbieten, was Gott erlaubt hat.

K- Dass die verwitwete oder aber geschiedene Frau den Mann, mit dem sie sich vermählen möchte, selber und ohne Einwilligung anderer wählen kann, geht aus dem Heiligen Koran konkret hervor.
Bezüglich des jungen, noch jungfräulichen Mädchens aber wird dazu in aller Klarheit nichts ausgesagt.

M- Daher ist es in diesem Zusammenhang angebracht, einen Blick auf das Vorgehen des Propheten Mohammad (s) zu werfen. Er fragte seine Töchter, ob sie mit dem, der um ihre Hand anhielt, einverstanden waren oder nicht.

K- Beispielsweise, als man um Faatemeh-Sahraa (s) anhielt. Ihr Einverständnis war ihm wichtig und ausschlaggebend. Und dies sollte allen Vätern, die meinen, ihre Töchter ohne deren Einwilligung verheiraten zu können, zu denken geben.

M- Einst kam ein junges Mädchen zum Propheten und klagte ihm, dass sein Vater es, ohne es zu fragen, mit ihrem Vetter vermählt habe.

K- Prophet Mohammad sagte, dass es ihr obliege, den Gatten zu wählen. Mit anderen Worten, man könne das Mädchen nicht zur Ehe mit jemandem, den es nicht wolle, zwingen...
Das Mädchen erkärte daraufhin, dass es die Ehe mit dem Vetter eingegangen sei. Doch sei es zu ihm, dem Propheten gekommen, um den Mädchen und Frauen zu verstehen zu geben, dass sie zu einer Heirat mit jemandem, den sie nicht mögen, nicht gezwungen werden dürfen.

M- Etliche ähnliche Beispiele dazu wären noch anzuführen, doch wir wollen darauf verzichten, sie alle zu nennen, da unsere Beitragszeit wieder einmal um ist.

K- Darum, bis zum nächsten Mal und weiteren Informationen, machen Sie`s gut...

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren