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Sonntag, 15 Juli 2007 22:26

Frau im Islam- Teil 9

Frau im Islam- Teil 9
M- Auch folgendes gehört zu den Themen, die die Frau der vorislamischen Zeit betreffen und äußerst erniedrigend für sie waren.
K- Und zwar betrifft es die Sitte, sie - wenn ihr Gatte starb - zu vererben. Sie gehörte regelecht zum Erbgut, dass er hinterließ.

M- Es war nämlich so, dass die Frau in der Zeit vor dem Islam als Besitz des Mannes verstanden wurde. Und dies war nicht nur auf der arabischen Halbinsel bzw. im Raume Hidschaas der Fall, sondern auch anderswo, in anderen Gesellschaften jener Tage.

K- Das heißt also, dass sie, nach dem Tode ihres Mannes als Erbgut eingestuft und behandelt wurde. Sie gehörte fortan dem älstesten Sohn, und war sie seine Stiefmutter, war er berechtigt, sich sogar mit ihr zu vermählen oder aber sie einem anderen als Gattin zu geben oder aber, und auch das war keine Seltenheit, ihr zu verbieten, erneut zu heiraten.

M- Als der Islam auf der arabischen Halbinsel erschienen war, wurde dieser Brauch natürlich aufgehoben. Koranischerseits.

K- Beispielsweise trug sich folgendes zu:
Als Abu Qais, ein Mann aus Medina, starb, wünschte dessen Sohn, die junge Witwe, sie war seine Stiefmutter, zu ehelichen. Doch sie lehnte ab und sagte, das sei ihr unzumutbar, da sie ihn stets als ihr Kind betrachtet habe, wie könne sie daher nun seine Gattin sein.

M- Die Angelegenheit wurde dem Propheten (s) vorgetragen, dem daraufhin folgender Koranvers offenbart ward, in dem es heißt:
„Geht mit Frauen, die eure Väter heirateten, keine Ehe ein. Es sei denn, ihr hättet sie schon vorher, vor dem Islam, geheiratet. Denn derlei Tun ist hässlich, führt zu Feindseligkeiten und Abwegigkeiten..."

K- Mit anderen Worten, der Islam setzte diesem alten vorislamischen Brauch ein Ende.
Anzumerken ist allerdings, dass laut einiger Geschichtsschreibungen dieses Vorgehen, nämlich die Stiefmutter zu ehelichen, auch bei den damaligen Arabern nicht gutgeheißen wurde, wenngleich es nicht verboten war und, wie berichtet ward, auch da und dort, in einigen Stämmen, praktiziert wurde...

M- Jedenfalls aber wurde die Frau, auch seitens der vorislamischen Araber als Eigentum des Gatten und somit als dessen Erbgut betrachtet. Ein weiteres Zeichen für die Demütigung, die der Frau widerfuhr.

K- Als Ware bzw. Gegenstand wurde sie eingestuft und entsprechend verfuhr man mit ihr. Das Recht, über sich bestimmen und selbstständig entscheiden zu können, das ihr göttlicherseits gegeben ist, war ihr ganz einfach genommen.

M- Doch wie gesagt, war dies nicht allein in Hidschaas bzw. unter den vorislamischen Arbern, sondern auch anderswo Brauch. Beispielsweise bei den Hebräern. Auch diese verstanden die Frau als Eigentum des Mannes und als solches wurde sie, wie auch dessen weiterer Besitz, vererbt. Die Erben aber waren berechtigt, sie zu behalten oder aber zu verkaufen oder zu verschenken...

K- Wir kommen noch einmal auf Will Durant zurück, der unter anderem, in seiner Zivilisationsgeschichte, die Situation der Frau der vorislamischen Zeit wie folgt schildert:
Jeder Vater konnte seine Tochter, nach ihrer Geburt, in der Erde lebendig verscharren. Und tat er dies nicht, verbarg er sie oder aber sich selber. Aus Scham darüber, dass ihm eine Tochter geboren war, zog er sich von seiner Umwelt zurück.
Darum, weil er annahm, dass durch sie all seine bisherigen Leistungen wertlos geworden und ihm sein Ansehen, seine männliche Würde, abhanden gekommen seien.

M- Und behielt er seine kleine Tochter, vermählte er sie, kaum war sie sieben, acht Jahre alt geworden, mit einem Mann seines Stammes, den er selber bestimmte und erhielt von ihm den Brautpreis für das Mädchen, das er ihm gab

K- Und auch dies war im Grunde nichts weiter als ein Handel, ein Warenhandel, der mit der Tochter getrieben wurde. Der Vater gab sie her und erhielt dafür den Preis, der ausgehandelt worden war.
Kurz, sie, die Frau, war Teil des Besitzes. Des Besitzes, das dem Vater gehörte oder aber dem Gatten oder aber, nach dessen Tod, dessen Sohn, der sie erbte...

M- Immer hatte sie dem Manne zu dienen. Ob dieser ihr Vater, ihr Gatte oder aber, nach dessen Tod, dessen Sohn war. Nur selten kam es vor, dass man sie als zu achtende Lebensgefährtin verstand und respektierte...

K- Jedenfalls, wie wir im 22. Vers der Sure vier, Nissaa`, lesen können, untersagt Gott ein solches Vorgehen.

M- Die Frau gehört weder zum Erbgut ihres verstorbenen Gatten noch kann sie von dessen Sohn geheiratet werden. Auch nicht, wenn dies ihr Stiefsohn ist...

K- Unter den Arabern, und nicht nur in bei ihnen, sondern auch in anderen Gesellschaften, gab es natürlich noch etliche andere Vorstellungen und Sitten, die die Frau in hohem Maße demütigten. Auf einige wiesen wir bereits hin.
In einigen Gesellschaften war es sogar so, dass der Mann seine leibliche Mutter, Tante oder aber Schwester heiraten konnte. Dies aber - mit anderen Worten Inzucht - war in Hidschaas, bei den Arabern, nicht der Fall. Derlei war bei ihnen verpönt.

M- Und natürlich auch seitens des Islam, der solches Tun verwirft und untersagt. Ebenso wie er es nicht gestattet, dass sich Mann und Frau, ohne miteinander verheiratet zu sein, sondern erotischer und ähnlicher Verlangen wegen, vereinen und ein außereheliches Leben miteinander führen können.

M- Auch Ehebruch. Ehebruch stellt im Islam ein Greuel dar. Die Ehe bzw. Familie ist zu schützen, dies ist ein Gebot.
Wer dagegen verstößt, lädt große Schuld auf sich. Sogenannte „Seitensprünge", also außerehliche Liierungen, sind nicht erlaubt, weder von ihm noch von ihr...

K- Soweit - heute. Also, bis zum nächsten Mal und dann weiteren Informationen zum Thema „die Frau, in der Geschichte und im islamischen Veständnis", alles Gute...

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