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Sonntag, 15 Juli 2007 22:26

Frau im Islam- Teil 7

Frau im Islam- Teil 7
M- Wir sprachen letztes Mal, u.a., über einen der katastrophalsten und erschütterndsten Bräuche in der vorislamischen Zeit Arabiens, demzufolge der Vater berechtigt war, sein neugeborenes Töchterchen lebendig unter der Erde zu verscharren.
K- Allerdings war dieser Brauch, wie die Geschichtsschreiber berichteten, nicht in allen Stämmen üblich. Dennoch aber wurde er oft genug praktiziert, insbesondere im Stamme der Tamim.

M- In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass diese grausame Sitte nicht nur in Arabien gegeben war, sondern auch anderswo auf Erden.
Vergessen wir auch nicht, das Kinder in so manchen Ländern auf dem Opferaltar irgendeiner Gottheit ihr Leben lassen mussten. Im Rahmen einer rituellen Handlung.

K- Barbarisch, das alles. Ganz gewiss. Doch glauben wir ja nicht, dass die Menschheit heute besser sei. Denken wir doch nur an die Kinder und Jugendlichen, die gerade auch in unserer Zeit - da und dort - im Osten und Westen - geraubt, gekauft und getötet werden, damit ihre Organe in andere Körper verpflanzt werden.

M- Jedenfalls aber, Kinder zu töten, aus rituellen Gründen oder aber um sich ihrer zu entledigen, war früher keine Seltenheit.
Auch nicht auf der Arabischen Halbinsel, in Hidschaas, wo man vor dem Islam dem Glauben an Götter und Götzen anhing.

K- Neugeborene Mädchen oder aber ein wenig ältere, wurden in ein Grab, dass der Vater in der Steppe ausgeschaufelt hatte, gelegt und dann mit Erde zugedeckt. Erde über Erde, bis die Kinder erstickten.

M- Ähnlich war es in Ägypten. Dort wurden Mädchen, festlich geschmückt, in den Nil geworfen.

K- Und auch in Indien war es nicht viel anders. Auch dort wurden Mädchen, bevor man sie verbrannte, geschmückt...

M- Möglicherweise geht dieser Brauch auf eine alte Opfersitte zurück, derzufolge man den, den man den Göttern opferte, in schmückende Gewänder hüllte.

K- Auch berichtet die Geschichte davon, dass die entbindende Mutter über einem ausgescharrten Erdloch ihr Kind zur Welt brachte. War es ein Mädchen, ließ man es in den Schacht fallen. Und war es ein Junge, fing man ihn auf und beglückwünschte man sich zu seiner Geburt...

M- Andere stießen ihr Kind, so sie es nicht wollten, von einem Berggipfel hinab in die Tiefe oder ertränkten es im Meer...

K- Viel wäre dazu noch zu sagen, doch wollen wir es dabei bewenden lassen. Die Bräuche - vielerorts auf Erden gab es sie - waren unterschiedlich. Und unterschiedlich waren auch die Gründe, die zu ihnen führten, doch das Resultat war das gleiche. Immer war es der Tod, dem das Kind ausgesetzt wurde.
Ganz bewusst und ohne Gewissensbisse ging man, zumeist war es der Vater, dabei vor, und ob die Mutter, geschweige denn die Tochter selber, einverstanden war, danach wurde nicht gefragt...
Was der Mann, der Vater tat, war immer richtig. Davon ging man aus. War er doch der Herr im Hause. Der „rabb ul bayt"...

M- Niemand machte dem Vater einen Vorwurf, wenn er seine kleine Tochter tötete. Es war sein Recht, so zu handeln. Als Mörder, als Verbrechter wurde er nicht betrachtet.

K- Auch die Dichtung jener frühen Tage in Arabien, berichtet über derlei Geschehen. Doch darüber, dass die Mütter ihre Kinder schützen und retten wollten, sagen sie seltsamerweise nichts aus.
Denn wie die Chronisten berichten war es so, dass die Mütter ihre Kinder, ihre kleinen Töchter, um sie vor dem Tode zu bewahren, oftmals vor den Vätern verbargen.
Einspruch zu erheben oder den Gatten von seiner Untat abzuhalten, war ihnen nicht möglich und schon gar nicht erlaubt. Dazu waren sie nicht berechtigt...
Dann aber kam der Islam...

M- Ja, dann erschien der Islam.
Auf der arabischen Halbinsel. In Hidschaas... Und zwar zunächst in Mekka...
Und er, der Islam, gebot diesem greuslichen Treiben Einhalt.

K- An verschiedenen Stellen spricht der Koran darüber. Beispielsweise in den Versen 58 und 59 der Sure 16, Nahl, in denen es heißt:

Wann immer man ihn über die Geburt einer Tochter benachrichtigt, verdunkelt sich sein Gesicht, wenngleich er seine Verbitterung über die Tochter zu verbergen sucht. Er verbirgt sich vor den Leuten ob der schlimmen Kunde und überlegt: Soll er das Mädchen - trotz der Schande - behalten oder in der Erde verscharren?!
Wahrlich, übel ist, wie sie urteilen...

M- Der eben zitierte Koranvers veranschaulicht, wie sehr die götzendienende Gesellschaft jener Tage und Breiten die Geburt einer Tochter als Schmach verstand und wie ungerecht, voller Dünkel und von Tyrannei durchdrungen man gegen sie verfuhr.
Eine Tochter bedeutete Schande für den Vater. Und die Frau war - in den Augen des Mannes jener Gesellschaft - von geringem Wert...
Das aber prangert der Koran an, und dagegen ging Muhammad (s) vor...

K- Allerdings, Kinder zu töten, ist - wie gesagt - auch heute auf Erden, insbesondere in der sogenannten zivilisierten bzw. säkularistischen Gesellschaft, keine Seltenheit. Wenn auch in anderer Form. Wie häufig geschehen dort doch Abtreibungen ungeborener Kinder, und zwar völlig legal...

M- Der bekannte islamische Gelehrte und Wissenschaftler Sseyid Qotb ist der Ansicht, dass diese abwegigen Vorstellungen, die in der vorislamischen Zeit gehegt wurden, nicht nur über die Frauen jener Tage großes Leid brachten, sondern der Menschheit bzw. der Menschlichkeit des Menschen äußerst abträglich waren.

K- Erniedrigung und Schmähung der Frau ist Erniedrigung und Schmähung der Menschlichkeit. Sie zu töten, die kleinen Mädchen in der Erde zu verscharren bedeutet, dem menschlichen Leben den Atem zu nehmen und gegen Schöpfer und Schöpfung zu freveln.

M- Jedenfalls aber ist die hohe Bedeutung der Frau für die menschliche Gesellschaft nicht zu untergraben. Und nicht zu vergessen ist, dass es der Islam war, der diesem Unwesen ein Ende setzte und der Frau ihren gottgegebenen hohen Stellenwert zurückgab.

K- Merkwürdig ist jedoch, dass in jenen Tagen, in der polytheistischen Gesellschaft Arabiens, die Frau zwar zumeist erniedrigt und geknechtet wurde, doch andererseits die Engel als Töchter der Gottheiten verstanden wurden.

M- Man flehte die Engel, also die vermeintlichen Töchter Gottes, um Fürbitte an. Darin aber liegt ein Widerspruch. Einerseits wird das weibliche Wesen geschmäht, andererseits aber erhofft man sich von ihm Hilfe.

K- Dafür liegen jedoch nachweislich zwei Gründe vor. Hintergründe, die mit der Frau selber nichts zu tun haben. Doch darüber das nächste Mal, weil unsere Zeit wieder einmal beendet ist. Also,

M- bis dann...

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