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Sonntag, 15 Juli 2007 22:26

Frau im Islam- Teil 5

Frau im Islam- Teil 5
Zuletzt sprachen wir über die Frau im Iran der Antike und sagten, dass sie seinerzeit Rechte wie die eines unmündigen Kindes und ihrem Gatten bzw.
Herrn zu gehorchen hatte wie eine Sklavin. Zudem, dass sie sich vor ihrer Vermählung ihrem Vater oder aber ältesten Bruder voll und ganz zu fügen hatte.
Der Gatte, der x-beliebig viele Frauen haben konnte, war sogar berechtigt, selbst seine Erstfrau anderen Männern zeitweilig auszuleihen oder aber sie kurzfristig mit ihnen zu vermählen. Ob sie, die Frau, damit einverstanden war oder nicht, danach wurde nicht gefragt.
Sie war mehr oder weniger ein Ding, ein Gegenstand, mit dem der Mann, zu dem sie gehörte, nach Lust und Laune umgehen konnte...

Allerdings erging es der Frau in der zarathrustischen Zeit in Iran um einiges besser. Rechte wurden ihr zugestanden, sie durfte Eigentum besitzen und wurde in gewisser Weise auch respektiert. Als Frau. Will Durant stellt dies in seiner Zivilisationsgeschichte fest und schreibt, dass sie ungehindert das Haus verlassen durfte und sogar geschäftliche Unternehmungen führen konnte. Im eigenen Namen...
Auch dass sie in jenen frühen Tagen, als die zarathustrische Lehre dabei war, Fuss zu fassen und zunächst noch unter dem Einfluss des Propheten Zarathustra stand, sogar, neben dem Gatten, eine führende Rolle in der Familie einnahm und dass sie, was Kühnheit, Geschicktheit, Tapferkeit, Überlegtheit und Entscheidungskraft anbelangte, dem Manne in nichts nachstand.
Als Ding oder aber unmündiges und untaugliches Wesen, mit dem man nach Belieben umspringen bzw. sich mit ihm vergnügen konnte, um es dann gegebenenfalls fortzuwerfen, wurde sie - seinerzeit - nicht verstanden. Vielmehr als wertvolle Arbeitskraft und Lebenshilfe, die stundenlang schwer arbeiten und im Notfall sogar Kinder und Familie verteidigen und sich bis zum letzten Atemzug für sie einsetzen und kämpfen konnte.

Dann aber, nach dieser Zeit, änderte sich die Situation und Stellung der Frau in Iran so langsam. Die „Herrschaft des Mannes" trat in Erscheinung.
Eine Herrschaft, die auch heute noch in einigen unterentwickelten Gebieten der Erde zu beobachten ist. Beispielsweise, laut will Durant, in Neu-Guinea, auf den Fidschis, auf den Salomonischen Inseln und auch da und dort noch in Indien...
Kurz, auch in Iran war dieser Trend zu spüren. Allein der Mann hatte das Sagen, und ab jener frühen Zeit, da die Frau als ihm nahezu gleichgestellt galt, war er es nun, der alles bestimmte und allein über alles verfügte. Er war nun sogar berechtigt, Frau und Kinder zu verkaufen oder aber gegen Geld auszuleihen...
Keinerlei Verantwortung trug er für sie, das einzige, was ihm geschehen konnte war, dass der Vater oder aber Bruder der Frau - die ja eben solche Rechte hatten wie der Gatte - diesen um einen besseren Umgang mit ihr bitten konnten...

Nach Darius dem Großen kam es erneut zu Veränderungen im Leben der Frau in Iran. Allerdings betrafen diese mehr oder weniger nur die Frauen in den höhergestellten Gesellschaftsklassen, für die nun eine Art „Ausgehverbot" geltend gemacht wurde.
Diese Regelung betraf allerdings nicht die Frauen der unteren Bevölkerungsschichten, da sie sich, des Lohnes wegen, auch außerhalb des Hauses als Arbeitskraft verdingen mussten.
Zu erwähnen ist, dass in dieser zeitlichen Phase die Männer Gott um Söhne anflehten und darum, ihnen Töchter zu ersparen, zumal Töchter nicht als göttliche Segensgabe verstanden wurden...

Im alten Russland war die Situation der Frau beklagenswert. Die Väter vermählten ihre Töchter und schickten sie in das Haus deren Gatten in der Gewissheit, dass diese nun die „Züchtigungsrolle" übernehmen würden.
Vierlerorts, unter anderem auf den Fidschis, ist es auch heute noch so, dass der Mann der Frau mit äußerster Brutalität begegnet. Man kauft und verkauft sie. Im Gegenteil zum Mann ist die Frau dort ein wertloses geringes Wesen, rechtlos und dem Manne voll und ganz ausgeliefert.
Und wenn dort eine Mutter ihr neugeborenes Töchterchen tötet, so deswegen, um ihre eine qualvolle Zukunft zu ersparen...

Ähnlich erging es ihr in Afrika, und auch im hochgelobten Europa war ihre Situation, bis Beginn des zwanzigsten Jahrhundert, keineswegs eine rosige.
Wenn der Mann in England oder Maryland beispielsweise seine Frau halbtot schlug, wurde er dafür nicht belangt. Kein Gericht zog ihn dafür zur Rechenschaft.
Und erbte die Frau etwas oder bekam sie etwas geschenkt, Geld oder sonstige materielle Werte, so gehörte es dem Mann. Er verfügte über das, was seine Frau bekam.
Dass man ihr seinerzeit natürlich auch kein Wahl- bzw. Stimmrecht zugestand, versteht sich angesichts jener Situation und Denkweise von selbst...

Kurz, die Frau war in den meisten Ländern dieses Erdenrundes ein gering geachtetes Wesen, das unter der Fuchtel des Mannes stark zu leiden hatte. Und sie fügte sich, was hätte sie auch anders tun können.
Vielerorts wurde sie als Ware betrachtet. Man kaufte und verkaufte sie, nahm und verstieß sie...
Und sie ging davon aus, dass ihr anderes auch gar nicht zustünde. Darum, weil sie eben nur eine Frau war.
So, mit dieser Vorstellung war sie aufgewachsen und erzogen worden.
Welch unsagbares Unrecht tat man ihr doch an...

Allerdings, ein Blick in die Geschichte zeigt, dass auch in Gesellschaften, die einer vorislamischen Himmlischen Lehre folgten, die Situation der Frau keineswegs erfreulich und ihrer menschlichen Würde entsprechend war.
Was allerdings nicht der betreffenden Himmlischen Lehre zuzuschreiben ist, sondern denjenigen, die diese entstellten bzw. ihrem subjektivem Verstehen oder aber Wollen gemäß interpretierten.
Beispielweise im Judentum, das heißt in der entstellten jüdischen Religion, ist die Stellung der Frau eine recht niedrige und wahrlich erniedrigende.
Wie gesagt darum, weil manche entwürdigenden und ungerechten, von Menschenhand zurechtgefingerten Anordnungen an die Stelle göttlicher Weisungen traten. Es versteht sich von selbst, dass diese unterdrückenden Gesetze nicht von Gott kommen und nicht von Seinen Propheten - wie beispielsweise Moses (a) - verkündet wurden, was selbstredend auch für ungerechtfertigte und die Frau demütigenden Anordnungen gilt.
Vor Gott aber sind Mann und Frau gleichwertige Geschöpfe... Das einzige, was dem einen vor dem anderen Überragenheit geben kann, ist seine tiefere, aufrichtigere Ehrfurcht vor Gott und dementsprechendes Tun und Lassen...

So wurde in der jüdischen Gesellschaft - ebenso wie in der vorislamischen auf der arabischen Halbinsel, aber auch anderswo - die Geburt einer Tochter als Schmach verstanden. Die Mutter weinte bitterlich, wenn das geborene Kind ein Mädchen war, und sie war erleichtert und geehrt, wenn sie einen Sohn zur Welt brachte.
Einen Sohn zu gebären, wurde ihr hoch angerechnet.
Seitens des Gatten, der Familie und der Gesellschaft...
Kam jedoch ein Mädchen zur Welt, so wurde ihr das als ihr Verschulden, als ihr Versagen und derlei vorgeworfen...
Warum aber dachte man so?

Nun, darüber sprechen wir das nächste Mal. Wie immer, unter Hinzuziehung renommierter Literaturquellen wie beispielsweise der Zivilisationsgeschichte Will Durants.
Bis zum nächsten Mal also...

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