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Freitag, 03 Oktober 2014 16:19

Botschaft an die Hadschpilger zum Heiligen Hause Gottes

Botschaft an die Hadschpilger zum Heiligen Hause Gottes
Im Namen Gottes des Allerbarmers,  des Barmherzigen Preis und Dank sei Gott,  dem Herrn der Welten Gottes Segensgruß sei Mohammad und den Reinen aus seinem Hause

 

Freudig und respektvoll entbiete ich euch Glücklichen, die ihr dem Aufruf des Korans gefolgt und zu dem Gastbesuch am Hause Gottes geeilt seid, meinen Friedensgruß. Als erstes möchte ich sagen, dass ihr diesen großen Segen schätzen sollten. Ihr solltet  über die persönlichen und gesellschaftlichen, die geistig-seelischen und internationalen Aspekte  dieser einmaligen Pflicht nachdenken und daraufhin um Erreichung deren Ziele bemüht sein und den begnadenden allmächtigen  Gastgeber  dafür um Beistand bitten. Im Einklang mit euch bitte ich den Vergebung und Gnaden spendenden Herrn, dass er Seinen Segen an euch vollenden möge und, genauso wie Er euch den Erfolg zur Hadsch-Reise schenkte, euch auch das Glück  der  vollständigen Vollbringung des Hadsches bescheren möge. Ich bitte, dass Er diesen Hadsch großzügig akzeptiert und euch mit vollen Händen und bei vollständiger  Befreiung von jedem Übel in eure Heimat zurückkehren lässt. So Gott will!

Während der kostbaren Gelegenheit dieser einmaligen und tiefsinnigen religiösen Zeremonie gehört es neben der Läuterung und dem spirituellen und geistigen Wiederaufbau , welche die größten und nachhaltigsten Errungenschaften des Hadsches sind, zu den höchsten Pflichten und Regeln der Hadschpilger, den Problemen der Islamischen Welt Beachtung zu schenken und sich umfassend und intensiv mit den wichtigsten und vorrangigsten Fragen der Islamischen Umma zu befassen.

Eine dieser wichtigen vorrangigen Angelegenheiten ist der Zusammenschluss der Muslime und die Lösung der Probleme, die einen Abstand zwischen einigen Teilen der Islamischen Weltgemeinde hervorrufen. Im Hadsch kommt die Einheit und die Harmonie  zum Ausdruck und  er ist Ausgangspunkt der Brüderlichkeit und gegenseitiger Unterstützung.  Beim Hadsch müssen sich alle auf die Gemeinsamkeiten und die Behebung von Meinungsverschiedenheiten konzentrieren.  Die Zwietrachtstiftung hat schon immer zwecks Erreichung der eigenen üblen Ziele für die schmutzigen Akteure der imperialistischen Strategien auf der Tagesordnung gestanden.  Doch heute ist die Politik der Spaltung unter den Muslime intensiviert worden, da die muslimischen Völker dank des Islamischen Erwachens die Feindseligkeiten der Front der arroganten Gewaltmächte und des Zionismus richtig erkannt und ihnen gegenüber Stellung bezogen haben.

Der listige Feind will  unter den Muslimen selber das Kriegsfeuer  schüren und ihre Motivation  zum Widerstand und Dschihad auf Abwege lenken, um das zionistische Regime und die Agenten der arroganten Mächte, welche die wahren Feinde sind, ins  sichere Abseits zu bringen. Auf diese heimtückische Politik geht auch die Gründung und der Einsatz von takfiristischen und ähnlichen Terrorgruppen in den regionalen Ländern der Westasiens zurück. Es ist ein Alarmsignal für uns alle, dass wir die Vereinigung der Muslime heute als eine der wichtigsten nationalen und  internationalen Aufgaben betrachten müssen.

Eine weitere wichtige Angelegenheit ist die Palästinafrage. Nach Ablauf von inzwischen 65 Jahren seit Beginn der Gründung des besatzerischen zionistischen Regimes und dem vielen Auf und Ab in dieser wichtigen, sensiblen Angelegenheit, und insbesondere  angesichts der blutigen Ereignisse der letzten Jahre sind allen zwei Tatsachen klar geworden, und zwar als erstes die Tatsache, dass das zionistische Regime und seine verbrecherischen Unterstützer  in Bezug auf Bestialität und Verletzung aller Regeln der Menschlichkeit und Ethik keinerlei Grenzen kennen. Sie betrachten Verbrechen, Generationsausrottung, Verwüstung, die Ermordung von Kinden, Frauen und schutzlosen Menschen und jede Art von Übergriff und Unterdrückung , die ihnen möglich sind, als erlaubt  und sind sogar stolz darauf. Die Szenen vom jüngsten 50-Tage Gazakrieg, welche zum Weinen sind,  liefern das neueste Beispiel für diese historischen Verbrechen, die sich allerdings seit einem halben Jahrhundert mehrmals wiederholt haben.

Die zweite Tatsache besteht darin, dass diese Blutvergießer und Tragödienstifter nicht das Ziel der Anführer und der Unterstützer des Besatzerregimes umsetzen konnten. Im Gegenteil zu dem einfältigen Wunsch böswilliger Politspieler,  das zionistischen Regime zu stärken und zu festigen, nähert sich dieses Regime von Tag zu Tag immer mehr seiner Auflösung und Vernichtung.

An dem  50-tägigen Widerstand des abgeriegelten und schutzlosen Gazas gegenüber der Macht, welche das zionistische Regime mit aller Wucht demonstrierte, und daraufhin  der Niederlage und dem Rückzug dieses Regimes und seiner Kapitulation gegenüber den Bedingungen des Widerstandes sind deutlich die Schwäche, Unfähigkeit und Instabilität dieses Regimes abzulesen. Das bedeutet, dass das palästinensische Volk mehr denn je Hoffnung hegen kann, (es bedeutet auch)  dass die Dschihad- und Hamas-Kämpfer ihren Einsatz und ihren Willen steigern und das Westjordanland machtvoller und fester den stetigen ehrenvollen Weg fortsetzen sollen, sowie dass die muslimischen Völker von ihren Regierungen eine wahre und ernsthafte Unterstützung für Palästina fordern und die Muslimregierungen aufrichtiger auf diesem Weg handeln müssen.

Das dritte wichtige und vorrangige Anliegen ist  die Wachsamkeit, welche  Aktivisten, die das Wohl der Islamischen Welt wollen, hinsichtlich des Unterschiedes zwischen dem unversehrten Islam Mohammads (s) und dem Islam nach amerikanischer Version besitzen  müssen. Sie müssen sich und die anderen vor  einer Verwechslung zwischen diesen beiden bewahren. Der erste, der sich für die Unterscheidung von diesen beiden Begriffen eingesetzt hat, ist unser großer verstorbener Imam (Chomeini) gewesen. Er hat dieses Thema in das politische Vokabular der Islamischen Welt eingeführt. Der echte, unversehrte Islam ist ein Islam des Friedens und der Spiritualität, ein Islam voller Gottesfürchtigkeit und bei dem das Volk regiert. Es ist  der Islam derjenigen, auf die  اَشِدّاءُ عَلَى الكُفّار رُحَماءُ بَينَهُم „hart gegen die (feindlichen) Ungläubigen, doch barmherzig zueinander"[1] zutrifft.

Die amerikanische Islamversion ist eine Tarnhülle, hinter der sich der  Dienst an den  Fremden und die Feindschaft gegenüber der Islamischen Weltgemeinde, verbirgt.   Ein Islam, der das Feuer der Zwietracht zwischen den Muslimen schürt, der statt auf die göttlichen Verheißungen zu hoffen  den Feinden Gottes vertraut, der statt gegen den Zionismus und die arroganten Unterdrückermächte zu kämpfen gegen die muslimischen Brüder Krieg führt und der sich mit den arroganten gewalttätigen USA gegen die eigene Nation oder andere Nationen vereint, ist kein Islam. Es ist eine gefährliche und schreckliche Heuchelei, gegen die jeder aufrichtige Muslim kämpfen muss.

Bei  mit Erkenntnis und tieferem Nachdenken einhergehender Betrachtung werden  für jeden Wahrheitssuchenden diese wichtigen Tatsachen in der Realität der Islamischen Welt  klar erkennbar und schält sich deutlich die derzeitige Pflicht heraus.

Der Hadsch und seine Rituale und Bräuche sind eine kostbare Gelegenheit, an diese Erkenntnis und Weitsicht zu gelangen, und es ist zu hoffen, dass ihr glücklichen Hadschpilger  dieses göttliche Geschenk vollständig nutzt. Ich vertraue euch alle dem Schutz Gottes des Allmächtigen an  und bitte Ihn, eure Bemühungen anzuerkennen.

Der Frieden und Segen Gottes und Seine Barmherzigkeit sei mit euch

Seyyed Ali Khamenei

5. Dhul Hidscha 1435, 30.9.2014

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