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Montag, 07 Oktober 2013 18:14

Hadsch- Die Reise zu Gott

Hadsch- Die Reise zu Gott
      Der Dhu-l Hidscha ist der Monat, in der die große Pilgerreise nach Mekka stattfindet. Die Hadschpilger machen sich auf den Weg zur Kaaba . Den Monat Dhu-l Hidscha erfüllen Gotterkenntnis und die Erinnerung an Gott .Dieser Monat ist
eng mit den geografischen Namen Mekka, Safa und Marwa verknüpft und natürlich mit dem Namen des ersten Gotteshauses: die Kaaba..

 

„O Gott wir haben deinen Ruf gehört und sind gekommen.“ Das ist die Losung der Pilger, die in diesem Monat in Mekka und in Hidschaz erklingt und in alle Welt hinauszuschallen vermag.

 

Dhu-l Hidschah ist der Monat des Hadsches und der Gottesdienstbarkeit. Es ist ein Monat der Läuterung.

Der Hadsch nimmt unter allen Akten des Gottdienens einen besonderen Platz ein. Er ist eine der wichtigen Säulen des Islams und eines seiner prächtigen Wahrzeichen. In einer Überlieferung heißt es: „Der Hadsch bringt Ruhe in die Herzen.“

Einige gottesdienstliche Handlungen kann der Mensch sowohl als Einzelner als auch gemeinsam mit anderen durchführen, aber der Hadsch ist ein gemeinschaftliches Gott-Dienen.

Er wird nur zu einer bestimmten Zeit und nur an einem bestimmten Ort, nämlich in Mekka vollzogen. Die anderen gottesdienstlichen Handlungen kann der Mensch auch an anderen Orten vornehmen.

Hadsch ist ein Gott-Dienen, welches die Anstrengung auf dem Wege Gottes (Dschihad) , finanzielle Opfer und Mühen sowie die Abwendung von dem Ego und stattdessen Zuwendung zu Gott beinhaltet.

 

Beim Hadsch sprengt der Mensch die Ketten der Liebe zum Weltlichem und befreit sich von der Selbstbezogenheit. Er lernt das Leben im Zeichen des Ein-Gott-Glaubens kennen. Während er die Kaaba beim Tawwaf besonnen sieben Mal umschreitet, ist er von allem frei geworden und wird in der wogenden Menschenmenge zu einem winzigen Tropfen im großen Ozean . Wie die anderen denkt er nur noch an Gott und hat nur noch Seinen Namen auf den Lippen.

Die Muslime umkreisen die Kaaba aus freien Stücken so wie alle Kreaturen , Gottes Anweisung folgend um die Achse kreisen, die für sie festgelegt wurde. Wie die Elektronen um den Atomkern kreisen und der Mond um die Erde, und die Erde mit ihrem Trabanten um die Sonne und die Sonne mitsamt den Bestandteilen des Sonnensystems um eine andere Achse, so dreht sich der Mensch auch um eine Achse: er dreht sich um die Kaaba.

Es scheint sich darin die Weisheit zu verbergen, dass der Mensch von seinem Kreisen um die Achse des Egos darauf übergehen sollte, die Achse der Gotterkenntnis zu umkreisen und sich um sie zu drehen. Denn der Prophet des Islam (s) hat gesagt: Wer sich selber erkannt hat, der wird bestimmt auch seinen Gott erkennen.

Der Hadsch ist eine sehr wichtige gottesdienstliche Handlung und voller Segen. Jeder Pilger möchte den größten Nutzen aus dieser spirituellen Reise ziehen. Daher ist es notwendig, dass er sich darauf vorbereitet. Ein Hadschpilger muss erst seine Niyyat – d.h. seine Entschlussfassung zur Durchführung dieses gottesdienstlichen Aktes ganz auf Gott ausrichten und er muss sich ehrlich von den Sünden, die er begangen hat, abkehren und sie bereuen. Er muss die finanziellen und materielle Rechte, die andere gegenüber ihm haben, erfüllen oder etwaige Verletzungen dieser Rechte wieder gutmachen. Und wenn er die gottesdienstlichen Pflichten versäumt hat, dann muss er das Versäumte nachzuholen versuchen. Sollte er bis dahin seine Khumsabgabe (ein Fünftel des jährliches Verdienstüberschusses ) und die Zakkat-Steuer nicht bezahlt hat, muss er dies vor seinem Hadsch erledigen.

 

In vielen Überlieferungen steht, dass Gott möglicherweise auf ein Recht, dass er gegenüber einem Diener hat verzichtet, aber keine Nachsicht übt, wenn jemand das Recht eines anderen verletzt oder ihm nicht gibt, was ihm zusteht.

 

Der Hadsch ist ein guter Anlass, damit der Hadschpilger seine Handlungen überprüft und Versäumtes nachholt . Der Hadschpilger kann seine Reise nach Mekka nur aus Mitteln bestreiten, die religionsrechtlich rechtmäßig (halal) sind. Er soll nicht in Vertrauen auf seine eigenen Kräfte sondern in vollem Vertrauen auf Gottes Beistand die Pilgerreise antreten.

 

Der Pilger soll nach Ankunft im Land der Offenbarung und vor Beginn der Riten versuchen sich von allem, was ihn von den spirituellen Dingen ablenkt, zu enthalten. Zugleich soll er ein guter Reisegefährte für die anderen, freundlich und bescheiden sein, und nichts Unsinniges reden.

Der Hadsch ist das große internationale Treffen der Muslime in Mekka. Bei ihrer gewaltigen Versammlung lassen sie alle weltlichen Faktoren der Trennung beiseite . Sie nehmen die gleiche Form an, sind Seite an Seite und einmütig umkreisen sie gemeinsam die schlichte Kaaba. Das erste Gotteshaus auf Erden ist die Achse ihrer konzentrischen Pilgerbewegung.

Im Vers 97 der Sure 5 (Sure Maedeh) heißt es:

„Allah hat die Kabaa, das unverletzliche Haus, zu einer Stütze und Erhebung für die Menschheit gemacht“

 

Diese Menschenmassen an der Kaaba sollen trotz all ihrer äußeren Unterschiede und ihrer verschiedenen ethnischen Abstammung und ihrer Rechtsschulen an diesem einen Ort mittels eine besonderer Übung etwas lernen, nämlich dass sie sich auf besondere Weise verhalten und in Richtung eines festgelegten gemeinsamen Zieles bewegen sollten.

Beim Hadsch werden die Menschen herangeformt, damit sie nebeneinander zu Einheit und Zusammenhalt finden und trotz ihrer Unterschiede die ideale Islamische Gemeinschaft bilden.

Dies lehrt der Hadsch den Muslimen mit seinen Riten , damit sie ihre Gesellschaft und ihre Weltgemeinschaft in einer Form gestalten, die Gott zufrieden stellt. In einer solchen Gesellschaft fallen alle künstlichen und falschen Privilegien weg und alle Menschen, ob arm oder reich, ob akademisch ausgebildet oder mit wenig oder keiner Bildung, kommen auf eine Stufe zu stehen. Die Teilnehmer am Hadsch lernen in dieser theoretischen und praktischen Werkstatt, was gutes Handeln bedeutet.

Die Muslimen erlernen beim Hadsch die gesunde Lebensweise in der Gemeinschaft und wie sie sich gemäß dem Islam als Mitglied der Gesellschaft verhalten sollen.

Gemäß Koran nimmt der Hadsch unter den gottesdienstlichen Handlungen einen besonders wertvollen Platz ein und nicht jeder kann Betreuer des Hadsches und des Gotteshauses sein. Dies kann nur jemand der die Wahrheit des Hadsches begriffen hat und sich für die Verwirklichung seiner Ziele einsetzt.

Gott hat vor Leuten gewarnt, die die Hadschreise leiten, aber es nicht würdig sind. Im Vers 34 der Sure Anfal (Sure 8) heisst es: „Ihre Beschützer (die Beschützer der Moschee in Mekka, in der die Kaaba steht und der Hadschreise) sind nur die Gottesfürchtigen, jedoch die meisten von ihnen wissen es nicht.“

 

 

Wie bedeutend der Hadsch ist, ist am Verhalten der Unfehlbaren Imame (a.s.) beim Hadsch zu sehen. Zum Beispiel hat Imam Sadschad (a.s.) wenn er die Preisung „ Gott ist Größer“ zu Beginn des Hadsches sprechen wollte, sich gefürchtet und gesagt:

„Ich fürchte , dass mir, wenn ich `Labaik` – `(Gott) ich bin Deinem Ruf gefolgt` sage, `La Labaik` – nämlich : `nein- du bist ihm nicht richtig gefolgt!` erwidert werden wird!“

 

Imam Resa (a.s.) hat über die verschiedenen Seiten des Hadsches gesagt:

„Fürwahr sind die Menschen mit dem Hadsch beauftragt, damit sie zur Audienz Gott des Allmächtigen kommen , Ihn um größeren Segen bitten und frei werden von Sünden, die sie begangen haben ; damit sie sich reuevoll von der Vergangenheit abkehren und in Zukunft Wiedergutmachung üben und den rechten Weg wählen; und auf dass sie in dieser Form Unkosten und körperliche Mühlsal auf sich nehmen, sich selber von der Freude an der Familie und das Selbst von den Vergnügungen fernhalten, Wärme und Kälte ertragen und den spirituellen Zustand, den sie erreichen, beibehalten und Gottergebenheit üben.“

Der Hadsch , dieser eindrucksvolle gottesdienstliche Akt in Mekka, hat so zahlreiche Aspekte wie kein anderes Gott-Dienen.

Imam Resa (a.s.) hat gesagt: „Der Segen des Hadsches kommt nicht nur den Pilgern sondern allen zugute, sowohl denen, die am Hadschritual teilnehmen, als auch denen, die nicht teilgenommen haben. Der Hadsch ist eine allgemeine Angelegenheit und sein Nutzen und seine Wirkung ist nicht nur für eine Gruppe bestimmt...“

 

 

 

 

 

 

 

 

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