Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Sonntag, 21 Oktober 2012 03:03

Mit den Hadschpilgern (3)

Mit den Hadschpilgern (3)
    Der Hadsch ist der eindrucksvollste Gottesdienst und enthält mystisch gesehen einmalige Weisheiten. Die Hadschzeremonie verbildlicht hohe moralische Tugenden und kann zur besten Brücke
zu Gott werden und die beste Station zur Reinigung der Seele sein. Dieser himmlische Brauch liefert die schönste Szenen der Gottergebenheit. Mirza Dschawad Maleki Tabrizi , bekannter zeitgenössischer Gnostiker sagt:

 

Das eigentliche Ziel für die religionsrechtliche Verpflichtung zum Hadsch und zu den anderen Formen des Gott-Dienens ist ihr spiritueller Effekt. Der Mensch soll auf diese Weise von der körperlichen in die spirituelle Welt weiterkommen und an Gotterkenntnis, und zu einer ständigen Beziehung zu Ihm gelangen. Er soll zusammen mit den Gottesfreunden in der Bleibe des Großmutes Gottes weilen."

 

Einer der wichtigen Weisheiten des Hadsches besteht darin, den Grad der Ergebenheit und Gott-Dienstbarkeit zu messen. Die Pilger zum Großen Freund haben, in das Pilgergewand gehüllt, die Stadt Mekka betreten, alle in weiß und alle mit dem Ruf Labaik auf den Lippen. Der Prophet Gottes sagt: Wer einen Tag lang bis zum Sonnnuntergang labaik sagt – nämlich Gott ich habe deinen Aufruf erwidert - dessen Sünden werden vernichtet und er wird so werden, wie an dem Tag, als ihn seine Mutter auf die Welt brachte.

 

Die Stadt Mekka ist der Ort, an dem Engel Dschibrail (Gabriel) herabstieg und der Geburtsort großer Gottesgesandten. Mekka erlebte das Licht des Letzten der Propheten, Mohammad – Gottes Segen und Frieden sei ihm und seinem Hause. Diese vollendete Religion wurde zum ersten Mal von Mekka aus den Weltbewohnern vorgestellt.

In Mekka hat der Prophet schlimme Schikanen seitens der Abu Sufiyan und Leuten wie Abu Dschahl erfahren, aber er hat nicht aufgegeben und den jungen Islam in einen starken Baum voller Früchte verwandelt.

 

 

In Mekka suchen die Pilger als erstes die Al-Haram-Moschee mit der Kaaba in der Mitte auf. Sie haben das sichere göttliche Hoheitsgebiet betreten: Haram. Mit Haram wird ein Ort bezeichnet, an dem jeder sicher ist: Menschen, Tiere und selbst die Pflanzen sind in Mekka vor Übergriffen geschützt.

Der verheißene Augenblick naht heran. Beim Anblick der Kaaba schlagen die Herzen höher. Sie ist das Haus Gottes. Sie zieht wie ein großer Magnet die Herzen an und Geist und Körper der Pilger beginnen ihre Umschreitung. Die Kaaba ist ein Haus, welches Gott bereitstellte, damit die Herzen zur Ruhe finden.

Die meisten Quellen stimmen darin überein, dass die Kaaba von Adam errichtet wurde. Auch Adam führte den Tawaf um die Kaaba durch: – die Umschreitung dieses Gotteshauses.

Die Kaaba hat es demgemäß schon vor Prophet Abraham gegeben. An der Kaaba haben viele Gottgesandten ihre Gott-Dienstbarkeit bezeugt.

Prophet Abraham wurde angewiesen, die Kaaba als Wahrzeichen des monotheistischen Glaubens wieder aufzubauen und die Menschen zu dieser Anbetungsstätte herbeizurufen. Prophet Abraham hat seine Gemahlin und seinen kleinen Sohn beim Haus des Ein-Gott-Glaubens zurückgelassen, damit sie dort das Gebet verrichten.

 

 

 

Die Kaaba ist ein würfelähnliches Bauwerk aus Steinblöcken mit einer Höhe von circa 15 m, 12 m lang und 10 m breit. Sie steht auf einem großen Platz in der Mitte der Al-Haram-Moschee.

Es ist ein schlichtes Gebäude und im Gegensatz zu den modernen Turmbauten in Mekka sehr einfach gestaltet. Gerade darin liegt ihre Faszination und Größe.

Imam Ali a.s. sagt über dieses Gotteshaus:

 

Gott hat Sein Haus, welches der Erhebung und dem Bestand der Menschen dient, in eine gebirgige Gegend voller Kieselböden und zwischen harte Berge und weichen Sandböde und Quellen, die wenig Wasser führen und verstreute Ortschaften gestellt. Er rief Adam und seine Nachkommen auf, in Richtung dieses Hauses zu bauen und ihre Herzen auf es zu richten, damit sie um es herum rufen: Es gibt keinen Gott außer Gott. ...

Wenn Gott gewollt hätte, hätte er Sein Haus am besten und schönsten Ort auf der Erde errichtet und hätte sein Gestein aus grünen Smaragden und roten Rubinen sein lassen. Aber Gott bereitet seinen Diener verschiedene harte Prüfungen und bringt sie durch verschiedene Bemühungen auf Seinem Wege dazu, dass sie Ihm dienen. Er stellt sie mit Schwierigkeiten und unbequemen Dingen auf die Probe, damit sie Stolz und Eigendünkel aus ihren Herzen vertreiben und diese durch Ergebenheit und Bescheidenheit ersetzen. (Nahdsch-ul Balagheh, 192. Rede)

 

 

Der iranische Religionsgelehrte Mula Mehdi Naraqi schreibt über die Versammlung der Pilger um die Kaaba: "Gott der Höchsterhabene hat der Kaaba dadurch ihre Würde verliehen, dass er sie auf Sich selber bezieht. Er hat sie für das Dienen seiner Diener errichtet und er hat ihre Umgebung zu Seinem sicheren Heiligtum erklärt und durch Untersagung der Jagd und das Verbot der Entwurzelung von Bäumen die Sicherheit und Heiligkeit Seines Hauses unterstrichen ... Er hat festgelegt, dass die Pilger von weit her herbeikommen und ihre Ergebenheit und Bescheidenheit gegenüber dem Besitzer des Hauses und Seiner Herrlichkeit und Größe zeigen sollen."

 

 

Die größte Vorzüglichkeit der Kaaba besteht darin, dass sie das Haus des Ein-Gott-Glaubens ist und kein nicht-göttliches Motiv bei ihrer Errichtung und ihres Fortbestandes mitgewirkt hat.

Die Pilger umschreiten im Tawaf ein Haus, das auch von den Engeln umschritten wird und an dem die Propheten und Statthalter Gottes Gott gepriesen haben. Der Pilgerbesuch dieses Hauses, welches Abraham wieder errichtete, geht mit der Aufgabe einher, den Gedanken des Monotheismus zu bewahren und die Formen des Polytheismus zu bekämpfen. Die Kaaba ist Achse des islamischen Gott-Dienens und des Gesellschaftslebens der Muslime. Die Muslime beten 5 mal am Tag ihr Gebetsritual in Richtung der Kaaba in Mekka. Das gemeinsame tägliche Beten von Millionen von Menschen zu bestimmten Zeiten und in dieselbe Richtung bringt ihre Herzen einander nahe. Gott wollte, dass sich die Muslime in Richtung Kaaba wenden, wo immer sie auch auf der Erde sind, denn dieses Haus muss Mittelpunkt der Einheit sein. Um diesen Drehpunkt sollen sich alle Monotheisten versammeln.

Wenn die Menschen in Mekka die Kaaba umkreisen, kommt auf schönste Weise ihre Gott-Dienstbarkeit und ihre Gottergebenheit zum Ausdruck.

Vom Propheten des Islams wird wie folgt überliefert:

Wer sieben Mal das Haus Gottes umschreitet, dem wird bei jedem Schritt ein gutes Werk niedergeschrieben, eine Sünde gelöscht und er wird um einen Grad höhergestellt."

 

 

Wie ein großer unablässiger Strom bewegen sich die Pilger um die Kaaba. Im Heiligtum Gottes sind die Hände bescheiden und bittend erhoben und die Augen tränenfeucht. Der einzelne Pilger ist eingetaucht in das bewegte Menschenmeer: ein Tropfen in einem Ozean. Er strebt nur nach Gott und sucht nach seiner eigenen wahren Identität. Die Kaabah ist Mittelpunkt und wird umkreist. Dies soll vor allen Dingen symbolisieren, dass es eine zentrale Rolle im Leben des Menschen spielt, Gottes Zufriedenheit zu erreichen.

 

Der Hadschpilger beugt im Heiligtum des Freundes ergeben seine Stirn zur Erde. Imam Chomeini schreibt über die Umkreisung der Kaaba: "In der Umkreisung der Kaaba, welche Symbol der Liebe zu Gott ist, wird das Herz frei von den anderen und die Seele gereinigt von der Furcht zu anderem als Gott. Parallel zur Liebe zu Gott sucht euch zu distanzieren von den großen und kleinen Götzen und Abgöttern und ihren Anhängern, denn Gott der Höchsterhabene und seine Freunde haben sich von diesen distanziert."

 

Der Mensch betritt also die Kreisbahn des Ein-Gott-Glaubens und wendet sich von allem Götzentum ab. Er wird beim Umkreisen des Hauses Gottes zu einem Falter, der die Flamme der Wahrheit umschwirrt.

Beim anschließenden Tawaf-Gebet wirft er sich vor Gott, dem Allbarmherzigen und Einzigen zur Erde nieder und bedankt sich. Nun ist er auf die nächste Phase dieser spirituellen Reise vorbereitet.

 

 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren