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Donnerstag, 26 Dezember 2013 05:00

Die Muslime grüßen Jesus und Maria (4)

Die Muslime grüßen Jesus und Maria (4)
„Einst sprachen die Engel: „Maria, dich hat Gott auserkoren, geläutert und dich vor allen Frauen der Welt auserwählt.“ (Hl. Koran Sure 3, Vers 42)

In den vorangegangen Beiträgen haben wir in Anlehnung an den Korankommentar Nomuneh die Koranverse 16 bis 26 der 19. Sure betrachtet.   In diesem Abschnitt der Sure Maryam  offenbart Gott, wie der Prophet Jesus zur Welt kam. Maria gebar ihn in Abgeschiedenheit und  Gott schickte ihr auf wunderbare Weise Wasser zum Trunk und Datteln als Speise und gebot ihr unter die Menschen zurückzukehren.  Maria, die alle als unbescholtene fromme Frau kannten, fürchtete sich vor den Vorwürfen , die man ihr wegen der Geburt eines Kindes  machen würde. Sie wusste nicht wie sie sich rechtfertigen sollte. Gott aber ließ sie wissen: Geh unter die Menschen und wenn sie dich fragen, dann sag, ich kann heute nicht antworten, weil ich Gott gelobt habe, einen Tag lang zu schweigen.   Maria nahm sich den Rat Gottes zu Herzen. Sie nahm  ihr Kind auf den Arm und kehrte unter die Menschen zurück. Wie aber reagierten nun die anderen?

 

In der Sure 19, Vers 27 und 28 lesen wir:

                                  

„Sie sagten : O Maria! Wirklich, du hast eine sonderbare Tat begangen !

Sie sagten:      Du hast etwas schlimmes getan!  Ausgerechnet du! Kommst die nicht aus  einer Familie  die wegen ihrer Gottesfürchtigkeit hoch in Ansehen steht?!

Und sie wiesen , wie im Koranvers 28 steht, Maria wie folgt auf ihre Herkunft hin :

 

 … Dein Vater war doch kein Bösewicht und deine Mutter war keine liederliche Frau!“

  Dabei sprachen sie Maria mit “Schwester des Harun” an.

                                                   

Einige haben sich darüber gewundert oder beanstandet, dass es im Koran heißt, die Juden  hätten Maria mit „Schwester des Harun“ angesprochen. Sie bringen den Einwand, dass Harun oder verdeutscht Aaron  der Bruder des Propheten  Moses gewesen ist und Maria wegen der großen Zeitspanne zwischen ihr und  Aaron doch nicht dessen leibliche  Schwester sein konnte.  Dies erklärt sich einfach dadurch, dass es zu der Zeit, in der Maria lebte, üblich war, besonders guten Menschen  einen Beinamen zu geben, der  im Zusammenhang mit Propheten und Gottesfreunden  stand. Daher wurde die gottesfürchtige   Maria „Schwester Aarons“  genannt.

Nun aber war  Maria, die als äußerst gläubig und moralisch einwandfrei bekannt geworden war,  wegen dem  Neugeborenen das sie auf  dem Arm  trug, völlig ins falsche Licht geraten.

Gott hatte Maria empfohlen: Wenn du den anderen begegnest, dann sprich einen Tag nicht mit ihnen. Und als nun die anderen sie mit dem Kind sahen und sie beschimpften,da schwieg sie, denn Gott hat ihr geboten zu schweigen. In ihrer Not wies sie wie Gott ihr empfohlen hatte auf Jesus und deutete an: Fragt ihn doch!

 

Alle wunderten sich:  Was! Wir sollen diesen Säugling um Antwort bitten? Der versteht doch nicht was wir sagen!

 

Aber erneut ereignete sich ein Wunder. Das Kind in der Wiege sprach.

Und Jesus sagte, wie in dem Vers 30 der Sure 19 steht:

                     

„ Ich bin der Diener Allahs                     

Mir wurde die Schrift gegeben und ich wurde zum Propheten bestimmt!“ 

Und nachdem Jesus sich auf dieser Weise  als Diener Gottes, als Überbringer der Schrift, des Evangeliums, und als  Gesandter Gottes vorgestellt hatte, fuhr er fort:

„Und Er, Gott,  hat mich , wo immer ich bin, zu einem Segen werden lassen und gebot mir das Gebet zu verrichten und die Zakkatsteuer zu geben, solange ich lebe.Und er ließ mich liebevoll zu meiner Mutter werden.. Er machte keinen elenden Hochmütigen aus mir.“

Und dann betete Jesus um den Segen Gottes:,

                                   

 Der Friede (Gottes) möge   auf dem Tag meiner Geburt und dem Tag, an dem ich sterbe, und dem Tag, an dem ich zum Leben erweckt werde, ruhen.

                                   

So sprach gemäß den Koranversen 30 bis 33 der Sure Maryam, Jesus, als er noch als Kind in den Armen seiner Mutter Maria lag. Es war selbstverständlich ein Wunder, denn es geschah etwas, was mit allen Regeln der natürlichen Sprachentwicklung des Menschen brach.  Dieses Wunder, das sich wie alle Wunder nicht mit den bekannten Regeln erklären  aber auch nicht aufgrund der unvollkommenen Erkenntnisse der menschlichen Wissenschaft als  unmöglich abweisen lässt, diente als Zeugnis für die Wahrheit, die  Gott aus dem Munde des  Neugeborenen kommen   ließ.

                                       

„Ich bin der Diener Gottes. Mir wurde die Schrift gegeben und ich wurde zum  Gesandten bestimmt.“

 Zu diesen Koranversen, in denen sich Jesus vorstellt, haben wir einige Anmerkungen aus dem Korankommentar Nemuneh herausgesucht.

In seinen Worten betont Jesus als erstes, dass er der Diener Gottes ist, denn der höchste Rang eines Menschen ist sein Rang als Gott-Ergebener,  der sein Leben in den Dienst seines Erschaffers und Erhalters stellt.

Zweitens fällt auf, dass Jesu nur zwei der Gebote Gottes nennt, die zur Gestaltung des menschlichen Lebens dienen, obwohl es doch noch mehr gibt. Und zwar nennt er  das tägliche Gebet und das Zahlen der Zakkatsteuer. Dadurch gewinnen  diese beiden Gebote, die zum Wohle des Einzelnen und der Gemeinschaft gereichen,  an Wichtigkeit.

Und noch einen weiteren Inhaltspunkt in den Worten Jesu möchten wir hervorheben und zwar den, dass er sagt:  Gott ließ mich liebevoll zu meiner Mutter werden.

 

Damit stellte sich Jesus  verteidigend und schützend vor seine Mutter, die wegen ihrer jungfräulichen Empfängnis dem Argwohn und den Beleidigungen der Leute ausgesetzt war. Die Worte, die Gott ihn als Neugeborenes in der Wiege sprechen ließ, lehren auch uns: Ehret eure Eltern!

Besonders eure Mutter. Erweist ihr Liebe!      

Zweifelsohne bringt eine Mutter viele Opfer für ihr Kind.   Sie erträgt die Schwangerschaft und die Geburt, sie stillt das Kind und versorgt es , wacht an seinem Krankenbett und hilft ihm, bis es erwachsen ist , und bis an ihr Lebensende  möchte sie immer nur  das Beste für ihr Kind.  Daher gebietet Gott: Erweist eurer Mutter Liebe.

Wir schließen heute mit einer Überlieferung. Im nächsten und letzten Beitrag werden wir noch im Zusammenhang mit Jesus die  Koranverse 34 bis 36 der Sure Maryam betrachten.

                                              

In einer Überlieferung, in der Imam Sadeq aleihe salam über das Leben des Propheten berichtet heißt es:

Ein Mann fragte den Propheten Mohammad salawatollah aleih: Wem soll ich Gutes tun? Und er antwortete:

“ Deiner Mutter!”

  Der Mann fragte: “Und wenn ich ihr Gutes getan habe, wem soll ich dann Gutes tun?”

Der Prophet antwortete wieder:

 “Deiner Mutter.”

 Und auch beim dritten Mal, als der Mann fragte: “Und wem soll ich daraufhin  Gutes tun?”, sagte der Prophet Mohammad (Friede sei mit Ihm und seiner Familie): “Deiner Mutter.”

 

 Wieder fragte der Mann: “Und dann? Wem soll ich dann Gutes tun?”

 Da erst, beim vierten Mal,  sagte der Prophet: “Deinem Vater!”

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