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Freitag, 20 Dezember 2013 10:41

Die Muslime grüßen Jesus und Maria (3)

Die Muslime grüßen Jesus und Maria (3)
 Wir brachten Ihnen in den ersten beiden  Beitragen die Verse 16 bis 24 aus der Sure Maryam, der 19. Sure im Koran und besprachen diese. 

An dieser Stelle im Koran erfahren wir,  wie  Gott dem Propheten Mohammad die Geschichte Marias offenbart und ihm verkündet, wie Maria die Botschaft über die Geburt Jesu von Engel Gabriel  erhielt und wie Maria sich an einen einsamen Ort zurückzog, um das verheißene Kind zur Welt zu bringen.

Maria, die für alle ein Symbol der Gottesfürchtigkeit und moralischen Unversehrtheit geworden war, quälte der Gedanke, welchen Verleumdungen sie ausgesetzt sein würde.  Als ihre Wehen wieder einsetzten und sie mutterseelenallein an den Stamm einer vertrockneten Dattelpalme in der Wüste gelehnt spürte, dass das Kind bald zur Welt kommen würde, rief sie vor Kummer:

                                    

„O wäre ich doch schon vorher gestorben und alle hätten mich vergessen!“

Maria sah sich in einer schlimmen Lage.  Auf der einen Seite peinigte sie die  Angst vor den bevorstehenden Verleumdungen, die sie nicht zu beantworten wusste. Auf der anderen Seite war sie so bedrückt, wegen den Umständen, unter denen sie ihr Kind auf die Welt bringen musste:  Ganz alleine, ohne Helfer. Mitten in einer Einöde, wo es noch nicht einmal Trinkwasser gab und ohnehin nichts zu essen da war.  Keiner war bei ihr, um ihr bei der Geburt zu helfen, Keiner würde  sie und das  Neugeborene nach der Geburt  versorgen.

Diese Gedanken quälten Maria und es quälten sie auch die Geburtswehen. Wundert es daher dass sie, trotzdem sie  zutiefst von Gott und seiner Hilfe überzeugt war, in ihrer Not sich den Tod wünschte, und damit einen Wunsch tat, den eigentlich niemand das Recht hat, zu tun, ist doch das Leben ein kostbares Geschenk?  Aber für  Maria war der Gedanke, trotz ihrer Unschuld ins Gerede zu kommen, die größte  Qual. Für sie war  Ehrenhaftigkeit und Sittsamkeit so etwas Teueres, dass sie bereit war dafür  auf ihr Leben zu verzichten.

Gott läßt Maria   nicht lange leiden. Er schickt seinen überirdischen Beistand ,lässt unter ihren Füßen Trinkwasser fließen und gibt ihr zu Essen:

                                           

„Und es rief jemand unter ihren Füßen:

Sei nicht traurig! Dein Schöpfer und Erhalter hat dir zu deinen Füßen einen kleinen Bach fließen lassen. 

Und schüttle  diesen Dattelbaum, damit er frische Datteln für dich abwirft.“ (Hl. Koran, Sure 1, Verse 24 und 25)

Wieder schickt Gott der Jungfrau Maria Seinen Beistand.  Er spendet ihr Wasser, damit sie damit ihren Durst stillen kann. Und stellt frische Datteln für sie bereit. Die vertrocknete Dattelpalme war wieder ergrünt.  Sie muss nur die Palme schütteln, damit die Datteln auf sie herabfallen.

 

Doch Gott stärkt sie auch seelisch, denn er sagt ihr, wie sie sich gegenüber denen, die sie verleumden werden, verhalten soll.

 Und hilft ihr über die größte Sorge hinweg:

In dem Koranvers 26 der Sure 19, steht, was Maria den anderen sagen soll, wenn sie gefragt wird, woher das Kind komme.  Gott empfahl ihr:

                                          

„So sprich: Ich habe Gott , dem Barmherzigen, gelobt  heute durch mein Schweigen Enthaltsamkeit zu üben und  mit keinem zu sprechen. „

                                            

 

Gott tröstet Maria und gibt ihr die Hoffnung auf Beistand.  Von dieser Zuversicht erfüllt, fasst sie sich ein Herz, nimmt das Kind auf den Arm und kehrt zu den Menschen zurück.

 

Bevor wir im nächsten Teil die Geschichte von Maria und Jesus im Koran weiterverfolgen, möchten wir noch einige Überlegungen behandeln, die Kommentatoren zu dieser Koranstelle erwähnt haben.

Zum Beispiel wird in der persischsprachigen Koranexegese Nemuneh im Zusammenhang mit der Aufforderung an Maria, sie solle den Dattelbaum schütteln,  damit er dieser frische Datteln auf sie abwirft, gefragt: Wäre es nicht besser gewesen, wenn Gott, der ohne ihr Zutun unter ihren Füßen kostbares Wasser  zum Fließen brachte, die Datteln auf sie hätte herabfallen lassen, ohne dass sie nach den Anstrengungen der Geburt hätte aufstehen und die Dattelpalme hätte schütteln müssen?  War ihr nicht damals als sie in ihrer Gebetsnische Stunden in Gottesanbetung verbrachte,  Paradiesfrüchte gebracht worden, ohne dass sie irgendetwas hätte tun müssen? Und jetzt – in dieser schwierigen Lage in der sie sich befand – warum musste sie jetzt selber die Früchte ernten?

In diesem Korankommentar lesen wir:

„Wenn Gott Maria auffordert den Dattelbaum zu schütteln, damit Datteln herunterfallen und sie sich daran stärken kann, so erinnert er sie und uns daran, dass der Mensch, selbst wenn die Schwierigkeiten, in denen er  steckt,sehr groß sind,  versuchen soll, selber alle seine Kräfte einzusetzen, um ein Problem zu überwinden .“

 

Ein weiterer interessanter Punkt , den dieser Korankommentar behandelt, ist der, dass Gott frische Datteln für Maria schickt. Warum ausgerechnet Datteln? Hat er nicht den Kindern  Israels in der Wüste andere Speisen geschickt?

 Datteln sind reich an energiespendender Glucose und enthalten zahlreiche andere  lebenswichtige Stoffe und viele Vitamine. Das bedeutet also: Datteln sind außerordentlich nahrhaft. Und gerade etwas Nahrhaftes  brauchen Mütter, die frisch entbunden haben und ihren Säugling stillen müssen: Etwas Nahrhaftes und Vitamine.  Sie brauchen Calcium und Phosphor und Kalium – und das alles ist in Datteln enthalten.

Noch eine Frage wird in der Koranexegese, die wir herangezogen haben, behandelt und zwar die Frage:  Wieso gibt Gott Maria die Anweisung, einen Tag lang nicht mit den Menschen zu sprechen. Ist diese Art der Enthaltsamkeit nicht im Islam untersagt?

Ja, im Islam ist sie nicht erlaubt. Es heißt nur,  dass  der Mensch generell und besonders während des Fastens  beim Sprechen enthaltsam sein soll , in dem Sinne, dass er sich davor in Acht nimmt, etwas Ungerechtes zu sagen, jemanden zu beschimpfen, zu verleumden, einen Falscheid abzulegen usw. 

Doch Maria hat vor dem Islam gelebt. Und in der Zeit als sie lebte, schien ein solches Gelübde durchaus üblich zu sein. Es steht auch nichts darüber geschrieben, dass sich die anderen darüber wunderten, als sie zu verstehen gab,  sie habe Gott einen Tag „Schweigen“ gelobt.  Sie folgte zudem der Anweisung Gottes. Auf Sein Geheiß kehrte sie unter die Menschen zurück und hüllte sich einen Tag lang  in Schweigen. Und dies half ihr!

 

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