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Mittwoch, 15 Juli 2015 01:32

30 Tage in der Ramadan Karawane (14)

30 Tage in der Ramadan Karawane  (14)
  Den Überlieferungen ist zu entnehmen, wie gut der Moscheenbesuch für die Gläubigen ist.   Wer in die Moschee geht, genießt Ansehen in seiner Familie und in der Verwandtschaft.  

Er ist Gott näher und Gott ihm.  Der Moscheenbesucher ist  Pilger zu Gott und wird  die jenseitige schmale Sirat (Brücke) über dem Höllenabgrund  ohne Schwierigkeiten überwinden Er wird Bannerträger des Paradieses sein. Der Prophet (Gottes Segen sei auf ihm und Friede auf seinem Hause)  sagt: „ Es gibt immer in den Moscheen standhafte Menschen, denen die Engel Gottes Gesellschaft leisten und die sie aus der Nähe kennen.  Wenn sie in der Moschee fehlen, erkundigen sich die Engel nach ihnen. Sie besuchen sie, wenn sie krank sind und helfen ihnen, wenn sie in einer Sache Hilfe brauchen.“ (Bihar ul Anwar, Bd. 80)

                                    

Beim Gemeinschaftsgebet stehen alle in Reihen. Jegliche Unterschiede aufgrund von Beruf, Sprache, finanzielle Lage usw. weichen beiseite. In den Gebetsreihen erwacht die Freundschaft und Menschenliebe in den Herzen.  Die Gläubigen sehen sich in einer Reihe zum Gebet stehen und fühlen sich vereint. Ihre Herzen sind einander näher und dies stärkt den Geist der Brüderlichkeit unter ihnen.  Das Treffen in der Moschee ist schön und  stärkt die Hilfsbereitschaft unter den Muslimen. Es gibt zahlreiche Überlieferungen die die Muslime dazu anregen, in die Moschee zu gehen und dort zu beten,  Zum Beispiel diese Worte:

„Wenn eine Person hinter dem Gemeinschaftsimam betet, dann wird jede Rak`a (jeder Gebetsabschnitt) dieser beiden  mit dem 150-fachen  dessen belohnt, was der Lohn für eine allein gebetete Rak`a ist. Mit jedem weiteren Betenden steigt  der Lohn für ihr Gebet immer weiter, bis  sie 10 Personen zählen. Wenn ihr Zahl über zehn liegt,  dann lässt sich der Lohn von einer Raka`von ihnen nicht mehr niederschreiben, auch wenn alle Himmel zu Papier und alle Meere zu Tinte und alle Bäume zu Schreibstiften und alle Dschinn und Menschen und Engel zu Schreibern würden.“

                               

Der Monat Ramadan geht mit einem besonderen Aufschwung einher und die Gläubigen sind bestrebt in der Moschee das Gemeinschaftsgebet zu verrichten. Mit Beginn des Monats Ramadan laden die Moscheen zu Sonderprogrammen ein wozu auch lehrreiche Vorträge gehören.

 

Ichlas (die ausschließliche Ausrichtung auf Gott) ist eine feste Grundlage der Religiosität. In der Sure 39 (Zumar) sagt Gott zum  Propheten des Islams (s) : „Sag: Mir wurde befohlen, Allah zu dienen und mich dabei in meinem Glauben ganz auf Ihn einzustellen.“

Die Gelehrten der Ethik haben Ichlas mit sauberer, unverschmutzter Milch verglichen.  Eine aufrichtige rein auf Gott ausgerichtete Absicht   ist genauso unvermischt.  Sie ist rein religiös und frei von anderen Motiven.  Gläubige, die muchlis sind,  hoffen nur auf Gott. Ihr Äußeres entspricht ihrem Inneren und sie kennen keine Resignation und Müdigkeit. Es spielt keine Rolle für sie, ob die anderen sie tadeln oder loben.

Das Gegenstück zu dieser Aufrichtigkeit gegenüber Gott ist die Heuchelei.

Das heißt jemand will sich als gläubig darstellen. Er handelt scheinbar religiös, damit die anderen es sehen und ihn bewundern und er sich in diesem Lob sonnt.  Die Heuchelei ist ein wichtiges Instrument Satans um die Menschen auf den Irrweg zu führen.  Satan missbraucht  das natürliche Bedürfnis des Menschen nach Anerkennung  und stößt ihn in den dunklen Schacht der Eigenliebe und der Oberflächlichkeit.  Satan unterlässt nichts um die gottesdienstlichen Taten durch Heuchelei zu verderben. Zum Beispiel raunt er dem Gläubigen zu: „Bete das Gebet so andächtig und demütig, dass die anderen denken: Ach wie gläubig und rechtschaffen er doch ist!“

 Aber manchmal sind die Versuchungen Satans noch unterschwelliger. Zum Beispiel flüstert er dem Gläubigen  zu: „Ja, du bist ein sehr guter  Mensch und die anderen schauen auf dich. Wenn du das Gebet und deine Handlungen schön werden lässt, werden die anderen sich an dir ein Beispiel nehmen und du wirst an dem Lohn, den sie von Gott erhalten, teilhaben.“  Noch raffinierter geht Satan vor, wenn er zum Beispiel dem Betenden sagt: „Geh nicht zum Gemeinschafsgebet, denn es könnte sein, dass deine Absicht unrein wird. Verrichte nur zu Hause das Gebet oder wenn du in der Gemeinschaft das Gebet verrichtest, dann lass die freiwilligen Dinge (Mustahabat) beiseite und verrichte das Gebet schnell, damit du dich ja nicht mit Heuchelei besudelst. Es sind nicht wenige, die deswegen  freiwillige Dinge,  zu denen die Religion aufruft, beiseite stellen.

                 

Der Monat Ramadan ist eine ausgezeichnete Gelegenheit für den Menschen nicht nur beim Fasten sondern auch bei den anderen gottesdienstlichen Handlungen die Aufrichtigkeit zu üben und zu steigern, damit seine Werke frei von jeglicher Heuchelei werden.  Das Fasten ist die einzige gottesdienstliche Pflicht, bei der die Heuchelei automatisch abgewehrt wird, denn der Verzicht auf Speis und Trank lässt sich gegenüber den anderen verbergen, es  sei denn dass jemand sagt, dass er gerade fastet. Hadhrate Fatima (aleiha salam ) sagt:  „Gott der Höchsterhabene hat das Fasten zur Pflicht gemacht, um die Aufrichtigkeit zu festigen.“… 

 

Abu Dharr Al-Ghaffari saß nachdenklich an der Kaaba. Schließlich sage er sich: Es nützt nichts wenn ich schweige. Ich sollte die Menschen mahnen. Wer Wahrheit und Recht kennt, muss darüber sprechen, denn die Propheten und Freunde Gottes sind gekommen, damit sie die Menschen rechtleiten und diese Rechtleitung muss mit Worten und mit Taten einhergehen. Nun da die Menschen in der Heiligen Moschee versammelt sind und mich kennen, und mir zuhören werden, sollte ich diese Gelegenheit nutzen. Also erhob er sich   und  begann  von der Kaaba aus mit seiner klaren kräftigen Stimme die Menschen herbeizurufen.

                                  

Die Pilger versammelten sich um Abu Dharr und warteten gespannt darauf, was dieser treue Schüler und Gefährte des Propheten sagen wird. Sie riefen: „Abu Dharr ! Sprich zu uns! Belehre uns!“

Abu Dharr dachte bei sich: Worüber soll ich sprechen? Über das Gebet oder das Fasten oder das Mühen auf Gottes Wegen (Dschihad) ? Dann sagte er sich: Am besten spreche ich über etwas, was die Menschen zu den guten Werken anregt, nämlich über das Jenseits. Aber wo soll ich ansetzen, damit ich ihre Aufmerksamkeit gewinne?

 

Da kam ihm der Gedanken, dabei anzuknüpfen, dass diese Menschen oft  auf Reisen gingen, zum Beispiel mit ihren Handelskarawanen. Also begann er mit folgender  Frage: „Leute! Wenn jemand von euch auf Reisen gehen will, nimmt er dann so viel an  Reiseproviant und Gepäck  mit, dass er ans Ziel kommt? „ Alle sagten: „Natürlich. Wir nehmen mit was wir brauchen, um heil am Ziel anzugelangen.“

Da sagte Abu Dharr in Anknüpfung an dieses Thema: „Leute! Die Reise zum Jenseits ist die längste Reise. Warum nehmt ihr dann für diese Reise kein Gepäck und keinen Proviant mit?“

Da fragten sie: „Abu Dharr! Was sollen wir für diese Reise vorbereiten und mitnehmen? Sag es uns!“

Abu Dharr erwiderte: „Führt den Hadsch zum Hause Gottes durch. Fastet, um an dem langen heißen Jüngsten Tag sicher zu sein.  Bereitet euch auf  die Versammlung der Menschen am Jüngsten Tag  vor, indem er in der Nacht zwei Gebetsabschnitte verrichtet.  Um euch vor dem Schrecken im Grab zu bewahren, sprecht rechtschaffen und enthaltet euch hässlicher Rede. So sollt ihr sein, damit ihr an dem schweren Tag des Jüngsten Gerichtes, Rettung findet. Ihr Leute! Nehmt im Leben an zwei Versammlungen teil: Erstens an einer Versammlung, die  eurem Streben nach einem erlaubten (halal) Unterhalt gilt. Zweitens an einer Versammlung, die eurem Wohl im Jenseits dient. Wisset, dass eine dritte Versammlung euch schadet. Ihr Leute! Konzentriert eurer Leben auf zwei Dinge:  Auf die Erreichung des jenseitigen Glücks und auf den Erwerb eines erlaubten (Halal)- Unterhalts. Sollte es einen dritten Weg geben, so wisset, dass er zu eurem Nachteil ist. Ihr Leute! Teilt euren Besitz in zwei Teile auf: Einen für die großzügige Versorgung eurer Familie und einen anderen für das Jenseits. Wisset dass ein dritter Teil zu eurem Nachteil sein wird. Ihr Leute! Betrachtet das Diesseits als zwei Stunden. Die eine Stunde ist vergangen und ihr könnt sie nicht zurückdrehen und die andere Stunde  ist noch nicht gekommen und ihr seid nicht sicher, ob ihr in dieser Stunde, die noch kommt,  am Leben bleibt. Also werdet euch der Gegenwart  bewusst. Jetzt wo ihr zu dieser Stunde seid, wisst sie zu eurem Vorteil zu schätzen und nutzt sie, um gegenüber dem Gott-Ungehorsam standhaft zu bleiben. Sündigt nicht, denn anderenfalls werdet ihr vernichtet!“

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