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Freitag, 10 Juli 2015 01:01

30 Tage in der Ramadan Karawane (12)

30 Tage in der Ramadan Karawane (12)
                     Im Monat Ramadan spüren wir verstärkt die Gegenwart Gottes in unserem Leben und unsere Gegenwart vor Ihm.

Ja, wir sind immer in Gegenwart Gottes. Unser Herz und unsere Religion, unser Glauben und unser Lebenssinn werden  im Ramadan positiv beeinflusst. Dieser Monat lässt uns spüren, wie wir das Leben schöner sehen und wie wir schöner leben können. Dieser Monat ist mit Bräuchen verbunden, die auf menschlichen Werten basieren und er ist voller spiritueller Feinheiten und Zeichen der Gotterkenntnis.

 

Die Bräuche im Monat Ramadan mehren die Menschenliebe und den Geist der Hilfsbereitschaft,  der Zusammenarbeit und Einmütigkeit.  Und zugleich spiegeln sie Gott-Dienstbarkeit  wieder.

 

Zu den Problemen in der Gesellschaft  gehören finanzielle Sorgen.  Die Regierung und die begrenzte Zahl von Wohltätern können normalerweise nicht alle  finanziellen Probleme der Bedürftigen  beseitigen.  Einer der schönen Bräuche, die nach dem Sieg der Islamischen Revolution in Iran Verbreitung gefunden haben, sind Spendenaktionen. Solche Spendenkampagnen finden auch jedes Jahr an den Ramadan-Abenden im Rahmen von Festveranstaltungen statt, über welche die Rundfunk- und Fernsehanstalt life-Sendungen bringt.

Zu diesen Festen werden Verantwortliche, Schauspieler und Sportler und andere bekannte Gesichter eingeladen. Sie regen mit ihrer Wohltätigkeit  auch die Bürger dazu an, anderen zu helfen und so kommen immer  beachtliche Spendenbeiträge zusammen. Diese werden für bedürftige Familien und Waisenkinder oder auch für die Begleichung von  Geldschulden von Gefangenen verwendet, so dass diese wieder zu ihren Familien zurückkehren können. 

 

Der Monat Ramadan erinnert uns daran nach einem Einkommen zustreben,  das halal (religionsrechtlich erlaubt ) ist. Das Fasten nützt nur dann etwas, wenn  man vorher und nachher Speisen zu sich nimmt, die halal sind.   In dem Bittgebet, dass wir am ersten Abend zum Monat Ramadan beten heißt es: „O Gott:  Lass mein Iftari (Speise zum Fastenbrechen) eine erlaubte  Nahrung sein. O Gott! Mach meinen Unterhalt halal und rein von jedem Unrecht und von jeglicher Sünde und frei von Fehlern und Hässlichem! O Gott! Mach meine Nahrung so rein, dass sie mit nichts Unreinem und Verbotenen mehr vermischt ist.“ (Al Haya, Bd.4)

 

Ein erlaubter Unterhalt trägt erheblich zur Religiosität bei. Imam Sadiq (a) sagt: „Gib nicht das Streben nach einem erlaubten Unterhalt auf, denn der erlaubte Unterhalt hilft dir bei deiner Religiosität weiter.“ Vom  Erhabenen Propheten (s) wird überliefert:  „Wer 40 Tage lang erlaubte Nahrung zu sich nimmt, dem erleuchtet Gott das Herz und Er lässt die Quellen der Weisheit aus seinem Herzen auf die Zunge fließen.“

 

Umgekehrt hat ein verbotener Bissen (haram) lange Nachwirkungen. Er bleibt 40 Tage im Menschen und in dieser Zeit wird sein Gebet nicht angenommen.  Der verbotene Bissen ist nicht nur Nahrung sondern  es fällt alles darunter,  was nicht  entsprechend dem  Religionsrecht  und den göttlichen Geboten  erworben wurde. Zum Beispiel Dinge, an die jemand durch Diebstahl, Betrug oder Bestechung gelangt ist. Ein verbotener Bissen ist auch ein Lohn, für den der Mensch nicht richtig gearbeitet, oder ein Besitz, für den er kein Khums und keine Zakkat bezahlt hat.

 

Die Bemühung um einen Unterhalt, der halal, also erlaubt ist, ist so wertvoll, dass Prophet Mohammad (s) gesagt hat: „Wenn jemand selbst arbeitet und von dieser Arbeit seinen Unterhalt verdient wird er am Jüngsten Tag zu der Schar der Propheten gehören und Gott ihm den Lohn der Propheten geben (Bihar al Anwar, Band 100).

Auch ist es nicht  gut, dass jemand bei dem Streben nach einem Erwerb ungeduldig ist.  Gemäß den Worten Imam Alis (a)verhindert er dadurch, dass er an einen erlaubten Unterhalt gelangt.  (Kommentar zu Nahdsch-ul Balagha von Ibn Abu Al Hadid, Bd. 3)

Imam Sadiq (a)sagt: „Wer möchte, dass sein Gebet erhört wird, der muss seinen Erwerb halal werden lassen und das was den anderen zusteht, zahlen. Gebete eines Dieners, in dessen Magen etwas Verbotenes ist  oder der anderen die Herstellung eines Rechtes  schuldet, werden nicht zu Gott aufsteigen.“

 

Ein erlaubtes Einkommen hat eine tiefe Wirkung auf den Menschen, sowohl auf seinen Körper als auch auf seinen Geist. Es wirkt sich schicksalhaft auf die Entfaltung seiner guten Eigenschaften und auf seine Ansichten und seine Entschlüsse aus.

Ajatollah Hasansadeh Amoli  schreibt in einem seiner Bücher: …

„Wenn der Mensch sich einen Bissen Brot in den Mund steckt, ohne abzuwägen, ob er rechtmäßig erworben wurde oder nicht,  dann hat er  Schlechtes gegessen und wer Schlechtes isst, redet Schlechtes. Ein Punkt, auf den man also besonders achten muss, ist dass der Mensch kontrolliert, was in seinen Mund gelangt und was seinen Mund verlässt.“

 

Daher wird im Monat Ramadan oft um ein tägliches Brot gebeten, das rein und erlaubt ist. In einem Gebet für die Zeit vor dem Morgengrauen im Monat Ramadan heißt es: „O Herr! Ich bitte dich, dass du mein täglich Brot rein und halal sein lässt.“ 

                    

Der Prophet (s) saß in der Moschee im Kreise seiner Schüler und Helfer.  Ein alter Mann in Lumpen kam herbei. Er war schwach und gebrechlich. Der Prophet stand auf,  ging auf ihn zu  und fragte, wie es ihm geht. Der Greise sagte: „O Prophet Gottes(s)! Ich bin ein armer Mann und habe Hunger. Gib mir etwas zu essen. Ich habe nichts Richtiges am Leibe, kleide mich! Ich bin arm. Hilf mir!“

Der Prophet (s) sagte: „Im Moment habe ich nichts, was ich dir geben könnte, aber ich schicke dich an ein Haus, wo deine Probleme gelöst werden.“

Also schickte er ihn ans Haus seiner Tochter Hadhrate Fatimah (aleiha salam).

   

Von der Moschee bis zum Haus von Hadhrate Fatimah (a.s.) war es nicht weit. Der alte Mann klopfte an und sprach mit ihr.  Fatimah Zahra (aleihasalam) sagte: „Wir haben gerade auch nichts im Hause.“ Aber da fiel ihr die Kette ein, die ihr die Tochter von Hamza Ibn Abdul Muttalib geschenkt hatte und die sie um den Hals trug. Sie nahm die Kette ab und gab sie dem Armen mit den Worten:

„Verkauf dies! So Gott will, gehen  deine Wünsche in Erfüllung.“

Der Mann nahm die Kette entgegen. Er  ging zur Moschee, wo der Prophet noch immer  mit seinen treuen Gefährten zusammensaß.

Der alte Mann sagte: „O Prophet Gottes(s) – Fatimah (aleiha salam) hat mir diese  Halskette geschenkt, damit ich sie verkaufe und meine Schwierigkeiten beseitige.“ Da freute sich der Prophet über die Wohltat Fatimahs und sagte: „Wer diese Kette kauft, für den hebt Gott seine Bestrafung auf.“

Ammar Yassir meldete sich zu Wort: „Prophet Gottes, gestattet ihr, dass ich sie kaufe?“ Der Prophet war einverstanden. Ammar Yassir fragte den alten mittellosen Mann:  „Wieviel willst du dafür haben?“

Der alte Mann sagte: „Ich verkaufe sie für eine Mahlzeit mit Brot und Fleisch,  die mich sättigt, und ein  Gewand, in das ich mich hüllen, und einen Dinar, mit dem ich nach Hause zurückkehren kann.“

„Ammar sagte: „Ich kaufe dir die Halskette für 20 Golddinare und für Nahrung und Kleidung und ein Reittier  ab.“ Ammar nahm den alten Mann mit zu sich nach Hause und gab ihm zu Essen. Er gab ihm auch Kleidung zum Anziehen. Dann ließ er ihn ein Reittier besteigen und überreichte ihm 20 Golddinare.

Der alte Mann händigte  ihm die Halskette aus.  Ammar wickelte sie in ein Tuch und sagte seinem Diener: „Bring dies zum Propheten Gottes. Ich habe auch dich an den Propheten verschenkt.“ Der Prophet aber schenkte den Sklaven und die Halskette an seine Tochter Fatimah weiter.

 

Der Sklave kam zu Fatimah. Sie nahm die Halskette und sagte zu dem Sklaven: „Ich schenke dir  Gott zuliebe die Freiheit.“

Da musste der Sklave lachen. Fatimah (s) fragte nach dem Grund. Er  sagte: „O Tochter des Propheten. Ich wundere mich über den Segen dieser Halskette. Denn sie hat einen Hungrigen gesättigt und einen, der keine Kleidung besaß,  gekleidet und einen Armen reich gemacht und einen Sklaven befreit und ist schließlich wieder zu ihrem Besitzer zurückgekehrt.“

 

 

 

 

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