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Mittwoch, 08 Juli 2015 00:30

30 Tage in der Ramadan Karawane (11)

30 Tage in der Ramadan Karawane (11)
Liebe Reisegefährten in unserer Karawane!  Nun, da wieder ein Tag im Ramadan angebrochen ist, bitten wir Gott, dass Er uns hilft rechtschaffen und gut zu handeln. 

Zum Monat Ramadan gehören besondere Bedingungen und besondere Sitten. Die Muslime in verschiedenen Teilen der Welt und insbesondere in den muslimischen Staaten pflegen entsprechend ihrer einheimischen Kultur besondere Bräuche.

In den iranischen Familien werden viele  religiöse Bräuche gepflegt.  Eine schöne Sitte in dieser Zeit ist die Speisung von Gläubigen am Ende eines Fastentages. Wer in den Moscheen am abendlichen Gemeinschaftsgebet teilnimmt, ist zu einer solchen Fastenspeise (Iftar) eingeladen. Diese Speise besteht aus einem einfachen Essen wie Brot und Käse und Küchenkräuter,  Datteln und einem Getränk.  Diese Dinge werden von anderen Gläubigen gespendet. Oft geht ihr Spenden auf ein Gelöbnis an Gott als Dank für  die Erfüllung einer Bitte zurück.  Die Fastenden werden nach dem Abend- und vor dem Nachtgebet gespeist.  Sie setzen gemeinsam an den langen Tüchern, die mit den Speisen gedeckt werden.  

Im Ramadan wird in den meisten Moscheen und in vielen Häusern der Koran verlesen. Die Koranverlesungen in der Moschee werden vor allen Dingen von den Männern besucht. Nach dem Gebetsritual zum Abend und der Fastenspeise setzen sie sich rundherum und warten bis die Koranrezitation beginnt.  Die Frauen ziehen es vor, zuhause den Koran zu verlesen. Ihre Koranzirkel finden meistens am Vormittag statt. Dann haben sie mehr Zeit dafür. 

Ein anderes Land mit Muslim-Mehrheit ist Malaysia . Der muslimische Bevölkerungsanteil beträgt weniger als im Iran aber immerhin 60 Prozent.  Vor Beginn des Monats Ramadan ist es unter den malaysischen Muslimen Brauch, ihre Wohnungen und die Moscheen auf Hochglanz zu bringen. Die Hauptstraßen in den Städten werden mit Lichtgirlanden und die Einkaufszonen mit Bannern   geschmückt, auf denen zum Beginn des Monats   beglückwünscht wird. Die Moscheen sind  im Monat Ramadan rund um die Uhr geöffnet, während sie in den anderen Monaten öfters verschlossen sind.  Die vollständige Verlesung des Korans ist auch in Malaysia eine schöne Sitte. Die Männer tragen ihre traditionelle Kleidung zu der eine besondere Kopfbedeckung Hut gehört und die Frauen tragen ebenso besondere Kleidung, zu der ein Kopftuch gehört.  Im Monat Ramadan beschenken sich die Menschen gegenseitig mit Speisen und Süßigkeiten und festigen auf diese Weise die Freundschaft.

   Der Monat Ramadan ist der Monat der Selbstveredlung und der Einübung guter Werke.  Eines der Dinge, welche im Monat besonders empfohlen wurden, ist ein gutes, freundliches Verhalten. Der Prophet Gottes (Gottes Segen sei auf ihm und Friede auf seinem Hause) hat gesagt:

„Ihr Menschen! Wer in diesem Monat (Ramadan) sein Verhalten gut werden lässt, dem wird Gott an jenem Tag, an dem die Füße auf der (schmalen) Sirat-Brücke (die über den Höllenabgrund führt) beben, helfen und er wird sie mit Gottes Hilfe mühelos hinter sich bringen.“

Wie wertvoll diese Verheißung ist,  wird in dem Moment spürbar, wenn der Fastende wegen Durst oder Hunger  ungeduldig wird und weniger Widerstandskraft gegenüber  etwas Negativem in seiner Seele oder in seiner Umgebung  spürt.  Sicherlich wird jemand, der  an einem langen heißen Sommertag fastet und in der Nacht für das vertrauliche Gespräch zu Gott und  das Sahari  aufgestanden ist, einen großen Lohn erhalten, wenn er trotz Hunger, Durst und Schlafmangel auf unliebsame Vorkommnisse  würdig reagiert.

Von Imam Sadiq (a) wird überliefert: „Das gute Verhalten löscht die Sünden, so wie die Sonne das Eis schmilzt.“  Da wurde er gebeten, zu erklären was genau mit gutem Verhalten  gemeint ist. Er sagte: „Es  bedeutet, dass du einen Fremden nachsichtig und freundlich behandelst, deine Redensart geläutert und angenehm ist und dein Verhalten zu deinem Bruder im Glauben mit einem Lächeln einhergeht.“

Imam Sadiq (a) hat auch wie folgt gesagt: „Ein freundliches Verhalten macht  Dinge einfach.“ Dann fuhr er fort: „Einmal saß der Prophet Gottes (s) n der Moschee, als ein kleines Mädchen von den Ansar (die Muslime in Medina, die den Auswanderern aus Mekka Unterstützung leisteten) von hinten an seinem Gewand zog. Der Prophet Gottes (s) dachte, dass das Mädchen etwas von ihm möchte. Aber das Mädchen sagte nichts. Und auch der Prophet sagte nichts. Das kleine Mädchen tat dasselbe noch ein zweites und ein drittes Mal. Und jedes Mal stand der Prophet auf und setzte sich wieder, bis schließlich das Mädchen beim vierten Mal, als  der Prophet aufstehen wollte ein Stück Stoff von seinem Gewand abriss und weglaufen wollte.  Die anderen in der Moschee  tadelten das Kind und sagten: `Gott wird mit dir dies und jenes machen, denn du hast den Propheten Gottes dreimal aufstehen lassen und ihm nichts gesagt. Was wolltest du denn von ihm?`  Da sagte das Mädchen: „Bei uns in der Familie ist einer krank. Und einer hat mich hergeschickt, damit ich ein Stück Stoff vom Gewand des Propheten Gottes beschaffe, damit der Kranke  es bei sich hat und geheilt wird. Ich habe mich geschämt (den Propheten darum zu bitten). Der Prophet hat das gemerkt und nichts gesagt….“

Einer der größten Wünsche eines Gläubigen ist der Wunsch,  dass Gott ihm im Jenseits die Gunst erweist, in Gesellschaft des geehrten Propheten des Islams (s) zu sein. Das gute Verhalten zu anderen ist einer der Wege, die es ermöglichen eine solche Gunst zu erfahren.  Prophet Mohammad (s) hat in diesem Zusammenhang gesagt: „ Diejenigen von euch mag ich am meisten und sind mir am Jüngsten Tag am nächsten, die das beste Verhalten haben und am bescheidensten sind.“

 

Der Prophet des Islams und die Makellosen Imame aus seinem Hause(Friede sei ihnen) haben alle zu einem guten Verhalten aufgerufen und waren selber das beste Beispiel.

Einmal bat jemand Imam Ali (a)  dass er die edlen Eigenschaften des Propheten Gottes für ihn aufzählt. Da sagte der Imam zu ihm: „Zähl du mir erst die Segensgeschenke Gottes auf der Welt auf, damit ich dir die guten Eigenschaften dieses Geehrten aufzähle!“ Der Mann sagte: „Wie lassen sich die Segensgeschenke Gottes im Diesseits alle aufzählen, während sie doch nie zu Ende gehen?“ Imam Ali antwortete: „Gott hat im Koran die Segnungen im Diesseits als gering bezeichnet. (Vers 77, Sure 4; …Die Nutznießung dieser Welt ist gering,). Aber er hat für  den Charakter des Erhabenen Propheten (s) das Wort „Adhim“ (großartig) verwendet und gesagt (Vers 4, Sure 68:) `Und du verfügst wahrlich über großartige Tugenden.`-  Du kannst die Segensgaben Gottes im Diesseits nicht aufzählen und erwartest von mir, dass ich etwas was großartig und wichtig ist aufzähle?!“

              

Eine schöne Frucht des Monat Ramadans ist die Einheit, an der alle Muslime auf der Welt, vom Osten bis Westen teilhaben.  Alle Muslime fühlen sich durch den Monat Ramadan verbunden, weil sie gemeinsam einen religiösen Brauch pflegen und eine Pflicht des Islams erfüllen.

De Moscheen füllen sich mit Gläubigen   und es ist viel Schönes zu verspüren. Die deutsche Muslimin Karin   sagt: „Dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit unter den Muslimen hat mich sehr fasziniert und ich selber habe dieses Gefühl empfunden.  Außerdem habe ich mich sehr gefreut, Gott zu dienen und ihm näher zu kommen und habe dabei sogar die sommerliche Wärme vergessen.  Ich war mir sicher, dass er mein Fasten annimmt, denn das habe ich innerlich gespürt.“

 

 

 

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