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Montag, 06 Juli 2015 01:21

30 Tage in der Ramadan Karawane (10)

30 Tage in der Ramadan Karawane (10)
  Wenn der Monat Ramadan in den Sommer fällt, sind die Fastentage länger und wärmer und wird das Fasten etwas schwieriger aber die Geduld bei  schwierigen Werken wird reichlich belohnt, denn

der Prophet des Islams (Gottes Segen sei auf ihm und Friede seinem Hause) hat gesagt: „Die besten Taten sind die schwierigsten (Bihar al Anwar, Bd.7)“

                                          

  Das Fasten bei warmem Wetter wird in den Überlieferungen sehr gelobt. Scheich Saduq zitiert Imam Sadiq(Friede sei ihm) der wie folgt gesagt hat: „Wer einen Tag bei warmen Wetter fastet und durstig wird, für den beauftragt der Allmächtige tausend Engeln, die ihm über das Gesicht streicheln und ihm Frohbotschaft bringen und wenn er das Fasten am Abend mit der Iftar-Speise beendet, spricht Gott der Höchsterhabene zu ihm: `Wie gut du duftest. Meine Engel! Seid Zeuge, dass Ich ihm bestimmt seine Sünden vergebe!`

 Müssen wir nicht für die Liebe Gottes zu seinem fastenden Diener dankbar sein und ihn preisen?` (Thawab-i al- Amal wa Iqab-e al Amal).

Hadhrate Maryam (die geehrte Maria –gegrüßet sei sie) hat ihr Leben lang mit Gott-Dienen und Gottpreisen verbracht und die höchsten spirituellen Stufen erreicht. Wenn ihr Sohn sie am Jüngsten Tag fragt: „Mutter möchtest du gerne auf die Welt zurückkehren?“ wird sie antworten: „Ja, ich möchte gerne zurückkehren und in den sehr kalten Nächten das Ritualgebet beten und an den sehr heißen Tagen fasten, denn mein Sohn, der Weg ist sehr beängstigend.“

 

Für die Gläubigen sind diese Worte  der edlen Maria eine Mahnung und außerdem ein Fingerzeig dafür, wie sie im Leben einen Proviant für das Jenseits anlegen sollen. Denn nur solange sie auf dieser Welt sind, können sie die Gelegenheiten, die Gott schenkt, nutzen.  Der Prophet Gottes (s) sagt: „Diejenigen können sich freuen, die Gott zuliebe Hunger und Durst ertragen haben.  Sie werden am Jüngsten Tag gesättigt werden und weder Durst noch Hunger verspüren (Wasail Al Schia, Bd. 7).

 

Mit der Einnahme von 8 bis 12 Gläsern Wasser oder Flüssigkeit während der Fastenpause, nämlich vom Iftari am Abend bis zum Sahari vor Morgengrauen lässt sich der Durst am nächsten Fastentag reduzieren. Auch reichlich Früchte und Küchenkräuter stärken den Widerstand gegenüber Durst, und außerdem lassen sie wegen der Zellulose, die sie enthalten, erst später Hungergefühle auftreten. Wenn wir nach der Sahari-Speise die Zähne putzen, sollten wir weniger Zahncreme verwenden, um großem Durst und einem trockenen Mund vorzubeugen. Zum Iftari, dem Fastenbrechen am Abend empfiehlt sich Zitronensaft mit Wasser oder in einem schwachen Tee verrührt. Starker Tee oder Kaffee sind zu meiden. Auch ein Sirup mit dem Samen der Glanz-Rauke ist nach Abschluss eines heißen Fastentages sehr bekömmlich.

Schon vor 14 Jahrhunderten hat der Prophet des Islams (s) gesagt, dass Fasten für die Gesundheit gut ist und auch die anderen Religionen haben es für die Gesundheit von Leib und Seele empfohlen. Doch die Gründe für die gute Wirkung des Fastens waren bis vor dem 20. Jahrhundert noch unbekannt. Die darauffolgenden Untersuchungen zeigten, dass das Fasten nicht nur bei Fettleibigkeit nützlich ist sondern sich auch bei Krankheiten wie Diabetes und  Epilepsie als wohltuend erweist. Aber nicht nur in muslimischen Ländern hat man Forschungen über das Fasten und seine Vorteile durchgeführt. Man hat auch in Ländern wie der Schweiz, Deutschland, England und den USA umfassende Untersuchungen über die Heilwirkung des Fastens vorgenommen  und sogar Fastenkliniken eingerichtet.

Der russische Arzt Dr. Aleksey Suvorin  bestätigt  ebenso die heilsame Wirkung des Fastens und sagt: „Der Körper nutzt während des Fastens die eigenen Vorräte und vernichtet die schädlichen Stoffe im Körper, welche Erkrankungen verursachen.

Auf diese Weise führt das Fasten zur Heilung jeder Krankheit. Säubert eure Körper deshalb von innen durch  Fasten .“

                 

 

Der gesegnete Monat Ramadan ist die beste Zeit für die Verbesserung und Korrektur unseres Verhaltens. Wenn der Gläubige in diesem Monat auf sein Verhalten achtet und sich eine gute Moral angewöhnt, wird er in der darauffolgenden Zeit ebenso in der Lage sein, dies zu tun.  Ein wichtiger moralischer Punkt ist die Beachtung der Rechte der anderen.

 

Dieses Haq-un Naas sind die Rechte, die der Mensch in seinen Beziehungen zu den anderen einhalten  muss.  Es gibt viele solcher Rechte: zum Beispiel die Achtung von Leben und Besitz der anderen, d.h. man darf das Leben und Eigentum anderer in keiner Weise schädigen. Aber auch die Achtung des Ansehens der anderen ist ein Haq- un Naas. D.h. der Mensch muss so handeln, dass das Ansehen eines anderen durch ihn nicht in Gefahr gerät. Dabei muss er alles unterlassen, was dem Ansehen eines anderen  schadet, zum Beispiel darf er nicht schlecht hinter seinem Rücken über ihn reden oder ihn verleumden. Er darf auch nicht seine Geheimnisse preisgeben. Jeder hat seine Privatgeheimnisse, von denen er nicht möchte dass die anderen davon erfahren, weil es seinem Ansehen schaden würde.

 

 Es hat keine guten Folgen, wenn jemand das Recht der anderen nicht beachten. In einem Hadith steht: „Alle Sünden des Menschen werden durch reuevolle Umkehr von Gott vergeben, aber nicht die Verletzung des Haq-un Naas.“ Die Verletzung des Rechtes von anderen kann nur durch Herstellung dieses Rechtes oder durch Zufriedenstellung desjenigen, dessen Recht wir verletzt haben, wieder gut gemacht werden.  

Selbst wenn ein Mensch laufend fastet oder sein Leben lang das freiwillige Nach-Mitternachtgebet verrichtet, wird damit nicht  die Sünde gelöscht, die er durch Unrecht an den anderen begangen hat.

Das Unrecht an den anderen gehört zu den schlechten Handlungen,  deren Wirkung der Mensch bereits in dieser Welt  in Form von Krankheiten und Problemen und Unglück zu spüren bekommt.  Die Verletzung der Rechte der anderen, führt aber auch im Jenseits zusätzlich zur göttlichen Bestrafung. In einem Hadith heißt es : „Mit dem ersten Tropfen seines  Blutes werden dem Märtyrer alle seine Sünden verziehen bis auf die Verletzung der Rechte  anderer, dem Haq-un Naas.“

 Dies zeigt wie hoch die Rechte der anderen eingestuft werden, so hoch nämlich, dass ihre Verletzung  selbst beim Märtyrertod, welches die höchste erreichbare Stufe für einen Gläubigen ist, nicht verziehen wird.

                                         

Der Monat Ramadan ist eine gute Gelegenheit auf das Haq-un Naas zu achten und die Nicht-Verletzung der Rechte anderer zu trainieren. Der Prophet des Islams (s) hat (in seiner Ansprache zum Vormonat Schabaan) gesagt: „Wer in diesem Monat (dem Monat Ramadan) sein Übel von den anderen fernhält, von dem hält Gott am Tag der Begegnung Seinen Zorn fern.“

                            

Aima ist 20 Jahre alt und kommt aus Jemen. Sie besucht ein Kolleg in Chicago. Aima sagt: „Das Fasten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang  d.h. der 30-tägige Verzicht auf Essen und Trinken in dieser Zeitspanne scheint auf den ersten Blick nur ein fester Diätplan zu sein. Aber es dient einem höheren Ziel. Und zwar der Läuterung des Inneren im Laufe des Ramadan.  Dieses Fasten im Monat Ramadan bringt auch Ordnung in den Tagesablauf. Wenn der Mensch ab einer bestimmten Stunde auf Nahrung verzichtet und zu einer bestimmte Stunde das Fasten wieder bricht, merkt er wie wichtig  und gut Disziplin im Leben ist.  Als ich zum ersten Mal gefastet habe, hatten mir nicht-muslimische Freunde vorgeschlagen, dass wir zusammen essen gehen. Obwohl ich noch ziemlich jung war, bin ich standhaft geblieben und nicht mitgegangen. Danach habe ich festgestellt, dass eine solche Standhaftigkeit mir auch bei anderen Dingen im Leben nützt und das war für mich der erste Nutzen des Fastens, mit dem ich Bekanntschaft schloss.“

Für Aima ist es aber auch wichtig, dass sich die Familie in der Fastenzeit umeinander versammelt. Sie sagt: „Zum Fastenbrechen und zum Sahari versammeln wir uns alle zu einem gemeinsamen Essen und es entsteht eine besonders herzliche Atmosphäre in der Familie. Sie hilft uns dabei einander besser zu schätzen und zu kennen.“

 

 

 

 

 

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