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Mittwoch, 01 Juli 2015 01:14

30 Tage in der Ramadan Karawane (7)

30 Tage in der Ramadan Karawane (7)
       Liebe Mitreisende. Wir möchten weiter über den Segen des Fastens  im Ramadan, und ebenso über die Bittgebete  und  Wohltaten an Waisenkindern sprechen.

Rund um die Welt widmen sich zurzeit zahlreiche Menschem  dem islamischen Fastendienst und intensivieren ihr Gott-Dienen um sich zu läutern.  Einige mögen sich fragen, ob der Verzicht auf Essen und Trinken besonders während der langen Sommertage denn nicht der Gesundheit schadet?

Natürlich ist die Gesundheit ein großer Segen.  Der Islam, welcher die Bedürfnisse des Einzelnen und der menschlichen Gesellschaft erwidert, hat die Gesundheit ausdrücklich hervorgehoben.Imam Ali bezeichnet laut Nahdsch-ul Balagha drei Dinge als großen Segen für den Menschen und eines davon ist die Gesundheit.

Das Fasten ist ein islamisches Gebot zur Charakterveredlung des Menschen, welches zugleich wesentlich zur Gesundheit beiträgt und sogar die  Heilung einiger körperlicher Erkrankungen herbeiführt.

In der Überlieferung stehen zahlreiche Hinweise auf den körperlichen Nutzen des Fastens. Der Prophet (Friede sei mit ihm und seinem Hause) hat gesagt: „Fastet, damit euer Körper gesund bleibt.“  (Al da`wat – 76)

                                      

Ein sehr  aktiver Bestandteil des Körpers ist der Verdauungsapparat. Er ist normalerweise fast rund um die Uhr mit der Verarbeitung von Nahrung beschäftigt,  weil  der Mensch mindestens drei Mahlzeiten am Tag zu sich nimmt. Durch das Fasten wird ihm eine Ruhepause gegönnt, so dass er sich erholen kann.  Nach 11 Monaten, in denen der Körper überflüssiges Fett angesetzt hat, findet er außerdem im Monat Ramadan Gelegenheit, dieses allmählich  ohne irgendwelche Nebenwirkungen  abzubauen.   

         

Ramadan ist der Monat des Duas: der  Monat indem wir uns mit Bitten an Gott zu richten. Der Prophet Gottes (F.s.m.i.) hat gesagt: „Im Monat Ramadan hebt eure  Hände im Ritualgebet  zum Gebet hoch. Diese Augenblicke sind die vorzüglichsten in eurem Leben, denn Gott blickt in diesen Augenblicken  liebevoll  auf Seine Diener.“

 

Das Beten zu Gott setzt natürlich bestimmte Bedingungen voraus. Die Erkenntnis von der Herrlichkeit und Macht Gottes sowie die Bewusstwerdung der eigenen Hilflosigkeit lassen den Menschen spüren, dass er beim Beten bestimmte Regeln einhalten soll. Denn er findet sich ja vor Gott ein, um Ihn um  Seinen Segen und Seine  Gaben zu bitten.

Wenn wir einen Menschen um etwas bitten möchten, beachten wir ja auch bestimmte Höflichkeitsregeln. Dies müssen wir erst recht tun, wenn wir uns mit einer Bitte an Gott wenden.

                                  

Über das richtige Verhalten während unserer Bittgebete erfahren wir aus dem Koran und aus den Überlieferungen der Makellosen Imamen (gegrüßet seien sie).

Die innere Befindlichkeit ist dabei wichtig.  Als erstes müssen wir auf  Gott vertrauen, wenn wir die Hand zum Gebet erheben.  Das Gebet soll aus dem Herzen kommen und der Bittsteller soll wissen, dass Gott alles sieht und hört und Gott Zeuge von allem, was er tut und sagt, ist und  zu allem die Macht hat. 

Wer sich an Gott wendet und vor die Torschwelle zu seiner Audienz tritt, muss dies in ehrlicher Absicht und mit einem reinen Herzen tun.

                                 

Es heißt, dass einer der Israeliten drei Jahre  lang  Gott anflehte, Er möge ihm einen Nachkommen schenken. Doch sein Gebet wurde nicht erhört. Also klagte er: „O Herr: Habe ich mich denn so sehr von dir entfernt, dass du mein Gebet nicht mehr hörst oder bin ich doch in deiner Nähe aber du erhörst mein Gebet nicht?“

Im Traum sagte  eine Stimme zu ihm:  „Du hast mich drei Jahre lang gerufen, während deine Zunge Sinnloses sprach,  dein Herz besudelt und deine Absicht nicht rein war.  Wenn du möchtest, dass dein Wunsch erfüllt wird, dann achte auf  deine Zunge und läutere dein Herz für Gott und lass deine Absicht gut werden!“

Als der Mann am nächsten Morgen aufstand, fasste er den Entschluss, diese Bedingungen zu erfüllen. Nach einem Jahr ging sein Wunsch in Erfüllung und ihm wurde ein Kind geboren. (Udat al Da`i von Ibn Fahd Al Hilli).

                                       

Im Gebet für andere kommt ein schöner menschlicher Zug zum Ausdruck. Wer aufrichtig und sogar vorrangig für die Beseitigung der Schwierigkeiten anderer betet, stellt sein Ego  zurück. Auf diese Weise kommt er dem Wohlgefallen Gottes näher, und das bedeutet, dass sein Gebet schneller erhört wird.  Der Prophet Mohammad (Friede sei mit ihm und seinem Hause) sagt: „Wer in seinem Gebet zuerst für 40 seiner Glaubensbrüder betet, dessen Wünsche für sich selber und diese 40 Brüder werden erhört.“

Imam Sadiq (gegrüßet  sei er) sagt  laut Überlieferungen: „Wenn jemand in der Abwesenheit seines Glaubensbruders für ihn betet, ergeht ein Ruf vom Himmel: O du – du erhältst das gleiche wie das, worum du für deinen Bruder gebeten hast, aber für dich ist es das 100tausendfache davon.“

 

Gemeinsame Bittgebete begünstigen ebenso die  Erhörung und dies ist ein weiteres Zeichen dafür, dass der Islam die Gläubigen anregen will, sich umeinander zu versammeln. Jeder der Teilnehmer an einem gemeinsamen Gebet macht, für seinen Teil und entsprechend seiner guten Eigenschaften, Gott  während des Gebetes auf sich aufmerksam und lässt die Wahrscheinlichkeit, dass das Bittgebet erhört wird, wachsen.

Imam Sadiq (a) sagt: 

 

„Wenn etwas meinen Vater (Imam Baqir) bedrückte, versammelte er Frauen und Kinder. Er trug Gott seine Bitten vor, und die anderen sagten: Amen.“

(aus Usule Kafi, Bd. 2)

Gemäß Usule Kafi, Bd. 4, hat Gott gesagt, dass Er ein Gebet erhört , wenn es von mindestens 40 Menschen vorgetragen wird. Wenn es nun keine 40 Personen sind sondern nur 4 Personen, dann sollen sie das Gebet 10 mal wiederholen. Auch dann wird Gott ihr Gebet erhören. Wenn aber jemand alleine um etwas bittet,  dann soll er  40 Mal Gott seine Bitte vortragen, damit Gott der Allmächtige sein Gebet erhört.   

Eine weitere wertvolle Sitte, die besonders für Ramadan empfohlen wird,  ist die Fürsorge um Waisenkinder und dazu gibt es eine große Anzahl von Empfehlungen. Der Prophet Gottes (s) hat gesagt: „Gott hat dazu angespornt den Waisen Gutes zu tun, weil sie ihre Väter verloren haben.  Jeder der sie schützt, den schützt  Gott.“

Die Muslimen betrachten den Monat Ramadan als eine günstige Gelegenheit, Waisenkinder zu speisen. Gott hat den Gläubigen versprochen, dass er jede Wohltätigkeit mit dem Zehnfachen lohnt.                

Ein Gnostiker namens Abdul Dschabar Mustufi hatte sich auf die Hadschreise begeben und  1000 Dinar dabei. Beim Durchqueren von Kufa (Irak) sah er eine Frau eine Ruine absuchen.  Plötzlich entdeckte sie einen toten Vogel, verstecke ihn unter ihrem Schleier und ging. Abdul Dschabar folgte ihr heimlich bis zu ihrem Haus. Schnell trat sie ein und Abdul Dschabar hörte einige Kinder rufen: „Mutter! Hast du uns etwas zu essen mitgebracht? Wir sterben vor Hunger!“ Und Abdul Dschabar hörte die Frau antworten: „Ja ihr Lieben, ich habe einen Vogel mitgebracht und werde ihn jetzt für euch braten.“

 

Abdul Dschabar weinte heftig. Dann fragte er bei den Nachbarn, was es mit dieser Frau auf sich hat. Sie sagten: es ist die Frau von Abdullah Ibn Zaid. Er  wurde von  Hidschadsch Thaqafi getötet und hinterließ mehrere Waisen.“  

Abdul Dschabar dachte nach. Dann klopfte er an dem Haus der Frau an und gab ihr die tausend Dinare.

                                  

Abdul Dschabar arbeitete in Kufa ein Jahr lang als Wasserverkäufer  und verzichtete  auf die Hadschreise.

Als die Pilgerkarawanen von der Hadschreise zurückkamen eilten ihnen die Bürger entgegen, so auch Abdul Dschabar.  Er sah einen Fremden der Karawane vorausgehen. Der grüßte ihn und sagt: „Abdul Dschabar! Seit dem Tag, an dem du mir 1000 Dinare überlassen hast, such ich nach dir. Hier nimm dein Geld!“ Dann gab er ihm einen Beutel und verschwand. Erstaunt fand Abdul Dschabar zehntausend Dinare in dem Beutel. Und eine Stimme aus dem Verborgenen verkündete ihm: Du hast tausend Dinare auf Unserem Weg gespendet  und wir haben dich mit dem Zehnfachen beschenkt und einen Engel für dich bestimmt, damit du  bis an dein Lebensende jedes Jahr den Hadsch vollbringst.  Wisse dass wir keine Wohltat unbelohnt lassen!“ 

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