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Montag, 29 Juni 2015 01:14

30 Tage in der Ramadan Karawane (6)

30 Tage in der Ramadan Karawane (6)
Der Monat Ramadan ist der Monat der Herabsendung des Korans, der Nähe zum Koran, der Frühling des Korans und der Erkenntnis und geistigen und praktischen Nutzung des Korans.  In diesem Monat

erfüllt der Fastende durch das Gott-Dienen und die Bittgebete spirituell die Voraussetzungen um die Wortes Seines Herrn und Schöpfers  in sich aufzunehmen.  Durch das Fasten Gott zuliebe und die damit verbundenen  gottesdienstlichen Werke und Gebete kommt er dem Koran näher  und dank der Weisungen des Korans setzt er festeren Schrittes seinen Weg zu Gott fort.

In den Bittgebeten, die im Monat Ramadan gesprochen werden, ist vom Koran, als Wegweiser die Rede.  Vom Propheten wurde für jeden Ramadan-Tag ein kurzes Gebet überliefert und in dem Gebet für den zweiten Tag beten wir, dass Gott uns Qiraat - die Verlesung des Korans – gelingen lässt.

Am 20. Fastentag bitten wir daraufhin Gott,  dass er uns die Tilawat des Korans ermöglicht.

Tilawat bedeutet kontinuierliches Verlesen des Korans, einhergehend mit Nachdenken über seinen Inhalt. Solche Koranlesungen sind aber  nur möglich wenn man ständig Kontakt zum Koran hat.

 

Mit dem Koran eng in Verbindung zu stehen bedeutet den Koran kennen, über ihn nachdenken und nach seinen Anweisungen handeln. Wir sollen  im Monat Ramadan durch diese bereicherte Rezitation noch mehr mit dem Koran Bekanntschaft schließen  und spirituell höhere Stufen erreichen,  indem wir über  seine Verse  nachdenken  und uns nach ihnen richten. Der Prophet (Friede sei mit ihm und seinem Hause) und die Makellosen Imame (gegrüßt seien sie)  waren sehr eng mit dem Koran vertraut und schöpften aus seinem Segen.

Sie begnügten sich nicht mit seiner  bloßen Rezitation, sondern vertieften sich in seinen Inhalt. Sie verlasen den Koran langsam mit schöner Stimme,  unter Beachtung seiner Bedeutung und in  der Absicht nach ihm zu handeln.   Imam Ridha (a) hat an jeder Stelle,  wo  der häufige Satz  „O dir ihr glaubt“  im Koran vorkommt, sofort gesagt: Labaik alahoma labaik – nämlich : „Ich folge deinem Befehl und Aufruf, o Gott! Ich folge ihm!“ (siehe Bihar al Anwar Bd. 85). Imam Ridha (a) war so eng mit dem Koran verbunden, dass er  ihn mit seinen 114 Suren alle drei Tage einmal vollständig und sorgfältig rezitierte. Er sagte: „Wenn ich wollte,  könnte ich den Koran in weniger als drei Tagen zu Ende bringen. Aber ich habe nie einen Vers gelesen, ohne über seinen Inhalt nachzudenken und habe darüber nachgedacht,  zu welchem Thema und zu welchem Zeitpunkt dieser Vers herabgesandt wurde. …“ (Munaqib ale Abi Talib, Band 4)

 

Imam Baqir (a) sagt:  „Alles hat seinen Frühling und der Frühling des Korans ist der Monat Ramadan“ (Wasail al Schia, Bd. 4). Der Ramadan ist die Zeit, in der die Knospen des Korans im Garten der Herzen aufgehen.  Es gibt nichts Schöneres für den Gottliebenden, der die besondere Aufmerksamkeit seines Geliebten Herrn  erfährt  und dessen Herz von der göttlichen Herrlichkeit  fasziniert ist, als  S e i n Wort zu hören.  Der Koran ist die Botschaft des Geliebten Freundes an die unruhigen Herzen. Er  lädt sie ein , zu ihrer Fitra – der edlen Natur, die Gott dem Menschen mitgegeben hat,  zurückzukehren.

 

Ramadan lädt den Menschen ein, an die  reich gedeckte Festtafel des Korans zu kommen.  Die mit Nachdenken einhergehende Verlesung des Korans ist eine der höchsten Formen des Gott-Dienens.  Kaum ein anderes Gott-Dienen ist so groß wie dieses. Denn die Tilawat des Korans  führt zum  rechtschaffenen Handeln.

Im Koran spricht Gott den  Propheten (s) im Vers 2 bis 4 der Sure Muzzamil ( Sure 73 )  wie folgt an:  

„Verbringe die Nacht stehend (im Gebet) bis auf wenige Zeit davon,“

„die Hälfte von ihr, oder etwas weniger,“

„oder etwas mehr (bleibe wach)  - und trage den Koran  mit Tartil (langsam und besinnlich) vor.“

 

Und der Vers 20 dieser Sure richtet sich daraufhin an alle Muslime und fordert sie auf:

„So tragt denn so viel vom Koran vor, wie es (euch) leicht fällt.“

  

Der Monat Ramadan ist die beste Zeit für die besinnliche Verlesung des Korans und um aus seinem Segen zu schöpfen.  Durch dieses Lesen im Koran wird das Herz geläutert. Der Prophet hat gesagt: „Die Herzen rosten wie das Eisen.“ Da wurde er gefragt: „Wie lassen sie sich wieder auf Glanz bringen?“ Er sagte: „Durch die Tilawat des Korans!“

Die besinnliche Verlesung des Korans  bringt Licht ins Leben und der Prophet hat gesagt: „Erhellt eure Häuser durch Tilawat des Korans … Wenn in einem Haus der Koran viel verlesen wird , mehrt sich das Gute und der Segen in diesem Haus und seine Bewohner werden göttliche Gnadengeschenke erhalten.“ (Usul- i Kafi, Band 2). Die Tilawat des Korans mehrt also den immateriellen und weltlichen Segen.  Jede der Suren und Verse im Koran hat ihre besondere Wirkung, zum Beispiel auf die Lösung von Problemen und die Beseitigung von Kummer. In den Überlieferungen heißt es, dass die  70-malige Verlesung der Sure Hamd (Sure 1) die Schmerzen eines Kranken lindern.

 

Ja, der Monat Ramadan ist der Frühling des Korans. Ramadan schafft die besten  Voraussetzungen, um aus dem Segen des Korans zu schöpfen  und deshalb wird auch die Tilawat – die besinnliche Verlesung des Edlen Korans in diesem Monat so nachdrücklich empfohlen.

Einige lesen den Koran in diesem Monat mehrmals und widmen den Lohn dafür den Makellosen aus dem Hause des Propheten.

 

Imam Chomeini war sehr eng mit dem Koran vertraut  und rezitierte ihn oftmals,  besonders während des Nach-Mitternacht Gebetes. Er  pflegte das Koranlesen bei jeder geeigneten Gelegenheit. Als er noch im Asyl war, und in Frankreich die Journalisten eine Viertelstunde brauchten, um sich auf ein Interview mit ihm in  Neauphle-le-Château vorzubereiten,  hat er auch diese Zeit genutzt, um im Koran zu lesen. Einige sagten zu ihm, er solle sich doch auf das Interview vorbereiten (und meinten damit, dass er vorläufig den Koran weglegen sollte). Er aber sagte: „Soll ich in diesen paar Minuten meine Zeit vergeuden?“

 

Der Imam ließ jedes Jahr für eine paar Tage im Ramadan, den Koran  mehrmals für  bestimmte Personen verlesen.  An normalen Tagen und selbst wenn er krank war pflegte der Imam zwischen zwei Ritualgebeten oder davor im Koran zu lesen.  Im Fastenmonat zog er sich zurück, damit er sich eingehender  dem Koran und Bittgebeten widmen kann. Und alle drei Tage verlas er den Koran bis zu Ende.

 

Ebrahim Chadem Nadschafi, der  Hausangestellte des Imams in Nadschaf, Irak berichtet:  Ich war normalerweise in der Pilgerstätte von Imam Ali (a.) mit dem Lesen des Korans beschäftigt. Imam Chomeini hatte mich mehrmals dabei gesehen. Eines Tages schickte er jemanden zu mir   und ließ mir ausrichten, ich solle zu ihm kommen. Aber ich ging nicht darauf ein.  Die Person kam erneut zu mir und sagte: „Der Imam möchte dich sehen!“ Ich antwortete: „Sagen Sie mir,  was er denn von mir möchte!“ Er: „Ich weiß es nicht.“  Ich: „Vielleicht nimmt er mir irgendetwas übel?“ Der andere: „Nein! Er hat mir nur gesagt, ich soll Sie holen.“

Da ging ich zum Imam. Er fragte mich, wie ich heiße. Ich antwortete ihm:  „Hadsch Ebrahim Chadem Nadschafi.“ Da sagte er: „Möchtest du mir in diesem Haus helfen?“ Ich: „Ach, was kann ich denn schon tun?“ Er: „Du wirst dich einarbeiten. Du kannst sicher sein, dass es dir nicht schlecht ergehen wird. Außerdem gefällst du mir. Es ist nicht wichtig wieviel du hier arbeiten kannst. Wichtig ist dass du  ein gläubiger Mensch bist. Immer wenn ich in die Heilige Pilgerstätte gekommen bin, habe ich dich dort im Koran lesen sehen.“  

 

 

 

 

 

 

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