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Mittwoch, 24 Juni 2015 01:55

30 Tage in der Ramadan Karawane (4)

30 Tage in der Ramadan Karawane (4)
   Nun hat der Monat Ramadan schon vor einigen Tagen begonnen.  Gott erwartet die Ramadan-Gäste mit einer großen Festtafel voller materieller und immaterieller Segensgaben. Jeder kann sich  entsprechend seiner Taten an dieser Tafel bedienen und mit deren Gaben  einen Vorrat für das Leben und die Ewigkeit anlegen.

 

                    

Auf den ersten Blick ist der  Fastendienst die Enthaltung von Essen und Trinken. Doch wenn der Fastende sich dem Ideal eines vollkommenen Menschen nähern und in den Genuss der spirituellen Gaben gelangen will, muss er nicht nur mit dem Magen, sondern mit dem ganzen Körper fasten, indem er ihn von Sünde freihält. 

Die großen Vorbilder der Religion legen den Fastenden ans Herz,  Augen, Ohren und Zunge und alle Körperglieder vor Sündigem zu bewahren. Imam Ridha (a) sagt:

„(O du Fastender) Gott erbarme sich! Fürwahr ist das Fasten ein Schleier, den Gott über die Zunge, Ohren, Augen und anderen Körperglieder und Organe legt …  Wahrlich, Gott hat für alle Teile und Glieder des Körpers ein Recht für das Fasten festgelegt. Jemand fastet wirklich, der die Rechte der Bestandteile seines Körpers  beim Fasten erfüllt. Er  ist seiner Fastenpflicht nachgekommen.   Im gleichen Maße wie jemand diese Rechte missachtet, nimmt auch der Segen und Lohn seines Fastens ab (Mizan al Hikmah, Bd. 5)

Wer wirklich fastet, der bewahrt seine Zunge vor Sünden, wie Lügen, über die schlechten Eigenschaften anderer sprechen, jemanden verleugnen oder beschimpfen.  Er hält die Ohren von abwegigen Klängen und diabolischem Gerede zurück. Den Augen erlaubt er nicht, sich jede Szene anzusehen. Szenen, die den Menschen zum Sündigen animieren, sind nicht gestattet. Der Fastende muss seine Augen davon abwenden.

Ein Mensch, der fastet, muss sich auch vor weiteren schlechten Dingen hüten, wie Neid, Hass, Zorn, Feindschaft, schlechte Laune  usw.  Das Fasten ist eine Übung für die Selbstbeherrschung und Gottesfürchtigkeit.  Die Zeit der Enthaltsamkeit vom ersten Morgenlicht bis zum Sonnenuntergang ist eine gute Gelegenheit, die rebellischen Neigungen des Egos   zu bändigen.

                                     

Je besser jemand sich der Sünde enthält, desto größer ist der Vorteil,  den er aus seinem Gott-dienen bezieht. Wenn er  eine Sünde begeht, so wird nicht unbedingt sein Fasten ungültig, aber der spirituelle Lohn dafür wird geringer ausfallen. 

Der wahre Diener Gottes ist nach besten Kräften darum bemüht ein einwandfreies Werk für Gott zu vollbringen, das Sein Wohlgefallen findet.  

 

Die Enthaltung von Sünden und die Kontrolle der rebellischen Kräfte des Egos gehören zu den wunderbaren Vorteilen des Fastens. Wer gegenüber seinen egoistischen Wünschen schnell  schwach wird, für den bietet der Monat Ramadan die  beste Chance, um sie unter  Kontrolle zu bringen. Imam Sadiq (a.) sagt darüber: „Das Fasten ist für den  Fastenden wie ein Schleier, mit dem er die  Gefahren des Weltlichen von sich fernhält! Und es ist  auch gegenüber der Strafe im Jenseits ein Schleier und Hindernis. Immer wenn du fasten möchtest, dann halte dein Ego von allen egoistische Neigungen  (wie der Wunsch zu schimpfen, nach Streit, einem falschen Schwur)  zurück. Denn wenn  jemand solche Sünden während des Fastens begeht, ist es dem Lohn für das Fasten abträglich und  führt dazu, dass das Fasten nicht angenommen wird.“

 

                                  

Sünden wie schlecht über andere reden, lügen, unerlaubte Blicke auf das andere Geschlecht, jemanden beschimpfen oder ein Unrecht antun usw.  hindern den Menschen daran, an den großen spirituellen Segen des Fastens zu gelangen. In einem Hadith heißt es: Der Prophet (Friede sei ihm und seinem Hause) stellte eine Speise vor eine Frau, die freiwillig gefastet hatte, aber über ihren Nachbarn schimpfte. Die Frau sagte: „Ich faste doch!“ Der Prophet aber sagte: „Wie kannst du behaupten zu fasten, während du deinen Nachbarn beschimpfst? Wisse das Fasten besteht nicht nur darin, dass jemand nichts trinkt und nichts isst, sondern der Fastende muss auch die anderen Teile seines Körpers in sein Fasten miteinschließen und sich davor hüten, schlecht zu reden und zu handeln. Der Herr hat das Fasten zu einem Hindernis gegenüber hässlichem Reden und Verhalten werden lassen.“ Dann sagte er zu den anderen: „Wie gering ist die Zahl der  Fastenden  und wie zahlreich sind die die (beim Fasten) nur hungern!“ (Mizan al Hikmah Band 5) .

                                          

Wenn ein Mensch keinen göttlichen Segen erfährt, so liegt das in der Hauptsache daran, dass er seinen egoistischen und triebhaften Wünschen verfallen ist.  Die Religion Gottes schlägt viele Wege zur Kontrolle dieser  Wünsche und zu ihrer geeigneten Eindämmung vor. Einer dieser Wege ist das Fasten. Das Fasten ist ein regelmäßiges Training zur allmählichen Stärkung der Selbstbeherrschung und Unterdrückung von Sünden. Er macht den Menschen zum Herrn über sein Ego, so dass er schließlich  gegenüber keiner Sünde mehr schwach wird.

Vom Propheten Gottes (s) wird überliefert:

„Wer im Monat Ramadan fastet und seine egoistischen Kräfte und seine Zunge von der Sünde freihält und sich davor hütet,  andere schlecht zu behandeln, dem verzeiht Gott seine Sünden,  befreit ihn aus der Hölle und gewährt ihm einen Platz im Paradies!“

 

                             

Manche fragen sich,  wie die Muslime im Monat Ramadan weiter ihrer Arbeit nachgehen können, obwohl sie doch tagsüber nichts essen und nichts trinken. Sie meinen: Ist denn nicht das Fasten ein Hindernis für das Weiterkommen im Leben und im Beruf?

Bei  näherem Hinsehen werden sie aber feststellen, dass die Muslime auch in diesem Monat aktiv sind und durch das Fasten sogar ihre Ausdauer stärken. Frédéric Kanouté ist ein bekannter Fußballspieler. Er ist Muslim geworden und spielt in verschiedenen europäischen Flussballclubs wie in dem spanischen FC Sevilla. Für ihn ist der Monat Ramadan kein Hindernis. Im Gegenteil intensiviert er in dieser Zeit seine sportlichen Aktivitäten.

Seit einigen Jahren fällt der Beginn des Monats Ramadan mit dem Beginn der Fußballsaison in Europa zusammen. Dies macht sich beim spanischen Fußball am meisten bemerkbar. Die Spieler,  die Muslime sind, und fasten,  müssen während der Spiele auf der Ersatzbank sitzen. Jedes Jahr kommt es wegen dem Fasten zu Spannungen zwischen den Trainern und den muslimischen Spielern, denn in der Regel sind die muslimischen Fußballspieler nicht bereit, das Fasten wegen eines Spiels einzustellen.

Frédéric Kanouté muss jedes Jahr mit  dem Ernährungsberater seines Teams über sein Fasten im Monat Ramadan diskutieren. Obwohl in den spanischen Fußballclubs inzwischen alle den Monat Ramadan und das Fasten der Muslime können, gibt es trotzdem Leute, die den fastenden Spielern Hindernisse auf den Weg zu legen versuchen.

Frédéric Kanouté hat in einem seiner Spiele im Monat Ramadan zwei Tore geschossen. Er sagte nach dem Spiel:

„Ich habe zwei Tore geschossen, damit der Ernährungsberater unseres Teams mich in Ruhe lässt und weiß, dass das Fasten für mich keine Probleme erzeugt sondern im Gegenteil mich noch mehr dazu motiviert, auf dem Spielfeld etwas zu leisten. Das Fasten stärkt die Ausdauer und Durchhaltekraft und der Gehorsam gegenüber Gott macht das Herz stark und zuversichtlich.“

                               

Nachdem  Frédéric Kanouté den Islam angenommen hatte, ist er zu einer größeren inneren Ruhe gelangt. Er sagt: „Immer wenn ich ein stilles Eckchen finden, bete ich. Manchmal sehen mich die anderen aus dem Team dabei, aber sie wissen dass ich Muslim bin und respektieren meine Überzeugung.  Bei den meisten erweckt mein Handeln und mein Gott-Dienen Neugier. Insbesondere im Monat Ramadan. Sie wundern sich, warum ich nichts esse und trinke und stellen viele Fragen. Jedenfalls habe ich niemals Probleme gehabt und habe Freude an meinem  Gott-Dienen.“

 

 

 

 

 

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