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Mittwoch, 17 Juni 2015 20:33

30 Tage in der Ramadan Karawane (1)

30 Tage in der Ramadan Karawane (1)
  Gott hat dem Menschen im Leben Gelegenheiten zur seelischen Regeneration  gegeben und bestimmte Zeiten dafür eingerichtet.

Zu  diesen besonderen Zeiten  haben wir  Gelegenheit, uns  ein wenig von dem Trubel des Weltlichen zurückzuziehen und uns  auf uns  selbst zu besinnen. Es ist eine Chance sich  Gottes Allgegenwart besser zu vergegenwärtigen und dem Herrn und Schöpfer näher zu kommen. Der Fastenmonat Ramadan ist zweifelsohne einer dieser goldenen Zeiten im Leben.

                         

Der bedeutende Monat Gottes ist wieder mit seiner schönen spirituellen Atomsphäre eingetroffen. Ramadan ist der Monat des Lichtes und der Reinheit. Ramadan ist der Monat der Vergebung und göttlichen Barmherzigkeit.

Im Monat Ramadan wurde der Koran herabgesandt. Er ist einer der edelsten Monate des Jahres. Die Tore des Paradieses und des Himmels stehen offen und die Tore der Hölle sind verschlossen. Das Gott-Dienen in diesem Monat wird reichlich belohnt. Der Prophet Gottes (Friede sei ihm und seinem Hause)  hat in seiner Ansprache im Schaaban,  dem Vormonat zum Ramadan,  über die Größe Ramadan gesagt:

„Ihr Diener Gottes! Der Monat Gottes ist mit Segen, Allbarmherzigkeit und Vergebung Gottes  zu euch gekommen. Dieser Monat ist bei Gott der beste aller Monate. Seine Tage, Nächte und Stunden sind die besten aller Tage, Nächte und Stunden!

Ihr seid zum Gastempfang Gottes eingeladen und zu  Geehrten geworden. In diesem Monat sind eure Atemzüge eine Lobpreisung des Einen Gottes, und euer Schlaf ist Gott-Dienen, und eure religiösen Werke werden anerkannt und eure Bittgebete erhört.   So ruft euren Herrn in  ehrlicher Absicht und mit lauterem Herzen, damit er euch das Fasten und die Koranverlesung gelingen lässt. Wenn ihr in diesem Monat hungrig und durstig werdet, dann denkt an den Hunger und Durst am Jüngsten Tag. Unglückselig ist jemand, dem in diesem großen Monat die Vergebung Gottes entgeht.“

                              

Der Monat Ramadan ist der Monat der inneren Läuterung. Der Monat der Befreiung aus den Ketten Satans und den niedrigen, tierischen Verlangen.  In diesem Monat sind Schwierigkeiten und Freuden  miteinander vermischt.  Schwierig mag es sein am Tag auf Essen und Trinken zu verzichten und sich gegenüber Verlangen zu wehren. Umso größer ist die Freude darüber Gott näher gekommen zu sein, besonders in den besinnlichen Stunden vor dem ersten Morgengrauen, beim vertraulichen Gespräch mit dem Allmächtigen und Allbarmherzigen.

                             

Jedes Jahr gibt es neue Mitglieder in der muslimischen Weltgemeinde,  die aufgeregt dem Monat Ramadan entgegenblicken.

Markus lebt auf den Philippinen. Als er Muslim wurde, hat er den Namen Ahmad Mumin (Ahmad der Gläubige) gewählt.  Erwartungsvoll blickt er dem Fastenmonat entgegen und sagt:

„Früher habe ich mich über den Monat Ramadan und das Fasten im Islam lustig gemacht. Während der 10 Jahre, in denen ich in den Emiraten lebte, war das Fasten der Muslim immer ein Albtraum für mich. In diesem Monat mussten wir alle zu Hause bleiben und die Restaurants in der Stadt waren geschlossen. Das war nicht das einzige, was mir an dem Monat missfiel.  Ich dachte auch, das Fasten sei eine körperliche und seelische Folter für den Menschen.“

Nachdem sich Markus aber ausführlich mit dem Islam beschäftigt hat, wurde er Muslim und ihm wurde der wahre Sinn des Fastens im Islam bewusst.  Seine Ansichten über das Fasten änderten sich um 180 Grad. Nach einigen Fastentagen im Ramadan sagt er: „Ich habe noch nie eine solche Ruhe in mir empfunden. Nun weiß ich, welche spirituelle Wirkung das Fasten für den Menschen haben kann. Das Fasten ist überhaupt keine körperliche Qual, sondern sogar sehr gesund.“

 

Er fährt fort: „Es ist sehr vernünftig, einen Monat im Jahr zu fasten. Gott hat dies  seinen Dienern  einmal im Jahr und nicht das ganze Jahr über zur Pflicht gemacht. Für mich ist der Ramadan heute ein schönes Erlebnis. Eine Erfahrung, die mir große Ruhe , Freude und Frische beschert. Ich habe ungeduldig dem Monat Ramadan entgegengeblickt.“

                          

Ameneh hieß früher Caroline. Aber jetzt ist sie Muslimin. Auch sie freut sich auf den Monat Ramadan. Sie sagt, dass das Fasten ein gutes Training für Geduld und Selbstbeherrschung ist und die Spiritualität des Menschen steigert. Für sie sind die Verrichtung des täglichen Ritualgebetes und die Lesung aus dem heiligen Koran rechtschaffene Werke, durch die der Mensch Gott näher kommt. Ameneh stammt aus Südafrika. Sie sagt über das Fasten: „Das Fasten ist eine gute Möglichkeit zur Stärkung  der geistigen und seelischen Ruhe. Im Monat Ramadan verzichten die Muslime in der Zeit zwischen dem Gebetsaufruf zum Morgen bis zum Sonnenuntergang auf Essen und Trinken und (falls sie Raucher sind) aufs Rauchen und suchen die  seelische Nähe zu Gott.“  

                             

Ramadan: Dies ist der Monat Gottes, der Monat der Erinnerung an Gott.

Wer jemanden liebt, der denkt unentwegt an ihn. Dies ist ein Zeichen für seine Liebe.  Die großen Vorbilder der Religion haben  das Denken  an Gott als eine wichtige Voraussetzung für den Glauben genannt. Das wahre  Gottes-Eingedenksein, das sich im Islam Dhikr nennt, ist verinnerlichter Glaube.  Wer sich  an Gott erinnert, sucht in die Nähe des geliebten Herrn zu gelangen und findet sich spirituell in Seiner Audienz ein.  Wer ständig Gottes eingedenk ist, dessen ist auch Gott eingedenk. Dhikr – die Gott-Erinnerung bedeutet daher: enge Freundschaft zu Gott.

                         

Ähnlich wie der Körper Wasser und Nahrung zum Überleben braucht, braucht auch der menschliche Geist zur Fortsetzung seines spirituellen Lebens und zur Erreichung der höheren Stufen  der Menschlichkeit eine geeignete Nahrung.

Imam Ali (a) bekräftigt,  dass Dhikr – nämlich die Erinnerung an Gott - die Seele des Menschen stärkt und  Imam Sadschad (a) spricht in einer seiner Anflehungen über die Belebung des Herzens durch den Dhikr im Monat Ramadan, und betet:

 

„O Gott! Mein Herz bleibt durch die Erinnerung an dich am Leben, und das Feuer des Kummers und Schmerzes legt sich nur durch die vertraulichen Gebete zu dir.“

 

Der Prophet Gottes hat in seinem  Gebet im Monat Ramadan gesprochen: „O Gott!  Lass mich die Süße der Erinnerung an dich kosten!“

 

 In der Tat kann der Mensch gar nicht den Sinn des Gott-Dienens und der Gott-Erinnerung erkennen und deren Wirkung im irdischen und ewigen Leben nutzen,  wenn er nicht deren Genuss erlebt hat.  Das Leben ist schön, wenn wir es mit der Erinnerung an Den Großen Helfer und Freund verbringen und keinen Augenblick versäumen, uns an unseren Geliebten Herrn  zu erinnern. Wir sind doch immer in Seiner Allgegenwart!  Wer an die Erkenntnis gelangt ist, was diese Allgegenwart bedeutet,  dessen  geistiges- seelisches Leben wird veredelt.

Gott hat in einem Heilige Hadith gesagt:  „Das schönste und kostbarste Leben ist ein Leben, welches den Menschen keinen Moment lang die Erinnerung an Mich vergessen lässt.“

So steht es im Bihar al Anwar im Band 77.

 Der Monat Ramadan ist die beste Zeit um an dieses schönste Leben zu gelangen.

                     

O Monat Ramadan! Du Monat voller Segen! Du bist mit deiner Reinheit zu uns gekommen, um uns an der Hand zu nehmen  und uns aus dem Strudel der Sünde herauszuziehen.  Du bist gekommen, um die Fäden der Unachtsamkeit und des Ungehorsams, in die wir uns verwickelt haben, zu lösen, und uns in die edle Sphäre der Reue  und Läuterung mitzunehmen. O Gott, wir sind in diesem segensreichen Monat vor Dein Tor getreten und hoffen auf Deine Vergebung und auf Deinen Segen. O du Gütiger Gott! Sei Du unser Vertrauter, wenn wir uns zurückgezogen haben und vergib uns unsere Fehler. Nimm unsere Reue entgegen und erhöre unsere Bittgebete. O Gott schütze uns vor der Sünde! O Herr!  Halte uns nicht von Dir fern. Du bist unser Ein und Alles – unser Diesseits und Jenseits.  

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