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Dienstag, 16 Juni 2015 18:09

Zur Begrüßung des Ramadans

 Zur Begrüßung des Ramadans
Die Zeit vergeht im Flug, die Tage und Nächte wechseln einander ab – Kinder werden zu Jugendlichen – die 30-jährigen  zu 50-jährigen und schließlich kommen wir alle ins Alter. 

Haben wir in diesen Lebensabschnitten gegenüber dem Verlust des Kapitals Leben etwas zurücklegen können für das Jenseits?  Wie nahe sind wir inmitten des Lebenstrubels und all unseren  Beschäftigungen Gott  gekommen um bei Ihm inneren Frieden zu finden?

Der Monat Ramadan ist eine  besondere Gelegenheit dafür und wir können uns auf unsere wahre menschliche Natur und unser Ziel  besinnen, uns in Gott-Dienstbarkeit üben und einen neuen Anlauf machen. Einen neuen Anlauf zu einem neuen Beginn. Gott lädt den Menschen zum gesegneten Monat Ramadan mit seiner heiligen spirituellen Atmosphäre ein – es ist eine gute Gelegenheit zur Neuwerdung des Menschen.  Wir gratulieren allen zum Beginn dieses Monats.

                                

Kein Monat ist so segensreich und groß wie der Monat Ramadan. Gott hat nämlich diesen Monat gewählt, um der Menschheit sein größtes Geschenk herabzuschicken, nämlich den Koran. Wer im Monat Ramadan Gast Gottes sein will, der sollte als Erstes die Bedeutung dieses Monats kennen. Dieses Wissen kann er aus dem Koran und den Weisungen des Propheten und den Imamen aus seinem Hause (Friede sei mit ihnen) beziehen.  Der Mensch soll sich fragen, warum er in diesem Monat fasten  und  sich tagsüber  von Essen und Trinken und anderen Freuden enthalten soll! Das Wissen über den Monat Ramadan ist so wichtig, dass Imam Sadschad (Friede sei mit ihm) in einem Gebet Gott wie folgt bittet:  „O Gott!  Sende deinen Segensgruß an Mohammad und die aus seinem Hause und übermittle uns  die  Kenntnis von dem Überfluss des Monats Ramadan und der Ehrung seiner Heiligkeit!“

                            

Der Prophet des Islams (F.s.m.i.) hat den Monat Ramadan als Monat Gottes bezeichnet, in dem die  Tore des Himmels geöffnet sind. Der Fastendienst in diesem Monat  ist eine wohltuende Übung für Körper, Seele und Moral des Menschen.  Das Fasten bereitet einen Genuss besonderer Art. Um diesen spirituellen Genuss zu verspüren,  muss der Mensch bewusst fasten. Wie viele haben schon gefastet, ohne dass es ihnen etwas genützt hätte! Derjenige kann sich freuen und glücklich schätzen, der den hohen Wert des Monats Ramadan kennt, aus seinem endlosen Segen schöpft  und die immateriellen und materiellen Probleme dank des Gott-Dienens in diesem Monat löst.  Wenn der Mensch den Monat Ramadan richtig kennt und  zu schätzen weiß, wird er ihn freudig begrüßen.     

                               

Beim Herannahen des Monats Ramadan  sagte der Prophet (a.s.): „Gott sei gepriesen! Seht wenn ihr in Empfang nehmt und wer euch entgegenkommt.“

Auch folgendes Wort stammt vom Propheten des Islams (a.s.): „Wenn der Mensch wüsste, was im Monat Ramadan liegt, würde sich von ganzem Herzen wünschen, dass das ganze Jahr über Monat Ramadan wäre.“

                               

Ramadan ist der Frühling des Gott-Dienens und der Monat der Läuterung und  Selbstveredlung. In diesem Monat lässt sich der mystische Weg zu Gott mit schnellen und festen Schritten weitergehen.  Der Prophet (a.s.)  verkündet, dass der Monat Ramadan der Monat der Barmherzigkeit und Vergebung Gottes ist und mahnt: „Unglückselig ist jemand, dem in diesem großen Monat die Vergebung Gottes entgeht.“

Er empfiehlt den Gläubigen ganz besonders für den Monat Ramadan das Spenden an die Armen, die Achtung der Älteren und die Nachsicht mit den Jüngeren, die Freundschaft und Hilfsbereitschaft zu den Verwandten, die Selbstbeherrschung und die Bitte um Vergebung und  Bittgebete.

                     

Um so  gut wie möglich den Monat Ramadan zu nutzen und den größten Segen aus ihm zu schöpfen, darf man sich nicht damit begnügen, nur auf Essen und Trinken zu verzichten. Der Fastende soll sich auch von Sünden enthalten und er soll an seiner Charaktererziehung arbeiten und sich vor den Verschmutzungen der Seele schützen. Dann wird er Gottes Barmherzigkeit erfahren.

                                  

Eine der besten Handlungen im Monat Ramadan ist das Koranlesen. Das ganze Jahr über ist das Koranlesen ein gutes Werk. Doch im Monat Ramadan ist dieses Werk von besonderem Wert, denn in diesem Monat ist der Koran in der Nacht des Schicksals als Ganzes auf das Herz des Propheten (Frieden sei mit ihm und seinem Hause) herabgesandt worden. In den Überlieferungen steht:

„Alles hat einen Frühling und der Frühling des Korans ist der gesegnete Monat Ramadan!“

Der Prophet des Islams (F.s.m.i.) hat über die Bedeutung des Koranlesens im Monat Ramadan gesagt:

„Wenn jemand in diesem Monat einen Vers aus dem Koran verliest, so wird er wie jemand belohnt, der zu einer anderen Zeit als Ramadan, den gesamten Koran gelesen hat.“

Der Monat Ramadan ist eine gute Gelegenheit sich näher mit dem Inhalt des Korans zu beschäftigen.   

                                    

Für den Monat Ramadan werden ebenso das Sprechen von Bittgebeten und das Gebet um Verzeihung sehr empfohlen. Es wurden uns  zahlreiche Bittgebete  mit einem  sehr tiefen und kostbaren Inhalt überliefert. Sie sind zum Teil für bestimmte Zeiten vorgesehen, wie  für die Zeit vor dem Morgengrauen (Sahar), für jeden Fastentag oder zum Zeitpunkt des Fastenbrechens (Iftar). Eines dieser Gebete ist ein Gebet das  von Imam Sadschad (a) erhalten blieb. Sein Schüler Abu Hamza Thumali hat es  überliefert und daher ist es unter seinem Namen als  Dua-i Abu Hamza Thumali bekannt. Dieses Gebet wird vor dem Morgengrauen gesprochen.

Besonders für die Nächten, von denen angenommen wird, dass sie die Nacht des Schicksals, in der der Koran herabgeschickt wurde, sind, wird die Gottpreisung und das Sprechen von Gebeten empfohlen. Die Nacht des Schicksals oder  „lailat-ul Qadr“ genannt wird, ist die beste Nacht im Jahr und Gott sagt im Koran in der Sure 97, dass sie besser ist als Tausend Monate.

Der Prophet des Islams (F.s.m.i.) verkündet, wer in dieser Qadr-Nacht (bis zum Morgengrauen wachbleibt) und gläubig ist und an den Tag des Jüngsten Gerichtes glaubt, dem werden alle Sünden vergeben werden.

In der Nacht des Schicksals bitten die Gläubigen ihren Herrn demütig und inständig um Verzeihung und bitten ihn, dass er ihr Schicksal und das Schicksal ihrer Mitmenschen auf die beste Weise gestalten möge.  Für diese Nacht wird neben dem Koranlesen ganz besonders das Dua Dschuschan-i Kabir empfohlen. In diesem langen Gebet wird  Gott mit Seinen vielen schönen Namen gerufen.

                           

Die Einnahme einer Speise vor dem ersten Morgengrauen ist auch eine Sitte im Monat Ramadan, die uns ans Herz gelegt wurde.  Der Prophet Gottes (F.s.m.i.) empfiehlt es als eine rechtschaffene Handlung vor Anbruch jeden Fastentages. In den Überlieferungen rät  der Prophet dazu, die Speise vor dem Morgengrauen (das Sahari) nicht einzustellen, und sei  es dass man auch nur eine Dattel zu sich nimmt.

Er sagt: „Die Engel bitten Gott für jemanden um Verzeihung, der vor dem Morgengrauen um Vergebung bittet und eine Sahari-Speise zu sich nimmt.“  

                

Alle für den Monat Ramadan empfohlenen religiösen Handlungen unterstützen die Bemühung des Menschen im Monat Ramadan um eine Neuwerdung.  In diesem Monat wird die Seele durch das Fasten, die Bittgebete, das Koranlesen und durch gute Werke geläutert und auf diese Weise wird die Ausgangsbasis für spirituelles Wachstum des Menschen geschaffen.

In der Hoffnung, in diesem Monat den Segen Gottes zu erfahren, schließen wir mit einem Wort des Propheten: 

„Göttlicher Segen und die Gnade und  Barmherzigkeit Gottes strömen  in diesen Tagen unentwegt!  So wisset diese schöne und edle Zeit zu schätzen, ihr, die ihr diese göttliche Gnadengeschenke empfangen möchtet!“

 

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