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Montag, 14 Juli 2014 05:38

Frühling Ramadan (3)

Frühling Ramadan (3)
In diesem Beitrag geht es um Ichlas und  Baqiat-is Salihat .Der Monat Ramadan ist der Monat der Ausdauer der Gläubigen und der frohen Kunde für die Rettung der redlichen lauteren Menschen.

Wer in diesem heiligen Monat Herz und Seele in den Quellen der göttlichen Barmherzigkeit reinigt und in aufrichtiger Absicht Gott zuliebe fastet, kann sich freuen. Imam Ali (a) hat gesagt: „Gott hat das Fasten zur Pflicht gemacht, damit er auf diese Weise die Aufrichtigkeit der Menschengeschöpfe auf die Probe stellt.“

 

Die Propheten  und großen Gottesfreunde sind die erfolgreichsten in der Menschheitsgeschichte gewesen . Das Geheimnis ihres Erfolges lässt sich in einem Wort zusammenfassen und zwar damit, dass sie aufrichtig den Weg Gottes gegangen sind. Dies ist auch das Geheimnis dafür, dass sie sich in der Geschichte verewigten.  Diese Aufrichtigkeit nennt sich „Ichlas“. Wenn jemand diese Aufrichtigkeit besitzt, dann wird  Gott dafür zeugen, dass er gläubig ist und seine Pflichten erfüllt, und kein anderer dies  zu bezeugen braucht.  In der Sure 4 heißt es im Vers 79: . وَ کَفَىٰ بِاللَّـهِ شَهِیدًا „Allah genügt als Zeuge.“

 

Imam Ali (a) hat gesagt: „Die Befreiung des Menschen (von den Übeln des Diesseits und Jenseits) liegt in seiner Aufrichtigkeit (Ichlas).“

 Wenn der Mensch Rettung finden und sich befreien will, soll er aufrichtig  sein. Wer aufrichtig im Glauben ist , für den ist es nicht wichtig, ob die anderen es merken, wenn er eine große Tat vollbringt. Der eine oder andere könnte fragen, was es denn nützt, wenn wir unauffällig ein Werk vollbringen? Ein Vorteil davo ist zum Beispiel, dass der Mensch von dem Neid anderer verschont bleibt.

Das  Ergebnis einer jeden  Angelegenheit steht bei Gott zu Buche. Gott hat Seine Gesetze. Zum Beispiel lautet eine seiner Regeln, dass er ein  Werk das du offenkundig machst, verdeckt und  eine gute Tat, die du heimlich begehst, offenkundig macht.

Der iranische Dichter Saadi sagt dazu: „ Ich flüstere vor jedem Morgengrauen zu Gott über meine Liebe zu Ihm und am nächsten Tag höre ich dass es alle zu wissen bekommen haben „– das soll bedeuten: Vor dem Morgengrauen bin ich mit Gott alleine. Ich nehme mit Ihm in meinen Anrufungen Kontakt  auf,  komme in Seine Nähe und teile meine Geheimnisse mit Ihm.  Wenn ich dann am nächsten Tag mit den anderen Kontakt aufnehme,  behandeln sie mich mit Respekt. Es ist, als ob sie von meiner inständigen Gotteszuwendung vor dem Morgengrauen wüssten. Auf diese Weise macht Gott zum Beispiel  Verborgenes sichtbar .

Prophet Moses (a) sagte: „O Gott ich möchte das Geschöpf sehen, welches sich ganz und aufrichtig der Erinnerung an dich zugewandt hat und nur dir alleine dient... Da erreichten ihn die Worte: „O Moses (a) geh zu dem und dem Meer, damit Ich dir zeige, wonach du suchst.“

Moses machte sich auf den Weg bis er schließlich am Ufer des Meeres angelangt war. Da sah er einen Vogel auf einem Zweig sitzen, der in Richtung Meer herabhing und dieser Vogel war Gott eingedenk. Moses fragte ihn nach seinem Befinden. Der Vogel sagte: „Seitdem Gott mich erschaffen hat bete ich Ihn auf diesem Ast an und bin seiner eingedenk und ernähre mich von dem Genuss, Gott eingedenk zu sein.“

Da fragte Moses ihn: „Hast du denn keinen Wunsch im Leben?“  „Doch“, sagte der Vogel, „ich würde gerne einen Schluck aus dem Meer trinken.“ Da fragte Moses erstaunt: „Ach du Vogel, das Meer ist doch ganz nahe! Warum holst du dir kein Wasser?“ Da sagte der Vogel: „Ich fürchte der Genuss des Wassers könnte mich von dem Genuss des Gott-Eindenkseins abhalten!“

Da wünschte sich Moses von ganzen Herzen, dass er auch so aufrichtig wie dieser Vogel Gott anbetet.

 

Unter den Kinder Israels gab es einen sehr frommen Mann. Als einer ihm sagte, da und da gibt es einen Baum, den die Menschen statt Gott anbeten, wurde er zornig, schulterte eine Axt und ging um den Baum zu fällen.  Unterwegs kam ihm Satan in Gestalt eines alten Mannes entgehen und fragte: „Wo gehst du hin?“ Der Gottesdiener sagte: „Ich will den Baum, den die Leute lieben, fällen, damit sie nur noch Gott anbeten. Satan aber sagte: „Lass das! Gott hat Seine Boten. Wenn dieser Baum gefällt werden muss, dann wird er sie schicken!“

Aber der Gottesdiener hörte nicht auf ihn.

Da warnte Satan: „Ich lasse nicht zu, dass du den Baum fällst,“ und  begann mit dem Gottesdiener zu ringen. Aber der übermannte ihn schnell. Da rief Satan: „Lass von mir ab! Ich will dir einen Vorschlag machen. Ich werde jeden Tag zwei Dinare unter dein Kissen legen , wenn du den Baum nicht fällst.“ Da sagte sich der Mann: „Das ist besser als wenn ich den Baum fälle. Dann werde ich jeden Tag einen von den zwei Dinaren an Bedürftige spenden und den anderen für mich selber ausgeben.“

                                 

Der Mann fand zwei Tage hintereinander zwei Dinare unter seinem Kopfkissen. Aber am dritten Tag lag kein Geld mehr unter dem Kissen. Da machte er sich wieder mit der Axt auf  den Weg zum Baum. Wieder kam ihm Satan in die Quere und auch diesmal sagte er :  „Du kannst den Baum nicht fällen“ und  begann mit dem Gottesdiener zu ringen. Schnell hatte er ihn bezwungen.  Da sagte der Mann: „Letztesmal konnte ich dich sofort besiegen. Wie hast du mich diesmal so schnell bezwingen können?“

Da sagte Satan: „Beim ersten Mal wolltest du Gott zuliebe  in aufrichtiger Absicht (Ichlas) den Baum fällen, und deshalb ließ Gott dich siegen.  Aber diesmal bist du aus Eigenliebe  und wegen der Dinare zornig geworden und so fiel mir der Sieg über dich leicht.“

                                      

Wir können nur den Götzen in uns, das eigenwillige Ego besiegen, wenn wir Gott gegenüber redlich und aufrichtig sind und auf ihn vertrauen.


Imam Zainul Abadin (a)  wendet sich in der Anrufung der Gottgehorsamen (munadschat al muti`ina lillah) , welche zu seinen bekannten 15. Anrufungen gehört, mit folgendem schönen Wunsch an Gott:

 

„O Allah, geselle mich zu den Guten, den Auserwählten, den Tugendhaften und Rechtschaffenen, die sich beeilen, Dir nachzueifern und sich zu guten Taten anschicken, zu denjenigen, die sich für das Baqiat-is Salihat – das  bleibende Gute einsetzen .(O Gott, der du zu den Diener gütig bist, nimm mein Gebet an) Wahrlich, Du hast Macht über alle Dinge, so auch zur Erfüllung unserer Gebete, um Deiner Barmherzigkeit willen, o Du Barmherzigster aller Barmherzigen.“

Imam Sadschad (a) erinnert in diesem Abschnitt seiner Anrufung daran, dass wir uns anstrengen sollen, höhere Ebenen zu erreichen und  Gott um die höchsten Stufen bitten sollten, nämlich um die Gesellschaft Seiner Propheten, der Rechtschaffenen und Auserwählten.  Der Imam erinnert uns damit daran, dass wir Gott bitten, dass er uns zu jenen  gesellt, die den anderen im Streben nach hohen moralischen Tugenden vorauseilen und ihr Leben für würdige und bleibende gute Taten nutzen.  Imam Zain ul Abedin (a) bittet Gott,  dass er wie die anderen auserwählten guten Menschen, das Glück haben darf, bleibend Gutes zu vollbringen. Er  verwendet dafür den Ausdruck „Baqiat-is salihat“. Dieses bleibende Gute wird auch vom Koran in einigen Versen hervorgehoben. Im Vers 46 der Sure Kahf, Sure 18: heißt es:

„Besitztum und Kinder sind Schmuck des irdischen Lebens. Die bleibenden guten Werke baqiyatu

s-salihatu aber sind lohnender bei deinem Herrn und lassen (bei Ihm) eher Gutes erhoffen.“

Der Koran erklärt, dass die guten bleibenden Werke, die der Mensch im irdischen Leben vollbracht hat, bei Gott bewahrt bleiben und von Ihm mit einem großen Lohn gewürdigt werden.  Werke, die der Mensch nur Gott zuliebe aufrichtig und alleine für Ihn begeht, sind  bleibende Werke. Diese Werke nehmen gegenüber den weltlichen Freuden und der Erfüllung der materiellen Wünsche, welche flüchtig sind, einen besonders hohen Platz ein.

Schließlich  beendet der Imam seine Anflehung mit „o Du Barmherzigster aller Barmherzigen“ nämlich “Ya Arham-ur rahimin.“

Einmal begegnete der Prophet (s) einem Mann der ständig hintereinander Gott auf diese Weise rief, nämlich mit Barmherzigster aller Barmherzigen.  Da sagte der Prophet: „Das genügt . Bitte Gott nun um etwas, denn er hat auf dich geblickt.“ Dann fuhr er fort: „Du wolltst Gott mit deinem Ruf Barmherzigster aller Barmherzigen auf dich aufmerksam machen und das hast du erreicht. Nun trag deine Bitten vor ihn!“

In einer anderer Überlieferung heißt es, dass der Erhabene Prophet (s)gesagt hat: „Gott hat einen Engel für jemanden, der O Barmherzigster aller Barmherzigen sagt, bestimmt. Wenn er diese Worte dreimal gesagt hat, wird der Engel zu ihm sagen: „Der Barmherzigste aller Barmherzigen  hat sich dir zugewandt, nun bitte Ihn ...(um das was du möchtest.“)

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