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Dienstag, 16 Juli 2013 05:18

Wohltuend wie eine frische Sommerbrise (4)

Wohltuend wie eine frische Sommerbrise (4)
  Ramadan ist ein Monat des Gott-Dienens und so wohltuend wie eine frische Sommerbrise.
Er bietet eine einmalige Gelegenheit, in die Nähe zu Gott zu finden. Viele haben diese Wahrheit erkannt und sehen im Monat Ramadan eine Bereicherung des Lebens. Ohne diese besonderen spirituellen Zeiten würden wir innerlich wegen Sünden völlig verdunkeln. Wenn der Monat Ramadan uns besuchen kommt, wirkt er wie ein milder Regen auf das Ödland in unseren Herzen. Ramadan erinnert uns daran, dass der Gott, der Weise Gütige Freund alle Augenblicke unseres Lebens sieht. Wir sollten in diesem kostbaren Monat die Fenster unserer Herzen wieder für den Himmel öffnen.

 

 

 

Nun eine weitere Bitte, die Imam Sadschad a.s. in dem Gebet Makarim Achlaq an Gott richtet.

اَللّهُمََّ وَ انْتَهِ) بعَمَلِى إِلَى أَحْسَنِ الْأَعْمَالِ"

 

„O Gott! Lass unsere Werke zu den besten und rechtschaffensten Werken werden!“

In diesem Gebet bittet Imam Sadschad a.s. um das Ihsan al amal – um die besten Taten. Dies zeigt, dass nicht alle Handlungen gleichwertig sind. Auch die gottesdienstlichen Handlungen wie das Gebet besitzen nicht alle den gleichen spirituellen Wert und deshalb werden sie je nachdem höher oder niedriger eingestuft.

 

Als Erstes setzt eine rechtschaffene, gottesdienstliche Handlung voraus, dass sie der Tradition des Islams und den Heiligen Regeln dieser Religion entspricht. Anderenfalls kann gar nicht von einem gottesdienstlichen Tun mehr die Rede sein.

Folgendes Hadith des Propheten des Islams zeigt diese Wahrheit: Der Prophet a.s. hat gesagt: „Worte werden nur angenommen, wenn sie mit Handeln einhergehen , und beides wird nur angenommen, wenn es mit der (guten) Absicht einhergeht. Aber weder Worte noch Werke, noch eine gute Absicht werden angenommen, wenn sie nicht mit der Tradition des Islams übereinstimmen.“

Ob jemand ein richtiges gottesdienstliches Werk getan hat, hängt also von drei Faktoren ab: Dem was der Gläubige sagt, der Handlung selber und der Absicht.

Im Vers 2 der Sure Mulk (67) steht: „(Gott), der den Tod erschaffen hat und das Leben, dass Er euch prüfe, wer von euch am besten handelt; und Er ist der Allmächtige, der Allverzeihende!“

Imam Sadiq (a.s.) hat zu diesem Vers angemerkt:

Gott spricht in diesem Vers vom besten Handeln, aber er meint damit nicht den Umfang des Handelns sondern gemeint ist, dass Gott euch auf die Probe stellt, damit sich zeigt, bei wem das Handeln Recht und Wahrheit näher kommt. Es gibt viele, deren religiösen Werke zahlreich sind, aber deren Erkenntnis gering ist. Sie erhalten nur einen geringen Lohn. Im Gegenteil dazu ist bei einigen der Umfang ihres religiösen Werke gering. Dennoch sind diese wenigen Werke sehr wertvoll, weil sie einen wahren Glauben besitzen und ihre Absicht unversehrt und edel ist und sie die Regeln der Heiligen Gesetzgebung kennen.“

Um noch mehr den Stellenwert von Handlungen zu verdeutlichen möchten wir den Propheten zitieren.

Der Prophet (s) hat gesagt: „Jeder von euch hat drei Freunde: Der eine ist ein Freund, der deine Wünsche erfüllt . Es ist dein Besitz. Dein zweiter Freund ist jemand, der dich bis ans Grab begleitet und sich nach deiner Beerdigung von dir trennt. Er gibt dir weder etwas mit, noch leistet er dir Gesellschaft . Es ist deine Familie. Aber der dritte Freund, der den Menschen begleitet ist sein Handeln...

Das Handeln sagt (zu dir): `Bei Gott! Ich begleite dich überall hin und trenne mich nicht von dir, ob ich nun ein gutes, rechtschaffenes oder ein schlechtes Handeln bin.`“

 

Unsere Handlungen trennen uns also niemals von uns. Wenn sie gut sind, bringen sie uns ins Paradies und wenn sie schlecht sind befördern sie uns in die Verdammnis. Wir sollten in das Gebet Imam Sadschads (a.s.) einstimmen, der sagt:

„O Gott lass unsere Werke zu den besten und rechtschaffensten Werken werden.“

Das Geheimnis vieler Erfolge ist die Geduld. Der Mensch ist ein geselliges Wesen und stellt zu seiner Umgebung und den anderen Beziehungen her. In der Gesellschaft begegnet er, ob er will oder nicht, auch Schwierigkeiten. Bei Schwierigkeiten sollte er die Geduld bewahren, damit er überlegt und weitsichtig den richtigen Lösungsweg wählt. Die Geduld ist eine der wichtigsten Eigenschaften der großen Menschen, insbesondere der Anführer der göttlichen Religionen gewesen. Durch diese Eigenschaft konnten sie viele Anhänger für sich gewinnen.

Urwa Ibn Mohammad war ein guter Mensch. Einmal saß er mit anderen zusammen und sprach zu ihnen. Da trat jemand hinzu und begann ihn zu beschimpfen. Urwa wurde rot vor Zorn. Aber er erwiderte die hässlichen Schimpfworte des Mannes nicht mit gleichem, sondern übte sich in Geduld, stand auf und ging um ein Wudhu (die rituelle Teilwaschung) vorzunehmen. Dann kehrte Urwa zu den anderen zurück. Nun war er ganz ruhig geworden und verspürte keinerlei Zorn mehr. Er setzte seine Ausführungen fort und sagte: „Einer meiner Vorfahren hat vom Propheten Gottes (s) berichtet, dass er gesagt hat: „Zorn und Wut kommen von Satan und Satan ist aus Feuer erschaffen und Feuer wird durch Wasser gelöscht. So nehmt also immer, wenn ihr zornig seid, das Wudhu vor.“

Abschließend betrachten wir wieder einen Ausschnitt aus dem Letzen Willen Imam Alis (a.s.). Der Imam empfiehlt seinem Sohn Hassan (a.s.) bei gesellschaftlichen Beziehungen auf sein Gewissen zu hören.

Er sagt:

„Mein Sohn! Bei dem, was zwischen dir und den anderen ist, solltest du dich selbst zum Maßstab für die Bewertung nehmen. Du solltest für die anderen das für gut befinden, was du selber für dich für gut befindest, und das, was dir selber nicht gefällt, für die anderen auch nicht wollen. Du darfst den anderen kein Unrecht antun, so wie du auch nicht willlst, dass jemand dir Unrecht antut. Und tue den anderen Gutes, so wie du möchtest, dass man dir Gutes tut. Was du bei anderen als unschön empfindest, solltest du auch als unschön empfinden, dass du es tust – Worüber du nicht Bescheid weißt, sprich nicht, selbst wenn es nicht viel ist, was du weißt, und sag auch nicht etwas, was du nicht magst, dass man über dich sagt.“

 

Imam Ali a.s. empfiehlt hier seinem Sohn hinsichtlich der Fällung eines Urteils über andere , erst über sich selber nachzudenken und den anderen das gleiche zu wünschen wie sich selbst. Imam Ali sagt, dass dadurch Freundschaft und Verständnis zwischen den Menschen zustande kommen.

Durch Nichtbeachtung solcher Regeln werden Freundschaften jedoch zerstört. Aber die Beachtung des Gewissens ist ein Garant für beständige Freundschaft und gesunde gesellschaftliche Beziehungen. Wenn in der Gesellschaft alle Menschen aufgrund ihres Gewissen miteinander umgehen und die Rechte der anderen achten, werden die Beziehungen zwischen ihnen gefestigt und wird es mehr Sicherheit und Frieden in der Gesellschaft geben.

Imam Ali a.s. sagt: Begeh kein Unrecht, denn du möchstet auch nicht, dass dir ein Unrecht angetan wird. Genauso wie du dir wünschst, dass die anderen freundlich und gerecht mit dir umgehen, sollst du selber dich auf diese Weise zu den anderen verhalten, damit sie merken, dass in deinem Herzen nicht die geringste Ablehnung zu ihnen besteht.

Falls wir jemand anderem etwas Schlechtes wünschen, kann keine Freundschaft zwischen uns und ihm entstehen. Wenn sich die Gläubigen gegenseitig das Gute gebieten und das Schlechte verwehren, so geschieht es deshalb, weil sie nach größerer Freundschaft zueinander streben und größere Einmütigkeit untereinander herstellen wollen. Daher hat Imam Ali empfohlen, dass der Mensch die Dinge, die ihn zufriedenstellen und erfreuen, erkennt und dann versuchen sollte, die anderen durch die gleichen Dinge froh zu stimmen. Die Beachtung dieser Empfehlung rettet den Menschen vor der Verblendung durch egozentrisches, hochmütiges Denken.

 

 

 

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