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Mittwoch, 10 Juli 2013 01:00

Wohltuend wie eine frische Sommerbrise (1)

Wohltuend wie eine frische Sommerbrise  (1)
  Erneut dürfen wir am Monat Ramadan teilnehmen. Der Monat Ramadan hat uns eine neue Gelegenheit beschert, göttliche Barmherzigkeit zu empfangen.
Er bietet uns verstärkt Chancen, Gottes Nähe zu suchen und unser Gott-Dienen zu intensivieren. Ehrlich gesagt: Wie sehr brauchen wir doch diese einmalige Gelegenheit, um uns mit Gott auszusprechen. Dieser Monat heilt das Herz der Sünder. Lasst das Herz auf den Schwingen der Reue in den Himmel der göttlichen Barmherzigkeit aufsteigen! Gott, wir danken Dir dafür, dass wir auch diesen Monat Ramadan mit seinen wohltuenden gottesdienstlichen Übungen erleben können.

 

 

Wir nehmen diesen schönen Monat freudig in Empfang und gratulieren allen Freunden zu seinem Beginn.

Diese Beitragsreihe zum Ramadan 2013 enthält Ausschnitte aus dem Bittgebet Makarim- Achlaq von Imam Sadschad (a.s. ), hörenswerte historische Geschichten und Auszüge aus der letzten Empfehlung Imam Alis (a.s.) an seinen Sohn Imam Hassan (a.s.)

 

Das Bittgebet Makarim Achlaq ist ein bekanntes und schönes Bittgebet von Imam Sadschad (a.s.) Sohn des Imam Hussein. Es ist voller hoher moralischer Inhalte.

Nach dem schmerzlichen Ereignis von Aschura begegnete Imam Sadschad vielen Hindernissen und falschen Interpretationen der Religion und er wählte das Bittgebet als geeignetestes Mittel, um die Wahrheit des Islams wiederzubeleben. Wer sich in seine Gebete vertieft, wird zwischen den Zeilen Hinweise auf die politischen und gesellschaftlichen Lehren des Islams finden.

Das Dua`(Gebet) Makarim Achlaq besteht aus dreißig Teilen. Jeder Teil beginnt mit Segensgrüßen für den Propheten und das Prophetenhaus.

Auch wir wollen unseren Beitrag mit diesem Segensgruß bereichern,nämlich: Allahumma Salle Ala Mohammad wa Ale Mohammad.

O Gott segne Mohammad und die Familie Mohammads.

Imam Sadschad verwendet dieses Segnungs-Bittgebet zu Beginn, damit das gesamte Gebet erhört wird.

Manchmal werden Gebete nicht von Gott erhört, weil der Mensch um etwas bittet, was nicht in der Daseinsordnung vorkommen kann. Zum Beispiel wenn jemand Gott bittet, dass er ihn niemals sterben lässt, wird sein Gebet nicht erhört, denn jeder wird den Tod erleben. Wenn jemand sich wünscht, immer jung zu bleiben, ist es genauso.

Gott hat es so festgelegt, dass der Mensch altert und einmal stirbt.

Einige bitten in Unkenntnis um Dinge, die gemäß den Gesetzen der Daseinsordnung nicht eintreten können. Die Unfehlbaren Imame a.s. haben sie bei Gelegenheit deswegen gemahnt und diese Mahnungen wurden in Form der Hadith schriftlich überliefert. Wenn also Gott um etwas gebeten wird, was mit den Regeln der Daseinsordnung nicht vereinbar ist, wird es nicht erhört werden. Aber eine der Bitten , die mit Gewissheit immer erhört werden, ist die Bitte um Segensgrüße an den Propheten -

O Gott segne Mohammad und die Familie Mohammads.

Damit unsere anderen Gebete erhört wird, sollte man daher erst Segensgrüße an den Propheten und die Edlen aus seinem Hause entsenden und dann die eigenen Bitten stellen.

Imam Sadeq (a.s.) sagt darüber: „Wenn jemand zu Gott betet, sollte er ganz bestimmt seiner Bitte eine Segnungsbittgebet für den Propheten voranstellen. Denn Gott liebt es, wenn der Propeht gegrüßt wird und wenn es in einem Bittgebet um mehrere Anliegen geht und diesem Gebet der Segensgruß für den Propheten vorangeht, wird Gott nicht so vorgehen, dass er einen Teil (nämlich den Segensgruß) annimmt und den anderen Teil ablehnt.“

Einmal fragte der Prophet Gottes (s) seine Gefährten: Wer von euch fastet ständig?“

Der enge Prophetengefährte Salman antwortet: „Ich, O Prophet Gottes (s).“

Da sagte der Prophet Gottes (s): „Wer von euch verbringt ständig einige Nachtstunden mit Gott-Dienen?“

Wieder antwortete Salam: „Ich“

Da fragte der Prophet: „Wer von euch liest innerhalb eines Tages und einer Nacht einmal den Koran vollständig durch?“

Auch diesmal war es Salman, der mit „Ja“ antwortete.

Da regte sich einer der anderen Prophetengefährten über Salman auf und sagte: „Prophet Gottes (s). Salman kommt aus Fars (Iran) und möchte sich gegenüber uns Qureisch brüsten und einen Vorteil gewinnen! Ich habe doch gesehen, dass er am Tag Nahrung zu sich nimmt und in der Nacht meistens durchschläft. Wie kann es sein, dass er jeden Tag den Koran einmal durchliest, während ich ihn an den meisten Tagen gesehen habe, dass er still war!“

Da sagte der Prophet Gottes (s): „Beruhige dich! Frage ihn selber, damit er es dir erklärt.“

Der Mann wandte sich an Salman und Salman sagte ihm: „Du hast mich falsch verstehen! Ich faste den ersten, mittleren und letzten Tag des Monats und Gott hat gesagt: Jeder der ein gutes Werk tut, wird das Zehnfache an Lohn dafür erhalten. Ich faste jeden Monat auf diese Weise und erhalte den Lohn eines Menschen, der immer fastet.

Von meinem Freund, dem Propheten Gottes (s) habe ich gehört, dass wenn jemand sich mit ritueller Reinheit (nämlich mit der rituellen Wudhu (Teilwaschung), dem Ghosl (Ganzwaschung) oder Tayyamum (Trockenreinigung ) schlafen legt, es genauso ist, als ob er jede Nacht einige Stunden wachbleibt um Gott zu dienen. Und ich lege mich jeden Abend rituell gereinigt schlafen. Auch habe ich vom Propheten Gottes gehört, wie er Ali (a.s.) gesagt hat: Wer nur einmal am Tag die Sure 112: Sag: „Er ist Gott, der Einzige, ...“

Liest, der hat ein Drittel des Korans gelesen und jeder der sie zweimal liest zwei Drittel des Korans und jeder der sie dreimal liest, hat den ganzen Koran gelesen.“

Dann sagte Salam: „Ich rezitiere jeden Tag dreimal die Sure Tauhid und auf diese Weise ist es, als ob ich täglich einmal den ganzen Koran gelesen hätte“

Die letzte Empfehlung Imam Alis (a.s. ) an seinen Sohn Imam Hassen (a.s.) ist einer der wichtigsten Texte von ihm. Imam Ali hat diesen Letzten Willen nach seiner Rückkehr aus dem Siffin-Gefecht an Imam Hassan, seinen ältesten Sohn geschrieben und diese Empfehlungen fanden bei Schiiten und Sunniten Beachtung. Aber Imam Ali a.s. richtet sich natürlich nicht nur an seinen Sohn , sondern er wendet sich mit seinen weisen Worten an alle Wahrheitssuchenden. Dieser Letzte Wille ist im Brief 31 des Nahdsch-ul Balaghas, der Sammlungen von Briefen, Ansprachen und Weisheiten Imam Alis enthalten.

Als Erstes fordert Imam Ali seinen Sohn auf, gottesfürchtig zu sein:

„Ich empfehle dir in meinem Letzen Willen, die Gottesfürchtigkeit und die Treue zu Seinen Geboten und dass du dein Herz durch das Gedenken an Ihn kultivierst und dass du nach Seinem Halt greifst.“

Der wichtigste Empfehlung des Imam an seinen geliebten Sohn ist also die Gottesfürchtigkeit. Die Bedeutung der Gottesfüchtigkeit „Taqwa“, insbesondere für den jungen Menschen, wird dann spürbar, wenn man die Gefühle und Neigungen in diesem Lebensabschnitt bedenkt. In der Jugend ist die Gottesfürchtigkeit wie eine Burg und starke Festungsmauer für den Menschen, die ihn vor dem Angriff des Feindes namens „Trieb-Ich“ beschützt. Taqwa ist wie ein Schutzschild gegenüber den Giftpfeilen Satans. Sie wissen ja, dass der Mensch ständig an Weggabelungen angelangt und in zwei gegensätzliche Richtungen gedrängt wird. Auf der eine Seite ruft ihn das Gute und auf der anderen Seite verlocken ihn die inneren Triebe und jener Teil der Seele, der das Schlechte befehligt (Nafs-e Amareh) sowie die Einflüsterungen des Teufels dazu, niedrige Verlangen zu befriedigen.

In diesem Konflikt kann nur ein Mensch unversehrt aus der Auseinandersetzung zwischen Vernunft und Lust, Gut und Schlecht, Reinheit und Besudelung hervorgehen, der mit der Waffe des Glaubens und der Gottesfürchtigkeit versehen ist und als junger Mensch im Dschihad gegen das triebhafte Ich siegt und an seinem Charakter arbeitet.

Prophet Yusuf (a.s.) konnte dank dieser Gottesfürchtigkeit erhobenen Hauptes und mit Hilfe eines festen Willens eine schwere Prüfung Gottes hinter sich bringen, als ihn die Frau des Potifar, Sulaika, zur Sünde verleiten wollte. Die Furcht vor Gott und die Treue zu Seinen Geboten, welche Imam Ali seinem Sohn empfiehlt, sind die beiden Schlüssel, die die Tore zu den Schätzen des Glücks in dieser und jener Welt öffnen.

Inscha Allah können wir im Monat Ramadan die Gottesfürchtigkeit in unserem Denken und Handeln zur Geltung bringen.

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