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Montag, 29 August 2011 02:13

Ramadan: Heiligtum der Gottergebenheit (18)

 Ramadan: Heiligtum der Gottergebenheit (18)
Der Monat Ramadan neigt sich mit all seinen guten Lehren dem Ende zu.

Diese Lehren haben wir in einer praktischen Übung und auf einem allgemeinen Gästeempfang gewinnen können. Das wichtigste, was wir lernten, war die Art und Weise wie wir innerlich zu Gott Beziehung aufnehmen können. In diesen Tagen haben wir den Kontakt zu Gott genossen und erfahren, dass dieser Kontakt bei Läuterung des Herzens möglich wird. Wir haben mit Hilfe der Anrufungen unser Herz vor Gott gebracht und die Liebe zu Ihm gefestigt. Nun gilt es, diese spirituelle Beziehung und diesen großen Genuss bis zum nächsten Ramadan durch das Gott-Dienen zu wahren. Wir bitten, wie Abraham gebetet hat:O Herr! Mach, dass ich den Gebetsdienst verrichte, und Leute von meinen Nachkommen (dies ebenso tun). O Herr, nimm mein Bittgebet an!Von allen Schlüsseln zum Erfolg ist vielleicht dieser am allerwichtigsten: der Anschluss an das unbegrenzte Wesen des Daseins und Energiezentrum der Welt. Durch diesen Anschluss haben wir die Quelle aller Energie erreicht und erreichen wir Frohsinn und inneren Frieden.

So wie ein Handy wieder durch Anschluss an den Strom aufgeladen werden muss, muss auch der himmlische Geist des Menschen an seine Quelle angeschlossen werden. So erhält er die nötige Frische und Energie um sich zu entfalten.

Gott hat den Menschen im Koran gesagt: „Ich habe dir meinen Geist eingehaucht!“ Wir müssen also mit diesem Höchsterhabenen Geist in Verbindung bleiben und von ihm Licht und Erleuchtung erhalten. Wir sollten uns für die Verbindung mit der einen Wahrheit des Seins völlig auf sie konzentrieren, d.h. zu ihrer Erreichung Körper und Geist aufeinander abstimmen.

Ein konzentrierter Geist ist stark und ergibt ein größeres geistiges Potential. Ein zerstreuter Geist jedoch ist schwach, weil sich seine Kräfte gleichzeitig auf mehrere Dinge richten.

Jedes gottesdienstliche Tun ist nicht nur spirituell von Wert, sondern führt zu einer spürbaren geistigen Konzentration, die jeder in Erfahrung bringen kann.

Das Gebetsritual – der tägliche Gebetsdienst – ist das beste Mittel, sich auf die Verbindung zu Gott zu konzentrieren. Dieses Ritual schult Seele und Geist. Wenn der Mensch im Gebet ergeben vor Seinem Herrn steht, erfährt er eine spirituelle Energie, die seinen Geist glättet, sein Herz beruhigt und ihm seelisch ein Gefühl der Sicherheit verleiht. Dies kommt von daher, dass der Mensch, der das Gebetsritual verrichtet, in dieser Zeitspanne bemüht ist, sich geistig von allem, was nicht Gott ist, zu befreien, um eine unvermischte Beziehung zu Gott herzustellen. Er schaltet beim Gebet von den Problemen des Lebens ab und lässt sie außer Acht: Eine wohltuende Ruhe kehren in Seele und Geist ein. Dieses Gefühl der Geborgenheit und Zuversicht ist von großer heilsamer Wirkung. Es mildert in den Engpässen des Lebens Nervenanspannung und Stressgefühle.

Auch beseitigt das tägliche Gebetsritual die negativen Wirkungen von hässlichen Handlungen, welche Geist und Seele des Menschen trüben. Deshalb unterstreicht der Koran die Verrichtung des Gebetsdienstes. In der Sure Taha (Sure 20) heißt es im Vers 14:

Verrichte meiner (in Ehrfurcht) gedenkend, das Gebet!

Das Gebetsritual ist eine Manifestation des göttlichen Lichtes. In den Versen 36 und 37 der Sure Nur – das Licht – (Sure 24 ) lesen wir nämlich, dass das göttliche Licht in Häusern ist, wo der Name Gottes geehrt und wo Gott jeden Morgen und jeden Abend gepriesen wird von denen, die sich durch die üblichen Tätigkeiten wie Arbeit und Geschäfte nicht davon ablenken lassen, ihrem Herrn zu huldigen und zu danken, Ihn anzubeten und das Gebet vor ihm zu verrichten.

Der Geist des Gebetsrituals ist sehr konstruktiv. Weil das Gebetsritual den Menschen von hässlichem Tun und Unheil abhält, ruft es einen Wandel in ihm hervor und führt zu seiner Persönlichkeitsentfaltung und zu einem frohen Geist. Dieses fruchtbare Gott-Dienen stärkt das Bündnis mit Gott dem Allwissenden und Allmächtigen. Es verleiht dem Herzen des Betenden Zuversicht, und Zuversicht ist die Bedingung Nr. Eins für Erfolg im Leben. In der Tat ist das Gebet ein Weg, um Licht zu empfangen. Wenn es aufrichtig und Gott ergeben verrichtet wird, bringt es Glück und Rettung. Deshalb fordert Gott im Koran Seinen Propheten auf, dass er nicht nur sich selber zum Gebet anhält sondern auch seine Familie dazu aufruft. Es heißt im Vers 132 der Sure Taha (Sure 20): Und weise deine Angehörigen an, das Gebet zu verrichten und übe dich bei der Verrichtung in Geduld.

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Nun schlagen wir wieder das Nahdsch-ul Balagha auf, um dort über die Besonderheiten der Erschaffung des Menschen nachzulesen. „Wahrlich an einer von den Adern des menschlichen Körpers hängt der verwunderlichste Teil von ihm, nämlich das Herz. Dieses Herz vereint in sich Impulse der Weisheit und der Anti-Weisheit. Immer wenn ein Wunsch das Herz überkommt, wird Verlangen es herabsetzen, und wenn das Verlangen in Erregung gerät, (wird es Begierde erzeugen und )wird Begierde es zerstören. Wenn es von der Hoffnungslosigkeit überwältigt wird, wird die Lüge es vernichten und wenn es dem Zorn unterliegt, wird sein Zorn entfacht. Wenn es mit etwas zufrieden ist, vergisst es die Vorsicht, und wenn es an einen Besitz gelangt, dann hält die Vorsicht es ab, etwas damit zu tun. Insgesamt schadet ihm jede Art von Mangel, und jedes Zuviel vernichtet es.“

(Ansprache 108 des Nahdschu-l Balagha)

Es heißt weiter in der Weisheit 233 im Nahdschu-l Balagha:

„Und die Zunge ist ein Stück Fleisch vom menschlichen Körper. Falls der Mensch innerlich nicht vorbereitet sein sollte, kann die Zunge nicht durch ihr Reden helfen. Sollte er aber innerlich vorbereitet sein, lässt ihm das Reden keine Gelegenheit mehr.“

„In der Weisheit 8, steht zudem:

„So wundert euch über diesen Menschen, der mit einem Stück Körperfett (dem Auge) sieht und mit einem Stück Fleisch spricht, mit einem Knochen hört und durch eine kleine Öffnung atmet (und wichtige Dinge mit kleinen Mitteln durchführt).“

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Honigbienen gesellen sich nur zu den schönen Blumen und trinken deren unvermischten süßen Nektar. Diese kleinen Wesen lehren uns, dass auch wir eine Nahrung zu uns nehmen sollten, die rein ist. Wenn wir etwas Reines zu uns nehmen, dann wird auch unser Verhalten rein. Und umgekehrt führt unreine Nahrung zu unreinem Verhalten. Die Nahrung des Menschen ist wie die Nahrung des Baumes, die er über seine Wurzel aus dem Erdreich entnimmt. Der Baum verdankt seine Existenz also einem Teil, der nicht zu sehen ist. Auch der Mensch geht aus seiner Wurzel hervor und der gesunden und erlaubten Nahrung, die er zu sich nimmt.

Wir sehen bei Menschen, die es nicht interessiert, dass Gott eine bestimmte Nahrung untersagt hat, dass ihre Worte nicht mehr richtig rein sind, dass sie sich Hässliches ansehen, und sich anhören, was nicht recht ist. Aber Gott hat in jenem Garten, in dem Adam und Eva anfangs zu Gast waren, gesagt: „Nehmt euch zu essen, aber nicht von allem!“

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