Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Sonntag, 21 August 2011 10:34

Monat Ramadan - Die Weisheit hinter dem Gebot des Fastens

Monat Ramadan - Die Weisheit hinter dem Gebot des Fastens
Wir befinden uns inmitten der segensreichen Zeit des Monat Ramadans, über den es in einem Hadis heisst: “ Und das ist ein Monat dessen Anfang Barmherzigkeit, dessen Mitte Vergebung und dessen Ende die Errettung von der Hölle ist.” Ramadan bedeutet, brennen, leiden im Diesseits, um dem Höllenfeuer des Jenseits zu entkommen. Das Wort brennen wird auch im Sinne von Befreiung von altem und Platz schaffen für Neues verwendet. Es ist für den Muslim ein Neuanfang.

In diesem Monat, in dem die ersten Verse des Korans offenbart wurden, erhält der Muslim die Möglichkeit, Vergebung für all seine Sünden zu suchen. Vergebung und unendlicher Segen zeichnen diesen Monat aus, Bittgebete werden darin ganz besonders erhört.

Er birgt in sich die Kadr-Nacht, die Nacht der Bestimmung, die heiliger ist als tausend Monate. Es gibt eine Reihe von Hadîthen, die die Wichtigkeit des Monats hervorheben.

„ Er erwählte von den Engeln und den Menschen Gesandte, aus den Worten den Koran, von den Orten die Moscheen, von den Monaten den Ramadan und die Heiligen Monate, von den Tagen den Freitag und von den Nächten Kadr - Nacht. Also ehrt, was Allah geehrt hat. Denn die Dinge werden ja mit dem geehrt, mit dem Allah – nach den Gelehrten und Verständigen – sie geehrt hat“ (Ibni Kathîr)

„ Wenn der Ramadan beginnt, werden die Tore des Himmels geöffnet, die Tore des Höllenfeuers geschlossen und die Satane mit Ketten gefesselt. “ (Buchârî)

„ Die fünf täglichen Gebete zwischen zwei Freitagen und zwischen zwei Ramadan - Monaten löschen die dazwischen begangenen Sünden aus, vorausgesetzt, es sind keine großen Sünden.“ (Muslim)

„ Jede (gute) Tat, die der Sohn Adams begeht, ist für ihn selbst (vorteilhaft). Nur das Fasten begeht er Meinetwegen, und die Belohnung dafür wird nach Meinem Ermessen gemacht.“

„ Das Fasten ist (für den Menschen) ein Schutz; so soll der Mensch während seines Fastentages weder Schändlichkeit noch Lug und Trug begehen; und wenn jemand ihn zum Zweikampf auffordert oder beschimpft, soll er ihm sagen: 'Ich bin ein fastender Mensch. "

„ Bei dem, in dessen Hand das Leben des Muhammad ist, dass der Geruch aus dem Mund eines Fastenden bei Allâh besser ist als der von Moschus. Dem Fastenden stehen zwei Freuden bevor. Wenn er sein Fasten bricht, ist er voller Freude; und wenn er seinem Herrn (am Tage des Jüngsten Gerichts) begegnet, freut er sich über das von ihm geleistete Fasten! "

”Wer immer im Monat Ramadan aus reinem Glauben und in der Hoffnung auf Allahs Lohn betet, dem werden alle seine vergangenen Sünden vergeben.“

Wer also den Monat Ramadan im aufrichtigen Gebet verbringt und Allah gedenkt, dem werden, mit Ausnahme der großen, alle Sünden vergeben. Ein weiterer Beweis für die Besonderheit des Monats Ramadan zeugt der Tatsache, dass der Ramadan häufig als Allahs Monat bezeichnet wird.

Das Fasten, das in diesem Monat ausgeführt wird, ist eines der 5 Säulen des Islam. Das arabische Wort für fasten „ sawm “ bzw. „ sijâm “ bedeutet, fernhalten von irdischen Sachen. Gefastet wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang; während dieser Zeit sind dem Fastenden Speisen, Getränke ... untersagt.

Dieser Gottesdienst wurde unserem Propheten Muhammad (saw) anderthalb Jahre nach der Hidschra nach Medina vorgeschrieben und ist seitdem für jeden erwachsenen Muslim verpflichtend. Bei Krankheiten oder längeren Reisen ist man jedoch davon befreit. Nicht nur den Muslimen wurde das Fasten zur Pflicht sondern es heißt in einem Koranvers: „O ihr, die ihr glaubt! Euch ist das Fasten vorgeschrieben, wie es den Menschen vor euch vorgeschrieben war; vielleicht werdet ihr gottesfürchtig.”

Sinn und Zweck dieses Gottesdienstes, das demnach auch anderen Glaubensgemeinschaften vorgeschrieben wurde, ist die innere Einkehr und Stärkung der Gottesfurcht. Daher sollte der Fastende sich von irdischen Angelegenheiten und Begierden, so weit es ihm möglich ist, fernhalten und sich vom Übel abwenden.

Der heilige Fastenmonat beginnt mit der Sichtung der Mondsichel. Die Orientierung an dem Mond ist zurückzuführen auf den Hadîth: „ Wenn ihr ihn (den Neumond) seht, dann fastet, und wenn ihr ihn wieder seht, dann beendet euer Fasten, und wenn seine Sichtung nicht möglich ist, so schätzt die Zeit dafür. ...“

Hazrat Muhammad (saw), der uns in allen Angelegenheiten als Vorbild dient, bereitete sich schon Monate vorher auf den Ramadan vor. Im Ramadan selbst verrichtete er zusätzliche Gebete und war freigebiger als sonst. Er steigerte die Anzahl seiner Gebete, dennoch befürchtete er, der Besonderheit des Ramadans nicht gerecht werden zu können. Besonders in den letzten 10 Tagen des Ramadans widmete er sich gänzlich dem Gebet und schlief sehr wenig.

Nachdem das Fasten zur Pflicht wurde, zog sich Hazrat Muhammad (saw) stets in den letzten Tagen des Ramadans zurück und rezitierte den Koran mit Erzengel Gabriel von Anfang bis Ende. Im letzen Ramadan vor seinem Tod blieb er 20 Tage fern und rezitierte den Koran zwei Mal. Die Koranreziationen in den Moscheen sind auf diese Sunna zurückzuführen.

„ Itikâf “, das Zurückziehen in eine Moschee in den letzten 10 Tagen des Ramadans ist eine bedeutende Sunna des Propheten, der heutzutage leider sehr wenige Menschen nachkommen. Alltägliche Verpflichtungen erscheinen wichtiger und halten davon ab, dieses Gebet zu verrichten.

Doch Hazrat Muhammad (saw) vernachlässigte den Itikâf selbst in sehr geschäftiger Zeit nicht und legte seiner Gefolgschaft diese Sunna nahe, damit diese ebenfalls vom Segen dieses Gottesdienstes profitieren konnte. Wer sich die Gewohnheiten des Propheten aneignet und versucht, die segensreiche Zeit am nützlichsten zu verbringen, dem schenkt Allah seine Barmherzigkeit.

Das setzt die Einsicht voraus, dass das Fasten sich nicht nur auf den körperlichen Teil beschränkt sondern, dass im Idealfall Geist und Seele mit eingebunden sind und eine „ seelische Reinigung “ vollzogen wird. Indem man neben dem Fasten Wohltaten erweist und aufrichtige Gottesfurcht zeigt, wird der Glaube wieder in den Mittelpunkt des Lebens gerückt.

Ein weiterer Aspekt des Fastens ist, dass der Fastende sich in Selbstdisziplin übt, indem er den körperlichen Begierden nicht nachgeht. Selbst Menschen mit schwacher Willensstärke zeigen Selbstkontrolle und üben sich darin. Doch damit dies möglich ist, ist es notwendig, dass er auf Folgendes achtet: So wie es ihm untersagt ist, zu essen und zu trinken, so muss er seine Blicke senken, seine Ohren vor nutzlosem Gerede und übler Nachrede schließen und die Zunge vor unnützem Reden bewahren.

Denn wie heißt es in einem Hadîth: „ Während des Fastens sollen deine Ohren, deine Augen, deine Zunge von der Lüge und Verbotenem ablassen.“ Es kann vorkommen, dass ein Fastender nichts von seinem Fasten hat außer Hunger.“

Im Monat Ramadan wird durch das Fasten das Mitgefühl für Arme geweckt. Das Hungergefühl wird besser nachempfunden und man zeigt Solidarität mit den Armen. Das zielt daraufhin, dass man mehr spendet als sonst. Stärkung der Brüderlichkeit ist ebenfalls ein angestrebter Effekt des Fastens.

Denn neben der materiellen Hilfe ist auch die moralische Unterstützung von dringender Notwendigkeit.

Eine weitere Weisheit, die hinter dem Monat Ramadan und dem Fasten verbirgt ist, ist die, dass das Fasten den Egoismus sowie die Habsucht schwächt und Körper und Geist reinigt. Wer den Monat der Barmherzigkeit und Vergebung noch effektiver leben möchte, sollte folgendes beachten: Ein Leben nach dem Koran und der Sunna sollte in diesem Monat mehr als gewöhnlich angestrebt werden.

Das Fasten sollte mit einer reinen Absicht begonnen werden. „Sahûr“, die Mahlzeit vor Beginn der Morgendämmerung sollte stets eingenommen werden, da sie ein Teil der Sunna Hazrat Muhammads (saw) ist. Zudem ist darauf zu achten, die täglichen fünf Gebete in Gemeinschaft zu beten. Auch nach dem Monat Ramadan sollte man diese Sunna nicht vernachlässigen. Von Verleumdung, übler Nachrede und üblen Taten sollte abgesehen werden.

Es sollte stets in Erinnerung behalten werden, dass Fasten nicht nur Enthaltung von Essen, Trinken ... bedeutet, sondern dass man mit allen Sinnen fastet. (Augen, Ohren, Hände und alle Organe werden zum Fasten angehalten.)

Der Kontakt zu Freunden und Verwandten sollte mit gegenseitigen Besuchen gestärkt werden. Wohltaten und Hilfeleistungen sollten vermehrt werden, mit dem Ziel die ‘wahren Bedürftigen’ zu erreichen. Während des Monat Ramadans sollten wir dem Koran besondere Aufmerksamkeit widmen. Denn der Ramadan ist der Monat des Korans. Bis zu dessen Ende sollte die Heilige Schrift komplett von Anfang bis Ende gelesen werden.

Die, die die arabische Schrift nicht lesen können, sollten es sich zur Aufgabe machen, es in diesem Monat zu lernen. Zum Fastenbrechen sollten wir Gäste einladen und darauf achten, dass wir die Armen speisen. Auch wir sollten Einladungen annehmen und diese Zeit nutzen, um Beziehungen zu pflegen.

Die Nachtgebete sollten wir einhalten und vom Segen des Betens in Gemeinschaft profitieren. Wer diese Punkte befolgt, der wird dem Fasten und dem heiligen Monat Ramadan gerecht. Möge diese segensreiche Zeit ein Neubeginn bedeuten und uns Allah näher bringen.

Quelle: Igmg.de

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren