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Sonntag, 21 August 2011 05:43

Ramadan – Heiligtum der Gottergebenheit (14)

Ramadan – Heiligtum der Gottergebenheit (14)
Es ist eine segensvolle Zeit, in der wir zubringen.

Imam Ali a.s. hat empfohlen, im Monat Ramadan Gott anzuflehen und um Verzeihung zu bitten. Die Gebete in diesem Monat vertreiben das Unglück und löschen die Sünden.Wie es in der Sure 3 im Vers 194 steht, beten wir: Und gib uns, Herr, was du uns durch Deine Gesandten versprochen hast! Und entlarve uns am Tag der Auferstehung nicht, denn du brichst nie dein Versprechen. Es sind inzwischen 33 Jahre vergangen, seitdem Imam Mussa Sadr, der Anführer der Schiiten im Libanon verschollen ist. Aber seine tiefen Gedanken sind nicht in Vergessenheit geraten. Er hat an einem Tag im Fastenmonat Ramadan gesagt:

„Ihr gläubigen Brüder! Wieder hat sich uns der Monat Ramadan mit seinen Nächten der Inspiration und seinen Tagen voller guten Rates und mit seinen wunderbaren Stimmungen, Erinnerungen und Lehren zugewandt. Er ruft den Menschen zur Maßhaltung und Disziplin und Standhaftigkeit auf. Aber macht euch bewusst, dass das Fasten im Monat Ramadan und die anderen gottesdienstlichen Handlungen und Bräuche der Religion nicht nur in einer körperlichen Betätigung bestehen, sondern sie alle sind Werke, die aus der Vernunft und dem Herzen gespeist werden, sich in das Gefäß der   Gefühle ergießen und von Gefühlen begleitet werden. Daher werden diese Werke ohne Mitbeteiligung von Vernunft und Herzen immer seelenlos, ziellos und nur eine Nachahmung bleiben. Es geschieht eine religiöse Handlung, aber sie hat keine Wirkung. Lasst uns eine neue Erfahrung machen und bei Erfüllung der Fastenpflicht unseren Verstand und das Herz den Körper begleiten. Wir sollten nachdenken, liebevoll sein und an die anderen denken. Wir müssen die Vernunft und das Denken dem Dienst des Fastens hinzufügen, denn mit den Worten Imam Sadiqs ist  eine Stunde Nachdenken besser als ein ganzes Jahr Gott-Dienen.Dann wird unser Fasten lebendig und ein Weg zur Rettung aus dem Feuer sein. Ein solches Fasten bedeutet, bei Gott zu Gast sein und Würdigung des Menschen und bildet einen Eckpfeiler des Islams. Ein wahres Fasten lässt eine Atmosphäre entstehen, in der erzieherisch ein würdiger Mensch heran geformt wird.“                                

Nach vielen Jahren ist der Ramadan in einigen muslimischen Ländern dieses Jahr anders. Für die Fastenden ist es keine seelenlose Gewohnheit mehr. Sie haben Mut und Denken anstelle der Gleichgültigkeit gesetzt und versuchen die Religion und ihre Lehre auf ihrer wahren, hohen Stufe kennenzulernen.

Der Monat Ramadan ist dieses Jahr zum Wendepunkt im Schicksal der Muslime im Nahen Osten geworden. Die Fastenden führen einen heldenhaften Kampf gegenüber der Unterdrückung der gewaltsamen Regime vor Augen. Die fremdabhängigen arabischen Regime sehen sich weiter dem Ansturm der muslimischen Revolutionäre gegenüber, die im Dezember 2010 die Diktatur des Zain ul abedin bin Ali in Tunesien und im Februar 2011 die Diktatur des Mubarak in Ägypten stürzten. Diese Revolutionäre setzen nun, während sie fasten, ihren Weg fort und warten darauf, dass die Unterdrücker verurteilt werden. 

Auch die Bevölkerung und die Kämpfer in Libyen haben in den letzten Monaten unter schweren Bedingungen zugebracht und waren den Angriffen der Gaddafi-Kräfte und der Nato ausgesetzt. Sie haben den Monat Ramadan zum Monat ihrer letzten Operation zum Sturz der Diktatur und zur Eroberung von Tripolis ausgerufen.  Dschuma Barahim , einer der Befehlshaber dieser Revolutionäre sagt: „Wir sind im Monat Ramadan. Das Fasten wird den Kampf gegen das Gaddafi-Regime schüren. Gott ist auf unserer Seite. Wir ziehen fastend in den Krieg gegen Gaddafi.“                      

In Bahrain haben die Fastentage den Revolutionären die Gelegenheit geboten, weiter den koranischen Lehren über Widerstand und Dschihad gegenüber Frevel und Unterrückung zu folgen. Das Bahrainische Regime hat angesichts des regen Moscheenbesuches der Bevölkerung seine sogenannten Sicherheitsmaßnahmen gegen religiöse Zentren verschärft und versucht den Moscheenbesuch zu unterbinden. Einer der Kämpfer namens Mussa Mohammad sagt: „Das Regime hofft, dass die Volksproteste im Monat Ramadan aufhören. Sie erlauben den jungen kämpfenden Studenten nicht den Zugang zur Universität. Aber unsere Kämpfe werden in diesem Monat noch größere Ausmaße annehmen. Denn das Fasten ist in sich ein Dschihad – ein Mühen auf dem Wege Gottes – und eine Übung für Widerstand und die Überwindung der Unterdrückung.                     

In Jemen fordern die Menschen ebenso, aus der Spiritualität oder der Standhaftigkeit in diesem Monat schöpfend, weiter den Sturz des Regimes von Ali Abdullah Salih und die Einstellung der Einmischungen der USA und Saudi Arabiens in die Angelegenheiten ihres Landes. 

In Kairo hat die Bevölkerung mit ihrer Bewegung die 30-jährige Gewaltherrschaft von Mubarak beendet und ihren Kampf in die Moscheen gebracht, um von diesen Zentren der Gottesanbetung, des Dschihads und Glaubens aus ihre Ziele weiter zu verfolgen.  Unterdessen haben  die Palästinenser selbst beim Fasten-Brechen am Abend keine Ruhe vor den Angriffen des zionistischen Regimes. Meistens  beginnen sie den nächsten Fastentag, nachdem sie davon erfahren haben, dass wieder einer und mehrere von ihnen den Märtyrertod erlitten haben. Sie lassen sich dennoch nicht von diesen tödlichen Angriffen einschüchtern und sind überzeugt, dass ihre Kämpfe zum Ziel führen werden. Der Monat Ramadan stärkt ihre Kampfmoral.                                      

Am 15. des  gesegneten Monat Ramadan, hat sich  die Geburt Imam Hassan Mudschtabas (aleihe salam) gejährt.  Dieses auserlesene Kind wuchs beim  Propheten  und dessen Tochter Fatima und  Schwiegersohn Ali   (gegrüßet seien sie alle) auf.  Nach dem Märtyrertod seines Vaters Imam Ali (aleihe salam) 40 Jahre nach der Hidschra (661 n. Chr.) wurde er der Imam der Muslime.

Im Iran wird der Jahrestag seiner Geburt als Tag der Speisung der Bedürftigen und der Ehrung der Waisen begangen. Mit Hilfe von Wohltätigen werden eine Woche lang, vom 15. bis zum 21. des Monats Ramadan, landesweit die Fastenden zum Fasten-Brechen bewirtet. Imam Hassan als Vorbild vor Augen, teilen sie ihre Freude mit den anderen.

Alle Edlen aus der Nachkommenschaft des Propheten (gegrüßet seien sie) und ganz besonders Imam Hassan Modschtaba waren für ihre Freigebigkeit bekannt. Wie sein Vater Ali Ibn Abi Talib a.s. stand  Imam Hassan ständig mit den ärmeren, schwachen Bevölkerungsteilen   in Verbindung. Er half, ihre Probleme zu lösen. Oftmals kamen Bedürftige aus anderen Städten und Gegenden in Hoffnung auf die Unterstützung von Imam Hassan   nach Medina und oftmals hat er jemandem  eine großzügige Spende geben lassen, bevor er überhaupt seine  Bitte geäußert hatte.

Mohammad Ebn Jusuf Zarand, ein Gelehrter der Sunniten berichtet  in seinem  Werk Nazm Durar al samtain  wie folgt: 

Ein Mann hatte dem Imam einen Brief gegeben, in dem seine Bitte geschrieben stand. Ohne den Brief zu lesen hatte ihm der Imam gesagt:

Deine Bitte wurde erfüllt.

Da sagte jemand: „O Nachkomme des Propheten, du hättest den Brief lesen müssen, um zu sehen worum es geht und dann seiner Bitte nachkommen sollen.“

Imam Hassan gab ihm eine Antwort, die zeigte, welchen großen Wert er auf die Wahrung des Ansehens und Selbstwertgefühls eines Menschen legte, denn er sagte:

„Ich fürchte, dass mich Gott je mehr ich von diesem Brief lese (und je mehr sich dieser Mann deswegen schämt) wegen Herabsetzung seiner Würde mahnen wird.“ 

Zum Jahrestag der gesegneten Geburt des ersten Prophetenenkels sei allen nachträglich noch einmal gratuliert.

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