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Dienstag, 09 August 2011 23:50

Ramadan: Heiligtum der Gottergebenheit (6)

Ramadan: Heiligtum der Gottergebenheit (6)
Im Heiligen Koran wird auf viele Gebete von Propheten und Gottesfreunden hingewiesen. 

Prophet Noah hat lange Jahre sein Volk aufgerufen, dem Einen Gott zu dienen und von der Götzenanbetung abzulassen. Aber sein Volk erklärte ihn für besessen, hörte nicht auf ihn  und drohte ihm sogar. Schließlich betete Noah zu seinem Herrn: Ich bin (diesem frevelhaften Volk) erlegen, hilf mir! (siehe in Vers 10, der Sure 54). Ja, nur Gott kann in der Not dem Menschen wirklich helfen. Es ist interessant, dass Gott laut Vers 29 der  Sure 23, den Propheten Noah lehrte, wie er beten sollte, als  er mit der  Arche und den Gläubigen an Bord durch die Sturmfluten zog. An dieser Stelle heißt es: Und sag:  Herr! Bring uns an eine gesegnete Unterkunft! Du kannst am besten für Unterkunft sorgen.“

So bitten auch wir  Gott, dass er uns in dem wogenden Meer des Lebens  an der Hand nimmt und uns zu einer  gesegneten Bleibe hinführt.

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Die Fastenden lassen sich gemäß der Qualität ihres Fastens  in mehrere Gruppen und nach verschiedenen Stufen unterscheiden. Und zwar unterscheiden die Besitzer der Erkenntnis die Fastenden nach drei Gruppen:

Die erste Gruppe sind diejenigen Fastenden, die sich von Essen und Trinken und den  Dingen enthalten, welche das Fasten ungültig machen.

Die Fastenden in der zweite Gruppen beachten nicht nur die Regeln, welche die erste Gruppe berücksichtigt, sondern  sie bewahren auch Ohr und Auge, Hand , Zunge und Füße  und alle anderen Teile des Körpers vor Sünden. 

Die dritte Gruppe übt in allen Dingen Enthaltsamkeit, von denen sich die erste und zweite Gruppe fernhält, aber diejenigen, die zu ihr gehören,  fasten auf einer noch höheren Stufe, denn sie  befreien sich  innerlich von der Liebe zum Weltlichen und versuchen überall die Gegenwart Gottes wahrzunehmen.                                      

Es steht in den Überlieferungen, dass das religiöse Fasten nicht nur Verzicht auf Speis und Trank bedeutet, sondern auch darin besteht, dass die Zunge Enthaltsamkeit übt, ebenso wie der restliche Körper und das Herz.  Dies ist ein Trost für diejenigen, die nicht fasten können, weil ihnen das gesundheitlich nicht erlaubt ist, oder weil sie auf Reisen sind. Sie sollten nicht denken, weil sie nicht fasten können, bliebe ihnen der göttliche Segen verwehrt. Auch wenn sie nicht mit dem Magen fasten können, so können sie mit den anderen Teilen des Körpers  und mit dem Herzen fasten. Sie können ihre Zunge davor bewahren, Schlechtes zu reden z.B.  die Fehler anderer  weiterzusagen, oder jemanden zu verleugnen, oder zu beschimpfen. Sie können sich von unwürdigen Dingen zurückhalten und ihr Herz vor schlechten Gedanken behüten. Auf diese Weise ist dieser Heilige Monat eine Gelegenheit für sie, den Charakter zu veredeln. Auch sie werden nach dem Monat Ramadan  spüren, dass sie spirituell Fortschritte gemacht haben und bessere Menschen geworden sind.

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Heute möchten wir einen weiteren Koranrezitator vorstellen.  Scheich Ahmad Al Ruzaiqi , selber ein bekannter zeitgenössischer Koranrezitator – hat über ihn gesagt:

„Gott hat seine Gnade in seiner himmlischen Stimme  vollendet.  Dieser Meister hat immer wenn er einen Vers über die Verheißungen und die Eigenschaften des Paradieses vortrug, die Satzmelodie und die Tonlage so gewählt, dass sich der Zuhörer das Paradies vorstellen konnte und wenn er einen Vers über die göttliche Strafe verlas,  gab er durch geeignete Stimmführung den Zuhörern die Schwere der Strafe  zu verstehen.“

Scheich Ahmad Al Ruzaiqi hat mit diesem Satz niemanden anderen gemeint als Rezitationsmeister Mohammad Rifat.                               

Ostad Mohammad Rifat gehört zu den Großen der Kunst der Koranrezitation und er ist „Fürst der Rezitatoren“  genannt worden.                                  

Rifat wurde 1882 in Kairo geboren. Mit sechs erkrankte er schwer und erblindete unheilbar. Auf Anregung seines Vaters begann er den Koran zu erlernen, Scheich Mahmud Hanafi,   der sich meisterlich in den Tonlagen des Korans auskannte, unterrichtete ihn in der  Verlesung der Heiligen Schrift. 

Rifat legte zunehmend größeres Talent an den Tag und bald versammelten sich immer  mehr Menschen zu  seinen Koranvorträgen. Er hatte eine angenehme Stimme und verstand es mit seiner Rezitation  den Inhalt der göttlichen Verse  Herz und Geist  nahezubringen.   Seine Rezitationen wurden auch vom Rundfunk ausgestrahlt. 

Viele Rezitationsmeister, die sich nach Rifat  einen Namen machte,   haben von seiner Vortragsweise gelernt. Der kürzlich verstorbene Koranrezitator Abu-l Ainain Schuaischa hat gesagt: „Ich bin stolz darauf, ein Schüler Meister Rifat gewesen zu sein, denn ich habe sehr viel von ihm lernen können.“

Auch Meister Abdul Basit hat als junger Mensch  Rifats Rezitationsart nachgeahmt und es heißt sogar, dass Mohammad Al Wahab, der bekannte arabische Musiker seine Musik in Anlehnung an den Stil der Rezitation des verstorbenen Rifat komponierte.

Gegen Lebensende erkrankte Meister Rifat an Krebs und verstarb 1950 in Kairo.

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Manchmal reden wir im Herzen mit Gott, manchmal flüstern wir leise ein Gebet und manchmal rufen wir Gott  laut, klagen und flehen Ihn  um Hilfe an: O Herr O Herr! Ya Rabb Ya Rabb – O Gott! 

Natürlich müssen wir beim Gespräch mit Gott gewisse Sitten einhalten und unsere Pflichten kennen und beachten.

Das wichtigste ist aber, dass wir vor das Tor zu Seiner Audienz  treten, dass wir uns Gott anvertrauen, mit ihm die Verbindung pflegen,  und ihm unsere  Liebe  bezeugen. 

Die Propheten lehren uns diese Gespräche mit Gott: 

Der Ruf „O Gott“ lässt den Menschen einstimmen in den Ruf der gesamten  Schöpfungsordnung und den Ruf der göttlichen Gesandten. Wir folgen damit dem Aufruf der Boten des Ein-Gott-Glaubens und schließen uns dem Laudatio der  Engel an:                                   

In einem Hadith lesen wir was der Ruf „O Gott“, O Herr!“ Ya Rabb alles bedeutet und vermag:

Er wischt den Staub über dem Spiegel der Herzen fort

Er beruhigt den menschlichen Geist

Er ist Sitte der Geläuterten

Er ist erholsamer Wandeln  in den schönen Paradiesgärten

Er erleuchtet das Herz der Gläubigen 

Der Ruf O Gott – O Herr – Ya Rabb, ist die Arznei für  seelische Krankheiten des Menschen

Er lässt die Herzen lebendig werden

Er führt zur Freude eines jeden frommen Menschen und zur Verzückung  derer, die Gewissheit besitzen. 

Wir hoffen, dass wir alle in diesem gesegneten Monat Ramadan – jeden Augenblick mit  einem „O Gott“ schmücken -  mit O Herr! Mit „Ya Rabb“

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