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Freitag, 05 August 2011 01:24

Ramadan: Heiligtum der Gottergebenheit Teil 3

Ramadan: Heiligtum der Gottergebenheit  Teil 3
Nun, da wir uns im Monat der göttlichen Barmherzigkeit befinden,  beten wir mit erhobenen Händen wie es in Sure 1 im Vers 6 und im Vers 286 der Sure 2 steht:

O Gott – führe uns auf den geraden Weg ...O Herr, belange uns nicht,  wenn wir vergesslich waren oder uns versehen haben! Herr! Lad uns nicht eine drückende Verpflichtung auf, wie du sie denen aufgeladen hast, die vor uns lebten! Herr! Belaste uns nicht mit etwas, wozu wir keine Kraft haben! Verzeih uns, vergib uns und erbarm dich unser! Du bist unser Schutzherr. Hilf uns gegen das Volk der Ungläubigen.Ein  Vorteil des Fastens für die Gesellschaft ist das Erwachen der mitmenschlichen Gefühle.  Mit Hilfe des Fastens erlebt der Mensch, wie  den Hungernden und Bedürftigen zumute ist.  So wird er zur Nächstenhilfe angespornt. Im Monat Ramadan nimmt in  den muslimischen Gesellschaften die Hilfe an Entbehrende deutlich zu.  Ein Fastender der wohlhabend ist merkt, dass mancher  entbehrender Menschen wegen seiner Geduld gegenüber der Armut charakterfester ist als er selber.   

Ein weiterer Segen des Ramadan ist  die Stärkung des sozialen Verbandes und  des Gemeinschaftsgeistes unter den Muslimen.  Im Islam beschränkt sich das Gott-Dienen und das Gott-Näherkommen nicht nur auf die regelmäßigen Gebetsdienste und das Fasten, sondern es gibt noch mehr Mittel um Gottes Wohlgefallen zu finden, wie die Durchführung von sozialen Pflichten, der Dienst an den Dienern Gottes und die Unterstützung von Hilfsbedürftigen.   In den täglichen Bittgebeten des Monats Ramadan wird auch die Bitte um Hilfe an die Notleidenden eingeschlossen.

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In diesem Teil möchten wir wieder über die charakterlichen Fertigkeiten, die im Koran genannt werden, sprechen.  Es ist ein großes Geschenk Gottes, dass er dem Menschen die Fähigkeit zum Sprechen mitgegeben hat.  Durch diese Fähigkeit vermag er seine Gedanken und Gefühle auszudrücken.   Der Koran erinnert daran, dass Gott dem Menschen diese Fähigkeit  als ein Pfand anvertraute, mit dem er gut umgehen soll. Gott hat die Entfaltung dieser Sprechfähigkeit durch Entstehung verschiedener Sprachen und zahlloser Wörter eine Vielfalt von  Formen gegeben. 

Welche Fertigkeiten setzt  der Koran für eine  gelungene Kommunikation zwischen den Menschen voraus?  

Oder anders gefragt:  Wie sollten wir aus der Sicht des Heiligen Korans sprechen? 

Aus der Sicht des Heiligen Korans  basieren gesunde Beziehungen auf dem gegenseitigen Respekt.  Wenn jemand unschöne Wörter benutzt, so hat es keine gute Wirkung auf den Angesprochenen, sondern wirkt sich störend auf den Kontakt aus.  Von Natur aus möchte kein Mensch beschimpft werden sondern er möchte im Gegenteil, dass die anderen gut mit ihm sprechen.  Dazu fordert  Gott die Menschen  im Koran  auf, es heißt nämlich:… und sprecht freundlich zu den Leuten -  Sure 2, aus Vers 83)  und an einer anderen Stelle gibt Gott den Muslimen Anweisung, keine Schimpfwörter zu benutzen: 

Und schmäht nicht diejenigen, zu denen sie (die Polytheisten) beten, statt zu Gott, damit sie in Unvernunft und Übertretung nicht  (ihrerseits)  Gott schmähen.  (3:108) 

Der Koran mahnt die Menschen vor dem Gebrauch von hässlichen Wörtern und empfiehlt den freundlichen Umgang: 

Und sag zu meinen Dienern, sie sollen sich in möglichst gutem und versöhnlichem Ton äußern. Der Satan stachelt zwischen ihnen (durch hässliche Reden) auf. Er ist dem Menschen ein ausgemachter Feind. (Sure 17: 53) 

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Schahid Morteza Motahari  führt im Zusammenhang mit der  Läuterung von Geist und Seele eine Allegorie von Molavi (Rumi) an. Molavi  wollte mit seinem Vergleich darauf hinweisen, dass die Eigenschaften im Menschen immer stärker und tiefer verwurzelt werden, je älter er wird. Molavi zieht dazu folgendes Beispiel heran:  

Ein Mann pflanzte einen Dornenstrauch mitten auf den Weg und dieser störte alle, die diesen Weg benutzten. Die anderen beschwerten sich, und  so versprach er ihnen, den Strauch   nach einem Jahr wieder auszureißen. Aber nach einem Jahr verschob  er die Erfüllung seines Versprechens auf das nächste Jahr. So tat er es auch in den darauffolgenden Jahren. Unterdessen wurde der Strauch immer fester verwurzelt und er selber  immer schwächer. 

In dieser Metapher symbolisiert der Dornenstrauch die schlechte Eigenschaft eines  Menschen. Er verzögert die Beseitigung dieser schlechten Eigenschaft und deshalb schlägt sie wie der Dornenstrauch immer  mehr Wurzeln in seinem Wesen, während umgekehrt sein Wille, sich zu ändern, immer schwächer wird.

Auch Imam Ali aleihe salam warnt,  dass der Mensch gegen Tendenzen des Ichs wie Aggression und Verstoß gegen das göttliche Gebot  vorgehen soll,  denn wenn sie wachsen – so Imam Ali -  „dann werden sie dir befehligen und dich in jede Richtung drängen und du verlierst die Macht ihnen zu widerstehen“. (Ghurar ul Hukm) 

Die Schöpfung Gottes ist in allen Dingen ohne Mangel, denn Gott hat alles zum Wohl der Geschöpfe erschaffen. Er hat sie beschenkt und er hat sie gelehrt, wie sie leben sollen.  Er hat  auch so winzigen Geschöpfen wie den Ameisen ihren Weg gezeigt. 

Im Nahdschul-Balagheh , spricht Imam Ali a.s. an vielen Stellen über die Erschaffung von Lebewesen. Zum Beispiel beschreibt er  in der Ansprache 185   die erstaunlichen Eigenschaften der Ameise. 

„Wenn sie –(die Menschen) über die großartige Macht Gottes und die Bedeutung Seines Segens nachdenken würden, würden sie auf den rechten Weg zurückkehren und sich vor dem brennenden Feuer der Verdammnis hüten. Aber die Herzen sind krank und die Augen der Erkenntnis blind. Betrachten sie denn nicht die kleinen Geschöpfe, wie genau und überlegt sie erschaffen worden sind? Gott hat ihre Zusammensetzung gefestigt, ihnen Gehör und Augen verliehen und ihre Knochen und Haut geordnet.

Betrachtet diese Ameise, mit ihrem kleinen Leib und ihren zarten Gliedern, die so klein sind, dass man sie gar nicht richtig erkennt und deren kompliziertes Wesen man sich nicht klarmachen kann. (Schaut euch an: ) Wie sie  über den Boden läuft  und an ihr tägliches Brot gelangt. Sie bringt Körner  (von fern und nah) in ihren Bau und bewahrt sie an einem bestimmten Platz auf. In der warmen Jahrzeit legt sie einen Vorrat für die Kälte an und wenn sie kräftig  ist für die Zeit, in der sie schwach ist. Für ihr tägliches Brot ist gewährleistet und die Nahrung, die ihr behagt,  steht ihr zur Verfügung. Gott der Gnädige vergisst sie nicht. Gott der weise Planer  lässt sie keine Entbehrung leiden, selbst wenn sie inmitten von hartem trockenem Gestein und von Felsen ohne Feuchtigkeit ist.  

Wenn du über ihren Verdauensapparat und was in ihrem Körper ist, und das Auge und das Ohr an ihrem Kopf, nachdenkst, gerätst du in Verwunderung  und es bereitet dir Mühen die versteckten Wunder in ihrer Erschaffung zu begreifen. Daher ist Gott Erhaben und Groß, der die Ameise auf ihren schwachen Füßen aufrecht erhält und sie wie auf festen Säulen stehen lässt. Wenn du alle Gedanken bis zu Ende bringst, so werden dir alle Beweise sagen, dass es  für Gott und Seine Macht das gleiche ist, ob er etwas Großes oder Kleines, Schweres oder leichtes, Starkes oder Schwaches erschafft.“

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