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Dienstag, 12 November 2013 17:07

Tasua – Tag der Treue, Tag der Ausdauer

Tasua – Tag der Treue, Tag der Ausdauer
Imam Sadiq (a) , edler Nachkomme des Propheten Gottes (s) hat über Tasua – den neunten Muharram - gesagt: „Es ist der Tag, an dem Husain und seine Mitstreiter – Gott möge mit ihnen zufrieden sein – in Karbala eingekreist wurden. ..
Ibn Mardschana (Ubaidullah Ibn Ziyad) und Umar Ibn Saad freuten sich über ihre großen Heeresscharen und hielten Husain (a) und seine Gefährten für schwach. Sie waren sich sicher, dass keiner mehr Husain (a) zur Hilfe eilen wird.“

 

Es ist der 9. Muharram, 61 Jahre nach der Hidschra des Propheten (1.10.680 n.Christus), der Tag der als Tasua bekannt ist . Die Sonne neigt sich allmählich dem Horizont zu. Der Feind hat in der Ebene von Karbala seine Maßnahmen verschärft. Das Gefecht scheint nahe. Umar ibn Saad gibt den Befehl zum Angriff. Die Kinder und Frauen im Zeltlager Husains (a) hören Hunderte von Pferdehufen herannahen und sind von Schrecken erfüllt. Zeynab (aleiha salam) eilt zu ihrem Bruder Imam Husain (a) . Sie möchte wissen was bevorsteht.

Tabari zitiert in seiner Geschichtsschreibung den Abu Michnaf. Der berichtet: „Husain saß vor dem Zelt ... den Kopf auf den Knien, als seine Schwester Zeynab (aleiha salam) herbeieilte und sagte: „O mein Bruder! Hört ihr nicht den herannahenden Lärm?“

Husain (a): „Mein Schwester! Gott erbarme dich deiner! Beruhige dich!“ Dann wandte sich Husain an seinen treuen Bruder Abbas Ibn Ali (a.) und sagte: „Abbas! O mein Bruder! Mein Leben sei dir geopfert! Steig aufs Pferd, reite in die Nähe der Feinde und frage, was mit ihnen ist und weshalb sie herkommen?“

Abbas Ibn Ali (a) , bei dessen erhabenen Gestalt, die Feinde blass wurden, ritt davon und erfuhr, dass die Feinde gekommen waren, um entweder Imam Husain (a) den Treueeid abzunehmen oder ihn und seine Gefährten in den Tod zu schicken. Abbas (a) kehrte zu seinem Bruder zurück und erstattete ihm Bericht. Imam Husain (a) aber antwortete: „Geh erneut zu ihnen und wenn du kannst, dann schicke sie zurück und verzögere (das Gefecht mit ihnen) bis morgen, damit wir heute Nacht für unseren Herrn das Gebet verrichten; damit wir zu Gott beten und ihn um Vergebung bitten, denn er weiß, dass ich es (mehr als alles andere) liebe, für ihn den Gebetsdienst zu verrichten, sein Buch zu verlesen, und ihn anzuflehen und viel und lange um Vergebung zu bitten.“

 

 

Die Nacht zum 10. des Muharram wurde zu einer unvergesslichen Nacht der Gottanflehung. Imam Husain (a) hatte eine Frist von einer Nacht gewollt, um zu veranschaulichen, welcher Natur sein Aufbegehren war und sein Kampfmotiv darin bestand, die Religion und die wahre Gott-Dienerschaft wiederzubeleben.

Husain (a) war darüber bekümmert, dass die Menschen sich von der wahren Religion entfernt hatten. Der Islam, den der Yazid und seine Leute mit ihrer geheuchelten Frömmigkeit propagierten war nicht mehr der Islam des Propheten. In diesem gefälschten Islam wurde nicht mehr die Gerechtigkeit und der Kampf gegen Frevel und Unrecht gefordert. Und keiner versuchte das Gute zu empfehlen und das Schlechte zu verwehren.

Es war in der Nacht zu Aschura. Die letzte Gelegenheit für Imam Husain (a) und seine Gefährten Gott eingedenk zu sein. In den geschichtlichen Quellen steht:

„Es war Nacht geworden. Imam Husain aleihe salam verbrachte die Nacht zu Aschura mit Verbeugungen und Niederwerfungen vor Gott , mit Anflehung um Vergebung und in Bekundung seiner Gottergebenheit. Seine Gefährten waren in dieser Nacht so sehr in die Gottesanbetung und das Gott-Eingedenksein versunken, dass auch die größten Mystiker nicht vermögen ihren spirituellen Zustand zu beschreiben.“

Über die Nacht zu Aschura heißt es weiter:

„Imam Husain (a) hatte seine Gefährten zu sich in sein Zelt gerufen und es ihnen überlassen, ob sie bleiben oder ihn verlassen wollen. Was sich dann ereignete wird die Geschichte nicht vergessen. Keiner der Gefährten wollten ihn alleine lassen. Da sprach Imam Husain (a.) : „O Gott! Ich danke dir, dass du uns durch den Propheten ehrtest und uns mit dem Wissen des Korans und des Religionsrechts eine Gnade erwiesen hast und uns Ohren, die hören und Augen, die sehen und Herzen, die bewusst sind, geschenkt hast. O Gott, lass uns zu denen gehören, die sich dankbar zeigen! Und fürwahr kenne ich außerdem keine so treuen Gefährten wie meine Helfer und keine Gefährten, die besser als sie wären, und keine Familie, die rechtschaffener und liebevoller wäre, als meine Familie. Gott möge euch mit Gutem dafür belohnen, dass ihr mich unterstützt. Wisset , dass ich keine Hilfe von diesen Bürgern (den Bürgern von Kufa) mehr erwarte. Wisset, dass ich mein Treuebündnis mit euch aufhebe und euch erlaube, das Dunkel der Nacht zu nutzen, um zu gehen und diesen gefährlichen Ort zu verlassen. Verteilt euch auf die Dörfer und die Städte, bis Gott eine Lösung schickt und euch rettet! Diese Leute haben es auf m i c h abgesehen und wenn sie meiner habhaft geworden sind, werden sie euch in Ruhe lassen.“

Der Imam hatte zu Ende gesprochen, als seine Gefährten einer nach dem anderen aufstanden und bekräftigten, dass sie ihn unterstützen werden und sich an ihr Bündnis mit ihm halten.

Der erste von ihnen war Abbas Ibn Ali (a) – sein Bruder. Er sagte: „Warum sollten wir das tun? Damit wir nach dir (noch etwas länger)leben? Niemals! Das möge Gott nie geschehen lassen!“

Auch die anderen stimmten in seine Rede ein. Muslim Ibn Ausadscha sagte: „Mit welchem Recht dürfen wir euch alleine lassen? Bei Gott, ich werde mich nicht von euch trennen, bis ich nicht meinen Speer im Herz des Feindes zerbrochen habe. Ich werde deine Feinde töten, solange ich meinen Säbel in der Hand halte. Und wenn ich keine Waffe für das Gefecht habe, werde ich sie mit Steinen bekämpfen ... Bei Gott wenn ich 70 Mal getötet und wieder lebendig würde, würde ich nicht von deiner Seite weichen.“

Imam Husain (a) sah wie treu und wahrhaftig seine Gefährten sind. Da verhieß er ihnen ihr Märtyrertod und die Einkehr ins Paradies und einmaligen göttlichen Lohn.

Sehr beeindruckend und ergreifend ist auch das Gespräch zwischen Qasim und Imam Husain (a). Qasim war der Sohn des Imam Hassan (a.s.) (Bruder Imam Husains) (a.) und er war noch sehr jung.

Der Dreizehnjährige fragte seinen Onkel: „Werde ich auch zum Märtyrer?“ Der Imam sagte liebevoll zu ihm: „Mein Sohn! Wie siehst du den Tod?“

Er sagte: „O Onkel! Der Tod ist für mich süßer als Honig.“

Imam Husain weinte angesichts des Heldenmutes des jungen Qasim und sagte dann: „Ja auch du wirst den Märtyrertod finden, nachdem du große Mühsal ertragen hast und du wirst den Märtyrertod sterben wie mein (kleiner) Abdullah!“

Da fragte Qasim: „Wird das Heer der Feinde denn die Zelte angreifen?“

Da beschrieb Imam Husain den Märtyrertod seines sechsmonatigen Abdullah und Qasim Ibn al Hassan weinte und alle Gefährten mit ihm.

Zum letzten Mal schienen die Sterne auf Imam Husain und seine treuen Helfer, die andächtig in das Gebet zu ihrem Herrn vertieft waren, herab. Betrübt schaute die Schwester des Imams (Zeynab (aleihsalam) zu ihrem Bruder und zu seinen Kindern hinüber. Nachdem ihr klar war, dass morgen Husain (a.) Märtyrer werden würde, sagte sie zu ihm „ Wehe uns! Welch ein Unglück! Ach würde mich der Tod treffen und mein Leben beenden! Heute sind meine Mutter Fatimah (a) und mein Vater Ali (a) und mein Bruder Hasan (aleihom salam) nicht neben mir, o du Nachkomme der Verstorbenen und Schutz der Hinterbliebenen ... Werden sie dich töten und mein Herz noch mehr verwunden und in Flammen setzen?....“

Imam Husain (a) tröstete seine Schwester:

„O Schwester! Sei gottesfürchtig und finde Trost in der Ausdauer!“

 

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