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Dienstag, 05 November 2013 04:24

Beginn der Geschichte beim Muharram

Beginn der Geschichte beim  Muharram
In diesem Beitrag betrachten wir anlässlich des ersten Muharrams , der dieses Jahr 2013 mit dem 5. November zusammenfällt, einige Aspekte der Revolution Imam Husains (a).

 

Zur Zeit des Zweiten Kalifens wurde der Beginn der Zeitrechnung der Muslime auf Vorschlag von Imam Ali (a) auf das Jahr, in dem der geehrte Prophet (s) seine Hidschra antrat und von Mekka nach Medina auswanderte, festgelegt und der Muharram wurde wegen seiner besonderen Merkmale zum ersten Monat des Mondjahres in diesem islamsichen Kalender gewählt. Der Monat Muharram ist einer der vier Heiligen Monaten, in denen niemand einen Krieg beginnen darf und in diesem Monat sind auch die Zeremonien des Hadsches beendet. Für viele Muslime insbesondere für die Schiiten erinnert der Beginn des neuen Mondjahres und der Monat Muharram an einen Kampf - den unvergesslichen Widerstandskampf Imam Husains (a). Der Monat Muharram erinnert auf immer an das Ereignis am Aschura-Tag, am 10. Muharram. Trotzdem viele Jahrhunderte seit diesem Ereignis vergangen sind, dient es noch immer denen, die nach Recht und Wahrheit streben als strahlendes Beispiel.

 

 

Bereits in der vorislamischen Zeit der Unwissenheit war es im Muharram nicht gestattet einen Krieg zu führen. In diesen Moanten musste Sicherheit für alle gelten. Einige Korankommentatoren nehmen an, dass die Tradition des Kriegsverbotes in 4 Monaten des Jahres auf Prophet Abraham gegrüßet sei er - zurückgeht. Sie schreiben, dass dieses Gebot auch noch in der vorislamischen Ära beachtet wurde. Wenn die Krieger in diesen vier Monaten ihre Waffen ruhen ließen, bot sich ihnen eine Gelegenheit zur Besinnung und Versöhnung.

Aber das tyrannische Herschergeschlecht der Umayyaden,die die Macht über die Muslime erschlichen hatten, hat ausgerechnet in diesem Monat das Blut des Imam Husain Ibn Ali (a) vergossen und die Heiligkeit dieses Monates missachtet. Imam Resa a.s. , ein edler Nachkomme des Propheten hat über den Monat Muharram gesagt:

„In der Zeit der Unwissenheit, haben sie die Heiligkeit dieses Monats bewahrt und keinen Krieg geführt, aber im Muharram (im Jahre 61) haben sie unser Blut vergossen und unsere Unantastbarkeit verletzt; unsere Kinder und Frauen gefangen genommen, und unsere Zelte in Brand gesteckt. Sie haben geplündert und die Heiligkeit des Propheten in Bezug auf seine Familie nicht beachtet.“

 

 

Im Jahre 61 nach der Hidschra, 50 Jahre nach Verscheiden des Erhabenen Propheten des Islams erhob sich Imam Husain zur Wiederbelebung der jüngsten Religion Gottes, denn es war zu befürchten, dass wegen der Herrschaft von Frevel und Tyrannei und wegen der Gleichgültigkeit des Volkes, der Islam und der Koran völlig in Vergessenheit geraten. Husain ibn Ali (e) Sohn der Prophetentochter Zahra (aleiha salam) und geliebter Enkel Mohammads (s) von dem der Prophet gesagt hat: „Husain gehört zu mir und ich gehöre zu Husain“ – hat mit seinem Aufbegehren allen Menschen freiheitliches Denken und Würde gelehrt. Er hat mit seinem Blut den Baum des Islams getränkt und die schlummernden Gemüter wachgerüttelt. Er - Husain Ibn Ali a.s., der sechs Jahre lang seinen Großvater erlebt und 30 Jahre lang an der Seite seines Vaters, dem Fürsten der Gläubigen Imam Ali gelebt hat und nach dem Märtyrertod von Imam Ali 10 Jahre seinen großen Bruder Imam Hasan (a) in der Gesellschaft und auf der politischen Szene unterstützte.

Muawiyah , der erste Kalif der Umayyaden war im Jahre 60 nach der Hidschra gestorben und sein lasterhafter Sohn, Yazid verlangte von dem Gouverneur von Medina, dass er Imam Husain den Treueeid abnimmt. Aber Imam Husain wusste, wie verdorben Yazid war und dass er völlig ungeeignet für eine Verwaltung der Angelegenheiten der Muslime ist. Daher war er nicht bereit, ihm die Treue zu schwören sondern wählte, um den Islam aus der Hand des Yazid zu retten, den Weg des Widerstandes.

Er verließ Medina und zog nach Mekka. Als ihn die Bevölkerung von Kufeh im Irak in einem Schreiben einlud, in diese Stadt zu kommen, machte er sich auf den Weg dorthin.

 

 

Doch die Kufaner hielten sich nicht an ihr Bündnis und so wurden die Umstände im Irak ungünstig. Imam Husain der in Begleitung seiner Familie und Gefährten auf dem Weg nach Kufeh war, wurde unterwegs an einem Ort namens Karbala von den Heeresscharen des Yazid umzingelt. Doch er kapitulierte nicht und nach einem heftigen Kampf fand er zusammen mit seinen treuen Anhängern am 10. Muharram, dem Aschura-Tag in Karbala den Märtyrertod.

 

Militärisch gesehen schien der Aufstand von Imam Husain (a) gescheitert zu sein. Doch in Wahrheit war es der Ausgangspunkt für großen Segen, sowohl damals als auch die darauffolgenden Epochen. Die deutlichste Botschaft des Aufstandes des Imam Husain- Fürst der Märtyrer, lautete: Rettung der Menschen vor der Unwissenheit und dem Irrweg.

Durch seinen bewussten Widerstand hat dieser Imam die Grenze zwischen Recht und Unrecht, Wahrheit und Unwahrheit, welche durch die arroganten Herrscher immer mehr verwischt worden war, erneut deutlich gemacht. Aschura wandte sich gegen die Unwissenheit und verursachte nicht nur einen Aufbruch unter den Muslimen sondern hat auch viele Nicht-Muslime erleuchtet. Die Gesandten nicht-islamischer Länder am Herrscherhof des Yazid und einige Mönche wurden durch diesen Aufstand wachgerüttelt und fanden zur Wahrheit. Es ist ein Glück, dass diese Quelle des Erwachens weiter ihre Strahlen aussendet und Freiheitsliebenden auf der Welt auf den Weg leuchtet.

 

Der Märtyrertod Husain Ibn Ali (a.) und seiner Gefährten zeugt auch heute noch für seine Aufrichtigkeit und Rechtmäßigeit. Imam Husain hat als seinen ersten Wertmaßstab die Vernunft und den Kampf gegen die Unwissenheit vorgestellt und es war für ihn das klarste Ziel, die Menschen bewusst zu machen und aufzuklären.

 

Nach der weitgehenden Bewusstwerdung der Allgemeinheit durch die Aschura-Bewegung kam es bald zu mehreren Aufständen gegen die Unterdrückung und das Unrecht.

 

Der wichtigste war der Aufstand der Bevölkerung von Medina, der Tauwabin-Aufstand und der Mochtar-Aufstand. In den darauffolgenden Epochen erfolgten weitere Protestbewegungen, bei denen sich Muslime und Nicht-Muslime in ihren Kämpfen gegen Unrecht und Unterdrückung wehrten.

Der Kampf von Aschura beruht auf menschlichen Grundsätzen und lädt aufgrund eines religiösen Beweggrundes alle zum Aufstand gegen jede Art von Unterdrückung und Unrecht auf. Was den Aschura-Aufstand einmalig werden lässt und seinen gewaltigen Einfluss auf die Allgemeinheit verursacht, sind das religiöse Motiv und Vorgehen Imam Husains.

Imam Husain hat auf dem Weg Gottes sein ganzes Sein geopfert . Für ihn war es nicht entscheidend, ob er militärisch siegen wird oder nicht.

 

In der Nacht zum Aschura-Tag hat er zu seinen Kampfgefährten gesagt: „ Sie (die Feind) sind nur meine Feinde. Ihr könnt im Dunkel der Nacht weggehen. Wisset: jeder von euch, der morgen an diesem Ort ist, wird getötet werden.“

Während eines der schlimmsten Ereignisse in Karbala, als sein 6-monatiger Säugling in seinen Armen den Märtyrertod fand sagte er: „Dies ist für mich einfach zu ertragen, denn es geschieht vor den Blicken des Herrn.“

Zu den anderen Auswirkungen von Aschura gehört die Stärkung der Ausdauer und des Widerstandes des Menschen. Jeder Muslim oder freiliebender Mensch lernt entsprechend seiner inneren Eignung Bereitschaft aus dem Geschehen des Aschuratages und nimmt an seinem Segen teil. Die Anhänger des Prophetenhauses und alle die den Kampf von Imam Husain in Karbala kennen, haben aus der Ausdauer und der Standhaftigkeit Imam Husain Ibn Ali (a.) gelernt . Sie haben festgestellt, dass sie bei dem Gedanken an Imam Husain und sein Vorbild Trost finden und ermutigt werden, in schwierigen Situationen, in denen ihre Ausdauer zu enden droht, standzuhalten.

Imam Husain a. befand sich mit seiner Familie und seinen Getreuen drei Tage lang in der heißen Öde von Karbala, ohne Trinkwasser, in der Umzingelung des Feindes. Sein 6-jähriger Säugling wurde getötet und der Leib seines jungen Sohnes –ein Ebenbild des Propheten des Islams (s) - wurde .zerstückelt. Doch Imam Husain hat nicht ein Wort des Undankes gesagt . Die Wunden seines Herzes konnte nur das Gedenken an Gott heilen.

Das Aschura-Geschehen wurde von freiheitlichem Denken Imam Husain (a) geprägt.

Noch immer klingt der bekannte Satz Imam Husains (a) nach, nämlich:

„Wenn ihr keine Religion habt, so seid wenigstens freiheitsliebend.“

Noch immer ist dieser Satz eine Auffordernung an alle Welt und ihre Bewohner.

Die Botschaft Imam Husain lautet , dass der Mensch sich von der Erniedrigung und Befolgung des Unrechtes freimacht. Dass er frei wird von jeglicher Unterwerfung und sich nur vor Gott verbeugt und ihm dient. Das ist eine der Botschaften des Aufstandes Husains und ist das Kriterium für den wahren Islam und die Wahrung der Menschenwürde in unserem heutigen Zeitalter. Und auf diese Weise befreien sich die Anhänger Husains, von welcher Rechtsschule und Lehre sie auch stammen, durch Befolgung seines Vorbilds von der Schmach, anderen zu dienen als Gott.

 

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