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Sonntag, 18 November 2012 06:18

Die Muslima von Aschura - Teil 1

Die Muslima von Aschura - Teil 1
Es ist Muharram, 61 nach der Hidschra . Ein Aufstand ist im Gange, der die schlummernden Menschen wachrütteln soll. Er soll eine Gesellschaft heilen, in der die unwürdigen Herrscher alle wahren Werte niedergekämpft haben.Imam Sadiq a.s.
beschreibt in seinem Pilgergebet zum 40. Trauertag nach dem Karbala-Geschehen das Ziel seines Vorfahrens Imam Hussein Ibn Ali aleihe salam bei seinem Aufstand wie folgt: „(O Gott!) Er schenkte sein edles Blut Deinem Weg, damit Deine Diener aus der Unwissenheit und der Verirrtheit gerettet werden.“

Die Frauen des Volksstammes Bani Haschim hatten davon erfahren, dass Imam Hussein Medina verlässt und wussten, dass er nicht heil von dieser Reise zurückkehren würde. Sie versammelten sich und begannen zu wehklagen. Der Imam kam zu ihnen und sagte: „Ich bitte euch bei Gott, zu vermeiden, dass jemand davon erfährt. Wenn ihr es weitererzählt, wäre es Ungehorsam gegenüber Gott und Seinem Propheten.“ Die Frauen aber sagten: „Wir können nicht anders und müssen weinen. Denn heute ist wie der Tag, an dem der Prophet Gottes starb, und wie der Tag an dem Ali und der Tag, an dem Fatima den Märtyrertod fanden, und wie der Todestag von Ruqqaya, Zeynab und Umm Kulthum, die Töchter des Propheten.“ Und die Frauen flehten Hussein an, Medina nicht zu verlassen.

Sie waren nicht zu beruhigen. Umm Hani, Schwester Imam Alis, erfuhr von ihnen, dass ihr Neffe Hussein fortgehen will.

Da eilte sie zum Imam.

Imam Hussein sagte: „Umm Hani! Warum bist du so in Sorge?!“ Umm Hani: „Warum soll ich nicht in Sorge sein, wo der Fürsorger der Weisen und Schutzlosen mich verlässt?“ Sie weinte. Sie wusste, wie sehr Imam Hussein den Bedürftigen half und für die anderen Opfer brachte. Sie wusste, dass er der Liebling des Propheten Gottes s.a.a.s. war und kannte seinen Edelmut und seine Makellosigkeit.

Imam Hussein beruhigte sie: „Es wird das geschehen, was Gott festgelegt hat. Sie (die Feinde) werden nicht über den Sohn dessen, der in allen Gefechten siegte (Imam Ali), obsiegen. Die Dinge werden durch das verborgene Wissen Gottes bestimmt.“

Die Frauen wussten, dass die Rettung des Islams und die Heilung der Islamischen Gesellschaft die Opferbereitschaft Imam Husseins verlangte, und so schlossen sie sich ihm an. 

In der Geschichte des Islams sind wir stets Zeuge, dass die Frauen durch Mitbeteiligung in Politik und Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft den Islam unterstützt haben. Sie üben eine unleugbare vitale Rolle in der Islamischen Gesellschaft aus. 

Der Aufstand von Karbala ist eines der außergewöhnlichen Ereignisse in der Geschichte des Islams. Dieser Aufstand basierte auf der Opferbereitschaft von gläubigen standhaften Frauen und Männern. Durch den Aufstand von Imam Hussein a.s. wurde der Islam wiederbelebt und dazu haben die Frauen einen großen Beitrag geleistet.

Jeder der Helden von Aschura war Sohn einer tapferen gläubigen und bewussten Frau. Sie hatte ihn großgezogen und dem Islam und der Gesellschaft übergeben. Dass einige Männer Imam Hussein zur Seite standen, ist der Opferbereitschaft und Erkenntnis von Frauen zu verdanken. Die Geduld und Standhaftigkeit der Frauen in der Karawane Husseins waren ein Ansporn für die Kämpfer für die Fortsetzung der Bewegung. Die Kämpfer waren von ihren Ehefrauen bzw. von ihren Müttern zum Kampf angespornt worden und nach dem Ereignis von Aschura waren es wieder die Frauen, die die Botschaft des Aufstandes Imam Husseins im Islamischen Reich verbreiteten. Die Frauen haben in Karbala bewiesen, dass nicht nur die Männer Pflichten gegenüber der Gesellschaft haben.

Wenn immer es um die Unterstützung der Religion und die Herstellung des Rechtes geht, muss jeder freiheitlich Denkende , ob Mann oder Frau, eine Rolle übernehmen.

Gemäß Islam sind die Frauen nicht verpflichtet direkt am Dschihad und Kampf teilzunehmen. Imam Hussein hielt sie in Karbala vom Kampfplatz fern . Als zwei der Frauen ins Gefecht zogen, lobte Imam Hussein sie, holte sie jedoch wieder zurück. Die wichtigste Rolle der Muslima in Karbala war die Weitergabe der Botschaft der Bewegung Imam Husseins. 

Die Muslimas trugen sowohl am 10. des Muharrams und Aschura-Tag zum Heldenkampf von Karbala bei, als auch in der Zeit vor- und nachher.

Zum Beispiel ist Dohalm , die Frau des Zohair Ibn Qain , die ihren Ehemann anspornte sich unterwegs der Karawane des Imams anzuschließen, zu den Helfern Imam Husseins beim Kampf von Karbala zu zählen.

Die Standhaftigkeit der Frauen während des Kampfes in Karbala gehört zu den Lehren von Aschura. Die Frauen wussten, dass Hussein Recht und Gerechtigkeit und sein Widersacher Yazid das Unrecht verkörpert. Sie wussten: Auch wenn die Front des Unrechtes manchmal so sehr erstarkt, dass sie die Anhänger des Rechtes aus dem Weg räumt, geht die Forderung nach dem Rechten, niemals zugrunde, sondern lebt in der Geschichte weiter.

Karbala war kein großer Ort, aber was sich dort ereignete, war groß: Ein Heldenkampf, der alle wahren Manifestationen der Religion in sich barg: Ethik, Glauben, Statthalterschaft und Gebet, das Gebieten des Rechten, das Verwehren des Schlechten, Ausdauer, Freundschaft und Selbstopfer.

Zu den vielen Aspekten des Geschehens von Aschura, dem 10. des Muharram, gehört, dass Gott der Frau die Möglichkeit bot, bei diesem großen Ereignis auf beste Weise ihre Kapazitäten bei der Durchführung von schweren Aufgaben zu demonstrieren und anderen den Weg zu lehren, wie man das Recht verteidigt.

In Karbala verloren die Frauen ihren Männer, Väter, Brüder und Söhne und sie wurden zum Vorbild einer Ehefrau, Mutter, Schwester und Tochter für die kommenden Generationen. Sie wirkten mit ihrer Spiritualität , Opferbereitschaft und ihrem Widerstand der Kultur der Gewalt entgegen und stellten eine neue Sichtweise vor. Diese sieht das weltliche Leben von der religiösen Warte aus. 

Die Muslima demonstrierte in Karbala , dass sie Bewusstsein, Wissen und Verstand besitzt und kein Wesen ist, das den politischen und gesellschaftlichen Fragen fern bleibt. Einige Mütter haben ihren Söhnen selber die Rüstung angelegt und waren Zeuge ihres Märtyrertodes.

Sie hielten ihre Tränen zurück, weil sie das Recht verteidigten und Imam Hussein a.s. nicht bekümmern wollten.

Sie hielten die Kinder zurück, damit ihre Väter nicht bei deren Anblick wankelmütig werden und zögern, in den Kampf zu ziehen.

Und wenn sie den zerstückelten blutigen Leichnam ihres Ehemannes und ihrer Söhne sahen, wehklagten sie nicht laut.

Als Ali Asghar, der Säugling des Imam Hussein, den Märtyrertod fand, trauerte Rabab, seine Mutter heimlich um ihn, um Imam Husseins Kummer nicht zu verdoppeln.

Für diese Muslimas war es eine Ehre, an der Seite des Enkelsohn des Propheten – Gottes Segen und Friede sei ihm und seinem Hause - zu stehen und ihm zu helfen. Sie dankten Gott dafür.

Die Muslimas in Karbala bewiesen auch ihre Liebe zu der Welayat – zur Statthalterschaft des Gottesfreundes auf Erden.

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