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Samstag, 10 Dezember 2011 05:57

Aschura ging nicht zu Ende, als die Sonne unterging

Aschura ging nicht zu Ende, als die Sonne unterging
Imam Hussein a.s. hat gesagt:
„Wisset! Das Süße und das Bittere der Welt sind der Schlaf und das Erwachen im Jenseits. Glücklich ist jemand, der an die Rettung im Jenseits gelangt und unglückselig jemand, den das Übel des Jenseits trifft.“

Aschura ist der Gedenktag des blutroten Aufstiegs der von der Gottesliebe Beflügelten, die mit ihrem Märtyrertod ein ewiges, beeindruckendes Epos in der Geschichte schufen. Aschura ist die Quelle eines Lichtes, welche die Finsternisse aus der Seele spült und ihr großzügig Klarheit und Reinheit schenkt. Der blutrote Ruf, der von der Erde in Karbala ausging, war ein Aufruf zur Wachsamkeit. Er durchdrang die Epochen und Jahrhunderte, vermischte sich mit den Leiden der Unterdrückten in der Geschichte und verschmolz mit der Ewigkeit. Weder ist Karbala auf ein bestimmtes Land beschränkt, noch ging Aschura mit dem Sonnenuntergang eines Tages zu Ende.

Karbala ist Schauplatz der Gegenüberstellung von Recht und Wahrheit, des glanzvollen Epos für den Einsatz des Lebens und der Bereitschaft zum Märtyrertod. Karbala ist Schauplatz für die Konfrontation zwischen zwei Fronten: Die eine ist in der unerschütterlichen Gestalt Husseins a.s. verkörpert und die andere tritt in der Existenz von Yazid in Erscheinung. In Karbala schlägt der Puls der Erde. Karbala ist die Essenz der ganzen Daseinswelt. Karbala ist die Gebetsnische für das Dienen der Gottbegeisterten. Es ist die Stufe, von der aus die Helden Karbalas und Aschuras vom Staub zu den Himmeln und von der Erde zum Gottesthron aufsteigen.

Die Aschura-Bewegung ließ eine Wahrheit an den Tag treten: Eine Wahrheit, die beim Angriff der dunklen Wolken der Zwietracht und Verfälschung verloren gegangen war. Aschura ist das brillante Schauspiel der Liebe, welches durch das selbstlose Opfer Husseins a.s. und seiner treuen Gefährten auf der Bühne von Karbala kreiert wird.

Aschura ist für uns nicht nur ein Ereignis, sondern es ist eine Art Kultur und der Tag eines neuen Beginns. Das Geschehen am Aschura-Tag ereignete sich in einer sehr kurzen Zeit und dauerte nicht länger als einen halben Tag. Dennoch verbildlicht dieses Geschehen mit seinem Gehalt eine solche bittere Geschichte, dass es alle Welt auf sich aufmerksam macht und es erregt einen solchen Affekt und eine solche Bewegung, dass Protestbewegungen auf der Suche nach Gott und der Befreiung aus seiner Quelle gespeist werden und sich um seine Achse drehen. Es ist unsere Pflicht, die Kultur von Aschura und die Botschaft von Karbala richtig kennenzulernen und sie als Richtschnur für unser Leben zu wählen.

Eine der wichtigsten Botschaften Aschuras ist die Wahrung der Freiheitsliebe und der Würde des Menschen. Denn solange der Mensch Gefangener der Unwissenheit und des Irrtums ist und seine innere Abhängigkeit von dem Weltlichen ihm düstere Schleier über Auge und Herz wirft, wird er niemals den Weg zur Vervollkommnung gehen und niemals die erhabenen menschlichen Ziele erreichen.

Dem Weltlichen zu dienen, drängt den Menschen ins Unheil und die innere Abhängigkeit zum Weltlichen lockt ihn auf die düstere Erde des Irrweges. Es ist die Täuschung des Weltlichen, welche Leute zur Unterdrückung und Hartherzigkeit verleiten und es ist die Verführung des Weltlichen, welche Leute Herabsetzung akzeptieren lassen und sie dazu bringt, dass sie anderem und anderen dienen außer Gott und die klaren Zeichen Gottes leugnen. Imam Hussein a.s. hat jede Gelegenheit genutzt, um jenes auf den Irrweg geratene Volk, welches sich von der Wahrheit abgewandt hatte, wachzurütteln und diese Leute vor der Täuschung des Weltlichen zu warnen. Ja! Der Weckruf Husseins a.s. erschallt bis heute im Ohr der Geschichte.

Wenn das Licht der Erkenntnis in die dunklen Winkel des Herzens hineinleuchtet, verbeugt der Mensch sich nur noch ergeben vor Gott und vor niemandem anderen. Dann vermögen ihn die oberflächlichen Dinge der Welt nicht mehr zu täuschen und er ergibt sich in jeder Lage dem göttlichen Befehl und dankt für Seine Segensgaben. Hussein a.s. wollte am Aschura - Tag den Menschen die wahre Vollkommenheit und ihren Kern vor Augen führen und zeigen, dass der Weg zum Glück und zum Ideal nur begangen werden kann, wenn Gott im Mittelpunkt steht. Er wollte zeigen, dass die Größe des Menschen nur durch die Gottesfürchtigkeit erreicht werden kann, die Erreichung spiritueller Vollkommenheiten durch Wahrung vor der Schmach und Niedrigkeit eines Lebens mit den Unrechttuenden möglich wird und das Glück mit einem Leben in Ehre und einem Seligkeit bringenden Tod zu deuten ist.

Imam Hussein a.s. wusste, dass diese Bewegung nicht mit einem militärischen Sieg enden würde und am Ende dieser Bewegung nichts anderes stand als sein Märtyrertod. Aber er erhob sich aufgrund seiner religiösen Pflicht und begann seine Bewegung, um das Antlitz der Religion von allem, was nicht zu ihr gehörte, zu befreien und damit er mit seinem Blut und dem Blut seiner Helfer das Abwegige in der islamischen Gesellschaft fortschwemmt und den Ruf des Erwachens in den schlummernden Gemütern der Menschen widerhallen lässt.

Wie kommt es, dass alle Bewegungen und Revolutionen, die zur Verteidigung der Religion erfolgen, ihre Stärke, Passion und Vitalität aus dem Heldenepos von Aschura schöpfen, und an welcher geheimen Kraft liegt es, dass Islamisches Denken seine Größe und Fortdauer aus der Bewegung von Karbala empfängt?

Die Zufriedenheit mit Gottes Befehl und die Ergebenheit in ihn bedeutet nicht nur Gehorsam. Vielmehr müssen Ergebung zusätzlich Befolgung mit Liebe und verinnerlichter Freude am Gott-Dienen einhergehen. Die Tiefe dieser Ergebenheit und Zufriedenheit gibt sich sehr gut in den Worten Imam Husseins a.s. am Mittag des Aschura -Tages zu erkennen, als er sagte:

„O Gott ich bin mit deiner Vorsehung zufrieden. Ich beuge mich deinem Befehl. Nur du bist Gott! O Du, der Du die Hilferufe hörst, hilf!“

Die Nacht zum Aschuratag ist für Imam Hussein a.s. anders als andere Nächte. Es ist sicher, dass es Krieg geben wird, und die unwürdigen Anhänger des Yazid, denen ihre egoistischen Vorlieben keine Gelegenheit zum Nachdenken gewähren, wollen in aller Schamlosigkeit den Krieg.

Was in Karbala geschah, ist so schmerzlich und traurig, dass es noch immer auf der Seele brennt und das Herz der Gottliebenden betrübt. Das Trauern um Imam Hussein a.s. verewigt die hohen Ziele seiner Erhebung und verbreitet den Geist des Dschihads und des Märtyrertodes in der Gesellschaft. Das Wehklagen für den Fürst der Märtyrer a.s. lässt das Feuer in der Brust der Leidenden höher lodern, einen Vulkan in den Herzen der Bekümmerten entstehen und eine Flut der Tränen von ihrem Gesicht herabfließen, welche in der Flur ihrer Gedanken die edelsten Begriffe und höchsten Inhalten zum Sprießen bringen. Ja! Kein Gedanke erreicht die Vollendung, es sei denn er wird aus der sprudelnden Quelle der Kunde über Aschura getränkt und keine Bewegung hält stand, es sei denn sie stützt sich hilfesuchend auf die spirituelle Festigkeit des Epos von Karbala.

Quelle: Taghrib.ir

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