Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Freitag, 02 Dezember 2011 03:41

In der Karawane zur Sonne (1)

In der Karawane zur Sonne (1)
Wenn Monat Muharram kommt, erwacht wieder die Erinnerung an das ewige Epos in Karbala.  Jeder nimmt gedanklich und seelisch eine Beziehung zu Imam Hussein, Sohn des Ali a.s. und seiner Bewegung auf, denn sein Aufbegehren war kein Kampf wie jeder andere. Seine Bewegung ist ein Lehrgang für die höchsten moralischen Inhalte. 

Damals, als Imam Hussein seine Bewegung begann, gehörte noch ein sehr großer Teil der Einwohner von Kufa zu den Freunden des Prophetenhauses. Sie waren sich über die Frevelhaftigkeit des Herrschers Yazid und seine völlige Inkompetenz im Klaren und ihnen war der hohe Rang Imam Husseins bewusst.

Doch von diesen vielen Kufanern blieben nur wenige dem Imam treu. Diese Treuen gehörten zu denen, die ihr Leben für das Recht aufs Spiel setzen. Wer wissen will, was sich in Karbala ereignet hat, der  muss auch die Helfer Imam Husseins kennenlernen.

Eine der augenfälligsten Eigenschaften dieser Menschen, war ihre tiefe Überzeugung über den Weg, auf den sie den Fuß gesetzt hatten.  Gewissheit stärkt den Willen der Menschen. Gewissheit ist wie eine Flamme, die Zweifel zu Asche macht. Ohne Gewissheit kommt es zum Abweichen vom Wege und zum Sturz.  Die Helfer von Imam Hussein Ibn Ali hatten tiefe Erkenntnis erreicht. Sie wussten, wen sie unterstützen und das ist aus ihren Worten zu entnehmen - aus den Worten des 14-jährigen Neffen Imam Husseins Qassim Ibn Hassan genauso wie aus den Worten des 80-jährigen Habib Ibn Mazaher. Wir sollten mehr über die  Geschichte  eines dieser Opferbereiten in Karbala berichten.

                            

Er war spät in Richtung Karbala aufgebrochen.  Zusammen mit Muslim Ibn Aus Dscha hatte er Kufa verlassen. Habib Ibn Mazaher zählte 80 Jahre aber er ritt schnell wie ein junger Reitersmann daher . Er war Helfer Imam Alis gewesen und nun eilte er herbei, um dessen Sohn Imam Hussein zur Seite zu stehen. Habib sah zurück auf Kufa. Kufa glich in der Ferne nur noch einem dunklen Strich.  Diese Stadt  hatte Verrat an Hussein begangen. Erst waren alle Muslim Ibn Aqil, dem Boten Husseins a.s. entgegen geeilt und hatten Freudestränen geweint,, als Muslim ihnen sagte, dass Hussein a.s. nach Kufa kommen würde. Aber als sie der Verwalter von Kufa eingeschüchtert hatte, waren diese Freunde von gestern die Komplizen des Feindes geworden.

                                

Habib Ibn Mazaher und Muslim Ibn Aus Dscha setzten ihren Weg in Richtung Karbala fort. Habib musste daran denken, wie er sich von seiner Familie verabschiedet hatte und dass seine Frau und Kinder  an seinen Augen ablesen konnten, dass er von dieser Reise nicht mehr zurückkehrt.

Habib Ibn Mazaher war am 6. Muharram zusammen mit Muslim Ibn Aus Dscha in Karbala bei Imam Hussein a.s. eingetroffen. Der Imam begrüßte ihn herzlich und Habib Ibn Mazaher dankte Gott mit einer Niederwerfung dafür, dass er neben seinem Schutzfreund Hussein sein darf. Habib war der älteste Helfer Husseins. 

Es war Abend und die anderen hörten wie Habib aus dem Koran las. Für ihn war das Lesen im Koran eine liebe Gewohnheit. Habib sprach auch zu den Feinden, in der Hoffnung, dass sie vielleicht von ihrem Vorhaben ablassen: Er sagte: "Ihr Leute. Ihr seid ein schlimmes Volk. Gestern habt ihr einen Brief geschrieben und Imam Hussein eingeladen und heute habt ihr das Bündnis gebrochen und euch nicht geschämt. Was wollt ihr morgen am Jüngsten Tag antworten, wenn ihr den Enkelsohn des Propheten Gottes mit seinen Verwandten und seinen Helfern getötet habt?"

                    

In der Nacht zum Aschura-Tag hatte auch Habib die Anweisung Imam Husseins gehört, dass sich alle auf den nächsten Tag vorbereiten sollen, an dem sie der Märtyrertod erwartet.  Habib betete zu Gott und las leise im Koran. Es war nach Mitternacht als Nafe`Ibn Hilal aufgeregt in sein Zelt kam. Habib fragte ihn, was los sei. Er berichtete:

"Bei den Zelten habe ich unseren Mulla Hussein gesehen wie er Dornengestrüpp sammelt. Ich habe ihm dabei geholfen. Da hat er mir gesagt: Ich beseitige dieses Gestrüpp, damit  es morgen nicht die armen Füße der Kinder verletzt, wenn die Zelte geplündert und in Brand gesteckt werden und sie die Flucht ergreifen." Während ich dem Imam beim Beseitigen des Dornengestrüpps half tropften mir Tränen vom Gesicht und Blut von der Hand.

Bald darauf kehrte der Imam zu den Zelten zurück und ich begleitete ihn. Er ging in das Zelt seiner Schwester Zenyab und ich hörte wie sie zu ihm sagte: Bruder! Hast du deine Helfer auf die Probe gestellt, damit sie dich morgen im Kampf nicht alleine lassen?"

Nafe`fuhr fort: "O Habib, Die Enkeltochter des Propheten sorgt sich wegen morgen. Als ob sie uns nicht vertraut. Lass uns gehen und unsere Treue erklären!"

                                   

 

Habib Ibn Mozaher ging mit einigen anderen  zum Zelt der Zeynab und vor ihrem Zelt angelangt sagten sie: "O Tochter des Propheten, du Freude Alis: Wenn unser Imam es jetzt gleich befiehlt, werden wir den Säbel dem Feind in den Leib bohren. Warum sollten wir das Leben nicht auf dem Wege Husseins opfern!"

Da hörten sie wie Zeynab im Zelt antwortete:

"Gegrüßt seid ihr Helfer. Verteidigt die Unantastbarkeit der Töchter der Propheten. Ihr Reinen. Seid Wächter der Zelte."

                          

Habib fühlt die Hand Imam Husseins auf seiner Schulter und hörte ihn wie folgt seiner Schwester im Zelt antworten:  "Meine Schwester. Ich habe meine Helfer auf die Probe gestellt. Bei Gott, ich habe gesehen, dass sie nichts anderes sind als feste Felsen im Gebirge."

Habib sagte am Abend zum Aschura-Tag zu seinen Helfern: "Morgen müssen wir die ersten Märtyrer auf dem Schlachtfeld sein. Solange wir noch leben, dürfen wir nicht zulassen, dass die Bani Haschim (die Familie Husseins) den Kampfplatz betreten."  

                         

Der Tag des Heldenepos war angebrochen. Nach dem Gebetsaufruf  von Ali Akbar, Sohn des Imam Hussein und dem gemeinsamen Morgengebet trat Habib an die linke Flanke des kleinen Heeres und ordnete die Reihe der jungen Kämpfer. Dabei sprach er Verse aus dem Koran.

Da aber begannen die Pfeile des Heeres von Umar Ibn Saad zu hageln. Habib  schritt auf den Schlachtplatz und rief: "Ich bin Habib, Sohn des Mazaher, der Einzelkämpfer mit dem Säbel in der Hand. Wir sind im Recht, aber ihr habt das Bündnis gebrochen und seid heimtückisch. Ihr Übeltäter! Statt zu rasten, schwinge ich den Säbel unter euch, ohne Angst zu haben. Für uns ist der Tod wie Nektar und Zucker. Ich bin der Helfer von Hussein, der rein ist und erhaben und geehrt!"

                           

Habib  zog mit seinem Säbel in den Kampf gegen das große Heer des Umar Saad. Er kämpfte solange bis ihn ein feindlicher Säbel am Kopf und an der Seite traf. Das Blut färbte die weißen Haaren des alten Kämpfers rot.

Dann sah Imam Hussein, wie die Feinde das abgetrennte Haupt des Habib  hochhielten und herumtrugen.  Tränen traten ihm in die Augen und er sagte: "O Habib, Gott segne dich. Welch ein vorzüglicher Mensch warst du, dass du jede Nacht bis zum ersten Morgengrauen  den Koran gelesen hast.“

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren