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Freitag, 17 Juli 2015 10:25

Eyd-e Fitr - erneute Renaissance

Eyd-e Fitr - erneute Renaissance
Nach Abschluss des Fastenmonats Ramadans bitten wir Gott darum, dass er uns seinen Segen zum Fitr-Fest zukommen lässt und uns von allen Sünden befreit.

 

Allen Gläubigen auf der Welt sei dies ein gesegnetes Fest. Imam Sadschad - Friede sei mit ihm -  sagt, dass der Mensch am Fitr Fest wie neu geboren ist. Dieses Fest gibt Kunde von einer Wandlung in Geist und Seele des Menschen und in der Gesellschaft. Der Mensch macht einen neuen Anfang am Ende des Ramadan. Allen sei zu diesem Fest der Renaissance gratuliert.                                         

Das Fitr-Fest ist eines der großen Islamischen Feste, über das es zahlreiche Überlieferungen gibt. Die Muslime haben an den Ramadan-Tagen auf Essen und Trinken und viele andere Dinge, die sonst erlaubt sind, verzichtet.  Und nun bitten sie zu  Beginn des neuen Monats Gott um ihren Lohn. Der erste Tag des Monats Schawwal wird deshalb Fitr-Fest genannt, weil die Muslime an diesem Tag das Fasten einstellen. Fitr bzw. Fatur bedeutet nämlich essen und trinken oder Beginn des Essens und Trinkens, deshalb wird ja auch der Abbruch des Fastens im Ramadan mit einer Fastenspeise  Iftar genannt.

Am Morgen des Fitr-Festes setzt sich alles in Bewegung um an dem öffentlichen Gemeinschaftsgebet teilzunehmen. Von überall her erschallt der besondere Ruf zu diesem Anlass. Es sind  Lob- und Dankespreisungen. Die Gläubigen wiederholen während des Gebetes ein besonderes Bittgebet anlässlich dieses Festes, indem sie um die Gnadengeschenke Gottes bitten.

Eingebunden in dieses gemeinschaftliche Gebet,  hast du das Gefühl schwerelos zu werden  und in  einer wunderschönen Atmosphäre der aufrichtigen Gottesliebe, Ergebenheit und Gottesfürchtigkeit zu schweben. Die Menschen beglückt die  Hoffnung und Zuversicht,  von der bitteren Last ihrer großen und kleinen Sünden befreit zu sein.                       

Mit Eyd ist ein gesegnetes Fest gemeint, an dem sich alle freuen,  die Reichen und die Armen. Es ist ein Fest, dessen Freude anhält und kein oberflächliches Fest.  Der Monat Ramadan und das Fitr-Fest ziehen einen Schlussstrich unter  gewöhnliches und  oberflächliches Verhalten.  Das Ziel des einmonatigen Gott-Dienens im Monat Ramadan tritt in Wirklichkeit erst nach dem Fitr-Fest so richtig  zum Vorschein, nämlich:   Der Islam will aus uns Menschen machen, die mehr sind als nur Körper. Menschen, die es als Gott-Dienen betrachten den Mitmenschen und den Bedürftigen zu helfen.  Nach dem Fitr-Fest konzentriert sich der Mensch auf Gott wohlgefällige Werke zur Gestaltung einer besseren Gesellschaft und zur Aufmerksamkeit für die Bedürftigen. Dieser Mensch weist neue Qualitäten auf. Er hat das Leben besser begriffen. Dank seiner Gott-Dienstbarkeit ist er feinfühliger geworden. Das Fasten hat ihn mit dem Leid der Notleidenden vertraut gemacht und er setzt  nun dank der religiösen Übung im Monat Ramadan zielstrebiger und  standhafter seinen Weg fort. Sein Schritt ist fester und seine Geduld und  Ausgewogenheit sind gewachsen. Dieser Mensch spürt den inneren tiefen Wandel und es drängt ihn sich zu den Gipfeln der Vollkommenheit aufzusteigen.

Am Morgen des Fitr-Festes, wenn wir die Zakkat zu diesem Fest zahlen und Gott rufen und das Gebet verrichten, geloben wir uns, die enge Hülle der Ichbezogenheit von Geist und Seele abzustreifen und über den engen Kreis unserer persönlichen Probleme hinaus zu denken.

Gott der Höchsterhabene  erinnert im Koran an das Schicksal des abtrünnigen Gelehrten Balaam  Beor. Er  macht darauf aufmerksam, dass dieser sich von der Religion abwandte, weil er  das irdische Leben vorzog.  Im Vers 176 der Sure 7 (Araf) heißt es:

„Und hätten Wir es gewollt, hätten Wir ihn dadurch (durch die Zeichen) erhöhen können; doch er neigte der Erde zu und folgte seiner eigenen Neigung."

 

Gott hat  allen Menschen die gnadenreiche Möglichkeit, sich zu entfalten und zu höheren Stufen aufzusteigen, eingeräumt.  Aber die Menschen selber verlieren durch ihre schlechten Taten diese Fähigkeit Höheres zu erreichen.   Imam Sadiq (a) bezeichnet die Sünden als Gewichte, die einen Flug unmöglich machen. Er sagt:

 

„Gott hat dem Menschen keinen Segen gegeben um ihn ihm wieder wegzunehmen, es sei denn er begeht eine Sünde, wegen der ein Segen von ihm  fortgenommen wird."

Und so kommt es, dass Ali (s) jenen Tag als Festtag bezeichnet, an dem keine Sünde begangen wird.

Das Fitr-Fest ist daher von besonderer Bedeutung und ein wichtiger Brauch und Gott hat gesagt, dass es ein Zeichen für die Gottesfürchtigkeit ist, wenn jemand die religiösen Bräuche und Losungen schätzt und pflegt.

 

Am gesegneten Fitr-Fest werden die göttlichen Losungen  in Ehren gehalten. Zu diesen Losungen  gehören die Allah-Akbar-Rufe und die Preisung Gottes. Jeder Muslim soll den vitalen Ruf über die Einheit-Gottes übermitteln  und der Prophet Gottes – Gottes Segen sei auf ihm und Friede auf seinem Hause - hat gesagt: „Schmückt eure Feste mit dem Takbir – dem Ruf: Gott ist größer."

In einem weiteren Wort von ihm heißt es, dass die Muslime das Fitr-Fest und das Opferfest mit den  Rufen: La ilaha illallah – Allahu Akbar, Alhamdulillah und Subhannallah schmücken sollen – nämlich – es gibt keinen Gott außer dem Einen Gott – „Gott ist größer" – Aller Dank gebührt Gott -  und „Gepriesen ist Gott" -

Der Prophet verließ am Fitr-Fest seine Wohnung und auf dem Weg zum Gebetsplatz rief er unentwegt: La ilaha Illallah und Allah Akbar und er wiederholte diese Worte auch  vor, während  und nach den beiden Gebetsansprachen.

Imam Ridha (aleihe salam) hat über die wiederholten Takbir-Rufe am Eyd-Fest gesagt:  

„Takbir (Allah-u Akbar – Gott ist größer) ist  Ehrerbietung für Gott, den Höchsterhabenen und eine Art Dank für die Geschenke und Segensgaben des Herrn der Welten."

Das Fitr-Fest ist eine gemeinsame religiöse Sitte der Muslime und mit gemeinsamen Bräuchen verbunden, wie das Gemeinschaftsgebet zum Fest und der Dank für Gottes Gnade. Zu den Festbräuchen gehören die Zubereitung besonderer Speisen und das Tragen schöner Bekleidung, Besuche und Gegenbesuche  und Geschenke an die Kinder.  Die Freude über die Vergebung Gottes und seinen Segen bringt die Herzen der Muslime einander näher.

Ajatollah Dschawadi Amoli sieht in der großen Versammlung der Menschen zum gemeinsamen Gebet am Fitr-Fest ein kleines Abbild  von der riesigen  Versammlung der Menschen am Jüngsten Tag.  Er sagt, diejenigen, die im Ramadan gefastet haben und denen es gelang, ihrer Pflicht nachzukommen, sind drei Gruppen. Sie werden belohnt und deshalb ist der Tag des Fitr-Festes auch  der Tag der Belohnungen genannt worden. ... Diejenigen die ihre Pflicht erfüllt haben und in den Nächten dieses Monats wachblieben,  in Hoffnung auf Rettung vor der Hölle, werden von den Engeln mit der  Erlösung vom  Höllenbrand  belohnt.

Die, welche ihre Aufgaben im Monat Ramadan erfüllt haben in Hoffnung auf das Paradies, erhalten als Lohn das Paradies und diejenigen, die Gott dienten und dankten, in der  Hoffnung Ihn selber zu treffen  werden mit der  Rückkehr zu ihrem Herrn und Schöpfer belohnt. Sie  sind bei Gott beliebt und das bedeutet sowohl dass sie von der Hölle sicher sein  werden  als auch dass sie in das göttliche Paradies gelangen.

                          

Wir hoffen,  zu den Gottesdienern zu gehören, die durch die Liebe zu Gott  zu höheren Erkenntnissen  gelangt sind. Die Zeit hat  den diesjährigen Ramadan mit in die Vergangenheit genommen hat, doch  vermag sie uns nicht  die Erkenntnisse zu nehmen, die wir in diesem Monat dazugewonnen haben.

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