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Freitag, 21 März 2014 04:01

Der Pilgerbesuch zu Nouruz

Der Pilgerbesuch zu Nouruz
Es sind die letzten Augenblicke des alten Jahres. Und alle warten auf die Geburt des neuen. Es soll ein neues Kapitel in ihrem Leben aufgeschlagen werden . Alle blicken erfreut dem Beginn des Nouruz – des neuen Tages -  entgegen.

 Diese besonderen Augenblicken erlebst du in der Heiligen Pilgerstadt Maschhad,  auf besondere Weise. Dort im Nordosten Irans steht die Ruhestätte von Imam Ridha (aleihe salam) –. Wir betreten den großen Innenhof der Moschee und laden sie ein, mit uns ein Neujahrsgast der schönen Atmosphäre an diesem Ort zu sein. Die Moscheenanlage am Heiligtum Imam Ridhas (a) hat mehrere weiträumige Höfe, die sich nun mit Menschen gefüllt haben.  Eine wogende Menschenmenge.  Du siehst wie sie Gebete auf den Lippen haben. Und die Tauben  flattern um die vergoldete glänzende Kuppel über dem Schrein des achten Imam. Als wären auch sie wie die Pilger Nachfalter die eine Kerze umschwärmen. Auf den Minaretten siehst du Männer stehen, ihre Naqareh in den Händen und auf den Augenblick wartend, dass sie in dieses Blasinstrument stoßen und alle Pilgern den Beginn des neuen Jahres ankündigen werden. Jetzt sind es nur noch einige Sekunden bis zum neuen iranischen Sonnenjahr .Und schon schließt sich dem Schallen der Naqareh  von den Lautsprechern aus dass schöne Gebet zum Jahresbeginn an. Die Gesichter der Pilger strahlen, alle gratulieren sich gegenseitig und verteilen Süßigkeiten untereinander.  Du fühlst hier im Heiligtum des Imam Ridha (a) eine große Spiritualität, Frieden und Freude! Der Imam selber scheint die Freude und die Hoffnung auf alle Pilgerherzen verteilt zu haben. 

Es ist ein iranischer Brauch, sich  zum neuen Jahr in den Pilgerstätten zu versammeln.  Nach schiitischem und sunnitischen Glauben, wird  der Pilgerbesuch am Grabe des Erhabenen Propheten (s) und denen aus ihrem Hause und den rechschaffenen Gottesfreunden, wie den Märtyrern  reichlich von Gott belohnt. Es gilt als einer der besten Wege,  Gott selber näher zu kommen.  Diese Pilgerstätten sind der geeignetste Ort, sich von dem Weltlichen und egoistischen Wünschen zu befreien  und der beste Ort für ein erfolgreiches Bittgebet.  Die Pilger beten an diesen heiligen Stätten zu Gott  und verrichten Pilgergebete um Sein Wohlgefallen zu finden.  In seinen Pilgergebet gedenkt der Pilger des Propheten und der Edlen aus seinem Hause und hofft , dass Gott wegen der Größe dieser Auserwählten, seine Bitten erhört und ihm seine Sünden vergibt.

Auch an der heiligen Stätte von Imam Ridha (a) versucht jeder, so gut er kann, Gottes Barmherzigkeit zu finden. Ein junger Mann, der sich das Bein gebrochen hat, sitzt auf einem Rollstuhl. Die Diener des Mausoleums helfen ihm beim Verlassen des Schreinsaales. Ich geh zu ihm und frag ihn wie es ihm geht. Er sagt: „Der Pilgerbesuch bei Imam Ridha ist für mich der größte Segen, den Gott mir geschickt hat.“ Dann meint er:  „Der Mensch fühlt sich nach einem Pilgerbesuch ganz anders. Er wird erleichtert, wenn er zu Imam Ridha (a) pilgert.  Wie kann jemand ein Anhänger des Propheten (s) und der Ahl-e Bait sein und nicht das Verlangen hegen,  ihre himmlische Ruhestättezu besuchen? !  Der Pilgerbesuch ist dazu da, dass wir  die Freunde Gottes achten und Gott dem Höchsterhabenen näher kommen!“

 

 

Dieser junge Mann hat recht. Mit einem solchen Pilgerbesuch geht die Erneuerung des Bündnis mit den Großen Vorbildern des Islams einher . Auch wird das Gedenken an sie aufrechterhalten. Der Pilgerbesuch ist eine Ehre und Bestandteil der Kultur und viele Muslime pflegen diese Sitte zu Nouruz.

Wenn das Herz aus den  Ketten der Abhängigkeit zum Irdischen erlöst wird und du dich der Atmosphäre in den Heiligtümern der großen Leitbilder des Islams anvertraut hast, wirst du dich wie in einer weiten grünen Ebene unter der wärmenden Sonne fühlen.  In den heiligen Stätten der Edlen aus dem Prophetenhaus empfindest du nichts anderes mehr als innere Ruhe und das Gefühl von den Sünden rein geworden zu sein.  Noch bevor du diese Stätten betrittst, spürst du die Last deines Kummers und der Besorgnisse abfallen.  Der Pilger  scheint wie Khizr geworden zu sein, der nach dem Wasser des Lebens sucht oder wie Moses, der diesem rechtschaffenen Gottesdiener folgt, um etwas von seinem besonderen Wissen zu erwerben und sich zu vervollkommnen.   

 

Als Pilger kannst du nicht nur wertvolle Erkenntnis erwerben sondern du hast auch Achtung vor dem hohen Rang des Propheten (a) und der Edlen aus seinem Hause- der Ahl-Bait – gezeigt.  Dies verhilft dem Pilger zu einem inneren Wandel und er wird eher Gottes Zufriedenheit finden.  Der Pilger gilt nicht nur als Freund der Ahle-Bait des Propheten sondern er versucht auch ihrem Vorbild zu folgen.

 Der Prophet des Islams, der zur Rechtleitung der Menschen und zur ihrer Veredlung ausgesandt wurde, hat selber das Pilgern begründet. Er ist zum Grab seiner Mutter Ameneh gereist und hat an ihrem Grab geweint. In den Überlieferungen heißt es, immer wenn der Prophet des Islams (s) die Gräber der Märtyrer aufsuchte,  verlas er für sie den Vers 24 aus der Sure Raad, Sure 13, in dem steht: „Friede sei mit euch! Das ist euch dank eurer Geduld gewährt worden. Welche Wonne ist in der letzten Wohnstätte! „

 

Es gibt bestimmte Pilgersitten. Ihre Beachtung wirkt sich positiv auf das Herz des Pilgers aus. Es sind Sitten, die eine äußerliche Handlung erfordern,  aber auch Sitten, die das Innere des Menschen betreffen. Eine äußerliche Pilgersitte ist  zum Beispiel das Ghusl – die rituelle Ganzwaschung - vor dem Betreten der Heiligen Stätte. Außerdem  soll man sich sauber kleiden und bedächtig die Heilige Stätte betreten. Die Pilgersitten für das Innere sind jedoch noch wichtiger und ohne ihre Beachtung  wird ein Pilger oft nicht viel von seinem Pilgerbesuch haben. Dazu gehört, dass der Pilger den Rang der Persönlichkeit, deren Ruhestätte er besucht, kennt. Außerdem muss er  aufrichtige Absichten hegen und sein Herz muss an dem Pilgerbesuch beteiligt sein. Er muss den Wunsch hegen, dadurch höhere Eigenschaften zu erwerben. Dass alles sind Pilgersitten, die das Innere des Pilgers betreffen.

Der Pilger betritt unter Beachtung der guten Pilgersitten die himmlische Ruhestätte des Propheten und der Edlen aus seinem Hause. An dieser Pilgerstätte verrichtet er zusätzliches Ritualgebet, liest im Heiligen Koran und spricht die Bittgebete die empfohlen wurden. Er  spricht sich mit Gott aus und bittet die Unfehlbaren um Fürsprache bei Ihm.

 Eine schöne Pilgersitte ist das Verlesen des Pilgergebetes.  Dieses baut  auf dem Gedanken des Ein-Gott-Glaubens und ist mit Mystik erfüllt. Es  gibt der Andacht an den Heiligen Stätten eine besondere Note und vergrößert den spirituellen Genuss des Pilgerbesuches. 

In dem Pilgergebet dass in Maschhad beim Besuch von Imam Ridha (a) gesprochen wird, heißt es:

Friede sei dir, du Statthalter Gottes, Friede sei dir du Beweis Gottes, Friede sei dir du Licht Gottes in den Finsternissen der Erde. Friede sei dir, du Säule der Religion... Ich bezeuge, dass du das Gebet verrichtet hast, und die Läuterungsabgabe der Zakat zahltest,  das Gute geboten und das schlechte verwehrt und Gott bis zum letzten Augenblick gedient hast .

 .Friede sei dir o Abu-l Hasan und der Segen Gottes sei mit dir …

O Gott ich suche  bei ihrer Aufrichtigkeit (der Aufrichtigkeit des Propheten und Seines Hauses) Deine Nähe ... Durch sie versorge Du mich mit den guten Dingen des Diesseits und des Jenseits , durch sie halte das Schlechte im Dieseits und Jenseits und die Angst am Jüngsten Tag von mir fern!“

                             

Wenn jemand das neue Jahr in  heiligen Stätten wie der Pilgerstätte von Imam Ridha (a) beginnt, so zeigt er damit seine tiefe Verbundenheit  und Liebe zu diesem Ort der Erkenntnis. Wenn du zum Neujahrsbeginn in der Heiligen Stätte von Imam Ridha (a) bist, wirst du die Pilger sehen, die in neuer Kleidung zu ihrem Herrn und Freund gekommen sind, damit sie ihr Herz von Kummer befreien und hoffnungsvoll ein neues  gesegnetes Jahr beginnen. Du wirst sie mit ihrem Imam sprechen und sagen hören: O mein Freund!  In diesen Augenblicken, wo mir die Last der Sünden auf die Schultern drückt hat mir der Besuch an deiner Heiligen Stätte eine solche Zuversicht und innere Ruhe gegeben, dass ich die Mühsal unserer Reise zu dir vergessen habe... O du Fürbitter am Tag des Jüngsten Gerichtes, o du Schutz für die Schutzlosen!

 

Und so haben Millionen  begeisterte Freunde des Propheten und seines Hauses  das neue Jahr an eurer Ruhestätte begonnen und hoffen, dass er das ganze Jahr über Gott um Gutes für sie bittet.

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