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Sonntag, 02 März 2014 13:17

Ein gemeinsamer Tag in der Natur

Ein gemeinsamer Tag in der Natur
Wir sprechen heute über die Bräuche  am 13. Tag des Neujahrsfestes, dem Tag der Natur.

Die vielen verschiedene Klimazonen im Iran haben jede ihre eigenen Frühlingsbilder und am 13. Farwardin, dem ersten Monat im neuen Jahr – der 2. 4. 2014,  ist der Tag der Natur und das Neujahrsfest geht zu Ende. An diesem Tag begibt sich die Bevölkerung im Iran gemäß einer uralten Sitte ins Grüne und verbringt dort einen fröhlichen Tag mit der Familie und Verwandten.

Über die alten Nouruzbräuche  aus der vorislamischen Zeit heißt es, dass die Iraner entsprechend der Zahl der Monate  12 Tage lang das neue Jahr feierten.  Am 13. Norouztag zogen sie dann in die Gärten vor der Stadt, um auf diese Weise die Neujahrstage zu beenden.  Auch sie kannten also bereits die gute  Wirkung der Natur auf die Seele.

In Wahrheit ist der 13. des Neuen Jahres ein  Frühlingsfest. Um diese Zeit lädt  die Natur in ihrem neuen grünen Kleid alle zu einem Besuch ein.

Am 13. Farwardin, dem 2. April  ist ein Tag, an dem wir der Natur und dem Segen, der in sie hineingelegt wurde, Achtung zollen und es ist ein Tag der Freundschaft mit unserer Umwelt.  Die Menschen im Iran sind gerne in der  Natur. Die Natur ist für sie ein Geschenk Gottes. Ein Abstecher in die Natur hat viele Vorzüge: Zum Beispiel wird der Mensch durch die beschaulichen Bilder der Landschaft  an die Macht und Herrlichkeit des Schöpfers erinnert. Die Schöpfung ist laut Koran wie eine Leinwand auf der die Manifestationen der Schönheit Gottes zu sehen sind. An vielen Stellen im Koran wird der Mensch angespornt, sich in die Natur zu begeben und über sie nachzudenken, damit er sich der weisen Planung und den großen Segen Gottes bewusst wird.

Geistig von der islamischen Kultur angeregt, sehen die iranischen Familien also in der Natur ein großes göttliches Segensgeschenk und achten es.

Wenn immer sich die Gelegenheit dazu anbietet, suchen sie die Natur auf und sind darauf bedacht dieses schöne Geschenk zu erhalten.

Der 13. Farwardin ist für die Iraner zum „Tag der Natur" geworden und alle pflegen an diesem Tag weiter den Brauch, sich mit der Familie im größeren und kleineren Kreis im Grünen zu versammeln.  Überall triffst du Menschen im Freien an, am Waldrand, an Berghängen oder auch in den Parks sitzen sie umeinander und wenn oftmals haben sie das Glück, dass die  Frühlingssonne scheint.

Auch für den letzten Tag des Neujahrsfestes gelten bestimmte Bräuche. Zum Beispiel gehört das gemeinsame Mittagessen im Freien dazu. Jeder bringt etwas mit und nach dem Mittagessen sitzt man gemütlich zusammen, knabbert Kerne und Nüsse zu einem heißen Tee aus der Thermosflasche und bietet sich gegenseitig Obst und Süßigkeiten an. Das Mittagessen  wurde entweder schon zu Hause vorbereitet und mitgebracht, oder die entsprechenden Kochutensilien werden mit in die Natur genommen. Eine der beliebtesten Speisen zum 13. Farwardin ist ein dickflüssiger Eintopf mit Hülsenfrüchten, Küchenkräutern und Weizen-  oder Gerstenflocken oder den eigens für dieses Nationalgericht gedachten  Nudeln. Meist wird diese  „Aasch" mit gebratenen Zwiebeln und schmackhaftem getrocknetem Joghurt (Kaschk) garniert. In Westiran sind Knödel mit Reis, Kräutern und Hackfleisch (so genannte Kufteh)  das tradionelle Gericht zum 13. Farwardin.

Generell  sind an diesem Tag als Mittagessen besonders Kräuterreis mit Fisch, gegrilltes Hackfleisch (Kebab) Kräuteromlett (Kuku Sabzi) ,Reis mit angebratenen Nudeln (Reschteh Polo) und Reis mit Kräutern und dicken Bohnen(Baghali –Polo) üblich. Am Nachmittag isst man gerne noch Salat mit Sekandschabin. Dabei werden die Blätter von Kopfsalat in einen Sirup eingetaucht, der mit etwas Pomeranzensaft und Pfefferminze aromatisch  bereichert wurde.

Der letzte Tag des Neujahrsfestes, ist ein Tag der Freundschaft. Man sitzt zusammen, isst gemeinsam , unterhält sich angeregt und macht Späße. Die Kinder können sich noch einmal vor Schulbeginn austoben. Es herrscht ein gelöste lockere Stimmung und auf diese Weise werden die Beziehungen in der Familie gefestigt und lässt man die Neujahrstage angenehm ausklingen und schön in Erinnerung bleiben.

Ein alter Brauch ist das sabze gereh zadan. Dies ist besonders für die Jugend ein lustiger Brauch. Man verknotet dabei Grashalme miteinander  und hofft, dass Gott das ganze Jahr über eine schöne Zeit sein lässt, so schön und frisch wie das Grün des Frühlings. Es ist auch überall üblich vor der Rückkehr aus der Natur die Bündel mit grünen Sprossen, die vorher das traditionelle Neujahrsfesttuch geziert haben und die man mitgebracht hat, auf einem Fluss oder einem Bach auszusetzen.

In den alten Mythen gibt es einige Deutungen  für die Bräuche zum 13. Farwardin zum Beispiel für das Verknoten von Grashalmen.  Dieser Brauch wurde mit dem Gedanken verbunden, dass es Glück bringt und Wünsche in Erfüllung gehen.  Lachen und Fröhlichkeit an diesem Tag bedeuten, dass die dunklen und schlechten Gedanken vernichtet werden. Das Ru-Bussi – d.h. Die Sitte sich gegenseitig auf die Wangen zu küssen bedeutet Versöhnung und Läuterung der Seele.  Spiel und Wettkampf am 13. Farwardin sollten in der Antike an den Streit zwischen dem Regengott und dem Dämon der Dürre erinnern und wenn man die frisch ergrünten Sprossen ins Wasser warf, sollte es ein Geschenk an den Gott des Wassers (Nahid) sein.

Jedes Jahr geben sich die städtischen Einrichtungen große Mühe, dass der Tag der Natur am 13. Farwardin für alle angenehm und geruhsam verläuft und auch die Natur geachtet wird. Sie  bereiten die Parks für diesen Tag entsprechend vor, damit alle ein paar fröhliche Stunden in der Natur verbringen können und erholt und mit neuer Energie nach den schönen Neujahrstagen in den Alltag zurückkehren.

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