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Montag, 31 März 2014 13:15

Norus verbildlicht Verbreitung iranischer Kultur

Norus verbildlicht Verbreitung iranischer Kultur
Das Norusfest ist ein sehr altes iranisches Fest, ein Fest der Reinheit und der Freundschaft.

Es ist über 3000 Jahre alt und wird in allen Gebieten, die unter dem Einfluss der iranischen Kultur standen begangen.

Es gilt als eine der ältesten Gemeinsamkeiten der Völker in einer Region die von China bis zum Mittelmeer reicht und hat sich mit verschiedenen Denkweisen vermischt und verschiedene Normen angenommen. Aber die gemeinsamen iranischen Wurzeln blieben erhalten. Die vereinten Nationen haben das Norusfest als Kulturerbe der Menschheit akzeptiert. Millionen von Menschen feiern dieses Fest und darüber möchten wir nun berichten.

In Afghanistan ist Norus Symbol für das Leben, die Natur und menschliche Werke. Es wird in der Dichter beschrieben und gehört zur Folklore.  In Städten und Dörfern geht die Bevölkerung dem Norusfest entgegen. Zu diesem Neujahrsfest tragen sie neue Kleidung und decken den Tisch mit vielerlei Leckeren und machen Ausflüge in die freie Natur oder versammeln sich auf Plätzen. Zum Neujahrsfest gehören Folkloregesänge und Tänze und Ringkämpfe. Das Hissen der Flagge Imam Alis , bekannt als Mile Gole Sorch findet am Mausoleum im nordafghanischen Marzarscharif statt , in Erinnerung an Imam Ali aleihe salam wird eine Fahne gehisst und man hofft auf Glück und Segen. Diese Fahne weht vierzig Tage lang und die Menschen die Mazar Scharif aufsuchen rütteln die Fahnestange und beten um Glück für sich und ihr Land.

In Herat, in  Nordwestafghanistan versammeln sich die Menschen in den Moscheen. Ein Geistlicher verliest Koranverse und schreibt dabei mit Safran -Wasser Koranverse auf Papier. Dann spricht er ein Bittgebet, taucht  das Blatt in eine große Schüssel mit Wasser, bis sich die Zeilen wieder auflösen. Danach wird das Wasser unter den Anwesenden verteilt.  In den ersten drei Tagen nach Neujahrsbeginn sind Frauen und Mädchen zu Hause und kümmern sich um den Besuch, während die Männer die Familienältesten und anderen Verwandten besuchen. Am vierten Tag gehen die Frauen die Familie besuchen.  Der erste Mittwoch im neuen Jahr ist für die Afghanen ein besonderer Tag . An diesem Tag ziehen sie vor die Stadt in die Natur.

Auch in den  zentralasiatischen Ländern wird  das Norusfest gefeiert. Zum Beispiel in  Osbekien .

Wenn die Natur zu erwachen beginnt, kehrt auch in Taschkent,  Hauptstadt von Osbekien, neues Leben ein. Überall wehen bunte Fahne und die Straßen werden geschmückt und gründlich gereinigt. Die Menschen gehen freudig dem Neujahrsfest entgegen. Wie in allen zentralasiatischen Ländern feiern sie am 21. März das Norusfest und besuchen in ihrer neuen Kleidung die Verwandten und beglückwünschen sich gegenseitig.  Auch Tataren und Russen und andere ethnische Gruppen, die in Osbekien leben, beteiligen sich an diesem Fest. Ähnlich wie im Iran das Samanu ist in Osbekien Samank traditionelle Neujahrsspeise. Für die Zubereitung dieser Speise gelten besondere fröhliche Zeremonien.  Auch in Osbekien wird ein Tuch festlich mit Haft Sin gedeckt, mit sieben besonderen Dingen also, deren Name  mit einem „S" beginnt. Es ist auch Sitte sich gegenseitig zum Neujahrsfest zu beschenken.

Die Tadschiken beginnen schon einige Tage vor dem 21. März mit den Neujahrsvorbereitungen in Form von Bräuchen. Für die Tadschiken insbesondere in der Region Badachschan im Südosten des Landes ist Norus ein Nationalfest . Für sie ist dieses Fest das Geheimnis der Freundschaft und die Wiedererweckung aller Geschöpfe zum Leben.  Auch hier ist der große Hausputz vor dem Norusfest Sitte. Alles Geschirr im Haus wird gewaschen und besondere Süßigkeiten werden vorbereitet.  Die Jugend trifft sich zu besonderen Wettbewerben  wie Tauziehen und Ringkämpfe.

Am ersten Norustag kommen viele Süßspeisen zum Frühstück auf den Tisch wie zum Beispiel Milchreis. Nach dem Frühstück wird ein rotes Tuch über der Eingangstür angebracht: Ein Zeichen für die Hoffnung auf Glück. Dann werden alle Gegenstände im Haus , die vorher gut gesäubert wurden,  schön angeordnet. Die Fenster  werden alle geöffnet, damit der Frühlingswind in alle Ecken und Winkel des Hauses gelangt. Dann ziehen alle  etwas Neues an und die Jüngeren besuchen die älteren in der Familie, bringen ihnen Rosenknospen und gratulieren zum neuen Jahr.  Seit einigen Jahren gibt es richtige Norusstätten für die Norusfeiern in Tadschikistan. Dort werden traditionelle Gerichte gekocht und verteilt und es gibt Sportwettkämpfe .

In allen Teilen von Tadschikistan ist das Haft-Sin-Sofreh üblich.

In Kasachstan ist man davon überzeugt, dass am Norustag die Sterne an ihrem Ausgangspunkt angelangen und alles neu wird. Es kommt viel Gutes auf die Erde herab und sie wird mit Freude erfüllt. Am Vorabend des neuen Jahres zündet jeder  zwei Kerzen oben am Haus an und säubert seine  Wohnung.

Am Norusfest satteln die jungen Kasachen ein Pferd, das noch nicht zugeritten ist, setzen ihm eine Puppe mit einer Schellenkette um den Hals auf und schicken es durch die Straßen, damit es mit seinem Lärm alle auf die Ankunft des Frühlings und den Beginn des neuen Jahres aufmerksam macht. Diese Puppe stellt das neue Jahr dar.  Für die Kasachen ist Norus etwas Heiliges. Wenn es an diesem Tag schneit oder regnet sehen sie darin ein gutes Zeichen für das kommende Jahr.

Zum Neujahrsfest tragen alle neue Kleidung als Zeichen der Freude. Fest zu den  Neujahrsfeiern gehören wie in den anderen Ländern  Besuche und Gegenbesuche.  Zum Norusfest in Kasachstan gehören aber auch Wettspiele. Eines der beliebtesten ist das Qul Tusaq, das zwischen Männern und Frauen ausgetragen wird. Wenn die Frauen gewinnen wird es ein gutes segensreiches Jahr werden. Bei einem Sieg der Männer erwartet man  das Gegenteil.

Die Kurden in Iran, der Türkei, im Irak und in Syrien feiern auch das Norusfest. Für die Kurden ist es  das Fest der Freiheit und der Befreiung der Menschen aus der Unterdrückung von Sahak, dem  Sinnbild des Bösen durch den Schmied Kaweh, welcher die Befreiungsbewegung des Volkes anführte. Die Kurden ziehen daher am ersten Frühlingstag am liebsten ins Freie als Symbol für die Befreiung aus der Gefangenschaft.  Zu Beginn des neuen Jahres zünden sie ein Feuer an. Nach alten Brauch muss das Feuer auf dem Dach des Hauses brennen.  Dies ist immer noch in einigen Kurdengebieten Sitte.  Für die Kurden ist Norus  ein Tag des Überflusses ,  des Friedens und der Versöhnung. Die Kurden von Mersin in der Türkei ziehen sich am Morgen des Norustages neue Kleidung an und besuchen sich gegenseitig.  Dann versammeln sie sich zu fröhlichen Feiern auf einem großen Platz. Die Zazaki-sprachigen Kurden, die vor allen Dingen in Ostanatolien leben und sich Zaza nennen, halten am 21. März besondere Zeremonien zum Beginn des neuen Jahres ab. Dabei geht es musikalisch zu.

Viele Menschen in der pakistanischen Provinz Sarhad und in Nordpakistan  pflegen zu Norus besondere religiöse und nationale Sitten. Sie lassen bunte Fahnen wehen und hängen Lichtgirlanden auf , treffen sich zu Gedichtsvorträgen und Neujahrsfeiern. In Pakistan wird Noruz „Alem Afrus" genannt, d.h. der neu angebrochene  Tag, der mit seiner Ankunft die Welt erhellt. Auch hier findet ein großer Hausputz zum Neujahrsfest statt und es werden besondere Süßigkeiten  zubereitet. Man besucht sich und beschenkt sich gegenseitig.

In den Neujahrstagen meidet man jedes falsche Wort. Bei den Feiern sind Neujahrsgedichte in Urdu und Arabisch und dem Dari-Persisch beliebt.  Den Zweck von Norus sehen die Pakistaner darin, dass es Hoffnung  und der Islamischen Welt und der Menschheit Frieden bringt.

Das Norusfest wird auch in Turkmenien, in der Republik Aserbaidschan, in Indien und China und noch vielen anderen Ländern gefeiert.

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