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Samstag, 29 März 2014 13:15

Noruz – ein Internationales Fest

Noruz – ein Internationales Fest
Norus ist das Fest der Iraner und der Menschen im früheren Einflussgebiet der iranischen Kultur.

Es ist das schönste Frühlingsfest auf der Welt. Millionen von Menschen in aller Welt feiern es.

Erfreulicherweise hat dieses Fest mit seiner tiefen Bedeutung und mit seinen nationalen und historischen iranischen Eigenschaften heute internationale Gestalt angenommen .Am 23. Februar 2010 wurde dank der Initiative der iranischen Vertretung an der Botschaft und in Zusammenarbeit mit mehreren Nachbarländern Irans eine Resolution von der UN-Vollversammlung gebilligt, in der der erste Farwardin, d.h. der 21. März als internationaler Norustag anerkannt wird.

Bereits im Sommer des vergangenen Jahres, nämlich am 8. Mehr 1388 (2009) hat die UNESCO das Norusfest als Weltkulturerbe in ihrer Liste eingetragen.

Was ist Norus? Norus ist das Gleichnis von der Schöpfung der Welt und der Neugeburt des Menschen. Es ist ein prächtiges antikes Fest, das zu Beginn des Frühlings und des neuen Jahres Millionen von Menschen auf der Welt mit seinen Bräuchen und Sitten neue Hoffnung und die Botschaft des Friedens bringt. In seinen Sitten spiegelt sich ein Stück iranischer Kultur wieder. Die verschiedenen Völker im Iran feiern das Norusfest gemeinsam und demonstrieren mit den Norusbräuchen ihre Geschlossenheit. Sie versammeln sich zu Norus umeinander und teilen ihre Freude über den Neujahrsbeginn, stellen Ärger beiseite und würdigen die ältere Generation. Das Norusfest ist in der Kultur der Iraner erhalten geblieben , weil es viele schöne Gedanken und Sitten beinhaltet.

Die Internationalisierung des Norusfestes in diesem Jahr ist eine gute Gelegenheit, alle Völker auf der Welt anlässlich des Norustages zu Friede Solidarität und Freundschaft einzuladen. Wir stellen in diesem ersten Teil die Norussitten im Iran vor. Denn die Wiege zum Norusfest steht im Iran. In einem zweiten Teil werden wir Sie mit den Norussitten in Nachbarländern bekannt machen.

Die Norusfeiern beginnen einige Tage vor dem Neujahrsanfang am 21. März und sie enden am 13. Frühlingstag mit einem Ausflug in die Natur. Auch wenn im Iran verschiedene ethnischen Gruppen leben wie die Farsen, Kurden, Loren, Türken, Balutschen, Turkmenen und Araber und jede ethnische Gruppe ihre eigenen Sitten und Bräuche hat, so ist doch das Norus eines der Feste, welche sie alle miteinander verbindet. Alle iranischen Völker feiern Norus.

In den letzten Tagen des alten Jahres ist der jährliche Großhausputz üblich, der sich Chaneh Tekani (soviel wie Hausschütteln) nennt. Die Iraner legen großen Wert auf Sauberkeit. Deshalb ist das Reinemachen gegen Jahresende eine feste Sitte. Auch die Straßen und öffentlichen Gebäude werden gründlich geputzt und gesäubert. Chaneh Tekani ist ein Symbol für die Befreiung von allem Alten und die Reinigung des Lebensraumes. Man will gut vorbereitet, das neue Jahr mit seinen neuen guten Dingen in Empfang nehmen .

Nicht nur der Lebensraum wird geschmückt, sondern es ist auch Sitte, sich neu einzukleiden. Gegen Ende des Jahres wird auch die gute Sitte, einander zu helfen gepflegt, damit alle an der Freude zum Jahreswechsel teilnehmen können. Seit einigen Jahren findet in Form einer Woche der Wohltätigkeit eine Spendeaktion statt, bei der einige staatlichen Organe und Bürgerorganisationen mithelfen.

Eine weiterer alter Norusbrauch, der überall im Iran gepflegt wird, ist die Vorbereitung des so genannten Sofreh Haft Sin. Dabei wird ein Tuch festlich mit verschiedenen Dingen gedeckt und wenn das neue Jahr beginnt, versammelt sich die ganze Familie um dieses festliche Tuch.

Das Haft-Sinn-Festtuch schmücken 7 Dinge, deren Anfangsbuchstabe das „s" in der Farsi-Sprache ist, nämlich das Sin. Üblich sind zum Beispiel Äpfel, Mehlbeeren, Sumach, Knoblauch, die Weizenspeise Samanu, Essig und Grünes wie zum Beispiel junge Weizensprösslinge. Es sind Dinge, die das Gedeihen auf Äckern und in Gärten versinnbildlichen. Doch es gehört kommt noch mehr auf das Norus-Festtuch , nämlich der Koran, ein Spiegel, Kerzen, ein Wasserkrug mit einem Goldfisch, bemalte Hühnereiner, Hyazinthen und Geldmünzen.

Wenn es dann so weit ist und alle neben dem Festtuch gemeinsam das neue Jahr beginnen, wird ein besonders Gebet gesprochen und im Koran gelesen. Der Familienälteste überreicht jedem ein Eydi - eine Festgabe bestehend aus Geld oder einem Geschenk. Dann isst man von den Süßigkeiten und beglückwünscht sich zum Beginn des Neuen Jahres.

In einigen Familien ist es üblich, für den Übergang in das neue Jahr an einen religiösen Ort zu gehen zum Beispiel in eine Pilgerstätte. Es erleuchtet und glättet die Herzen, in diesen schönen Augenblicken an einem spirituell erfüllten Ort mit vielen anderen Betenden zusammen zu sein. Wir sehen, dass jedes Jahr die Pilgerstätte Imam Resas in Maschhad, die Grabmoschee seiner Schwester Hasrate Masumehs in Qum und die Ruhestätte Ahmad Ibn Mussas in Schiras und viele andere Pilgerstätten mit vielen Menschen gefüllt sind.

Zum Neuen Jahr versuchen alle gemeinsam mit der Neuwerdung in der Natur und gemeinsam mit der Reinigung von Arbeitsplatz und Lebensraum, auch den Seele und Geist von jeder Patina zu befreien.

Nach dem Beginn des neuen Jahres besucht man sich gegenseitig. Eventueller Ärger wird vergessen und anstelle dessen ist man um Festigung und Auffrischung der guten Beziehungen bemüht. Es ist Sitte, dass erst die Jüngeren die Älteren in der Familie besuchen und auf jeden Besuch sollte ein Gegenbesuch erfolgen. So sehen sich die Freunde und Verwandten zu Norus mehrmals. Sie bewirten einander mit Obst und Süßigkeiten, Nüssen und Trockenfrüchten.

Viele Iraner verreisen in den Neujahrstagen und genießen die Frühlingsnatur. Die Neujahrszeit schließt mit einem Ausflug in die Natur am 13. Frühlingstag und am 14. Frühlingstag, dem 14. Tag des neuen Jahres kehren alle erholt und fröhlich wieder an ihre Arbeit und in den Alltag zurück.

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