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Mittwoch, 26 März 2014 13:15

Das Fest der Wandlung in der Schöpfungswelt

Das Fest der Wandlung in der Schöpfungswelt
Das Fest der Wandlung in der SchöpfungsweltWieder führt uns Gott mit Seiner Gunst und Kunst ein neues Stück Schöpfung vor Augen:

Einen neuen Frühling mit seiner Melodie und Pracht.
Knospen der Hoffnung erheben sich nach und nach aus dem Erdreich und strecken sich unter dem Leben spendenden Licht empor. Da geschieht eine Auferstehung! Totes lag in der dunklen Erde, Totes und Hoffnungsloses. Es hatte geschwiegen, war unbeweglich und erstarrt.
Aber nun fließt wieder Leben durch die Adern der Natur und sie verwandelt sich in ein wunderschönes Gemälde in allen Farben und Schattierungen.

Jeder neue Jahresbeginn lässt den Menschen ein neues Gefühl verspüren. Es ist wie eine kleine Wiedergeburt , ein „Erneut-in Bewegung-Geraten'" Der Mensch schaut auf die Natur und sieht, wie sie im Frühling erneut aufzublühen beginnt. Wie erstaunlich und großartig ist doch die Frühlingswelt. Ist der Frühling nicht auch für den Menschen eine Gelegenheit sich zu erneuern, zu wachsen, sich zu entfalten? Welche Jahreszeit könnte ihm besser als Vorbild dienen? Sollte er nicht auch wie die Natur vom reglosen Da-Sein auferstehen?

Der Frühling gibt dem Menschen neue Impulse. Er bedarf dieser Impulse Gottes. So betet er zum Jahreswechsel:

Der du die Herzen und Blicke wandelst,
der du Nacht und Tag beherrscht,
Der du die Jahre und das Sein änderst -
Ändere auch unser Sein auf die beste Weise.

In diesem Gebet, das die Iraner in den ersten Augenblicken des Neuen Jahres sprechen, geht es um viele Änderungen und Wandlungen. Um die Wandlung im Herzen und dem Blick des Menschen, um die Wandlung von der Nacht zum Tag. Es geht um die Wandlung von einem Jahr zum anderen, vom Wechsel des Menschen von eine Phase in die nächste. Von einer Stufe zur nächsten.Dieses Gebet erinnert daran, dass die Welt - obwohl scheinbar gleich bleibend, in ihrem Innern tiefe Wandlungen erfährt. Für ihren Fortbestand ist sie auf diese Wandlungen angewiesen. Wir sehen, wie prächtig die Welt der Natur diese Veränderungen im Frühling feiert. Wie alles in ihr in den Lobpreis Gottes einstimmt:

Wir brauchen nur etwas genauer hinzuhören: Dann hören wir wie der Frühlingswind liebevoll über die Gras- und Blumenfelder streicht. Wir hören das leise Rauschen des Frühlingsregen. Der Frühlingsregen, der Verstaubtes blank wischt und Verwelktes erfrischt. Dankbar erheben die Veilchen den Kopf zum Firmament.
Alles in der Natur ist erwacht. Sollte nicht auch der Mensch sich den Winterschlaf aus den Augen reiben und mit wachen Augen durch das Leben gehen? Der Mensch - die Krönung der Schöpfung - oder wie es im Persischen heißt: Die schönste Blume im Bouquet des Daseins!
Vervollkommnung und Wandlung sind Dinge, die der Mensch anstreben und vollziehen muss, um sich weiter zu entwickeln.
Wenn Noruz kommt - das neue iranische Jahr, sollte der Mensch fröhlich einen großen Schritt tun. Einen Schritt in Richtung eines Lebens, das ihm gebührt, das schöner und besser ist.

Das Gebet zum Jahreswechsel lehrt uns den Glauben an den Einen Gott. Lehrt uns, dass alle Veränderungen und Wandlungen der Macht und Weisheit Gottes zu verdanken sind. Nur mit Seinem Willen ändern sich die Wünsche des Menschen. Nur durch Seinen Willen empfinden wir, wenn der Frühling in seiner Frische und in voller Blüte wieder zu uns kommt, das Gefühl, das Schöne, Gute und Reine zu wollen.

Die grüne Zeit des Frühlings ist ein grünes Buch. Auf jedem Blatt steht über die göttliche Herrlichkeit geschrieben.
Der Lyriker dichtet:
Die Blätter der grünen Bäume sind,
in den Augen des Wachsamen,
jedes ein Buch mit Wissen,
über den Herrn und Schöpfer.
Der Koran nennt den Frühling ein Zeichen göttlicher Weisheit und Macht. Gemäß ihm ist er ein klarer Beweis für die Existenz eines Lebens nach dem Jüngsten Tag.

In dem 9. Offenbarungszeichen der Sure Fater heisst es:

Gott ist der der die Winde schickt, damit die Wolken ziehen. Er lenkt sie zu dem trockenen toten Land. Dann erwecken Wir die Erde, die gestorben war zu neuem Leben. Der Tag der Auferstehung ist genauso.

Zum Nouruz-Fest gehören Freude und der Besuch bei Freunden und Verwandten. Letzteres zählt zu den alten Bräuchen, deren Erhalt der Islam betont. Imam Ali aleihe salam, hat in seinem historischen Brief an Malek Aschtar empfohlen:
„Gute Bräuche, die die Großen dieses Volkes pflegten und durch die eine Bindung unter der Bevölkerung entstand und die Bauern ihr Leben regelten, störe nicht. Stell kein Gesetz auf, welches die guten Bräuche aus der Vergangenheit beeinträchtigt."

Das Frühjahr ist die Zeit, in der die Natur lächelt.
Der Duft der Blumen und das viele junge Grün gibt uns neuen Auftrieb. Das Gedeihen und Grünen erfüllt den Menschen mit Liebe und Dankbarkeit. Wer möchte da nicht, dass diese Freude bestehen bleibt? Der Islam legt Wert auf Freudentage. Er lehnt von den alten Bräuchen nur das ab, was mit Aberglauben zu tun hat und was negativ ist. Er lädt die Menschen ein:
Bleibt fröhlich, aber lasst eure Freude mit der Vernunft einhergehen. Seid nicht wie die Ahnungslosen und Achtlosen.

Auch in den Überlieferungen steht über Noruz geschrieben. Imam Sadeq aleihe salam hat die Bedeutung dieses Neujahrsfestes hervorgehoben. Zum Beispiel hat er gesagt:
Anfang Farwardin wurde Adam erschaffen. Es ist ein gesegneter Tag ,um Gott um das zu bitten, was man braucht. Ein Tag zur Erfüllung von Wünschen und zum Erwerb von Wissen. Nehmt eine sorgfältige Reinigung in diesen Tagen vor und haltet euch rein. Zieht eure beste Kleidung an, verwendet Duftstoffe und dankt Gott!

Das besondere an Noruz, dem Jahreswechsel am 21. März und dem Beginn eines neuen Kapitels im Leben, ist, dass der neue Jahresbeginn mit neuer Frühjahrsfrische und Freude einhergeht. Die Natur ist freundlich und auch der Mensch sollte freundlich sein und seinen Mitmenschen zum Neuen Jahr Freude bereiten. Noruz ist eine gute Gelegenheit Versöhnung zu stiften. Eine gute Gelegenheit zu erneuter Entfaltung, zu neuem Wachstum: einer neuen Geburt.

 

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